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Seat Mii 5-Türer – Um ganze Zwei besser.

Dreitürige Karosserien kommen von Haus aus dynamischer daher, doch dem sportiven Auftritt des Seat Mii tun die zwei zusätzlichen Türen keinen Abbruch und so fügen sich diese harmonisch in die Silhouette ein. Und ob Drei- oder Fünftürer, der Seat Mii misst stets 3,56 Meter in der Länge, ist 1,65 Meter breit und 1,48 Meter hoch. Nun noch die Fondscheiben schwarz getönt und der Fünftürer steht dem dreitürigen Pendant in nichts nach. Im Gegenteil!

Denn der Fünftürer – zwar ebenfalls auf vier Passagiere ausgelegt – spielt seine Vorteile beim Zustieg in den Fondbereich bzw. den Ausstieg aus. Die weit öffnenden Türen machen diesen natürlich deutlich leichter, allerdings schränken die Radläufe den Einstiegsbereich am Fuß ein und so wird es für Passagiere mit großen Füßen auch hier etwas eng. Ohnehin sitzen Insassen ab 1,80 Meter hinter größeren Fahrern beengt. Letztere wiederum nehmen vorn sehr bequem Platz und verfügen über großzügige Raumverhältnisse.

Der dort anzutreffende Arbeitsplatz istidentisch mit dem des Dreitürers und überzeugt durch einfache Funktionalität sowie dem SEAT Portable System, erhältlich für 375,- Euro. Diese Infotainment-Lösung mit dem gut einsehbaren 5-Zoll-Bildschirm der mittig auf dem Armaturenbrett angebracht ist, verhindert ein störendes Herumhängen von Kabeln, beinhaltet einen Bordcomputer, die Telefon-Freisprechanlage inklusive Sprachbedienung und sogar ein Navigationssystem. Durch einfaches Ent- und Mitnehmen des Displays ist das Navi auch praktisch außerhalb des Fahrzeuges nutzbar.

Beanstanden müssen wir allerdings weiterhin das nur in der Höhe justierbare Lenkrad sowie die Fensterheberanordnung. Mit nur einem Schalter auf der jeweiligen Türseite, erreicht man vom Fahrersitz den elektrischen Taster für das Beifahrerfenster einzig mit langen Armen und einem Herüberbeugen. Und auch die viertürige Variante verzichtet auf Fensterheber im Fond oder gar vollständig zu öffnende Fenster. Und so muss man auch in diesem Mii die hinteren Ausstellfenster hinnehmen.

Auf den Kofferraum haben die zwei zusätzlichen Türennur gering Einfluss, und so fasst auch hier das spärlich verkleidete Laderaumabteil 251 Liter, ist aber durch die beiden Fondtüren leichter zu vergrößern. Wenn auch die Rückbank vom Kofferraum aus problemlos umzulegen ist, so erreichen wir von vorn die Entriegelung durch die beiden Fondtüren einfacher.

Sind die Rücksitzlehnen im Verhältnis 60:40 vollständig umgeklappt, fasst das Abteil maximal 951 Liter, die Kopfstützen müssen hierzu nicht abgenommen werden.

Dank dem variablen Laderaumboden zeigt sich der Kofferraum des Mii auch von seiner flexiblen Seite. Je nach Position, schafft der zweite Boden eine ebene Ladefläche, eine geringere Ladeschwelle oder ein abgetrenntes Ladeabteil mit 115 Liter Fassungsvermögen. Was zu jeder Zeit bleibt ist die hohe Ladekante und die nicht automatisch nach oben bzw. wieder nach unten schwingende Hutablage.

Und so fiel meist erst beim Blick in den Innenspiegel auf, dass die Hutablage noch nach oben geklappt und die Sicht nach hinten somit völlig eingeschränkt ist. Also wieder aussteigen, nach hinten gehen, die weitaufschwingende Heckklappe öffnen – Großgewachsene trotzdem aufgepasst, an dem hervorstechenden Schloss besteht Anstoßgefahr – und die Abdeckung per Hand wieder nach unten klappen.

Fahrwerksseitig macht Seat keine Unterschiede zwischen den beiden Karosserievarianten, stets agil und wendig kann der Kunde auch hier optional das Sport-Paket inklusive einer Tieferlegung von 15 Millimetern ordern.

Der handliche Mii lässt sich aber bereits mit dem serienmäßigen Fahrwerk dynamisch durch die Kurven jagen, dank leichtgängig und direkt ausgelegter Lenkung lässt sich der kleine Spanier spielerisch manövrieren, dem Untersteuern kann man mühelos entgegenwirken.

Zwar angenehm zu dosieren und durchaus standfest im Test, so muss sich der Seat Mii an der Hinterachse mit Trommelbremsen begnügen. Eine praktische Berganfahrhilfe ist wiederum serienmäßig an Bord.

Keine Abstriche muss die fünftürige Ausfertigung bei den Motoren machen, denn im Gegensatz zum Dreitürer, stellt Seat dem Mii 5-Türer alle verfügbaren Motorisierung, darunter drei Ottomotoren in denLeistungsstufen 44 bis 55 kW sowie die 50 kW / 68 PS starke CNG-Erdgasvariante, stets jeder Ausstattungsvariante zur Wahl.

Laut Statistik kristallisiert sich hier der 1.0 Liter in der 75 PS-Version als Verkaufsschlager heraus und fand somit auch in unserem Testwagen seinen Einsatz.

95 Nm Drehmoment treiben den kleinen Spanier ausreichend flott voran, im Haupteinsatzgebiet der Stadt sogar richtig spritzig. Verlassen wir dieses Terrain wird die Beschleunigung spürbar zäher, nun muss man das Aggregat bei Laune halten um in 13,2 Sekunden aus dem Stand heraus die Tempo 100 zu erreichen.

Auf der Autobahn erreicht der Mii maximal 172 Stundenkilometer, diese werden begleitet von einem sonoren aber nicht störenden Dreizylinderbrummen.

Wer dem Kleinwagen die Sporen gibt, darf natürlich nicht mit den von Seat angegebenen 4,7 Litern rechnen. Die bei zurückhaltender und schaltfauler Fahrweise – die auch von der Schaltpunktanzeige empfohlen wird – wiederum nahezu erreichbar sind.

Wenn auch letztlich der Griff zum präzise geführten Fünfgang-Haltschalter alles andereals unangenehm ist, so verlangt der Motor zumindest bei gemütlicher Tour auch nicht mehr.

Wer sich für den von uns gefahrenen Motor inklusive Start&Stop entscheidet, muss auf den jeweiligen Grundpreis der einzelnen Varianten tausend Euro Aufpreis hinzurechnen.

Der günstigste Einstieg in den Seat Mii Fünftürer gelingt mit dem 1.0 44 kW ab 9.685,- Euro. Der Aufpreis für die zwei zusätzlichen Türen beträgt dabei keine 695,- Euro wie zunächst vermutet, startet die fünftürige Variante doch bereits in der Reference-Version und somit sind für die Fond-Türen lediglich 480,- Euro zu entrichten.

Die Ausstattungslinie Style und die jüngsten Kreationen 4YOU, I-Tech sowie die zwei Varianten „by Mango“ – die mit 12.580,- Euro an der Preisspitze stehen, vervollständigen das Angebot.

Dass die Versionen Reference und Style sowohl auf eine Soundanlage als auch auf eine Klimaanlage verzichten enttäuscht leider und lässt in Anbetracht des notwendigen Aufpreises die anderen Varianten sogleich attraktiver erscheinen.

Unfälle mindern oder gar verhindern kann der für225,- Euro in allen Ausstattungsvarianten erhältliche City-Notbremsassistent, der bei einem drohenden Crash zumindest bis zu einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern automatisch eine Vollbremsung einleitet.

Stand: September 2014; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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