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Seat Leon mit deutschen Tugenden

Mit der dritten und rundum neu konstruierten Generation des Seat Leon gehen die Spanier voll auf Angriff. Das neue Kompaktmodell hat wahrlich das Zeug dazu ganz oben mitzumischen. Die Einflüsse der Konzernbrüder VW Golf und Audi A3 sind nicht von der Hand zu weisen. Diverse verbaute Technik-Bausteine aus dem Wolfsburger Segmentführer dürften dabei einigen Käufern einen großen Anreiz bieten. Hinzu kommt eine Auswahl an Infotainment- und Assistenzsystemen, die Option der Voll-LED-Scheinwerfer, ein tolles Fahrwerk sowie zahlreiche Antriebsmöglichkeiten die perfekt auf den Leon abgestimmt sind, und nicht zu vergessen das rassige Design und das alles zu einem attraktiven Preis.

Der neue Leon trägt nicht nur voller Stolz das neue SEAT-Markenlogo, selbstbewusst präsentiert der Kompaktwagen auch sein dynamisches Blechkleid mit seinen scharfen Kanten.
Die neue Designsprache der Spanier entspricht der eines Athleten. Kraftvoll proportioniert verlaufen charakterstarke Linien über das gesamte Fahrzeug, die unterbrochene sogenannte „Línea Dinámica“ die sich über die Radläufe zieht ist dabei sehr kennzeichnend.

Ebenso die Scheinwerfer mit dem augenfälligen LED-Tagfahrlicht. Mitder Option das Fahrzeug auch mit Voll-LED-Scheinwerfern zu bestücken, bietet Seat derzeit ein Extra, das beispielsweise im VW- oder Audi-Pendant noch nicht verfügbar ist. Die neuen Highend-Scheinwerfer verhindern zudem die Blendung des Gegenverkehrs und sind wartungsfrei.

Auch am Heck stechen die auffallenden Rückleuchten wenn gewünscht mittels LED-Technologie noch stärker hervor. Im Leon FR sind diese bereits serienmäßig angebracht. Der knackig-sportliche Look wird in dieser Variante durch den Doppelauspuff in Chrom, die 17 Zoll-Leichtmetallräder sowie den sportlichen Stoßfängern und den abgedunkelten Scheiben zusätzlich verstärkt.

Während die meisten Mitbewerber an Größe zulegen, ist der neue Seat Leon um fünf Zentimeter kürzer als der direkte Vorgänger. Der Radstand wuchs jedoch um sechs Zentimeter an und schafft so im Inneren mehr Raum für Passagiere und Gepäck.

Der Gepäckraum bietet somit 39 Liter mehr als die zweite Generation, liegt mit 380 Litern aber ganz auf Segmentniveau. Ohne große Mühe ist dieser Stauraum durch Umlegen der Rücksitzlehnen im Verhältnis 60:40 (ausgenommen die Basisvariante) auf bis zu 1.210 Liter zu erweitern. Eine recht hohe Ladekante bringen diese Fahrzeuge aus Sicherheitsgründenleider alle mit sich.

Im Fond nehmen wir auch zu dritt problemlos Platz, wirklich bequem mit ausreichend Bein- und Kopffreiheit sitzen dann aber doch nur zwei Insassen. Wenn wir aber ehrlich sind, nehmen wir am liebsten vorn und dann hinter dem Steuer Platz. Während bereits der Standard-Sitz mit gutem Seitenhalt aufwarten kann, überzeugt der Sportsitz in der FR-Variante rundum. Eine Gurthöhenverstellung vermissen wir allerdings in jeder Ausführung.
Das im FR serienmäßige Ambientelicht hüllt den Innenraum in ein warm-wohliges Licht.

Was dem sonst eher nüchtern und zurückhaltend gestalteten Cockpit gut zu Gesicht steht. Wenn auch mal abgesehen von der Basis, der Leon deutlich an Wertigkeit gewonnen hat und mit ein paar wenigen Ausnahmen angreiffreundliche Materialien solide verarbeitet wurden, so vermissen wir persönlich etwas die spanische Emotionalität.

Viel mehr hat sich Seat an der klaren Struktur, der Übersichtlich- und Bedienfreundlichkeit eines Volkswagens orientiert. In Anbetracht der Verkaufszahlen die der Mutterkonzern einfährt, dürfte dies aber letztlich keine falsche Entscheidung gewesen sein.

In punkto Info- und Entertainmentsysteme fährt Seat so stark auf wie nie zuvor. Das Bediensystem SEAT EasyConnect lässt sich je nach Wunsch mit einem bis zu 5,8 Zoll großen Touchscreen-Bildschirm kombinieren. Dieser verfügt wie seine Konzernbrüder erstmals über eine Näherungssensorik. Nähert sich also eine Hand dem Display, wechselt das System automatisch vom Anzeige- in den Bedienmodus. Die Steuer-Elemente werden nun deutlich hervorgehoben und erleichtern die Handhabung mittels Wischbewegungen á la Tablet-PC. Im Media System Plus ist die Navigation außerdem per Sprachbedienung zu handeln.

Den sportlichen Fahrwerkscharakter, den wir an Seat so schätzen und lieben gelernt haben, behalten sich die Spanier auch beim neuen Leon bei.

Die Konstruktion am Heck unterscheidet sich je nach Motorisierung, so sind die Aggregate bis 110 kW mit einer Verbundlenkerachse und die stärkeren Motoren mit einer Vierlenkerachse versehen. Stets gepaart mit einer angenehm straffen und präzisen Servolenkung.

Die FR-Varianten sind außerdem mit einem Sportfahrwerk bestückt, dessen Abstimmung sich mittels Seat Drive Profile individuell verändern lässt. So kann Einfluss auf die Lenkunterstützung, Gasannahme und wenn geordert sogar auf das DSG-Getriebe genommen werden. Die Wahl hat der Fahrer zwischen den Modi Eco, Comfort und Sport. Der kernigereMotorensound sowie das von Weiß auf Rot wechselnde Licht im Sport-Modus animieren zusätzlich.

Die turboaufgeladenen TDI- und TSI-Triebwerke schöpfen aus einem Hubraum von 1,2 bis 2,0 Litern ihre Kraft. Die zum Verkaufsstart angebotenen Motoren sind auch mit einem Start-Stopp-System erhältlich und werden schon Anfang des kommenden Jahres um weitere Aggregate u.a. die FR- und Cupra-Versionen ergänzt.

Während wir den 1.4 TSI bei einer ersten Ausfahrt erleben durften, der mit seinen 90 kW / 122 PS und den 200 Nm Drehmoment durchaus spritzig wirkt und je nach Fahrweise zwischen 5,2 und 7 Liter auf hundert Kilometer verbraucht.

Vorerst wird der 1.6 TDI Ecomotive mit 77 kW / 105 PS die Rolle des Volumenmodells einnehmen. Dieses verbraucht im kombinierten Zyklus nur 3,8 Liter Diesel pro 100 km, die CO2-Emissionen betragen dabei lediglich 102 g/km. Wer jedoch die Beschleunigungswerte von 10,7 Sekunden für den Sprint auf Hundert oder die Höchstgeschwindigkeit von 192 km/h ausreizt, liegt selbstverständlich über diesem Verbrauch.

Abhängig von der Motorisierung und Ausstattung ist der neue Leon serienmäßig mit einem gut geführten manuellen Fünf- oder Sechsganggetriebe ausgestattet. Ein Doppelkupplungsgetriebe DSG steht mitsechs oder wie im Falle des 1.6 TDI CR Ecomotive mit sieben Gängen zur Wahl.

Wenn es auch nicht die Fülle an Fahrerassistenzsystemen ist, die manch anderer Mitbewerber im Angebot hat, so besteht dennoch die Möglichkeit den Seat Leon mit einer Müdigkeitserkennung, einem Fernlicht- oder Spurhalteassistent auszustatten.

Sieben Airbags, Isofix- und Top-Teather-Befestigungen im Fond sowie eine elektronische Stabilisierungskontrolle inkl. Antiblockiersystem und Antriebs-Schlupf-Regelung sind dagegen in jeder Ausstattungsvariante Serie.

Davon gibt es vier an der Zahl, neben dem Basis Leon für 15.390,- Euro in Kombination mit dem 1.2 TSI, bietet Seat dem Kunden außerdem die Versionen Reference und Style sowie die Topvariante FR.

Diese Linie ist mit beiden 2.0 TDI CR Motoren sowie den 1.4 TSI Aggregaten und dem 1.8 TSI Ecomotive erhältlich. Die Preisspanne erstreckt sich hierbei von 21.870,- bis hin zu 27.490,- Euro.

Kennzeichnend für die FR-Variante sind außer den erwähnten optischen Merkmalen auch die inneren Werte in Form von Aluminium-Einstiegsleisten, das lederbezogene Sportlenkrad, Sportsitze mit Lordosenstützen sowie die Climatronic, das Media System „Touch Colour“ mit 5″-Display und dieAmbientebeleuchtung.

Schwarzes Leder oder Alcantara, Komfortfeatures wie die Voll-LED-Scheinwerfer, ein elektrisches Panoramadach, Licht- und Regensensor und das Sound- bzw. Navigationssystem hält des weiteren die Aufpreisliste bereit.

Stand: Januar 2013; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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