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Seat Leon Cupra R – Der Knaller!

Und wie der knallt, vor allem erst mal mit der orangenen Sonderlackierung. Die Optik hält sich ansonsten stark zurück, nur wer genau hinsieht erkennt den derzeit schnellsten Leon. Und so geht es auch innen weiter, neben einigen Applikationen verraten vor allem die knackigen Schalensitze und das unten abgeflachte Lenkrad den Sportler, und wer nach unten schaut merkt an den Alupedalen das es hier sportlicher zugeht. Oder Sie lassen sich gleich vom bis 300 km/h reichenden Tacho auf die 265 PS unter der Haube hinweisen, die verteilt auf vier Zylinder den Löwen 250 km/h schnell machen und in 6,2 Sekunden auf 100 bringen. Berauschend ist der Durchzug und die dazu passende sportliche Straßenlage, die Bremsen holen einen bei Bedarf schnell wieder auf Null, und wenn man nicht ständig voll Stoff gibt, kommt man sogar mit 8,5 Litern Super aus.

Zunächst hat uns das knallorange seiner Außenhaut ehrlich gesagt etwas verschreckt, doch schon nach kurzer Zeit wollten wir die Individuallackierung genannt „Lumina Orange“ gar nicht mehr missen. Denn sie sorgte nicht nur für Aufsehen sondern auch für das gewisse „R“-Feeling. Was uns ansonsten leider etwas gefehlt hat. Mit dem Verzicht auf protzige Seitenschweller, wuchtige Heckspoiler oder ähnliches setzt das Topmodell Cupra R ganz auf Understatement.

Nur wenige sportliche Attribute wie der schwarz eingefasste Grill im Wabenlook, die drei Lufteinlass-Schlitze darunter, die in Glossy Schwarz lackierten Außenspiegel, rot lackierte Bremssättel, super schicke 19 Zollgroße „Potenza“-Räder in Cosmos Silber (oder auch in Weiß erhältlich) mit 235/35 Breitreifen sowie am Heck der schwarz abgesetzte Diffusor und das schöne, große, ovale Auspuffrohr heben den Sportler vom Basis-Leon ab.

So sind es vielmehr die zahlreichen kleinen „R“- und „Cupra“-Logos die auf die Topvariante schließen lassen, sie sind u.a. am Kühlergrill, an der Heckklappe, im Stoßfänger sowie innen an Armaturenbrett, Lenkrad und den Sitzlehnen zu finden.

Auch dem Interieur wurde nur dezent der „Cupra R“-Stempel aufgedrückt. Im Großen und Ganzen in Schwarz gehalten, mit dunkelgrauen Applikationen an Lüftungsdüsen und der Mittelkonsole sowie dezent verbautem Klavierlack an Audio- und Klimaeinheit, sind es doch vor allen Dingen die knackigen Schalensitze mit perfektem Seitenhalt, Alcantara-Stoff-Bezug und abgesetzten Nähten, die auffallen. Letztere finden wir auch am griffigen Multifunktionslenkrad mit gelochtem Leder, unten abgeflacht und mit einer silberfarbenen Applikation bestückt. Eine Alu-Pedalerie darf selbstverständlich nicht fehlen und am Kombiinstrument erhellt durch weiße LEDs und mit einem Tachometer bis 300 km/h ist auch hier der kleine aber feine Unterschied zu entdecken.

Im direkten Vergleich fällt zudem auf, das die Einheit für Audio- und Klimaanlage sich ebenfalls unterscheidet und zudem durch dezenten Klavierlack abhebt. Wenige, groß ausgeführte Bedienelemente sind aber auch hier übersichtlich und funktional gestaltet. Das Multimedia-System inkl. Navigationssystem erstrahlt im modernisierten Look und ist intuitiv viaDrehregler/Tasten oder aber per Touchscreen-Funktion zu handeln.

Auf reichlich Hartplastik wurde auch im Topmodell nicht verzichtet, glücklicherweise wirkt dies aber nicht billig. Und so bietet der Cupra R nicht nur ein schlichtes, klar strukturiertes Interieur wie seine schwächer motorisierten Brüder, sondern auch ebenso gute Platzverhältnisse vorne wie hinten sowie ein Ladevolumen von 341 Litern, das sich spielerisch auf 1.166 Liter vergrößern lässt. Eine hohe Ladekante und die darauf folgende Stufe gilt es leider auch hier zu überwinden.

Seat hat mit dem Leon Cupra R einen rassigen Sportwagen mit perfektem Alltagsnutzen auf die Räder gestellt. Das Fahrzeug bietet nicht nur optimalen Raum, sondern auch hervorragende Fahreigenschaften. Knackig sportlich, ja absolut souverän, ist der Cupra R durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Selbst bei starker Nässe ist das Fahrzeug sicher zu handeln und erlaubt hohe Kurvengeschwindigkeiten, mit der Traktion hat das Fahrzeug dann aber bei Vollgas etwas Mühe.

Zu Recht trägt das Agil-Fahrwerk seinen Namen, es vermittelt einfach puren Fahrspaß, ermöglicht schwindelerregend hohe Kurvengeschwindigkeiten, ein spielerisches Handling und das mit einem stets sicheren Gefühl. Hierzu trägt die neue elektronische Differentialsperre XDS in jedem Fall ihren Teil bei, das System verbindet u.a. die elektronische Stabilitätskontrolle ESP und die Antriebsschlupfregelung ASR und sorgt durch gezielte Eingriffe für optimalen Fahrbahnkontakt und minimiert das leicht vorhandene Untersteuern. Kleiner Wehmutstropfen: das ESP kann leider nichtmehr vollständig deaktiviert werden.

Bei einem Fahrzeug wie dem Cupra R erwartet man wahrlich kein hohes Komfort-Niveau, dennoch bietet er davon ausreichend, macht aber aus keiner Bodenunebenheit ein Geheimnis. Aber uns stört das ehrlich gesagt nicht, schließlich sitzen wir in einem rassigen Sportwagen, hier müssen die Federn härter ausgelegt sein, das Fahrwerk straffer und alles etwas tiefer … und natürlich die Lenkung direkt, knackig und angenehm straff. Der rassige Spanier erfüllt all unsere Erwartungen …

Nur bei voller Topspeed war uns das Auto auf längere Sicht und welligen Autobahnetappen etwas zu unruhig und wirkte eine Spur zu leichtfüßig, bei starken Querrillen versetzte er zudem leicht.

Dennoch konnten wir uns auch bei hohem Tempo voll und ganz auf die schnell ansprechende und fest zupackende Bremsanlage verlassen. Mit groß dimensionierten und belüfteten Bremsscheiben rundum verzögerte der Leon vorbildlich und das ohne Murren und mit guter Spurstabilität, auch nach dem zehnten Bremsversuch aus Tempo 100 heraus noch konstant und nach weniger als 37 Metern.

Das Spanier ein gewisses Temperament an den Tag legen, ist uns ja bekannt und durch den Seat Leon Cupra R wird dieses Vorurteil nur bestätigt. Bereits von unten heraus zieht er vehement los und begeistert immer wieder mit seinem starken Durchzug, von einem Turboloch ist hier nichts zu spüren. Jeder einzelne Gasstoß wird von einem geilen, kernigen Motorgrollen umschmeichelt und so zieht er ohne auch nur mal kurz durchzuatmen bis Tempo 250 hoch, hier wird ihm allerdings elektronisch ein Endegesetzt.

Von 195 kW / 265 PS und einem maximalen Drehmoment von 350 Nm befeuert gelingt ihm der Sprint von 0 auf 100 km/h in 6,2 Sekunden. Doch sind es viel mehr die Durchzugsbeschleunigungswerte die wirklich begeistern, selbst im fünften Gang spurtet er in 5,7 Sekunden von 80 auf 120 km/h. Von 60 auf 100 km/h im dritten Gang sind es nicht mal 3 ½ Sekunden.

Der Leon Cupra R fährt sich aber auch wunderbar zivil und niedertourig, 50 km/h im fünften oder gar sechsten Gang sind überhaupt kein Problem und von der Schaltpunktanzeige sogar erwünscht. Ein überraschend tolles Durchzugsvermögen bei niedrigen Touren und höheren Gängen lässt einen garantiert nie im Regen stehen und sorgt für absolutes Fahrvergnügen.

Dieses wird auch beim Blick auf die Tanknadel nicht all zu sehr getrübt, 8,5 Liter im Mix in Rahmen unserer Fahrt über die Normstrecke können sich sehen lassen. Außerdem erfüllt das Triebwerk die Euro5-Abgasnorm und stößt 190 g/km CO2 aus – ein weiterer Bestwert in dieser Klasse.

Das DSG-Getriebe, das uns im Ibiza Cupra so sehr gut gefallen hat, ist derzeit leider noch nicht für den Leon Cupra R verfügbar. Aber das tut der Fahrfreude nun wahrlich keinen Abbruch, dafür ist das serienmäßige Sechsgang-Handschaltgetriebe viel zu knackig und exakt geführt und sorgt zudem auch noch für jede Menge Schaltspaß.

Was seine kleineren Brüder bereits vorgelegt haben, geht das Topmodell natürlich mit und erhöht sogar noch. Mit den diversen Fahrerassistenzsystemen wie ESP, ABS, ASR, Bremsassistent HBA, EBV und dem neuen Berganfahrassitent HHA, achtAirbags inkl. zwei Kopfairbags die bis zu den Fondpassagieren reichen, Dreipunkt-Sicherheitsgurten auf allen Sitzen inkl. Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer vorne sowie ISOFIX-Kindersitzbefestigungen ist der Cupra R auch für den Ernstfall gewappnet.

Sportlicher Flair, hervorragende Agilität und das ganze kombiniert mit praktischem Alltagsnutzen – was will man mehr?! Seat hat all das für 30.590,- Euro auf die Räder gestellt und verwöhnt zudem mit zahlreichen Features, die das Leben angenehmer und schöner machen. Hier die von uns kompakt geschnürte Auflistung:

Dunkel getönte Scheiben, 19-Zoll-Leichtmetallräder „Potenza“ in Silber mit Reifen der Größe 235/35, Climatronic, höhen- und längsverstellbares Drei-Speichen-Multifunktionslenkrad in Leder, spezieller Leder-Schalthebelknauf, Supersportsitze mit Spezialbezug und Alcantara, höhenverstellbarer Fahrer- und Beifahrersitz, Staufach unter dem Fahrersitz, Pedale in Aluminiumoptik, elektrische Fensterheber vorne und hinten mit Einklemmschutz und One-Touch-Funktion, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Radio mit CD-/MP3-Laufwerk, 8 Lautsprechern + MDI, kombinierter USB-/Aux-in-Anschluss, el. Beheiz, verstell- und anklappbare Außenspiegel in Glossy Schwarz, Bordcomputer, Schaltempfehlung, Innenspiegel automatisch abblendend, Licht-an-Automatik, Regensensor, Kurvenlicht sowie eine Einparkhilfe hinten.

Ja, das ganze kann sich sehen lassen. Trotzdem hat Seat noch so einiges mehr in petto. Wie z.B. ein Seat Media-System/Navigationssystem + Bluetooth-Schnittstelle, verschiedene Einparkhilfen, Bi-Xenon-Scheinwerfermit dynamischem Kurvenlicht, Tagfahrlicht sowie die Abbiegelicht-Funktion, Seitenairbags hinten (Thorax), Ledersportsitze, ein elektrisches Schiebedach oder aber schicke Metallic- und Individuallackierungen.

Stand: Juni 2010; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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