// Fahrbericht / Seat Ibiza 1.2 TSI FR

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Seat Ibiza 1.2 TSI FR

Der Ibiza ist unangefochten der Kassenschlager bei Seat. Mit der Einführung im Jahr 2008 präsentierten die Spanier eine verschärfte und moderne Version des Kleinwagens, die sich im vergangenen Jahr einer weiteren Überarbeitung unterzogen hat. Während gerade das Design an Front und Heck deutlich aufgefrischt wurde, blieb das Interieur jedoch nahezu und die Technik gänzlich unberührt. Die FR-Versionen wird es allerdings in Zukunft für alle Karosserievarianten bis hin zum Kombimodell ST geben und steht den Motoren ab 77 kW, wie beispielsweise dem von uns getesteten 1.2 TSI, zur Wahl.

Zweifelsohne bewahrt sich der Seat Ibiza seine dynamische Optik, dennoch verleiht die Modellpflege mit der markanteren Linienführung allen Karosserievarianten einen deutlich gereifteren Auftritt. Dabei fallen die Retuschen gerade im direkten Vergleich doch stärker auf, als uns zunächst die Erinnerung hat glauben lassen.

Sowohl der Kühlergrill, die Stoßfänger, als auch die nun schwungvollen Scheinwerfer mit dem hervorstechenden Tagfahrlicht und die Einheit für die Nebelscheinwerfer wurden vollständig verändert. Die Front trägt jetzt ganz klar das aktuelle Markengesicht und hat deutlich an Ecken und Kanten gewonnen, wie esnicht zu letzt an dem auffallenden Knick mittig auf der Motorhaube zu sehen ist.

Gleiches gilt für die Rückansicht, deren Leuchten nun noch schärfer gezeichnet und optional oder im Falle des FR serienmäßig mit LED-Technologie versehen sind. Außerdem kennzeichnend für die Ausstattungslinie sind die speziellen Stoßfänger, wobei auch der am Heck von vorne herein modifiziert wurde.

Dem sportlichen Anspruch nicht all zu gerecht wird leider das vorhandene Doppelendrohr. Dies würde verchromt doch deutlich stärker ins Auge fallen, wie es beispielsweise die großen FR-Leichtmetallfelgen tun.

Die Veränderungen im Innenraum allein bieten unseres Erachtens keinen ausreichenden Anlass, sich für das neue Modelljahr zu entscheiden. Denn mit einem neu gestalteten Kombiinstrument, einem dezent veränderten Lenkrad und dem vergrößerten Handschuhfach hätten wir auch schon alle Unterschiede zusammengefasst.

So geht es auch künftig unaufgeregt, aber dafür klar und übersichtlich strukturiert im Cockpit des Ibiza zu. Die FR-Variante hebt sich wiederum durch rote Ziernähte an dem unten abgeflachten Sport-Lederlenkrad, der Schaltmanschette und dem hier verbauten sportlich sehr gut ausgeformten Gestühl etwas ab.

Wenn auch das Handschuhfach an Stauraum zulegenkonnte und nun 10,7 Liter fasst, haben sich die übrigen Platzverhältnisse sowohl für Passagiere als auch das Gepäck nicht verändert. Auch jetzt sitzen wir auf den vorderen Plätzen als Großgewachsener sehr bequem. Überschreiten wir hier jedoch die 1,80 Meter, wird es für gleich große Passagiere im Fond rasch eng.

Wird die Rückbank von vorne herein nicht zum Sitzen genutzt, kann durch Umklappen dieser Sitzreihe der Stauraum von 292 Liter auf 938 Liter erweitert werden. Allerdings ist der Umklappmechanismus alles andere als auf der Höhe der Zeit.

Zunächst muss einmal die Sitzfläche nach vorn geklappt werden, bevor wir nun allerdings die Lehnen umlegen können, müssen die Kopfstützen herausgenommen werden. Schlussendlich stößt die entstehende gut fünf Zentimeter hohe Stufe ebenso negativ auf.

Verzurrösen fehlen aber nicht und je nach Werkzeugausstattung bzw. Reserverad/Tirefit, bietet der Ibiza unter dem Ladeboden weiteren Stauraum.

Die weit aufschwingende Kofferraumklappe bietet an sich problemlosen Zugang, allerdings müssen Gegenstände beim Be- und Entladen über eine hohe Ladekante bzw. -schwelle gehoben werden.

Wer sich für den FR entscheidet, bekommt nicht nur optisch sportlichen Flair vermittelt. Mit dem knackigen Agilfahrwerkversehen, entspricht er auch in punkto Fahrverhalten diesem Anspruch.

Dass wir gerade bei starken Querrillen und groben Schlaglöchern bezüglich der Feder-/Dämpferabstimmung Abstriche machen müssen, ist somit zu entschuldigen. Dennoch bewahrt sich auch der sportliche Ibiza im Alltag ausreichend Komfort und fällt zu keiner Zeit negativ auf.

Bei den Motoren ab 77 kW ist der Ibiza mit einer elektronischen Differenzialsperre XDS bestückt, die das Fahrzeug gerade in schnellen Kurven noch besser auf der Straße kleben lässt. Nur noch leicht untersteuernd können wir den Kleinen selbst durch die engsten Kehren mit sehr hohem Tempo jagen. Absolut souverän meistert er jegliche Anforderungen dieser Art, die elektrohydraulische Servolenkung gibt dabei stets eine präzise Rückmeldung und so lässt sich der Kleinwagen direkt und mit wenig Kraftaufwand einlenken.

Im Ernstfall können Sie sich nicht nur auf das Stabilitätsprogramm ESP und die weiteren elektronischen Hilfen verlassen, sondern auch auf die Bremsanlage. Angenehm in der Dosierung, spricht sie schnell an und verzögert das Fahrzeug wenn auch mit deutlichem ABS-Rubbeln sehr zuverlässig. Von einem Nachlassen der Bremskraft war auch nach mehrmaligen Vollbremsungen keine Spur.

Weiterhin einer der gefragtestenMotorisierungen im Spanier ist der von uns getestete 1.2 TSI mit 77 kW / 105 PS. Mit seinem maximalen Drehmoment von 175 Newtonmeter vermittelt der Turbobenziner nach einer kurzen Gedenksekunde angenehmen Vortrieb.

Wenn auch nicht unbedingt der Drehfreudigste, so ist man im Alltag stets ausreichend motorisiert und bewegt sich kultiviert fort. 9,8 Sekunden vergehen bis wir aus dem Stand die Tempo 100 erreicht haben und auch erst unter Volllast beginnt das Aggregat sich akustisch etwas in den Vordergrund zu drängen. Ganz dem Klassenniveau entsprechend, liegt die Höchstgeschwindigkeit bei akzeptablen 190 Stundenkilometern.

Die vom Hersteller angegebenen 5,1 Liter haben wir bei aller Vernunft nicht erreicht, dennoch waren wir auch mit knapp unter sechs Liter sparsam unterwegs. Eine Verbrauchsexplosion blieb zudem selbst bei forscherer Fahrweise aus. Wer auf die Ecomotive-Variante mit Start-Stopp-System zurückgreift, soll sogar die Fünf-Liter-Verbrauchsmarke knacken.

Stets serienmäßig an ein gut geführtes Fünf-Gang-Schaltgetriebe gekoppelt, dessen Gänge sich kurz und knackig wechseln lassen, kann der Kunde wenn gewünscht auch auf das hervorragende 7-Gang-DSG zurückgreifen, hierfür muss allerdings ein Aufpreis von 1.400,- Euro mit einberechnet werden.

Wie beieinem optischen Facelift zu erwarten, zeigt sich die Sicherheitsausstattung unverändert aber dennoch ausreichend solide. So sind Frontairbags, Kopf-Thorax-Seitenairbags vorne und Dreipunkt-Automatik-Sicherheitsgurte rundum, vorne mit pyrotechnischem Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer, Fahrhilfen bis hin zum Berganfahrassistent, ein ISOFIX-Kindersitz-Sicherungssystem im Fond inkl. Verankerungspunkt Top Tether und einer Kindersicherung an den hinteren Türen im Preis enthalten.

Während die Verantwortlichen mit Einführung der Modellpflege zunächst auf eine Preiserhöhung verzichteten, ist dieser verglichen an dem von uns getesteten Modell Seat Ibiza 1.2 TSI FR in den vergangenen Monaten dann doch minimal auf 17.885,- Euro angestiegen.

Die Ausstattungsvariante FR ist dabei die sportlichste im Sortiment und setzt sich nicht nur außen wie innen durch dynamische Akzente zusätzlich ab, sondern wartet auch serienmäßig mit Nebelscheinwerfern inklusive einer Abbiegelicht-Funktion, einem Audiosystem mit Lenkradbedienung, AUX-in-Anschluss und CD-Player (MP3-Laufwerk) sowie einer Klimaanlage auf. Ebenso zählen in dieser Line eine Geschwindigkeitsregelanlage und elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel zum Umfang.

Während elektrische Fensterheber vorn im Seat Ibiza Seriesind, so müssen diese im Fond extra bezahlt werden. Außerdem finden wir in der Preisliste Optionen wie den Einparkassistent, Bi-Xenonlicht mit Kurvenlicht oder das elektrische Panorama-Glas-Hubdach.

Stand: April 2013; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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