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Seat

Spritsparer Seat Altea Ecomotive

Energiesparen ist in aller Munde, da sollten natürlich besonders die familienfreundlichen Fahrzeuge nicht hinten an stehen. Und so hat Seat seine Palette an verbrauchsreduzierten Ecomotive-Modellen auch auf die Altea-Reihe ausgedehnt. Und mit dem 105 PS TDi mit Common-Rail-Technik ist man nicht nur sparsam, sondern zugleich auch Seat-typisch sportlich unterwegs, kann gleichzeitig alle Vorzüge des geräumigen Spaniers nutzen, angefangen bei den sportlichen Sitzen bis hin zum großen und mit einem Handgriff flexiblen Kofferraum. Und dass Fahrwerk, Lenkung und Getriebe ganz Seat tadellos arbeiten und einen feinen Kompromiss aus Sport und Komfort finden, ist ja fast selbstverständlich.

Auch wenn der Seat Altea jetzt doch schon einige Jährchen auf unseren Straßen rollt und der neue Ibiza bereits die neue Designlinie ins Leben gerufen hat, kann sich der aktuelle Altea noch immer sehr gut sehen lassen. Im Vergleich zu unserem letzen Testwagen sind auch einige kleine Retuschen zu erkennen.

An der Front wurde die Schürze ein wenig modifiziert, wobei die jetzt leicht kantigere Ausführung schon den Übergang zur künftigen Optik einleitet. Kleiner wurden die in Wagenfarbe lackierten Rammschutzleisten, größer die Lufteinlässe, bei denen die äußeren die Nebelscheinwerfer aufnehmen. Ein neues, ebenfalls kantigeres Design haben sich die Außenspiegel zugelegt.

Auch das Heck wurde kantiger, daran hat vor allem die neue Heckscheibe mit jetzt größerem Dachkantenspoiler ihren Anteil.Netter Nebeneffekt: kam der Altea früher von hinten etwas schmal daher, betont die neue Ansicht jetzt deutlich mehr die Breite. Und auch hier wurde die Schürze mit angedeutetem Diffusor modifiziert.

Auch im Innenraum halten sich die Modifikationen in Grenzen, trotzdem ist das ein oder andere Neue zu vermelden. Dabei fällt als erstes das Lenkrad mit dem neuen, kantigeren Pralltopf auf, die untere Speiche in V-Form nimmt zugleich eine silberne Applikation auf, die beiden waagerechten Streben die Tasten für u.a. die Radiofernbedienung. Das Volant selbst ist wie gehabt schön dick und griffig ausgeformt und mit teils gelochtem Leder bezogen.

Neu und ausstattungsbedingt tauchte bei unserem Testwagen eine silbergraue Mittelkonsole auf, die gut zur entsprechenden Einfassung der drei Rundinstrumente passt. Sie nimmt in moderner Aufmachung das Navi wie auch die Klima- und Radiosteuerung auf. Alles gut erreichbar und einfach intuitiv zu bedienen. Moderner geben sich auch die Instrumente mit dem Drehzahlmesser in der Mitte. Links taucht neben Tank- und Temperatur-Anzeige auch ein Display auf, ganz so, wie wir es vom VW-Konzern gewohnt sind, hier werden neben Kilometerstand, Uhrzeit etc. auch diverse Bordcomputer-Informationen angezeigt.

Diesmal waren „normale“ Sitze verbaut, die im Design mit zwei Grautönen ansprechend rüber kommen, in Ihrer Ausformung zwar nicht ganz an die Sportsitze ran reichen, trotzdem angenehm straff gepolstert sind, ausreichend Seitenhalt beten und groß genug sind, um auch kräftigereMitmenschen bequem sitzen zu lassen. An der manuellen Verstellung ist nichts zu meckern.

Das gilt auch für die Rücksitze, die zudem einfach umzulegen sind, um den Kofferraum entsprechend zu vergrößern. Es genügt ein Griff, und die Lehne klappt nach vorne, lässt gleichzeitig die Sitzfläche nach unten abtauchen. Und schon sind 1.320 Liter Ladevolumen erreicht, dabei glänzt der Altea mit einer ebenen und soliden Ladefläche. Und damit sind wir auch schon beim Gepäckraum, der durch eine ausreichend niedrige Ladekante und eine weit aufschwingende Heckklappe gut zu beladen ist und im Normalzustand 409 Liter fasst. Der schöne doppelte Boden in Klapptechnik lässt weitere Variationen zu.

Zudem lassen sich die Rücksitze im Altea um bis zu 14 cm in Längsrichtung verschieben, dass schafft entweder mehr Platz fürs Gepäck oder eine richtig üppige Beinfreiheit.

Auch wenn es sich bei unserem Testwagen um einen Ecomotive, also einen Spritsparer, handelt, das Fahrwerk ist typisch Seat, sportlich straff mit ausreichend Komfort. Nur grobe Straßenschäden dringen deutlich nach innen, wie die Windgeräusche bei höherem Tempo. Wind ist auch wenn er von der Seite kommt nicht ganz sein Ding, der recht hohe Aufbau macht sich dann negativ bemerkbar. Der Motorsound bleibt praktisch im gesamten Fahrbereich angenehm zurückhaltend.

Und auch die gefühlvolle Lenkung ist typisch Seat, geht angenehm straff und direkt zu Werke, lässt den Fahrer problemlos um enge Kehren wie um die Hütchen unseres Slalomtests wieseln. Dabeizeigt sich der Altea lange leicht untersteuernd, erst wenn man es zu flott angehen lässt kommt er mit dem Heck, das ESP greift hier recht spät ein.

Die Bremsanlage mit ABS und Scheibenbremsen rundum hat den Altea gut im Griff, lässt sich gut dosieren und spricht schnell an. Selbst bei einer Vollbremsung kommt er mit wenig ABS-Rubbeln aus, steht aus Tempo 100 nach 39 Metern und kennt keine Ermüdungserscheinungen.

Mit den aktuellen Ecomotive Modellen hat man nicht nur besonders auf die Umwelt geachtet, man hat sich auch für den Einsatz von Common-Rail-Dieseln entschieden. Im Falle unseres Altea ist das ein 1,6 Liter TDI CR mit 77 kW/105 PS, die bei 4.400 U/min anliegen. Dazu gesellt sich ein maximales Drehmoment von 250 Nm zwischen 1.500 und 2.500 U/min. Mit der Common-Rail-Technik geht auch ein sehr angenehmer, sonorer Sound einher.

Nur beim Anlassen, und da auch wenn es keine Minusgrade hat, gönnt sich der Motor eine Sekunde, dann aber geht er aus dem Stand heraus munter zur Sache, zieht flott hoch und bietet in fast jedem Bereich einen ordentlichen Durchzug. Nur der etwas länger übersetzte fünfte Gang sorgt nicht nur bei Tempo 80 für ein verhaltenes Murren des Motors, er beschert dem Altea auch relativ lange 17,1 Sekunden für den Zwischensprint von 80 auf 120 km/h.

Das ist ein wenig dem Fehlen des sechsten Ganges geschuldet, den man ansonsten aber nicht vermisst. Dafür kann man sich am feinen Getriebe in typischer Seat-Manier erfreuen, die Gänge sind gut sortiert, der Schalthebel gleitet straffund exakt auf kurzen Wegen durch die Kulisse – was will man mehr? Das die Übersetzung eine zur Verbrauchsoptimierung notwendige Anpassung erfahren hat, spürt man wie gesagt, allenfalls im fünften Gang.

Ein Schaltpunktanzeige vielleicht? Und die hat der Seat auch, und sie ist in diesem Falle absolut keine Spaßbremse sondern trägt der sportlichen Grundauslegung des Altea Rechnung. Und wenn man schon ein Energiesparer sein will, dann muss man natürlich auch eine Start-Stopp-Automatik haben. Hat er, und die funktionierte im Test richtig super und ausgesprochen schnell. Sobald man z.B. vor einer roten Ampel hält, den Leerlauf einlegt und den Fuß von der Kupplung nimmt, wird der Motor abgestellt. Sobald die Kupplung erneut betätigt wird, startet der Motor wieder.

Wenn man all diese Dinge nützt, und auch das System zur Nutzung der Bremsenergie für sich arbeiten lässt, dann lässt sich der 1.6 TDi Ecomotive auch sehr sparsam fahren. Während der Schub- und Bremsphasen wird über die Lichtmaschine Energie zurück gewonnen und zum massiven Nachladen der Fahrzeug-Batterie genutzt: Das entlastet den Motor. Hat man nur wenig Verkehr in der Stadt, und lässt man sich ein wenig Zeit, dann kann man sogar hier mit 4,1 Liter auskommen, reine Tempo 80 Außerorts-Fahrten haben wir mit hervorragenden 3,2 Litern Diesel auf 100 km bewältigt, bei Tempo 100 sind es dann aber schon 5,3 Liter, 130 schlagen mit 6,9 Litern zu Buche und gibt man dem Altea die Sporen und lässt ihn über 160 km/h rennen (für ihn kein Problem,schließlich geht er leicht Tempo 183), dann muss man schon mit über 9 Litern rechnen.

Im Rahmen unserer Messfahrt haben wir bei ganz normaler Fahrweise 4,46 Liter verbraucht, hier hat weniger die Stadt ihren Einfluss sondern die rund 40 km Autobahn, die dann mit Tempo 130 ihren Tribut fordern. Natürlich besitzt der Wagen einen wartungsfreien Partikelfilter und erfüllt die Abgasnorm Euro 5, mit 119 g/km CO2-Ausstoß kann der Seat auch hier glänzen. Neben den oben aufgeführten Maßnahmen wurden zusätzlich einige aerodynamische Veränderungen vorgenommen.

In Sachen Sicherheit unterscheidet sich der Ecomotive nicht von seinen Geschwistern: Seitenaufprallschutz, Fahrer-, Beifahrer-, Seiten- und Kopfairbags, Dreipunktsicherheitsgurte mit Gurtstraffern, Kopfstützen auf allen Plätzen bis hin zur ISOFIX-Kindersitz-Befestigung und einer Sicherheitslenksäule.

Und nicht nur beim Verbrauch und der angenehm sportlichen Auslegung kann sich der Seat Altea 1.6 TDi CR Ecomotive sehen lassen, mit einem Einstiegspreis von 21.190,- Euro für den Reference braucht sich auch der Preis nicht zu verstecken. Als Style mit Top-Ausstattung kommt er auf 22.590,- Euro.

Dann sind aber auch ABS, ASR, ESP, ISOFIX für die äußeren Rücksitze, getönte Scheiben, Berganfahrassistent, Bordcomputer, CD-/MP3-Audiosystem mit Aux-in-Anschluss und 6 Lautsprechern, Reifenkontrollanzeige, Nebelscheinwerfer mit Abbiegelichtfunktion, Drei-Speichen-Multifunktionslenkrad in Leder, elektrisch verstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel,Geschwindigkeitsregelanlage, Coming-Home-Funktion, Climatronic, höhenverstellbarer Fahrer- und Beifahrersitz mit einstellbarer Lendenwirbelstütze und 16-Zoll-Leichtmetallräder serienmäßig mit an Bord.

Stand: September 2010; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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