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Range Rover Evoque Cabrio

Unbestritten spaltet das neue Range Rover Evoque Cabrio die Geschmäcker, doch sind es letztlich genau diese polarisierenden Exoten, die das Herz der Autoenthusiasten höher schlagen lassen. Und auch für Land Rover selbst gibt es nur Anlass zur Freude, wirft man einen Blick auf die bereits im voraus getätigten Bestellungen. Doch die Briten lassen sich die derzeit einzigartige Symbiose aus SUV und Cabrio auch entsprechend bezahlen und so liegt der Einstiegspreis mit 51.200 Euro deutlich höher als beim geschlossenen Evoque, der im günstigsten Fall bereits für 34.900 Euro erhältlich ist. Da das Cabriolet allerdings nur in den beiden höheren Dynamic-Versionen zu haben und stets mit Allradantrieb und der 9G-Tronic bestückt ist, relativiert sich der Aufschlag deutlich und liegt bereinigt zwischen 3.800 und 4.500 Euro.

Ich liebe den Evoque und ich liebe Cabrios, dennoch konnte mich diese außergewöhnliche Mischung nicht, wie manch anderen, auf Anhieb catchen.

Die Evoque-Baureihe, bis dato bestehend aus zwei Karosserievarianten, zählt seit 2011 zum ungebremsten Bestseller im Hause Land Rover. So war es wenig verwunderlich, das die aktuelle Modellgeneration nur marginal verändert wurde. Doch was sollte man an diesem Hingucker auch optisch ändern?

Land Rover setzt auch bei der Cabriolet-Version auf das ausdrucksstarke und einzigartige Design und paart dieses mit einem Stoffverdeck in Ebony Black. In Anbetracht der notwendigen Größe standen die Verantwortlichen von Webasto hier wahrlich einergroßen Herausforderung gegenüber, die sie aber zweifelsohne mit Bravour gelöst haben.

Im geschlossenen Zustand fügt sich das Stoffverdeck perfekt ein, steht der Silhouette des Coupés in nichts nach und schließt bündig und sehr harmonisch mit dem Heck ab.

Absolut vorbildlich in punkto Wärme- und vor allen Dingen Schalldämmung – lässt diese sogar zahlreiche geschlossene Karosserien hinter sich – wartet das Dach außerdem mit einer Heckscheibenheizung und einer sehr cleveren Z-Faltung auf.

Soweit gibt es am Range Rover Evoque Cabrio auch von unserer Seite aus keinen Grund zu meckern, doch betätigen wir den Schalter in der Mittelkonsole und öffnen in gerade mal 18 Sekunden das Dach – auch problemlos während der Fahrt bis zu einem Tempo von 48 km/h möglich (in 21 Sekunden ist das Verdeck übrigens wieder geschlossen), treten bei uns „optische“ Zweifel in Erscheinung.

Tritt doch der Karosserie“unter“bau und vor allen Dingen das Heck nun für unseren Geschmack einfach zu wuchtig hervor. Der beim Cabrio montierte und in schwarz lackierte Heckspoiler mit integrierter dritter LED-Bremsleuchte möchte dann auch nicht so ganz ins Bild passen. Aber gut, hier spricht jetzt rein unsere Meinung.

Sehen wir uns doch nun mal an, welchen Einfluss das Cabrioverdeck auf den Innenraum bzw. den Kofferraum ausübt.

Und hier hat Webasto eine weitere Überraschung im Gepäck, so verschwindet das geöffnete Verdeck nicht wie zunächst erwartet im Kofferraum, es findet kompakt verstaut im Heck seinen Platz und so hält das Ladeabteil auch jetzt einuneingeschränktes Stauvolumen von 251 Liter bereit. Mit einer integrierten Skidurchreiche erlaubt das Evoque Cabrio außerdem den Transport von langen Gegenständen.

Im Fond wartet das Cabriolet mit zwei Einzelsitzen auf, und während Land Rover dort die Beinfreiheit des Fünftürers und im Kopfbereich sogar mehr Luft als im Coupé verspricht (selbstverständlich im geschlossenen Zustand ;-) ), so ist das Platzangebot letzten Endes für Großgewachsene eher beengt und die Rücksitzlehnen stehen für komfortable Reisen einfach zu steil.

Aber in der Regel wird dort eher das große Windschott zu hause sein und den Wind auch bei hohem Tempo von den vorderen Passagieren fernhalten. Denn ohne sind die Windverwirbelungen doch deutlich wahrzunehmen und mit heruntergelassenen Scheiben sowieso. Es ist eben kein kleiner Roadster in dem wir hier sitzen.

Im Zuge der neu eingeführten Modellgeneration kommt auch das Range Rover Evoque Cabriolet in den Genuss der diversen Optimierungen und hält darüber hinaus ein spezielles Handschuhfach bereit – es wird bei Betätigung der Zentralverriegelung automatisch abgeschlossen und bietet somit gerade bei geöffnetem Verdeck zusätzliche Sicherheit.

Nicht unerwähnt bleiben, darf außerdem das neu entwickelte InControl Touch Pro-Infotainmentsystem mit 3G-Konnektivität bleiben. Zwar nur gegen Aufpreis erhältlich, hat das System aber auch einiges zu bieten. So kommt dieses dank des tollen 10,2 Zoll großen Touchscreen im Breitbildformat 21:9 ganz ohne Tasten aus und ermöglicht eine intuitive Menüführung per Wischen,Schwenken sowie Auf- und Zuziehen, ganz wie wir es von unseren Smartphones oder Tablets gewohnt sind.

Neben zahlreichen InControl Apps sowie einer mühelosen Smartphone-Integration, finden wir im Cabrio auch einen WiFi-Hotspot vor.

InControl Touch Pro lässt sich darüber hinaus mit dem Premium-Surround-Soundsystem von Meridian mit 660 Watt Leistung, zwölf Lautsprechern, Zweikanal-Subwoofer und Verstärker mit digitaler Klangbearbeitung aufrüsten. Absoluter Hörgenuss ist somit auch im Cabriolet garantiert.

Das Evoque Cabrio steht für extravaganten Stil und einen aufregenden Lifestyle, aber auch für eine markentypische Geländetauglichkeit. Eben ein waschechter Land Rover. Um die angestrebten Offroad-Fähigkeiten zu realisieren, ist die offene Variante stets serienmäßig mit dem intelligenten Allradantrieb ausgestattet. Außerdem an Bord, die neueste Entwicklungsstufe der „Terrain Response“-Steuerung und die neue „All-Terrain Progress Control“.

Der elektronische Vierradantrieb verteilt dabei die Kraft nicht nur stufenlos und variabel zwischen Vorder- und Hinterachse, das System stellt dem Fahrer mittels einfachem Tastendruck die Fahrprogramme Matsch, Sand oder Schnee zur Seite. Eine Bergan- wie auch -abfahrhilfe runden das Paket perfekt ab.

Die Böschungswinkel liegen bei 19 bzw. 31 Grad (vorn/hinten), der Rampenwinkel misst 18,9 Grad, während die Seitenneigung bei 35 Grad liegt. Mit dem Wade-Sensing-System sind sogar Wasserdurchfahrten bis 500 Millimeter möglich.

Da uns jedoch nur ein einziger Kratzer die Tränen in die Augen treibenwürde … bleiben wir doch lieber auf der Straße. Hier präsentiert sich das Cabriolet als angenehmer Cruiser, dem allerdings Querrillen und Schlaglöcher aufstoßen. Missstimmung kam aber dennoch nicht auf.

Nur die elektrische Servolenkung konnte nicht gefallen, zwar direkt, fehlt ihr aber das Gefühl und so sind gerade in der Eingewöhnungsphase Lenkkorrekturen nötig.

Bei den Motoren hat Land Rover die Wahl nur minimal ausgedünnt, dafür aber alle Aggregate von vorne herein mit der Neunstufenautomatik aus dem Haus ZF kombiniert.

Zur Seite stellen die Engländer dem Range Rover Evoque Cabrio den 240 PS (177 kW) starken Si4 Ottomotor sowie die beiden Turbodiesel, allesamt Euro-6-Aggregate, allesamt Vierzylinder.

Die 2,0-Liter-Turbodiesel bringen es wahlweise auf 110 kW oder 132 kW, wobei wir unseren Fokus hier und heute auf den 180 PS (132 kW) lenken möchten.

Ein maximales Drehmoment von 430 Nm sorgt für ausreichend Durchzug, doch nicht von der Hand zu weisen ist das stolze Gewicht von zwei Tonnen, das das Range Rover Evoque Cabrio nun mal auf die Waage bringt. Die Stoppuhr misst also 10,3 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 Stundenkilometer, bei Tempo 195 findet die Beschleunigung letztlich ihr Ende.

Land Rover selbst gibt für diesen Motor einen CO2-Ausstoß von 149 g/km an, womit der kombinierte Verbrauch bei 5,7 Litern liegen soll. Laut Bordcomputer sind es im Alltäglichen aber doch gut und gern 2 ½ Liter mehr.

Der Range Rover Evoque hat beim Euro-NCAP-Crashtest mit der Höchstwertung sein Sicherheitsniveau bereits mehrfach unterBeweis gestellt, diesem Ergebnis möchte natürlich auch das Cabrio in nichts nach stehen. Hierzu waren jedoch einige Modifikationen notwendig. Zusätzliche Versteifungen, Verstärkungen am Unterboden und ein Überroll-Schutzsystem im Fond lassen jedoch auch beim Cabrio eine Fünf-Sterne-Bewertung erwarten.

Übrigens, die im Heck verborgenen Aluminiumbügel fahren bei drohendem Überschlag in nur 90 Millisekunden heraus, lösen jedoch nicht im harten Geländeeinsatz ungewollt aus. Dafür hat Land Rover mittels elektronischer Systeme gesorgt.

Das fehlende Dach kompensieren die Engländer in punkto Airbags mit einem kombinierten und im Sitz integrierten Kopf-Thorax-Airbag. Außerdem kann das Evoque Cabriolet auf Wunsch eine 360-Grad-Einparkhilfe vorweisen, die Ihnen bis zu einer Geschwindigkeit von 16 km/h eine virtuelle Objektverfolgung an beiden Seiten des Fahrzeugs ermöglicht.

Zwischen 5 und 80 km/h ist wiederum der intelligente Notbremsassistent aktiv und hilft bis Tempo 35 Unfälle zu verhindern und bei höheren Geschwindigkeiten zumindest die Aufprallschwere zu reduzieren.

Je nach Paket, kann das Fahrzeug außerdem mit einem Spurverlassenswarner, einem Spurhalteassistent als auch einem Müdigkeitswarner oder einer Verkehrsschilderkennung glänzen.

Der „klassische“ Evoque ist bereits zu einem Preis um die 35.000 Euro zu haben, wer sich preislich daran orientiert hat, wird beim Blick auf die Preisliste zweimal hinsehen müssen, wird hier immerhin ein Einstiegspreis von 51.200 Euro fest gemacht.

Wie aber bereits Eingangs erwähnt, fällt derCabrio-Aufschlag ausstattungsbereinigt deutlich geringer aus, doch berappen muss der Kunde allemal über fünfzig tausend Euro und beim Blick auf all die tollen Extras wird klar, nach oben hin ist Luft.

Stand: Juni 2016; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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