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Peugeot iOn – Elektrisches Gefühl

Bisher mangelte es den meisten Elektroautos noch an Komfort, Sicherheit und vor allen Dingen dem Gefühl, in einem vollwertigen Auto zu sitzen. Diese Zeiten scheinen nun vorbei zu sein. Nun sind es gleich drei Autohersteller die mit einem Fahrzeug aufwarten, das mit modernster Technologie kombiniert mit praktischem Alltagsnutzen überzeugen kann, sich aber im Design und vor allen Dingen im Namen unterscheidet. So klingt der von Peugeot gewählte Name iOn doch wesentlich ansprechender als der des Mitsubishi i-MiEV, auf dem der iOn allerdings basiert. Die Runde komplett macht zu guter Letzt der Citroën C-Zero.

Doch hier und heute, widmen wir uns dem Peugeot iOn, der auf gerade mal 3,48 Meter Länge und 1,47 Meter Breite tatsächlich vier Erwachsenen guten Platz bietet, den wir über weit öffnende Türen, ebenfalls vier an der Zahl, problemlos erreichen.

Die uns dort erwartende Cockpit-Anmutung mit reichlich Hartplastik lässt einen nicht all zu hochwertigen Charme aufkommen, kann mit großflächigen Klavierlackapplikationen allerdings etwas angehoben werden. Beim Gestühl mit kurzer Beinauflage und wenig Seitenhalt besteht leider keine Verbesserungsmöglichkeit. Natürlich rückt man dem ein oder anderen Insassen in der Breite etwas näher, dennoch sitzen wir auch als Großgewachsener überraschend bequem und dass auch in der zweiten, erhöhten Sitzreihe. Dass der iOn trotz dieser Tatsache auch noch einen 170 Litergroßen Kofferraum bereit hält, den man durch umklappbare Fondsitzlehnen zusätzlich erweitern kann, macht das Platzangebot perfekt.

Der 47 kW / 64 PS starke Elektromotor lässt den Kleinen mit einem Drehmoment von 180 Nm nach einer klitzekleinen Gedenksekunde vehement nach vorn preschen und sorgt in der Stadt für sehr zügigen Vortrieb. Mit einem Vorwärts- und einem Rückwärtsgang sind störende Schaltvorgänge natürlich ausgeschlossen. Nach Angaben des Herstellers erreicht das Fahrzeug eine Topspeed von 130 km/h, dann reduziert sich selbstverständlich die angegebene Reichweite von 150 Kilometern, ebenso bei Nutzung der Klimaanlage oder Heizung.

Nachdem der iOn sein Haupteinsatzgebiet doch ganz klar in der Stadt sucht und findet, reicht diese Reichweite jedoch völlig aus. In sechs Stunden lädt sich die Lithiumionen-Batterie an einer herkömmlichen 220 Volt-Steckdose komplett auf und an einer speziellen Schnellladestation (380 V) genügen sogar 15 Minuten für eine 50 %-ige Aufladung. Dabei gibt Peugeot die Betriebskosten mit ca. 1,50 Euro pro 100 Kilometer an.

Auf unserem kurzen Trip durch die Stadt gaben das Fahrwerk, die Lenkung sowie die Bremsen keinen großen Anlass zur Kritik und entsprachen ganz dem Niveau eines Kleinwagens, was bedeutet, dass er bei groben Straßenschäden dann doch mal gerne poltert, dafür in der Stadt mit einem Wendekreis von gerade mal neun Meter und einer angenehm leichtgängigen Servolenkung wunderbar agil ist.

An etwas, woransich die Insassen, vor allen Dingen aber die Fußgänger gewöhnen müssen, ist das fehlende Motorengeräusch. So zieht das Elektrofahrzeug gerade in den unteren Geschwindigkeiten nur mit einem sehr dezenten Surren los und so ist man als Passant doch schnell mal vom heranfahrenden Peugeot iOn überrascht. Im Fahrzeug gewöhnt man sich an diese Tatsache wesentlich rascher und wird bei höheren Geschwindigkeiten ohnehin wieder von einem lauter ertönenden Elektroaggregat, aber vor allen Dingen von stark auftretenden Abroll- sowie Windgeräuschen akustisch begleitet.

Während wir im Innenraum bezüglich Gestühl, Anmutung und Materialien Abstriche machen müssen, geht Peugeot in Sachen Sicherheit keine Kompromisse ein und bestückt den Elektro-Flitzer serienmäßig mit sechs Airbags, ESP, elektronischem Bremskraftverteiler, einem Notbremsassistenten, Isofix-Befestigungspunkten sowie Peugeot Connect SOS, das bei einem Unfall oder der manuellen Betätigung des SOS-Knopfes beispielsweise bei einer Panne umgehend mit einer Notrufnummer verbindet.

Und eins ist auch noch neu; Hier wird nicht gekauft, sondern geleast. Mit einem monatlichen Preis von rund 500,- Euro bei einer Laufzeit über fünf Jahre gestaltet sich das Angebot preislich für Privatkunden zunächst noch nicht allzu interessant, ist aber aufgrund der derzeit noch sehr hohen Fahrzeugkosten nicht zu umgehen und findet trotzdem auch hier seine Anhänger. Und wer den iOn etwas näher kennen lernen oder gar für sichentdecken möchte, kann dies in Form des innovativen Dienstleistungs- und Mobilitätsangebot „Mu by Peugeot“. So können Sie den iOn günstig anmieten und die neue emissionsfreie Mobilität erkunden und erfahren.

Ein wirklich großes Interesse herrscht in jedem Fall bei Behörden und Unternehmen, die mit der Nutzung solch eines Fahrzeuges weit mehr als nur ein Zeichen für Umweltbewusstsein setzen möchten. Sie bieten zusätzliche Kaufanreize, einen erheblichen Ausbau an Ladestationen und Carsharing-Projekte.

Im Leasingpreis inbegriffen sind Alufelgen, Nebelscheinwerfer, eine Scheinwerferautomatik, Tagfahrlicht, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Bordcomputer, Klimaanlage, ein MP3-fähiges CD-Autoradio mit Bluetooth und USB-Anschluss, elektrische Fensterheber rundum, ein höhenverstellbarer Fahrersitz sowie in der Neigung verstell- und umklappbare Fondsitzlehnen.

Neben dieser Ausstattungsstufe kann der Kunde aus zwei Interieurvarianten wählen und den iOn optional mit einem „Kälte-Paket“ inklusive beheizbarem Fahrersitz und beheizbaren Außenspiegeln oder aber einem mobilen Navigationssystem aufrüsten. Gegen eine weitere monatliche Gebühr erhält der Kunde außerdem das Peugeot Connect Fleet, womit man regelmäßig Informationen über Batterieladezustand, die verbleibende Reichweite, den Kilometerstand oder die Kilometerzahl bis zur nächsten Wartung erhält. Des weiteren steht Electric Driving zur Wahl, damit können über Smartphone oder PC derBatterieladestand sowie die verbleibende Reichweite des Fahrzeugs abgerufen werden.

Für Gewerbenutzer durchaus interessant, die Möglichkeit das Fahrzeug zu einem Zweisitzer mit 1,1 m3 Ladevolumen umzubauen.

Stand: Februar 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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