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Peugeot 108 – Facettenreiche Couture.

Ab September steht der kleinste Löwe in neuem Gewand und mit zahlreichen Neuerungen versehen in Deutschlands Showrooms. Die Kooperation des PSA-Konzern bestehend aus Peugeot und Citroën mit dem japanischen Hersteller Toyota wird dabei fortgesetzt. Doch die drei Kleinwagen präsentieren sich in ihrer zweiten Generation eigenständiger, zumindest differiert der Toyota Aygo optisch nun deutlich von den beiden Franzosen. Während die Namensgebung bei Citroën und Toyota gleich blieb, passte Peugeot die Nomenklatur der neuen Markenphilosophie an und so wurde aus dem 107, der 108. Dieser ist nicht wie bisher nur als Limousine, sondern auch in zwei Karosserievarianten und in der sehr empfehlenswerten sogenannten Top!-Variante mit elektrischem Faltdach erhältlich. Und sogar erstmals und als einzigster Sprössling der Drillinge in einer pfiffigen Zweifarblackierung zu haben. Diverse Designkits und Innendekors zeigen außerdem verschiedenste Facetten des sogenannten City Cars auf und bieten unzählige Personalisierungsmöglichkeiten. Wenn gewünscht fährt der Kleine außerdem mit Ausstattungselementen wie einer Rückfahrkamera, Klimaautomatik und einem schlüssellosen Zugangs- und Startsystem vor. Was sich hinter der Raffinesse MirrorLink verbirgt, erfahren Sie in unserem Test.

Mit einer Gesamtlänge von gerade mal 3,47 Meter mischt auch der neue 108 im Segment der City Cars mit und präsentiert sich dementsprechend flippig und urban.

Das jüngste Löwenbaby ziert dabei ein völlig neues Blechkleid, das wiederum ganz charakterisierend für die neue Peugeot-Linie ist, wie ein Blick auf die schnittig gezeichneten Scheinwerfer (die über ein serienmäßiges LED-Tagfahrlicht verfügen) und den chromeingefassten Kühlergrill aufzeigt, sie verleihen dem Stadtflitzer den gewissen Glanz. Auf die Chromakzente an den Nebelscheinwerfereinfassungen sowie an der Fensterpartie muss die Basis leider verzichten.

Ob Einstiegsmodell oder Topausstattung, dieniedlich-bullige Front trifft auf kurze Fahrzeugüberhänge, die dem 108 auch eine sehr kompakte Seitenansicht garantieren. Das umgestaltete Heck verfügt auch in der zweiten Generation über eine große verglaste Heckklappe, die wiederum von einer völlig neu eingefassten Leuchteinheit umgeben ist. Hier sticht besonders die „Löwenkrallenoptik“ der 3D-Leuchten ins Auge.

Die neue Optik ziert sowohl den Drei- als auch den Fünftürer, wie aber auch die neueste Top!-Variante mit Stoffverdeck. Dieses lässt sich flexibel auf eine maximale Größe von 80 x 76 Zentimeter öffnen. Im geöffneten Zustand schützt ein automatisch ausfahrender Luftspoiler vor unangenehmen Zug sowie Geräuschen.

Das in den Farben Schwarz, Grau oder Red Purple erhältliche Stoffdach ist kombinierbar mit zahlreichen Außenlackierungen. Die Zweitonlackierung Red Purple / Gallium Grau oder Lipizan Weiß / Aikinite bleibt allerdings der dreitürigen Limousine vorbehalten, stellt aber gegenüber dem C1 und Aygo ein Alleinstellungsmerkmal dar.

Die sieben Designthemen mit unterschiedlichen Aufklebern und Außenspiegelgehäusen, die von Dressy mit dem Hahnentrittmuster über die Variante Kilt basierend auf einem Schottenkaro aus schraffierten Streifen oder dem Thema Barcode bis hin zur Variante Tattoo mit metallisch wirkenden Blumen, die regelrecht unter die Haut zu gehen scheinen, verleihen dem 108 außerdem verschiedenartige Facetten.

Diese transportiert der kleine Franzose in Form von verschiedenen Farbwelten bis ins Innere, doch sehen wir uns zunächst einmal das Einstiegsmodell an. Denn dieses kommt nicht nur äußerlich sehr grau daher und verzichtet auf Chrom, auch im Innenraum tauchen wir in dieser Variante wahrlich nicht in die peppige 108-Welt ein.

Doch nicht nur farblich, auch optisch unterscheidet sich das günstigste Modell von den anderen Varianten, mit zwei großen Drehreglern, einem schmalen Display und unschönen Tasten in Hartplastik. In diesem Punkt gleichen sich die Drillinge auch wieder und machen bei derCockpitgestaltung keine Unterschiede.

Diese bringen wiederum die verschiedenen Farbvarianten und Innendekors hervor. Die Kunststoffe an Instrumententafel und Mittelkonsole sind je nach Wunsch mattweiß, kupfergolden oder sogar eine Kombination aus beidem.

Mittels Dekoraufkleber tauchen dann beispielsweise der Strichcode, das Karo- oder Tattoo-Muster auch im Innenraum wieder auf. An den Fußmatten sowie dem Schlüssel ist das jeweilige Farbmotto ebenfalls zu erkennen. Nun noch eine Variante aus den möglichen fünf Bezugstoffen ausgewählt und Ihr ganz persönlicher 108 ist geschaffen.

Doch die neue Generation 108 hat nicht nur visuell sondern auch virtuell einiges zu bieten und setzt mit der Infotainment-Schnittstelle MirrorLink auf moderne Vernetzung zwischen Fahrer, Smartphone und Fahrzeug.

So lassen sich mittels 7 Zoll großem Touchscreen (für den Active als Option erhältlich, bei Allure serienmäßig an Bord) nicht nur das Radio oder der Bordcomputer bedienen, auch die Inhalte und Funktionen des Telefons können hierüber gesteuert werden.

Die Kopplung findet spielerisch entweder via Bluetooth oder für unterwegs nutzbare Apps über die Funktion Mirror Screen statt. Bei Androidhandys läuft dies über MirrorLinkTM und bei iOS-Geräten über AppInCar. Die Erweiterung für Windows-Telefone wird laut Peugeot schnellstmöglich erfolgen.

Dank dieser Technik wird der Bildschirm Ihres Smartphones nun auf das mittig platzierte Display des 108 projiziert, nun kann das Smartphone direkt über den Touchscreen bedient werden, je nach Modell ist sogar die Steuerung per Sprache möglich.

Wenn der 108 auch nicht mit einer integrierten Navilösung wie beispielsweise beim Seat Mii aufwarten kann, so ist dank MirrorLink eine Navigationsapp nutzbar. Des weiteren stehen weitere Apps sowie das neue Webradio Peugeot Music zur Wahl.

Der Blick hierauf fällt vom höhenverstellbaren aber leider doch nur durchschnittlich geformten Fahrersitz ohne Einschränkungen. Warum man sich im 108 allerdings für ein sogroßes Lenkrad entschieden hat, bleibt fraglich, da doch im 208 und 308 eine sehr kompakte Lösung verbaut wird. Die Instrumenteneinheit hätte man doch auch hier darüber platzieren können.

Im Gegensatz zum VW up! und dessen Geschwistermodellen (Seat Mii und Skoda Citigo), lassen sich die Fenster im kleinen Franzosen aber sowohl für Fahrer- als auch Beifahrerseite über ein Bedienfeld an der Fahrertür öffnen bzw. schließen.

Nehmen wir nun im Fond Platz, der Einstieg dorthin ist selbst mit den zwei Fondtüren beengt, ebenso die Platzverhältnisse, die uns dort erwarten. Mit einem Gardemaß von 1,80 Meter stößt man absolut an seine Grenzen. So können vorne zwar auch Großgewachsene ganz gut sitzen, auf der Rückbank sollte man dann jedoch nur auf kürzeren Strecken verweilen.

Mit einem um 60 Liter angewachsenen Stauvolumen nimmt der Kofferraum des neuen 108 aber nun immerhin 196 Liter auf. Diese lassen sich durch einfaches Umlegen der Fondlehnen sogar auf 780 Liter erweitern.

Zutritt gewährt einem die ausreichend weit öffnende Heckklappe, mit dieser schwenkt erfreulicherweise auch die Kofferraumabdeckung mit auf. Ein Komfortmerkmal, das nicht unbedingt jeden Kleinstwagen auszeichnet.

Aus Sicherheitsgründen haben die meisten jedoch eine sehr hohe Ladekante und eine darauf folgende tiefe Stufe gemeinsam. Eine Tatsache, die dem rückenfreundlichen Be- und Entladen leider nicht entgegenkommt.

Die Fahrwerksabstimmung ist wie schon beim Vorgänger eher straff als komfortabel. In Verbindung mit dem kurzen Radstand gelingt es dem Kleinen nicht mehr, auch grobe Stöße abzufedern.

Dafür überzeugt die Auslegung in Verbindung mit der angenehm direkten Lenkung für ein agiles Fahrgefühl und findet in der hervorragenden Wendigkeit (9,60 Meter Wendekreis) ihre Krönung.

Dank seiner kompakten Maße ist der 108 trotz breiter Dachsäulen – gerade nach hinten heraus – gut abzuschätzen. Die aufpreispflichtige Rückfahrkamera schafft auf Wunsch aber auch hier Abhilfe.

In dieser Klasse sind die ander Hinterachse montierten Trommelbremsen, die vorn auf Scheibenbremsen treffen, keine Ausnahme, sorgen aber stets für solide Verzögerungswerte. Die Bremse spricht gerade im Stadtverkehr schnell und zuverlässig an.

Das City-Car trifft auf City-Motoren, ausgelegt auf den Einsatz im Stadtverkehr können die beiden Dreizylinderaggregate in diesem Bereich auch überzeugen.

Der 1.0 e-VTi emittiert stets weniger als 100 g/km CO2, mit Stop & Start-System und Fünfgangschaltgetriebe kommt der Motor sogar auf 88 g CO2 pro Kilometer. Und auch der PureTech-Motor 1.2 VTi 82 mit Fünfgang-Handschalter stößt lediglich 99 g CO2 pro km aus.

Der sparsamste e-VTi 68 mit STOP & START kommt laut Hersteller mit 3,8 Liter auf 100 Kilometer aus. Das gegen Aufpreis erhältliche automatisierte Fünfganggetriebe EGT5 ist auch im 108 absolute Geschmacksache und mindert in unseren Augen eher den Fahrkomfort. Der Verbrauch steigt wiederum minimal auf 4,2 Liter. Und während einer ersten Testfahrt lagen wir nur unwesentlich über den versprochenen Verbrauchswerten.

Mit 50 kW / 68 PS und 95 Newtonmetern ist man mit dem 1,0-Liter-Benziner im Großstadtdschungel ausreichend flott unterwegs, die Spritzigkeit verliert sich jedoch auf der Landstraße. Auf der Autobahn müssen die Gänge sogar noch ein Stück weiter ausgedreht werden, dies wird mit dem typischen kernigen und doch lauten Dreizylindersound quittiert, letztlich ist bei Tempo 160 aber auch Schluss.

Mit 82 PS und 118 Newtonmeter eine Spur durchzugsstärker als das Einstiegsaggregat, schafft es der 1.2 in elf Sekunden und bis zu 3 ½ Sekunden schneller als der 1.0 von Null auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 170 Stundenkilometern.

Mit zwei Front- sowie zwei Seitenairbags vorne und durchgehenden Vorhangairbags, Dreipunktsicherheitsgurten auf allen vier Plätzen und Isofix-Verankerungen auf den Fondsitzen sorgt der Peugeot 108 zwar nicht für große Überraschungen, bietet den Insassen aber die geforderte Sicherheit und kann neben dem elektronischenStabilitätsprogramm ESP inklusive der Antriebsschlupfregelung ASR auch mit einem Notbremsassistenten, einer Reifendruckkontrolle, LED-Tagfahrlicht und einer serienmäßigen Berganfahrhilfe aufwarten.

Und wenn auch dieser Sicherheitsumfang im dreitürigen Einstiegs-108 für 8.890,- Euro enthalten ist, so wird es letztlich nicht bei diesem Preis bleiben.

Denn nicht nur, dass die Basisvariante recht trist daher kommt, der Kunde muss auch den Verzicht einer Servolenkung, Fondkopfstützen, einem höhenverstellbaren Lenkrad, einer Klimaanlage und sogar des Radios hinnehmen.

Wer auf all diese Ausstattungsdetails nicht verzichten möchte und evtl. sogar einen Fünftürer haben möchte, kann auch die nächst höhere Access-Variante außen vor lassen und muss sogleich mit mindestens 11.100,- Euro für den VTi68 Active rechnen, die zwei zusätzlichen Türen werden mit weiteren 450,- Euro und die manuelle Klimaanlage mit 540,- Euro berechnet.

Eine getrennt umklappbare Rücksitzbank ist ab diesem Niveau dann ebenso enthalten wie eine Audioanlage mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung und USB-Anschluss, elektrische Fensterheber vorn, ein höhenverstellbarer Fahrersitz und die Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung.

Die in unseren Augen absolut empfehlenswerte TOP!-Variante mit schickem Stoffverdeck ist ebenfalls nur in Verbindung mit der Active-Variante oder der Topversion Allure, allerdings als Drei- oder Fünftürer, erhältlich. Die Preise starten hier ab 12.300,- Euro und das Open-Air-Feeling ist jeweils mit einem Aufpreis von 1.200,- Euro zu honorieren.

Die unverbindliche Preisempfehlung für das Spitzenmodell startet ab 13.000,- Euro und reicht bis 14.850,- Euro für den fünftürigen 108 TOP! PureTech 82. Mit elektrisch verstell- und beheizbaren Außenspiegeln, einer manuellen Klimaanlage, einem Lederlenkrad, Nebelscheinwerfern, 15-Zoll-Leichtmetallfelgen und dem multifunktionalen Touchscreen inklusive Mirror Screen-Funktion sind aber auch dann nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft.
NebenAusstattungsdetails wie dem Keyless-System, einer Klimaautomatik, der Sitzheizung vorn oder einer Rückfahrkamera stehen dem Kunden auch verschiedene Designkits für Außen und Dekorelemente für Innen zur Personalisierung zur Wahl.

Stand: August 2014; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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