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Opel Meriva

Im normalen Fahralltag blieb der Dieselmotor angenehm im Hintergrund, um nicht zu sagen er ist richtig leise. Selbst auf der Autobahn bei Tempo 130 ist von ihm kaum was zu hören. Was er nicht so mag ist niedertourig, dann kann er schon mal brummeln und auch bei einem Kaltstart ist er deutlich zu vernehmen und auch als Diesel zu erkennen. Sonst überwiegen aber eindeutig die Pluspunkte, auch was das ausgewogene Fahrwerk, die gegenläufig öffnenden Türen, den Innenraum mit seinem guten Platzangebot und den hervorragenden Sitzen, die knackige Schaltung, die gefühlvolle Lenkung oder die Flexibilität angeht. Einzig die recht vielen und vor allem kleinen Knöpfe in der Mittelkonsole geben Grund zum Klagen. Insgesamt ist der Meriva mit dem 81 kW Ecoflex-Diesel aber eine richtig gute Wahl.

Eine schicke Chromspange im Grill, neue Scheinwerfer und LED-Tagfahrlicht sowie LED-Rückleuchten gehören zu den dezenten optischen Veränderungen am aktuellen Meriva.

Auch in der Seitenansicht sorgt eine Chrom-Gürtellinie für eine stärkere Betonung des wellenförmigen Designs und hebt die gegenläufig öffnenden Türen mehr hervor. Ebenfalls neu im Design hat der Opel 17 und 18 Zoll Alufelgen im Angebot.

Moderne Fahrzeuge werden immer mehr vernetzt, haben nicht nur USB-Anschluss, Bluetooth und Audiostreaming, vieles wird heute über Touchscreen und oder Sprachsteuerung bedient, das hilft die Zahl der Tasten und Schalter zu verringern. Auch beim Opel Meriva. IntelliLink-Infotainment-System heißt das hier und integriert nicht nur das Smartphone ins Auto. Sein sieben Zoll großer, hochauflösender Farbbildschirm garantiert dabei einfachste Bedienung und gute Ablesbarkeit. Außerdem sind digitaler Radioempfang mit DAB+ genauso möglich wie die kinderleichte Navi-Bedienung. Das geht schnell und intuitiv, entweder von Hand, wobei der Drehring auch als Auslöser fungiert. Schnell werden erste Vorschläge für Ort und/oder Straße gemacht, ruck zuck ist das Zielprogrammiert, oder man geht gleich auf die Sprachsteuerung.

Trotzdem ist die Mittelkonsole im Meriva nach wie vor mit vielen Tasten überladen, zwar hat man diese schnell im Kopf, aber sie sind recht klein und da muss man während der Fahrt schon genau aufpassen wohin man drückt.

Alle Instrumente sind gut ablesbar, schön und übersichtlich gezeichnet, weiß beleuchtet und mit roten Zeigern bestückt, Rot ist dann das gesamte Display zwischen den Rundinstrumenten und alle Schalter und Knöpfe sind in Rot beleuchtet. Auch die im Lenkrad, einzig die Leuchtweitenregulierung ist ein bisschen weit unten angebracht, aber da muss man ebenso selten ran wie an den Lichtschalter, hier kann man auf Automatik stellen, dann findet er meist immer die richtige Beleuchtung und das Fahrlicht auch rechtzeitig genug, oder man stellt gleich auf Fahrlicht und er macht das eigenständig an und wieder aus, wenn man den Wagen startet und wieder abstellt.

Angenehmes Licht kommt auch von der Decke runter, und zwar in Form eines roten Dimmerlichts, sodass es innen nicht ganz so dunkel ist, und auch das Fach unterhalb des Schienensystems auf der Mittelkonsole, genannt FlexRail, mit dem auch die Armauflage mit Fach hin und her geschoben werden kann, ist mit einem roten Licht illuminiert. In den hinteren Türen ist innen am Türgriff ein kleines grünes Lichtlein zur besseren Orientierung verbaut.

Die Instrumente erwachen beim Start in dem die Zeiger erst mal ganz ausschlagen um dann in die Nullstellung zurückzukehren. Was nicht ganz so passt ist, dass wenn man in den Gängen 1, 3 oder 5 steckt, kommt man schlecht an die Bedienelemente von Heizung und Lüftung. Das allerletzte war für mich aber die Hupe, mickrig, piepsig und fast bricht sie während des hupens zusammen. Da kann man über die Tatsache des unbeleuchteten Handschuhfachs fast hinwegsehen, ebenso darüber, dass eine Getränkeflasche im Türfach das komplette Öffnen des Handschuhfachs unmöglich macht.

Unverändert gut ist das Platzangebot im Meriva, das vorallem am Kopf geradezu üppig ausfällt. Und unverändert gut sind auch die Sitze, deren Sitzheizung zwar nicht unbedingt die schnellste ist, dann aber sehr gut arbeitet. Ausgezeichnet sind die Sitze (von der Aktion Gesunder Rücken e.V.) was die angenehm straffe Polsterung, die gute Ausformung und auch die ausziehbare Sitzauflage angeht, schick aussehen tun sie obendrein, mit einer Kombination aus unterschiedlichen Stoffen und Kunstleder, dazu weißen Ziernähten, die dann auch in der Armauflage der Mittelkonsole und im Lenkrad wieder auftauchen.

Gut sitzt man auch in Reihe zwei, auch wenn hier der Kopfraum ein klein wenig schrumpft und drei Erwachsene doch ganz schön zusammen rücken müssen, aber der Mittelsitz ist schon allein durch seine Anmutung mit glattem Bezug und ohne jegliche Ausformung nur als Notsitz zu gebrauchen. Dafür findet man auch als 1,80 m Mensch hinter einem 1,80 m Fahrer noch gut Platz, zumindest wenn man die Längsverschiebbarkeit der Rücksitze voll ausnutzt. Und wenn man das serienmäßige FlexSpace-Rücksitz-System inklusive Lounge-Sitzkonfiguration zum Einsatz bringt und den Mittelsitz zur Armlehne umfunktioniert, dann schafft man durch entsprechendes Verschieben mehr Schulter- und Beinfreiheit.

Ein Zug am Griff und die Lehne des Rücksitzes klappt nach vorne, die Sitzfläche fährt dabei nach unten und eine Klappe deckt einen dann entstehenden Schlitz ab, die Ladefläche steigt nach vorne hin ein klein wenig an. Darüber liegt ein gut nutzbarer, großer Kofferraum mit einer angenehm niedrigen und gut geschützten Ladekante, für die Stoßstange gilt das eher weniger. Von 400 bis 1.500 Liter Gepäck kann der kleine Van mit seinem sehr glattflächigen Kofferraum wegstecken, unter dem stabilen Boden ist noch ein Zusatzfach, in dem sonst das Reserverad steckt. An der Heckklappe kann man sich so ab 1,85 m Körpergröße anstoßen.

Widmen wir uns noch mal kurz den beiden Sitzreihen und dem Einstieg. Der gelingt nicht nur vorne sehr gut – die hohe Sitzposition sorgt mit dafür –auch nach hinten kommt man sehr bequem rein, hier machen sich die gegenläufig öffnenden Türen natürlich sehr positiv bemerkbar.

Das Fahrwerk ist recht ausgewogen, der Komfort ist prima, er schwingt leicht über Bodenwellen, filtert aber auch gröbere Straßenschäden gut weg. Er liegt soweit ruhig auf der Straße und lässt sich auch richtig flott durch die Kurven treiben, allerdings empfindet man die Karosserieneigungen durch die erhöhte Sitzposition deutlich stärker. ESP greift ggf. schützend ein.

Besonders bei schnellen Richtungswechseln, wie wir sie im Slalomtest simulieren, fällt das auf. Aber auch, dass er sehr direkt auf die angenehm straffe Lenkung reagiert und einen guten Kontakt zur Straße herstellt. Wind- und Abrollgeräusche fallen, wenn überhaupt, erst jenseits der 150 km/h-Marke stärker auf.

Luxus pur bietet Opel mit seinem Meriva angefangen bei einer Einparkhilfe vorne und hinten und wenn gewünscht auch mit einer Rückfahrkamera. Dann stören auch die recht breiten Dachsäulen nicht mehr. Und auch die optionale Lenkradheizung sorgt für Wohlbefinden wie in der Oberklasse.

Richtig klasse verrichten auch die zahlreichen elektronischen Helferlein ihre Arbeit. Ob die elektronische Stabilitätskontrolle ESPplus in Verbindung mit der Traktionskontrolle TCplus, die Motorschleppmomentregelung EDC, die elektronische Bremskraftverteilung EBV, die Bremsstabilitätskontrolle sowie der Bremsassistent BAS.

Womit wir auch schon bei der Bremsanlage angelangt wären, die im Test ebenfalls einen sehr positiven Eindruck hinterlassen hat. Die Scheibenbremsen vorne und hinten sprechen spontan an und sind gut zu dosieren, bei einer Vollbremsung auf schlechtem Untergrund wird das Fahrzeug zwar leicht unruhig, bleibt aber doch sauber in der Spur. Aus Tempo 100 heraus steht der Meriva nach 38 Metern.

Der Berganfahrassistent ist mittlerweile in den meisten Fahrzeugen Serie, so auch im Meriva und die elektrische Parkbremse, die sich auch beim Losfahren automatisch deaktiviert ist, nochmals einzusätzlicher Pluspunkt in Sachen Luxus.

Waren wir im Rahmen der Pressevorstellung mit dem 136 PS starken Flüsterdiesel unterwegs, steckte unter der Haube unseres Testwagens ein 1,6 Liter ecoFLEX Diesel mit 81 kW / 110 PS, die bei 3.500 Touren anliegen. Dazu gesellt sich ein maximales Drehmoment von 300 Nm zwischen 1.750 und 2.000 U/min. Doch auch damit ist der Meriva bestens motorisiert.

Wenn es richtig kalt ist, dann hört man am Start den Motor schon, auch dass es ein Diesel ist. Aber sobald er eine gewisse Betriebstemperatur erreicht hat, wird auch er echt sehr leise. Bis Tempo 120 hört man vom Diesel auf der Autobahn eigentlich gar nichts, im Schnitt verbraucht er dann rund 5 Liter, bei 130 sind es dann schon 6,4 Liter.

So bei Tempo 160 hört man vom Motor nur ein angenehm sonores Brummen, der Diesel dreht dann im sechsten Gang gerade mal 2.600 Touren, zieht aber auch dann noch ordentlich hoch bis zur Topspeed von 185 km/h. Nach 12,5 Sekunden sind aus dem Stand Tempo 100 erreicht.

So ganz erreicht er aber nicht die Laufkultur seines stärkeren Bruders, unten rum beim Anfahren und so wirkt der Motor doch ein wenig brummelig. Unsere gewohnte Pendelstrecke mit Stadt- und Landstraßen haben wir bei normalen Tempo, wenn auch mit reichlich Schnee auf der Fahrbahn mit 5,7 Litern im Mix gefahren, mit etwas gemäßigterem Tempo waren es dann nur noch 5,2 Liter, auch noch deutlich mehr als es Opel in seinen Technischen Daten verspricht.

Die Schaltempfehlung arbeitet nur hoch und ist bisweilen bei bergigen Strecken, trotz der guten Durchzugskraft des Motors, etwas zu voreilig, denn folgt man ihr, fährt er zwar, der Motor hört sich dann aber ziemlich gequält an und brummt auch ordentlich. Generell sind die oberen Gänge recht lang übersetzt, das geht dann zwar noch bei Tempo 100 im sechsten Gang, geht es tempomäßig etwas runter muss man aber zurückschalten.

Das ist aber mit der feinen Sechsgang-Handschaltung überhaupt kein Problem. Sie gibt sich knackig, der Schalthebel ist auf angenehm kurzenWegen sehr exakt geführt, lediglich über den Leerlauf gibt es einen ganz kleinen Holperer. Das serienmäßige Start-Stopp-Systeme arbeitete im Test einwandfrei, trotz teilweise ordentlicher Kälte.

Neben den bereits erwähnten Sicherheitssystem wie ESP, ABS und Co. können Sie optional das Sicht-Paket ordern, das beinhaltet das automatische Abblendlicht mit Tunnelerkennung, den Regensensor und den automatisch abblendenden Innenrückspiegel.

Sechs Airbags, höhenverstellbare Kopfstützen und Dreipunktsicherheitsgurte sind ebenso selbstverständlich wie das Kindersitzbefestigungssystem ISOFIX inklusive Top Tether-Befestigungsösen auf den beiden äußeren Fondplätzen, doppelte Gurtstraffer in den Dreipunkt-Sicherheitsgurten vorne und auskuppelnde Sicherheitspedale.

Und dann gibt es da auch noch das Opel Sicherheits-Lichtsystem AFL (Adaptive Forward Lighting) mit dynamischem Kurven- und statischem Abbiegelicht.

Der Opel Meriva mit dem 1.6 CDTI mit 81 kW / 110 PS startet als „EDITION“ bei 22.775,- Euro, geht weiter über den „STYLE“ und die „COLOR EDITION“ um im „INNOVATION“ für 24.620,- Euro zu gipfeln.

Schon das Einstiegsmodell ist mit Adaptivem Bremslicht, elektrischer Parkbremse, ESP und Traktionskontrolle, el. Fensterheber vorne und hinten, Drehzahlmesser und Radio-CD 400 mit 6 Lautsprechern ausgestattet, auch ein Bordcomputer, ein Lederlenkrad, Tempomat, FlexRail Mittelkonsole, el. Außenspiegel und die Klimaanlage gehören dazu.

Beim STYLE kommen dann Nebelscheinwerfer und Alufelgen mit 205er Breitreifen dazu, die COLOR-EDITION bringt dann das Dach in Hochglanzschwarz, die Grillspange in Schwarz sowie die Solar Protect-Wärmeschutzverglasung mit im Fond stark getönten Scheiben sowie 18 Zoll Alus mit 225er Reifen und LED-Tagfahrlicht und LED-Rückleuchten mit.

Noch mehr Ausstattung steckt im INNOVATION, u.a. die verchromten Fensterzierleisten, Türeinstiegsleisten aus Aluminium, Halogen-Kurven- und Abbiegelicht, Radio CD 600 IntelliLink mit 7 Zoll Monitor und 16- oder17-Zoll-Aluflegen mit 205er oder 225er Reifen.

Die Liste der Sonderausstattungen füllt trotzdem gleich mehrere Seiten, wir empfehlen also allen Interessierten einen Blick in die Preislisten des Herstellers.

Stand: September 2015; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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