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Opel Meriva, Ihrem Rücken zu liebe.

Mehr als 70 Prozent der Bevölkerung leidet heutzutage an Rückenproblemen. Leider wird ja nun ein Automobil nicht vom Arzt verschrieben, aber wenn es so wäre, wäre es mit Sicherheit der Opel Meriva, der als präventive Maßnahme gegen Rückenschmerzen eingesetzt würde. Sei es das pfiffige Türkonzept FlexDoors, der rückenfreundliche FlexFix-Fahrradträger oder aber die mit dem Gütesiegel AGR ausgezeichneten Ergonomie-Sitze, all diese Innovationen haben die Rüsselsheimer mit Blick auf Ihre Gesundheit konzipiert und verbaut.

Dass Fahrzeuge, die der Van-Familie angehören, nur praktisch sind und meist bieder daherkommen, das gehört wahrlich der Vergangenheit an. Dies beweist deutlich ein Vergleich vergangener Modelle mit der aktuellen Meriva-Generation.

Diese knüpft an das sehr gelungene und mittlerweile bewährte Opel-Design an und schüttelt den Charme eines „Rentner-Autos“ absolut ab. Die sehr groß dimensionierten Frontscheinwerfer prägen sichelartig geschwungen die Front und setzen dank flügelförmigem Tagfahrlicht einen starken Akzent.

Auf Wiedererkennungswert setzten die Designer auch beim Blick auf die Seitenansicht. Die deutliche Welle in der Schulterlinie verbessert zudem die Sicht vom Fond heraus, gerade was die kleineren Passagiere anbelangt. Die gegenläufig öffnenden FlexDoors sind dabei im geschlossenen Zustand kaum zu erkennen.

Der markanten Optik von Front und Seite steht das Heck in nichts nach und knüpft in Form der Rückleuchten an deren Designvorgaben an.

Die schwungvolle Linienführung des äußeren Blechkleides zieht sich dabei gelungen bis ins Wageninnere. Dieses hebt sich bei unserem Testwagengelungen von der gängigen Variante ab, denn abgesehen von den Fensterdichtungen wurde im Innenraum völlig auf die Farbe Schwarz verzichtet. Seien es die Armaturen, selbst das Lenkrad bis hin zum Pralltopf und der Bedienelemente, ja sogar die Lüftungsschlitze sind in Braun gehalten.

Die Cockpitgestaltung ist uns bereits aus Modellen wie dem Astra und Insignia bekannt, so auch leider die Bedieneinheit mit den zahlreichen kleinen Schaltern, die im Gesamten zu überladen wirkt.

Die Materialanmutung und Verarbeitung entspricht dabei einem gutem Niveau, zeigt im Detail jedoch auf, dass diese noch nicht an die der Wolfsburger heranreicht. So war in unserem Fall die Tachoabdeckung etwas lapprig und die Türverkleidungen wiesen unschöne Gießgrade auf.

Diese kleinen Schwächen machen die Verantwortlichen jedoch durch Ideenreichtum wieder weg. Sehen wir uns nur einmal die FlexRail-Mittelkonsole an. Dieses modulare, dreistufige Ablagesystem stellt eine Mittelkonsole dar, die sich auf zwei Führungsschienen zwischen den Vordersitzen je nach Bedarf verschieben und fixieren lässt, wobei sich auf der oberen eine Armlehne inkl. Staufach für CDs befindet und auf der unteren eine Ablagemöglichkeit mit Becherhalter. Darunter finden wir zwei weitere Getränkehalter, Ablagen und die Anschlüsse für AUX, USB sowie eine 12-Volt-Steckdose. Dieses Abteil ist wiederum fest im Fahrzeug verbaut.

Wenn gewünscht, können die Module einzeln wie auch zusammen mühelos per Tastendruck ausgebaut werden und bei Bedarf auch im Fond auf dem mittleren, umgeklappten Rücksitz befestigt werden.

Auch die Getränkehalter sind für längere Reisen gewappnet und bieten an den vorderen Türen ein Stauvolumen für1,5-Liter-Getränkeflaschen und selbst im Fond fassen die Halter Einliter-Flaschen.

Bereits das serienmäßige Gestühl kann großzügig dimensioniert und mit Seitenhalt der bis in die Schulterpartien reicht gefallen. Optisch sorgten die orangenen Ziernähte für einen schicken Kontrast, dieser würde sich auch sehr gut am Lenkradkranz machen.

Die aufpreispflichtigen Ergonomiesitze krönen den Sitzkomfort so richtig, den sich der Meriva in jedem Fall auch im Fond bewahrt. Und genau hier spielen die FlexDoors ihren Vorteil aus. Ohne die üblichen Verrenkungen gelingt der Einstieg zu den hinteren Plätzen, und wieder raus ist es genauso. Die kleinen Passagiere lassen sich zudem problemlos und ohne große Umstände hinein- oder herausheben. Ihr Rücken wird es Ihnen danken.

Doch der Meriva bietet außerdem üppige Raumverhältnisse sowie eine Menge an Flexibilität. Variabel lässt sich der Fond mit nur wenig Aufwand beliebig umfunktionieren. So lassen sich die drei Rücksitze nicht nur einzeln versenken, sondern dank des FlexSpace-Sitzkonzept je nach Bedarf auch so positionieren, dass die zwei äußeren Sitze sich um bis zu 190 Millimeter längs bewegen lassen und zusätzlich 50 Millimeter in die Mitte schwenken. In dieser Viersitzer-Auslegung verfügen Großgewachsene über wesentlich mehr Schulter- und Beinfreiheit.

Das Kofferraumvolumen von 400 Liter erhöht sich je nach Sitzkonfiguration und ohne ein Ausbauen des Gestühls auf eine Ladekapazität von 920 oder gar 1.500 Liter, dank verstellbarem Gepäckraumboden ist die Ladefläche eben und ohne Schwelle. Klappen wir zusätzlich die Beifahrersitzlehne um, lassen sich problemlos auch lange Gegenstände transportieren.

Fahrräder mühsamauf’s Dach schnallen ist beim Meriva nicht mehr nötig, stattdessen können zwei Fahrräder mit jeweils bis zu 20 Kilogramm auf den optionalen Fahrradträger FlexFix montiert werden. Das in die Heckstoßstange integrierte System lässt sich einfach wie eine Schublade herausziehen und bei Nichtnutzung verschwindet der Träger nahezu unsichtbar wieder in der Stoßfängerverkleidung.

Mit dem modifizierten Fahrwerk kann man in Verbindung mit der Topmotorisierung und den 17-Zöllern einen unglaublich sportlichen Zahn hinlegen. Hier passt alles zusammen, der spritzige Motor, das dynamisch-straffe Fahrwerk und die exakte angenehm zu handelnde Lenkung.

Stets sicher und problemlos meistert der Van jegliche Situation, verschiedene Systeme wie beispielsweise die elektronische Stabilitätskontrolle ESPplus, die damit verbundene Traktionskontrolle TCplus, die elektronische Bremskraftverteilung EBV, die Motorschleppmomentregelung EDC, die Bremsstabilitätskontrolle sowie der Bremsassistent BAS stehen uns treu und tatkräftig zur Seite.

Auf Seiten des Komforts schlagen Bodenunebenheiten eher akustisch als spürbar durch. Nur die wirklich groben Schlaglöcher poltern deutlich bis ins Innere. Doch alles in allem gefällt uns die sportliche Abstimmung sehr gut. Ebenso das Ansprechverhalten der Bremsanlage, die mit großen Scheibenbremsen für optimale Verzögerungswerte sorgen.

Während es zur Einführung des Meriva zunächst nur einen Diesel im Angebot gab, haben die Verantwortlichen dieses mittlerweile um drei weitere Aggregate aufgestockt. Den jüngsten Zuwachs und zugleich den Topdiesel haben wir für Sie erfahren.

So haben die Opelaner den 100 PS starken 1.7 CDTI um zwei weitere Leistungsstufenergänzt. Diese leisten im Gegensatz zu dem ausschließlich an eine 6-Stufen-Automatik gekoppelten Motor nicht nur zehn bzw. 30 PS mehr, sondern werden zudem in Verbindung mit einem manuellen 6-Gang-Schaltgetriebe ausgeliefert.

Dieses wirkt teils etwas hölzern, ein Eindruck der jedoch mit der Zeit schwindet. Die Schaltpunktanzeige gibt erst spät ihre Anweisung und so schaltet man in der Regel ohne deren Empfehlung.

Die 96 kW / 130 PS bringen die 1,4 Tonnen spielerisch in 9,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Für ein Familienfahrzeug durchaus nicht selbstverständlich ist die Topspeed von 196 Stundenkilometern. Dabei verkneift sich der Opel sowohl eine stärkere Anfahrschwäche als auch ein störendes Turboloch. Er kann allerdings akustisch nicht ganz verheimlichen, dass unter der Haube ein Diesel agiert.

Doch der Topdiesel zeigt sich nicht nur von seiner spritzigen Seite, auch durchaus sparsam kann der Meriva mit 5,2 Liter laut Herstellerangaben bewegt werden. Dass wir im Rahmen unserer Testfahrt meist etwas darüber lagen, liegt einfach an dem zu verlockenden Durchzug von unten heraus, den 300 Newtonmeter ab 2.000 Umdrehungen sei Dank. Pendeln wir uns auf Langstrecke bei Tempo 130 ein, liegt der Verbrauch um die sieben Liter.

Dass sich die Rüsselsheimer viele Gedanken um die Gesundheit ihrer Käufer gemacht haben, davon konnten wir uns zweifelsohne überzeugen. Bei der serienmäßigen Sicherheitsausstattung wollte Opel dann verständlicherweise ebenfalls keine Abstriche machen.

So wurden an Bord nicht nur Front-, Brust-, Becken- und Seitenairbags sowie Kopfairbags vorn und hinten außen verbaut, auch Dreipunkt-Sicherheitsgurte an allen Plätzen, zweifache Gurtstraffer sowieGurtwarner an den Vordersitzen, aktive Kopfstützen, das patentierte Opel Pedal Release System (ausklinkende Pedale im Fall eines Frontalcrashs), eine verformbare Lenksäule sowie ISOFIX-Vorrichtungen sind Ihrem Schutze dienend verbaut.

Im Falle eines Aufpralls aktiviert sich zudem die Warnblinkanlage, die Türen werden entriegelt, die Fahrzeuginnenbeleuchtung eingeschaltet und das Heizungs- und Lüftungssystem sowie die Benzinpumpe abgeschaltet.

An einer umfangreichen Motorenauswahl sowie einer Ausstattungsvielfalt mangelt es dem Opel Meriva ebenso nicht. Der von uns gefahrene Topdiesel lässt sich mit allen zur Wahl stehenden Ausführungen kombinieren. Passend zur Motorisierung hat sich Opel im Falle unseres Testwagens auch für die beste Ausstattung entschieden.

Während die bereits gut bestückte Einstiegsvariante Selection mit 20.350,- Euro startet, ist die Version Innovation bei 24.490,- Euro angesiedelt.

Die serienmäßige Einparkhilfe rundum schützt dabei vor unschönen Parkremplern und ist bei der doch unübersichtlichen Karosserie absolut notwendig, die Sitz- sowie Lenkradheizungen halten im Winter schön warm und das halogene Kurven- und Abbiegelicht sorgt für optimale Ausleuchtung. Des weiteren gehört ein Tempomat, die elektrische Parkbremse, eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber rundum und noch so einiges mehr zur Serienausstattung.

Während das FlexSpace-Sitzkonzept und die FlexRail-Mittelkonsole (abgesehen von der Basisversion) im Preis enthalten sind, kann der FlexFix-Fahrradträger für 590,- Euro optional hinzugeordert werden.

In der Liste der aufpreispflichtigen Features findet der Kunde außerdem ein Panorama-Sonnendach das sich über die gesamte Dachlängeerstreckt und 650,- Euro verlangt, die lohnenswerten Ergonomiesitze, die einzeln für Fahrer und Beifahrer erhältlich sind, sowie viele weitere Positionen vom Navigationssystem über eine Klimaautomatik bis hin zur Lederausstattung.

Stand: März 2012; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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