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Opel Meriva – Alles Diesel oder was?

Nur wenige Wochen nach Verkaufsstart der zweiten Meriva-Generation baut Opel das Motorenangebot auf Seiten der Dieselaggregate weiter aus und wird somit die bisher eingefahrenen Erfolge, die weit über den Erwartungen der Rüsselsheimer liegen, sicherlich weiter fortsetzen und sogar noch ausbauen können.

Die gegenläufig öffnenden Türen, genannt FlexDoors, setzen nicht nur optisch Akzente, sie erweisen sich auch als sehr praktisch und gesundheitsorientiert. Doch der neue Meriva hat noch so einiges mehr zu bieten, von den AGR-zertifizierten Ergonomiesitzen über ein verbessertes FlexSpace-System bis hin zum praktischen Fahrradträgersystem und beweist gerade in punkto Flexibilität und praktischem Nutzwert Ideenreichtum und Raffinesse. An dieser Stelle möchten wir jedoch auf den vorhergegangen Testbericht >>> http://www.presse24.com/neuer-opel-meriva-der-gesundheit-zuliebe/ verweisen und Ihnen dort die Möglichkeit bieten, den innovativen Minivan im Detail näher kennen zu lernen.

Hier und heute widmen wir uns dagegen ausschließlich dem aktuellen Dieselportfolio, das nun vier Selbstzündermotoren von 95 bis 130 PS umfasst und in Verbindung mit den bestehenden Benzinern dem Käufer eine große Wahl an effizienten Triebwerken bietet. Auf ein Start-Stopp-System sowie eine LPG-Variante muss der interessierte Kunde allerdings noch bis 2011 warten.

Das neu aufgestellte Dieselangebot bietet neben dem Einsteiger 1.3 CDTI ecoFLEX mit 70 kW / 95 PS, drei 1.7 Liter in den jeweiligen Leistungsstufen 100 PS, 110 PS und 130 PS.

Also arbeiten wir uns durch die einzelnen Motorisierungen durch, beginnend beim kleinsten Diesel,dessen Bezeichnung Ecoflex bereits Aufschluss darüber gibt, die verbrauchsgünstigste Version zu sein. Diesen Platz erreicht der 1.3 Liter mit einem Mixverbrauch von 4,5 Litern auf 100 Kilometer sowie einem CO2-Wert von 119 g/km.

Dabei kann das Aggregat nicht nur mit geringen Verbrauchswerten begeistern, auch Fahrvergnügen ist durchaus gegeben und dank des max. Drehmoments von 180 Nm entfaltet sich der Motor auch agil. Bereits von unten heraus steht ausreichend Kraft parat, um durchaus spritzig voranzukommen und ermöglicht den Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 in 13,8 Sekunden, das Fahrzeug erreicht seine Höchstgeschwindigkeit bei 168 km/h. Alles in allem keine Rekordwerte, aber für diese Fahrzeuggattung durchaus akzeptabel und passend. Das Fünfgang-Getriebe fügt sich hier sehr harmonisch ein und gibt keinen Anlass zur Kritik.

Weiter geht es mit dem 100 PS starken 1.7 CDTI, der allerdings ausschließlich mit einer, wenn auch sehr komfortablen, 6-Stufen-Automatik verfügbar ist. Diese Kombination stellt im direkten Vergleich die schwächste Alternative dar, dann doch lieber die 110 PS-Version mit einem 6-Gang-Handschalter. Diese zeigt sich wesentlich dynamischer und auch effizienter, sie begnügt sich mit bis zu einem Liter weniger als die Version mit dem Automatik-Getriebe, die sich laut Herstellerangaben bei 6,4 Liter einpendelt. Noch gravierender fällt die Differenz beim CO2-Wert aus, hier hat die 110 PS-Variante mit 138 g/km gegenüber 168 g/km die Nase deutlich vorn. Auch in der Beschleunigung hat die 100 PS-Variante mit 13,9 Sekunden von Null auf 100 km/h gegenüber den 11,8 Sekunden klar das Nachsehen und reiht sichsogar hinter dem 1.3 Liter ein. In der Topspeed hängt der 100 PS-Meriva ebenfalls um zehn km/h hinterher und erreicht mit 172 km/h kaum mehr als der kleinste Diesel.

Fast rundum überzeugen konnte dagegen der 1.7 CDTI befeuert von 130 PS und ebenfalls bestückt mit einem knackigen Sechsgang-Handschalter. Mit einem üppigen Drehmoment von 300 Nm zeigt er sich drehfreudig und durchzugsstark, auch aus den höheren Gängen heraus. Nur das Turboloch trübt etwas den Fahrspaß, haben wir dies allerdings hinter uns gelassen, vergehen nicht mal zehn Sekunden und wir haben die 100-Marke erreicht, womit er sogar den stärksten Benziner hinter sich lässt. In der Topspeed kratzen beide mit 196 km/h an der 200 km/h-Grenze.

Gleichauf mit der 110 PS-Version begnügt sich der stärkste Diesel mit 5,2 Liter im Schnitt. Was für die Fahrleistungen absolut top ist. Beim CO2-Ausstoss liegt er ebenfalls bei 138 g/km.

Motorengeräusche halten sich bei allen Varianten auch wenn sie gefordert werden erfreulicherweise im Hintergrund, angenehm laufruhig und ohne störendes Dieseln oder eine Anfahrschwäche, können alle Antriebe auch wunderbar schaltfaul gefahren werden, die serienmäßige Schaltpunktanzeige rät überraschend spät zum Schalten, dies gilt sowohl für die höheren wie auch die niedrigeren Gänge.

Nur in Sachen Komfort weisen die einzelnen Varianten deutliche Unterschiede auf, so liegt die Ecoflex-Variante bestückt mit schmalen 15 bzw. 16-Zoll-Rädern angenehm ruhig auf der Straße und bietet auch bei schlechten Straßenbeschaffenheiten ausreichend Komfort. Während bei unser Testfahrt mit dem 130-PS-Diesel kombiniert mit einerbreiteren 17-Zoll-Bereifung die Schläge und Polterer, gerade auf den hintern Plätzen, hart durchschlugen.

Alles in allem haben die Rüsselsheimer jedoch eine ordentliche Dieselaufstellung präsentiert, nichtsdestotrotz, geht Opel davon aus, dass auch in Zukunft die Ottomotoren das größte Stück des Kuchen einnehmen werden. Vielleicht nicht zuletzt wegen der Preisfrage. Denn bereits der schwächste 1.3 CDTI Ecoflex liegt 200,- Euro über dem derzeit stärksten Benziner, der ganze 45 PS mehr leistet. Der Top-Diesel liegt sogar ganze 2.000,- Euro darüber, ist allerdings im Gegensatz zu dem 1.4 Ecotec auch in der Basisausstattung Selection erhältlich und beginnt dann bei 20.100,- Euro.

Nach Aussagen der Rüsselsheimer entscheiden sich letzten Endes jedoch nur 1% für diese Version, 47 % dagegen für die mittlere Linie Edition die je nach Motorisierung 20.600,- Euro bis 22.370,- Euro verlangt. Somit greifen unglaubliche 52 Prozent auf die Top-Ausstattung Innovation zu, die zwischen 22.370,- und 24.170,- Euro rangiert.

Das serienmäßige Ausstattungspaket kann sich bei allen Versionen sehen lassen, bereits die Basis ist mit umfangreichen Sicherheitsfeatures, Tagfahrlicht, einer elektrischen Parkbremse, elektrisch einstell- und beheizbaren Außenspiegeln, Dieselpartikelfilter, elektrischen Fensterhebern vorn, dem FlexSpace-Sitzkonzept, einer höhen- und längseinstellbaren Lenksäule vorn sowie einer Zentralverriegelung inkl. Funkfernbedienung bestückt.

Einen Bordcomputer, CD-Radio sowie eine Klimaanlage finden wir allerdings erst ab der mittleren Ausstattung. Elektrische Fensterheber rundum sind erst bei der TopausstattungInnovation mit an Bord, außerdem verwöhnt diese mit Halogen-Kurven- und -Abbiegelicht, Parkpilot vorn und hinten, Sitz- und Lenkradheizung, der FlexRail-Mittelkonsole und einer Geschwindigkeitsregelanlage.

Stand: Oktober 2010; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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