// Fahrbericht / Opel Astra GTC 1.6 Turbo Innovation

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Opel Astra GTC 1.6 Turbo Innovation

Coupés zählen zweifelsohne zu den leidenschaftlichen Fahrzeugen der Autowelt, bringen in der Regel allerdings den Nachteil mit sich, im Alltag nicht immer der ideale Begleiter zu sein. Natürlich stellt auch der Astra GTC kein Raumwunder oder Lademeister dar, nimmt aber dennoch problemlos vier Großgewachsene auf und hält ein Stauvolumen von 380 bis 1.165 Litern bereit. Das hervorragend agile Fahrwerk ist einerseits für die Rennstrecke gemacht, kann im Großstadtdschungel oder auf langen Autobahnpassagen aber auch durchweg mit Komfort aufwarten. Der Opel GTC verbindet Emotion, Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit auf eine rundum gelungene Art.

Statt bei der Limousine einfach nur auf zwei Türen zu verzichten, haben die Opelaner mit dem Astra GTC ein eigenständiges Fahrzeug geschaffen. Ein Coupé, dass zwar ganz klar der Astra-Familie entspringt, dessen Designsprache jedoch noch mal eigens interpretiert wurde.
So wirkt die Front mit den schnittigen Scheinwerfern inklusive dem markanten Tagfahrlicht in Flügelform und der geschwungenen Chromspange noch eine deutliche Spur sportlicher.

Dem GTC exklusiv vorbehalten ist die tolle Panorama-Frontscheibe, die bis zur Mitte des Fahrzeugdaches reicht. Sie schafft im Inneren ein einzigartiges Raumgefühl, lässt, wenn gewünscht, viel Licht hinein und ist von außen aber zunächst nicht zu erkennen. Da die sehr dunkel gehaltene Verglasung mit dem schwarz lackierten Dach zu verschmelzen scheint, verstärkt sie die sehr sportliche Anmutungdes dreitürigen Astra.

Der Verlauf des Daches ist ohnehin sehr dynamisch gehalten und mündet in einem integrierten Spoiler. Die richtigen Farben würden hier die kraftvolle Optik noch um ein deutliches untermalen, so wäre beispielsweise das knallige Gelb oder feurige Rot eine tolle Wahl. Das dunkle Anthrazit unseres Testfahrzeuges schluckte leider einige der knackigen Rundungen.

Wie die weit ausgestellten hinteren Radkästen, die in sehr breiten Schultern münden. Richtig gut machen sich hier die großen Räder, die von stets serienmäßigen 18 Zöller bis hin zu einer üppigen 20 Zoll Bereifung reichen können.

Ein wahrer Athlet, wie der Astra GTC so satt und breit vor uns steht. Schokoladenseite stellt unseres Erachtens ganz klar die Heckansicht dar. Hier taucht erneut in Form der LED-Beleuchtung in den Rückleuchten auch wieder das Flügelmotiv auf.

Im Inneren ganz Astra, haben die Verantwortlichen der GTC-Variante aber dennoch neue Stoffe, Farben und Muster zur Seite gestellt. Gerade das neue Veloursleder in Dinamica-Schwarz vermittelt sportliches Flair.

Ebenso das serienmäßige Sportlenkrad und der knackige, sehr gut ausgeformte Sportsitz. Auf optimale Ergonomie und Gesundheit achten die Rüsselsheimer selbstverständlich auch hier und so haben auch die optionalen Sportsitze das Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken e. V. (AGR) verliehen bekommen.

Nicht nur großzügig verstellbar und mit Memory-Funktion versehen, verfügt das Gestühl auch über die praktische „Easy Entry“-Einstieghilfe die uns einen nahezu mühelosenZustieg in den Fondbereich ermöglicht.

Hier angelangt, verfügen wir auch als Großgewachsener über gute Beinfreiheit. Trotz abfallend verlaufender Dachlinie können wir noch aufrecht sitzen.

Des weiteren bietet die Rückbank die Möglichkeit, das von Haus aus sehr großzügige Stauvolumen von 380 Litern, durch Vorklappen der Lehnen im Verhältnis 60:40 auf üppige 1.165 Liter zu erweitern – für ein Coupé absolute Topwerte.

Weniger schön und nicht all zu rückenfreundlich: schwere Gegenstände müssen über eine recht hohe Ladekante gewuchtet werden. Weiteres Manko: erst mal glaubt man, der Kofferraum sei wohl nur per Tastendruck am Schlüssel zu öffnen. Ein Blick in die Bedienungsanleitung – oder langes Suchen – offenbart dann: Auch durch Drücken des unteren Teils des Opel-Logos lässt sich der Kofferraum öffnen. Wenn man’s dann mal weiss …

Nicht nur mit einer verbreiterten Spur, einem verlängerten Radstand und eine um 15 Millimeter tiefer gelegte Karosserie ist der GTC gegenüber dem fünftürigen Astra deutlich in Richtung Sport getrimmt. Der Dreitürer übernimmt zudem die aus dem Insignia OPC stammende Vorderradaufhängung High Performance Strut.

Summa summarum geht der Astra GTC mit einer derart agilen Fahrwerksauslegung ans Werk, dass dessen souveräne und dynamische Eigenschaften nicht nur überzeugen, sondern uns letztlich auch immer wieder erstaunten.

Gerade die Kurvenhatz bringt enormen Fahrspaß mit sich, selbst durch knackig enge Kehren zirkeln wir den Astra GTC mit hoher Geschwindigkeit sicher und nahezuneutral. Können ihn mittels elektrischer Servolenkung einfach und zielgenau dirigieren, die Rückmeldung ist hierbei angenehm exakt.

Mit dem aufpreispflichtigen adaptiven FlexRide-Fahrwerk lassen sich diese sportliche Qualitäten sogar noch weiter ausreizen. Denn das System vernetzt nicht nur die elektronischen Hilfen, wie das ESC oder die Dämpfer und passt diese der jeweiligen Fahrsituation automatisch an, sondern stellt dem Fahrer drei Fahrwerk-Modi zur Seite, darunter auch den zu personalisierenden Sport-Modus.

Neben der Einstellung Standard, kann der Fahrer aber auch den Tour-Modus auswählen, der sich als sehr komfortabel erweist. Und so gelingt es dem Astra GTC bei all der gebotenen Dynamik, auch den Komfort nicht außer Acht zu lassen.

Stets im Blick haben die Rüsselsheimer auch Ihre Sicherheit und koppeln den GTC an eine kraftvolle und angenehm zu dosierende Bremsanlage, die über ein Antiblockiersystem, Scheibenbremsen rundum, eine Kurvenbremskontrolle sowie einen Bremsassistenten verfügt und aus Tempo 100 schon nach weniger als 36 Metern zum Stehen kommt.

Bis zur Einführung der neuesten OPC-Variante, die mit gewaltigen 280 PS auffährt, stellte der 1.6 Turbo mit 132 kW, entspricht 180 Pferdestärken, das stärkste Benzinaggregat dar.

Doch der Astra OPC bringt nicht nur eine fulminante Motorleistung mit sich, auch optisch stellt er mit seinen kraftvollen Anbauten einen reinrassigen Sportwagen dar, womit er schlussendlich für den ein oder anderen Kunden nicht unbedingt für den Alltag geeignet scheint.

Nicht so derAstra GTC 1.6 Turbo. Trotz unglaublicher Fahrleistungen betreffend des Fahrwerks, hinkt dieser Benziner allerdings unseren Erwartungen etwas hinterher. Denn obgleich mit Turboaufladung und einem maximalen Drehmoment von 230 Newtonmetern ab 2.200 U/min, geht der 1.6-Liter teils zurückhaltend ans Werk.

Um nicht nur in 8,3 Sekunden von Null auf Tempo 100 zu beschleunigen, auch auf der Autobahn mit den Großen mitzuhalten (Höchstgeschwindigkeit liegt bei 220 km/) und stets guten Durchzug zu haben, ist viel Drehzahl und damit Schaltarbeit nötig.

Gekoppelt an ein exakt geführtes Sechsgang-Handschaltgetriebe ist es einem aber immer wieder ein Vergnügen den Schalthebel durch die kurzen Gassen von Gang zu Gang gleiten zu lassen.

Als etwas drehfreudiger erweist sich der GTC im aktivierten Sportmodus (in Verbindung mit FlexRide). Wer jedoch den von Opel angegeben Spritverbrauch von 7,2 Liter realisieren möchte, sollte diesen schnellstmöglich wieder deaktivieren. Denn nun besser am Gas hängend, animiert der Rüsselsheimer mehr zum flotten Vorwärtskommen, als zum Spritsparen.

Was aber nicht heißen soll, dass der Turbomotor, der ohne Start-Stopp-System auskommen muss, nicht auch effizient bewegt werden kann. Im alltäglichen Verkehr kommt man ohne große Mühe auch mit unter acht Litern aus.

Zu attraktiven Preisen stellen die Rüsselsheimer dem Kunden eine Auswahl an Assistenzsystemen zur Wahl. Im Gegensatz zu manch anderem Hersteller greifen diese Hilfen hier jedoch nicht aktiv ein. So warnt der Spurassistent den Fahrer beimunbeabsichtigten Verlassen der Fahrspur lediglich optisch wie auch akustisch und der Abstandswarner zeigt ebenfalls nur ein Warnsignal an, leitet aber keine Notbremsung ein.

Außerdem im Angebot: ein optimierter Verkehrsschildassistent und das adaptive Fahrlicht AFL+ inklusive der Intelligenten Leuchtweiten-Regelung.

Front-, Seiten- und Kopfairbags sowie aktive Kopfstützen und Dreipunktgurte rundum inkl. doppelter pyrotechnischer Gurtstraffer vorn, beim Aufprall auskuppelnde Pedale wie auch die Sicherheitslenksäule, sind selbstverständlich im Preis inbegriffen.

Dieser beginnt beim Astra GTC in der 100 PS-Benziner-Einstiegsvariante bei 19.545,- Euro, der neueste Zuwachs 2.0 BiTurbo CDTI und somit stärkste Diesel im Portfolio stellt mit 31.855,- Euro auch die Preisspitze dar. Ausgenommen natürlich die neue OPC-Variante, die den von uns getesteten Benziner nicht nur um weitere hundert PS übersteigt, sondern auch mit 34.250,- Euro gelistet ist.

Im Gegensatz zu den 23.250,- Euro für den Edition bzw. die 26.050,- Euro, die für den 1.6 Turbo Innovation fällig sind.

Diese Topausstattung beinhaltet dann auch bereits das adaptive Fahrlicht AFL+ sowie die aktive Kurvenlicht- und Abbiegelichtfunktion, das Tagfahrlicht in LED-Technik und ein Fernlichtassistent. Eine elektrische Parkbremse, der Geschwindigkeitsregler, die Zwei-Zonen-Klimatisierungsautomatik und so einiges mehr sind ebenfalls im Umfang enthalten.

Neben den Ausstattungspaketen die der Optik dienen, wie beispielsweise das Design-Paket oder das OPC Line-Paket das sowohl fürdas Exterieur als auch das Interieur verfügbar ist, sind in der Aufpreisliste auch Sitzpakete sowie diverse Einzeloptionen vom FlexRide Sportfahrwerk bis hin zum Infinity Soundsystem inklusive Subwoofer vorzufinden.

Stand: Februar 2013; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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