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Opel Astra 1.6 CDTi

Eine gelungene Erscheinung auch ohne OPC-Design-Paket, allein schon die großen 18 Zoll Räder mit 235er Breitreifen lassen den Astra prima dastehen. Und natürlich auch fahren, denn in Verbindung mit der Sport-Einstellung lässt das Fahrwerk keine Wünsche in Sachen Fahrdynamik offen. Auch der 136 PS Dieselmotor kann da bestens mithalten, macht den Wagen bis zu 200 km/h schnell, mit dem Verbrauch um die 5,5 Liter sind wir aber weit über der Werksangabe geblieben. Das Cockpit verlangt mit den vielen Schaltern zwar eine kurze Eingewöhnung, kann ansonsten aber vor allem mit der schicken Ambientebeleuchtung gut gefallen, die von der Aktion „Gesunder Rücken“ ausgezeichneten Sitze in unserem Testwagen (Extra) sind über jeden Zweifel erhaben.

Nachdem es nicht der erste Astra der aktuellen Baureihe ist, den wir zu Testzwecken in die Finger bekommen haben und sich die Unterschiede was die Optik der Karosserie angeht rein auf die verschiedenen Ausstattungslinien und Motorisierungen beschränken, können wir es hier ganz kurz machen.

Vor allem, weil der 100 kW-Diesel sich optisch ganz zivil gibt, und wo der Bi-Turbo mit dynamischem Frontspoiler und zwei dicken Auspuffrohren im angedeuteten Diffusor zeigt was er hat, versteckt dieser Rüsselsheimer seine auch nicht zu unterschätzende Power aber brav. Mit der richtigen Farbe können Sie jedoch einiges bewirken. Cool ist die Kombination mit den 235er Breitreifen auf 18 Zoll Alufelgen, das sieht nicht nur richtig stark aus sondern sorgt natürlich auch für einen guten Stand.

Und auch im Innenraum geht unser aktueller Testwagen nur ein klein wenig dezenter ans Werk als es z.B. der Bi-Turbo tut. Aber auch hier merkt man schon nach ganz kurzer Zeit: Alles wirkt sehr solide, alles geht sehr angenehm streng und alles kommt sehr hochwertig rüber, gleichgültig ob es sich um die Türen handelt, um die Lenkung mit dem bestens ausgeformten Lederlenkrad, die Schaltung oder auch alle Schalter.

Eine schöne Illuminierung innenlässt einen gerne hier verweilen, alles ist schick in Rot beleuchtet, die Zahlen der Instrumente leuchten weiß, und wenn man auf den Sportmodus umschaltet, dann strahlen auch die weiß hinterleuchteten Ringe rund um die vier Rundinstrumente in Rot. Vor allem an den inneren Türgriffen und rund um die Verkleidung des Schalthebels ist ein schönes rotes Ambientelicht verbaut. Ein ganz kleiner Nörgelpunkt, an den man sich aber schnell durch ein anderes Angreifen anpasst ist die Tatsache, dass der Handbremshebel so nahe an die Verkleidung kommt, dass man sich die Finger dort einklemmt, wenn man den Handbremsgriff ganz vorne umfasst.

Auf den ersten Blick sind es auch mal wieder richtig viele Schalter, die sich da in der Mittelkonsole versammelt haben, nach einer gewissen Eingewöhnung ist das aber kein Problem mehr. Eine kurze Eingewöhnung braucht es auch für den Stellring fürs Navi, der nämlich nicht nur durch Drehen genutzt wird, sondern auch durch Drücken des äußeren Ringes zum Auslösen diverser Befehle da ist. Hat man das raus, ist das Bedienen des Navigationssystems kinderleicht. Weicht man von der Route ab, schwenkt es sehr schnell auf die neue Strecke ein. Das System Straßenschilderkennung kann sogar die Zusätze z.b. 80 nur bei Nässe identifizieren.

Unser Testwagen hatte mal wieder alles drin was man sich so wünschen kann, von der Sitz- über eine sehr angenehme Lenkradheizung bis hin zur elektrischen Lordosenstütze und natürlich Lichtautomatik sogar mit Fernlichtautomatik, Regensensor und Rückfahrkamera mit einem sehr schönen Bild.

Vorne sind die Sitze erste Sahne, die Sitzfläche ist ausziehbar, die Polsterung angenehm straff, die manuelle Verstellung ist vielfältig, die Ausformung gut, entsprechend sehr gut auch der Seitenhalt und auch optisch sind sie schick gemacht mit unterschiedlichen Bezugsstoffen, dazu bestens langstreckentauglich.

Auch hinten kommt man ganz bequem rein, hinter einem 1,80 m Fahrer stoßen beim 1,80 m Mitfahrer die Knie beim Einsteigen an die Vordersitzlehne, ist man drin ist es okay,auch im Kopfraum, für 1,80 m reichen die Kopfstützen hinten gerade so aus. Wieder raus wird es für die Füße etwas eng, sonst alles prima.

Einfach die Lehne am Griff ziehen und nach vorne klappen, die Ladefläche ist nahezu eben, stiegt nach vorne ganz leicht an. Der Spalt zum hinteren Ladeboden wird von einer Lasche überdeckt, der Ladeboden selbst kann in drei verschiedenen Stellungen arretiert werden, wobei die mittlere hinten am Sitz bündig verläuft, ansonsten hat man jeweils ein Stufe. Der nutzbare Stauraum wächst so von 370 Litern auf bis zu 1.235 Liter an. Beim wieder Zurückklappen der Rücksitze verklemmt sich schnell mal der Gurt.

Der Kofferraum hat eine angenehm niedrige Ladekante, anders als die Stoßstange ist sie gut gegen Ladekratzer geschützt, der Laderaum ist gut nutzbar, die Heckklappe schwingt weit hoch.

Das Fahrwerk des Astra kann als sehr ausgewogen bezeichnet werden. Und mit dem FlexRide-Fahrwerk kann man auf Normal, Tour oder Sport schalten – dann werden auch die die vier Rundinstrumente in Rot beleuchtet. Die Umstellung auf Sport spürt man aber auch so, das Fahrwerk wird deutlich straffer und der Wagen reagiert sofort spontaner aufs Gas. Und
trotzdem dass es jetzt deutlich härter zur Sache geht und man so richtig knackig um die Kurven kommt, wird der Astra aber auch dann nicht unkomfortabel.

Auf Kopfsteinpflaster allerdings knirscht es an verschiedenen Stellen im Fahrzeug ein wenig, ansonsten bügelt er in der Normal- wie auch der Tour-Stellung Schlaglöcher und Querrillen sauber weg, die auf Sport jedoch recht massiv nach innen dringen.

Der Unterschied in den Einstellungen von Sport bis Tour ist sehr gut spürbar, trotzdem verhält sich der Opel aber in jeder Einstellung auch in extremen Situationen wie z.B. im Slalomtest vorbildlich, geht ganz leicht untersteuernd über die Vorderräder, folgt aber willig der Lenkung, die auf Sport natürlich wesentlich straffer arbeitet und den Fahrbahnkontakt und die Rückmeldung wesentlich verbessert – das macht richtig Laune.

Aber wenn man ihn –für seine eigenes Verständnis – zu flott um die Kurve fahren will, greift er massiv mit Bremseingriffen ein – das stört flotte Fahrer enorm, vor allem, weil der Astra viel mehr kann als er wohl selber für möglich hält.

Die Bremsanlage mit Scheibenbremsen rundum, ABS, elektronischer Bremskraftverteilung und Notbremsassistent hinterlässt eine ebenfalls positiven Eindruck. Mit ordentlich ABS-Rubbeln kommt er auch auf schlechter Fahrbahn sehr solide und spurtreu zum Stehen. Auf gut asphaltierter Strecke steht er aus Tempo 100 nach weniger als 37 Metern.

Die Fernlichtautomatik funktioniert im normalen Betrieb sehr gut, sie schaltet rechtzeitig aus wenn ein anderes Fahrzeug kommt oder es in eine Ortschaft geht, allerdings wird es kritisch, wenn ein Fahrzeug an eine Einmündung kommt oder wenn es links herum in Kurven geht.

Der Spurhalteassistent piepst und blinkt mit einem orangefarben Licht, Ausfälle kann es schon mal bei stark abgefahrenen Linien geben. Überhaupt lässt es sich erst ab Tempo 60 aktivieren bzw. es deaktiviert sich darunter selbst.

Ein kleines grünes Autosymbol im Tacho zeigt an, dass ein Auto voraus fährt, das wird bis zu 150 m angezeigt. So checkt der Wagen ständig die Umgebung ab und gibt Alarm, wenn man sich einem anderen Auto zu sehr nähert. Leider hat dieses Feature (als Extra erhältlich) nicht immer tadellos funktioniert, gelegentlich ließ sich das System auch von großen Schildern in die Irre führen und in engen Straßen gab es bei Gegenverkehr häufig Alarm. Steht ein geparktes Auto am Straßenrand und das ganze findet in einer Kurve statt, sieht der Kollisionswarner auch hier eine Gefahr. Das System lässt sich bequem vom Lenkrad aus fern bedienen und in der Sensibilität einstellen – und auch ganz ausschalten.

Diesmal war unser Astra mit einem 136 PS starken Diesel bestückt, ein ganz braver Familienwagen also, und doch macht er damit richtig viel Spaß. Denn gepaart mit 320 Nm Drehmoment und 1,6 Liter Hubraum entwickeln die 100 kW zumindest in den unteren Gängen richtig viel Schubund sorgen für so manches breite Grinsen im Gesicht des Fahrers.

Denn falls gewünscht geht es in 10,3 Sekunden aus dem Stand bis auf Tempo 100 und weiter bis zur Topspeed von 200 km/h. Nur beim Kaltstart ist er ganz kurz als Diesel zu erkennen, danach läuft er sehr kultiviert, vibrationsarm und ruhig. Seinen leicht kernigen Sound lässt er nur hören, wenn man ihn voll fordert. Beim Anfahren braucht er etwas mehr Gas damit man ihn nicht abwürgt.

Unterhalb von 1.500 Touren fühlt er sich nicht so wohl, dann zieht er auch nicht sonderlich, darüber aber geht es vehement zur Sache. Dabei dreht der Vierzylinder in den unteren Gängen so flott hoch, dass man sich bei einer Vollgas-Beschleunigung mit dem Schalten echt ran halten muss, damit er nicht in den Drehzahlbegrenzer läuft. Die oberen Gänge sind etwas länger übersetzt, da ist dann auch schon mal Zurückschalten angesagt.

Aber Schalten ist bei diesem Sechsgang-Getriebe echt eine feine Sache. Angenehm straff und sauber auf kurzen Wegen geführt flutschen die Gänge nur so rein, hier macht der Griff zum gut in der Hand liegenden Schalthebel richtig Spaß, nur über den Leerlauf spürt man einen ganz kleinen Holperer – das ist jedoch voll zu vernachlässigen.

Lässt man es normal angehen, kann man dem 1.6 CDTi mit seinen 136 PS mit 5,8 Litern im Mix problemlos fahren, und das ohne dass man langsam wäre. Auf Strecke und das dann auch noch gemütlich kommt man auf 5,6 Liter, wenn man richtig flott fährt braucht man im Mix 6,2 Liter. Die Werte des Herstellers haben wir auch bei starker Zurückhaltung nie erreicht.

Pendelt man auf der Autobahn so um die 130 km/h bei ruhiger Fahrweise, dann verbraucht er 6,5 Liter, bei 160 km/h sind es dann schon 8,6 und bei um die 180 ca. 10 Liter – durchaus noch okay. Erst bei 180 werden die sonst zurückhaltenden Windgeräusche merklich lauter, die Abrollgeräusche übertönen schnell den Motorsound. Und ob in der Sport- oder Normaleinstellung, selbst bei Tempo 200 liegt er ruhig und sicher auf der Straße.

Neben den zahlreichenbereits beschriebenen Assistenzsystemen kommen natürlich serienmäßig die Front- und Brust-Becken-Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer sowie die Kopfairbags vorn und hinten außen zum Einsatz. Dazu aktive Kopfstützen vorn, pyrotechnische Gurtschlossstraffer, Gurtkraftbegrenzer und doppelte Gurtstraffer vorne, auskuppelnde Pedale, Tagfahrlicht, Traktionskontrolle und ESP sowie die Kindersitzbefestigung ISOFIX mit Top Tether Befestigungsösen auf den hinteren Außensitzen.

Ein Assistenzpaket beinhaltet für 850,- Euro Aufpreis einen Parkassistent mit Parklückenerkennung und audiovisueller Einparkhilfe, einem Toter-Winkel-Warner und elektrisch anklappbaren Außenspiegeln. Das Adaptive Fahrlicht AFL+ für 1.250,- Euro bietet dann mit Bi-Xenon-Licht variable Lichtverteilung für Stadt, Spielstraße, Landstraße, Autobahn und Schlechtwetter, Kurven- und Abbiegelicht, Fernlichtassistent und Scheinwerfer-Reinigungsanlage. Die Frontkamera mit Kollisionswarner, Abstandsanzeige, Spurassistent etc. kostet 700,- Euro extra.

Der Opel Astra 1.6 CDTi in der von uns gefahrenen EXKLUSIV-Version kostet mit Start Stopp 26.500,- Euro, los geht es schon bei 22.200,- Euro mit dem SELECTION, der EDITION kostet 22.400,- und der ENERGY 24.600,- Euro.

Unser EXKLUSIV-Astra ist dabei sehr umfangreich ausgestattet, das beginnt bei elektrisch einstell- und beheizbaren Außenspiegeln, geht weiter über eine zweifach verstellbare Lenksäule, Quickheat Schnellheizsystem, Sitzheizung vorne, Nebelscheinwerfer, Regensensor, Ambientebeleuchtung, LED-Tagfahrlicht, Parkpilot hinten, elektrische Fensterheber vierfach, Radio-Navi, spezielle Dekorleisten, Polsterkombination Stoff/Ledernachbildung, Lederlenkrad, Zweizonen-Klimatisierungsautomatik, Alufelgen und Zentralverriegelung.

Ziemlich umfangreich ist auch die Liste an möglichen Sonderausstattungen, die wir hier nur kurz streifen wollen. Neben den bereits erwähnten Sicherheitselementen seien deshalb nur das Sitzfunktionspaket für 420,- Euro, das Innovationspaket u.a. mit beheizbarem Lederlenkrad, Navi 950 undAdaptivem Fahrlicht für 1.650,- Euro, die Ergonomiesitze ab 390,- Euro oder die OPC-Pakete für 1.215,- bzw. 1.390,- Euro genannt. Alles weitere entnehmen Sie bitte der Preisliste des Herstellers.

Stand: Januar 2015; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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