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Opel Adam – Ich mache mir meine Welt, wie sie mir gefällt.

Zweifelsohne ist es Opel schon längst gelungen, den „konservativen Look“ abzustreifen. Dennoch konnten die Rüsselsheimer das hartnäckige Biedermann-Image nicht ganz loswerden. Bis jetzt. Denn nun präsentiert Opel den einzigartigen Adam. Vielfältigkeit im Kleinwagensegment ist zwar nicht unbedingt neu, wie MINI, Fiat mit der 500er Modellreihe oder Citroen mit der DS-Linie bereits beweist, doch der Opel Adam setzt noch mal eine gehörige Portion Individualität und Kreativität drauf. Dabei möchte der Adam nicht ausschließlich ein Frauenliebling sein und wird es unseres Erachtens auch nicht schwer haben die männliche Käuferschicht von sich zu überzeugen. Doch ob Frau oder Mann, letztlich möchten die Rüsselsheimer mit Ihrem großen Wurf vor allen Dingen neue Kunden für sich gewinnen. Um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, holt Opel mit dem neuen Lifestyle-Flitzer für Sie sogar die Sterne vom Himmel. Was sich genau dahinter verbirgt, erfahren Sie in unserem Bericht. 

Anstatt wie manch anderer Mitbewerber etwas altes wieder zu beleben, hat Opel mit dem Adam etwas neues geschaffen. So kommt der Kleine weniger im Retro- aber dafür in absolut modernem Design daher.

Trotz der einzelnen vertrauten Opel Designelemente ist der Adam eigenständig und bietet einen neuen Markenauftritt, der mit einem scheinbar schwebenden Dach und einer markanten Linienführung anspricht.

Diese Optik wiederum kombinieren die Hessen mit einer derartigen Fülle an Individualisierungs- und Kombinationsmöglichkeiten, dass man sich dochin jedem Fall genügend Zeit nehmen sollte seinen persönlichen Adam zu konfigurieren – 12 Karosseriefarben, vier Dachausführungen, darunter die Farben Midnight Black, Creme White und Okapi Brown, verschiedene Kühlergrill-Zierleisten, 31 verschiedene Rad-/Felgen-Designvarianten bis hin zu Felgen-Zierclips in sechs möglichen Farben die nachträglich sogar austauschbar sind … Weitere Exklusivität garantiert das Sport- oder Extreme Carbon-Paket. Auffallen garantiert.

Doch die Erde wurde ja auch nicht an einem Tag erschaffen. Und so sollten Sie sich noch die ein oder andere Stunde nehmen, um sich auch durch all die Auswahlmöglichkeiten betreffend des Interieurs durchzuarbeiten.

Zunächst wählen Sie aus einer der drei Linien aus, die sich beim Adam jedoch weniger durch Ausstattungsdetails sondern vielmehr nach Stilrichtungen aufgliedern. So folgen Sie ganz Ihrem Geschmack und entscheiden sich zwischen modern peppig im Jam, elegant im Glam oder sportlich im Adam Slam.

Nun stehen aber erst die zahlreichen Entscheidungen an … Ob Farben, Stoffe, Dekoreinlagen die von glänzend oder matt, gemustert bis hin zu beleuchteten Elementen reichen – hier scheint es Nichts nicht zu geben.

Sich hier festzulegen ist gar nicht so leicht – erfreulicherweise müssen Sie das auch nicht für die Ewigkeit. Denn sollten Sie sich an Ihrer Farb-/Dekorwahl sattgesehen oder Lust auf frischen Wind haben, kein Problem. Nachträglich können diese problemlos ausgewechselt werden.

Ohne Zweifel zählen jedoch die Dachhimmel-Varianten zu einer der Highlights im Adam. Wer nicht das große Panorama-Sonnendach ordert musskeineswegs auf eine graue Dachverkleidung blicken. Stattdessen kann man den Wolkenhimmel über sich ziehen lassen, oder aber aus den Motiven Herbstlaub „Fly“ oder der Zielflagge „Go“ auswählen. Unser Favorit war aber unangefochten, der „Sternenhimmel“, erzeugt durch insgesamt 63 LEDs. In Verbindung mit dem MultiColor LED-Licht-Paket kann per Tastendruck außerdem zwischen acht dimmbaren Lichtfarben gewechselt werden.

Mit dem neuen IntelliLink-Onboard-Infotainment-System beweist Opel auch in punkto Technologie Ideenreichtum und ermöglicht für gerade mal 300,- Euro die spielerische Integration Ihres Smartphones, egal ob Android oder Apple iOS.

Diverse Inhalte Ihres Telefons werden via USB und Bluetooth auf das sieben Zoll große Farb-Touchscreen-Display übertragen. Mittels der Navigations-App BringGo manövriert uns dieses System sogar sehr preiswert durch die Straßen.

Dass man im Adam kein Raumwunder zu erwarten hat, darauf lassen bereits die Außenabmessungen schließen. Dennoch sitzen wir in Reihe eins ausgesprochen großzügig. Dank Easy-Entry-Einstiegshilfe gelingt auch der Zustieg zu den hinteren Plätzen ohne große Verrenkungen. Allerdings wird der Platz hier spürbar knapper, als Großgewachsener jenseits der 1,85 Meter stoßen wir gerade was die Kopffreiheit angeht an unsere, oder besser gesagt an seine Grenzen.

Auch das Kofferraumvolumen von gerade mal 170 Liter ist im Nu ausgeschöpft, die sehr hohe Ladekante erschwert zudem das Be- und Entladen schwerer Gegenstände. Zwar ist das Ladeabteil auf bis zu 663 Liter erweiterbar, an den zu überwindenden Hürden ändert dies jedochnichts und wiederum entsteht durch Umlegen der Rücklehnen eine zusätzliche Stufe.

Auf den vollintegrierten FlexFix-Fahrradträger verzichtet Opel aber auch beim neuen Adam nicht. Für 590,- Euro nimmt der Mechanismus ein Fahrrad mit einem Gewicht von bis zu 30 Kilogramm auf. Ein optionaler Adapter ermöglicht sogar den Transport eines weiteren Rades bis zu 20 kg.

Durch Abkippen des gesamten Trägers, ist auch in vollbeladenem Zustand der Zugang zum Kofferraum möglich.

Die Fahrwerksauslegung ist wie die Optik bereits erahnen lässt knackig agil. Die Modelle mit 17- und 18-Zoll-Felgen kommen dabei serienmäßig mit Sportfahrwerk inklusive einer direkteren Lenkung daher.

Der Adam liegt hiermit dynamisch und satt auf der Straße, kurvenreiche Passagen meistert er nicht nur souverän, sondern vermittelt dabei auch regelrechten Fahrspaß. Diesen büßt der Kleine wiederum bei auftretenden Straßenschäden und Bodenwellen mit einem deutlichen Durchschlagen und Poltern wieder ein.

Wie sich die komfortablere Fahrwerksabstimmung hier macht, konnten wir leider noch nicht erfahren.

Ob Komfort- oder Sportfahrwerk, flink und wendig meistert er den Stadt-Parcous bravourös. Die kompakten Fahrzeugmaße stellen selbstverständlich optimale Vorraussetzungen dar, dennoch bietet der Rüsselsheimer dank serienmäßigem City-Modus ein weiteren Vorteil und ermöglicht somit ein kinderleichtes Rangieren.

Fast wie von Zauberhand geht gegen einen Aufpreis von 580,- Euro auch das Einparken vonstatten, ist der Parkassistent aktiviert sucht und findet dieser nicht nur eine passende Lücke, sondern lenkt auchvollautomatisch in diese ein – einzig Bremse und Gas muss noch vom Fahrer betätigt werden.

Funktionen wie das elektronische Stabilitäts-Programm ESPPlus, ABS, eine Traktionskontrolle sowie die elektronische Bremskraftverteilung und Kurvenbremskontrolle oder der Berg-Anfahr-Assistent sind im Fahrzeug stets serienmäßig verbaut.

Geht es um den Antrieb des Adam zeigt sich Opel dagegen weniger innovativ und rüsten den Kleinwagen zunächst mit „nur“ drei bekannten Benzinmotoren aus.

Neben dem 1,2-Liter mit 51 kW steht der 1,4-Liter in den Leistungsstufen 64 kW sowie 74 kW zur Wahl. Die 87 PS Variante stellt dabei das von uns gefahrene Triebwerk dar.

Wie auch die 100 PS starke Motorisierung schöpft das Aggregat aus einem maximalen Drehmoment von 130 Newtonmetern. Um flott vorwärts zu kommen möchte der Benziner jedoch bei Drehzahl gehalten werden. Was erfreulicherweise mit keinem störenden Motorengebrüll quittiert wird.

In 12,5 Sekunden spurtet der kleine Adam letztlich von Null auf 100 km/h, womit er rund eine Sekunde der stärken Variante unterliegt. Nach oben hin wird die Luft dann zunehmend dünner, 176 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit sind für einen Kleinwagen aber letztlich ausreichend. Mit Tempo 185 liegt das Topaggregat etwas darüber.

Ob 1.2 oder 1.4 Liter Ottomotor, die Aggregate sind für 355,- Euro Aufpreis mit dem ecoFLEX-Technologiepaket ausgestattet. Dieses beinhaltet ein Start/Stop System, eine Schaltempfehlung sowie weitere Effizienzmaßnahmen bis hin zu speziellen 15 und 16 Zoll großen Leichtlaufreifen.

Geht es nach dem Hersteller begnügen sich so beide1,4-Liter-ecoFLEX-Varianten mit 5,1 Liter auf 100 Kilometer. Die Bordcomputeranzeige weichte während unserer Ausfahrt um gut zwei bis drei Liter von diesem Wert ab. Ein Ergebnis das allerdings entstand, ohne den Gasfuß ständig zu zügeln.

Die Schaltung konnte mit kurzen Wegen dem erwarteten Anspruch genügen, ein sechster Gang wäre aber gerade bei Autobahnetappen wünschenswert gewesen.

Der kleinste Opel steht seinen größeren Modellgeschwistern was die Sicherheit angeht in nichts nach.

Und so umfasst der Adam nicht nur serienmäßig zwei Frontairbags, Brust-Becken-Seitenairbags vorn sowie Kopfairbags rundum oder auskuppelnde Sicherheitspedale und die Kindersitzbefestigung ISOFIX inklusive Top-Tether-Befestigungsösen im Fond, sondern kann wenn gewünscht um Assistenzsysteme wie beispielsweise den Parkassistenten, der außerdem einen Toter-Winkel-Warner beinhaltet und den Geschwindigkeitsregler inklusive -begrenzer ergänzt werden.

Dass Kleidung von der Stange stets günstiger als Maßanfertigungen sind, ist bekannt und verständlich. So ist auch die Preisgestaltung des Opel Adam zu rechtfertigen, die sich des weiteren „unauffällig“ in die Riege der Lifestyle-Fahrzeuge einreiht.

Die Basis „Adam“ startet, ausschließlich in Verbindung mit dem 1.2 Benziner verfügbar, ab 11.500,- Euro. Die unendlichen Gestaltungsmöglichkeiten sind jedoch den Linien „Jam“, „Glam“ und „Slam“ vorbehalten, womit sich die Einstiegsvariante unseres Erachtens von vorne herein disqualifiziert.

So sollten Sie schon eher mit 13.400,- Euro rechnen oder sogar im Falle des 1.4 ecoFLEX Adam Slam mit 16.085,-Euro.

Um sich ein genaues Bild von allen serienmäßigen sowie gegen Aufpreis erhältlichen Ausstattungsdetails zu machen, möchten und können wir Sie an dieser Stelle einzig auf die sehr umfangreiche Preisliste verweisen.

Stand: Januar 2013; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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