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Nissan Qashqai – Automatisch besser.

Unser Testwagen hätte eine Version mit neuem Einstiegsmotor sein sollen – wurde leider nichts draus – so müssen wir uns mit dem sicher ganz hervorragenden, aber auch schon altbekannten 2-Liter Diesel mit 150 PS begnügen und uns auf das schöne Panorama-Glasdach, die Rückfahrkamera, den Around View Monitor sowie die für uns ebenfalls neue Automatik konzentrieren. Die arbeitet sehr sanft, einen deutlichen Ruck gab es zumeist nur beim Zug am Wählhebel um von der Parkstellung auf R zu kommen. Der Verbrauch ist mit der 6-Stufen-Automatik etwas höher als früher beim Handschalter, aber dafür kommt sie bestens mit dem kräftigen Motor zurecht. Der Einstieg beginnt mit dem Acenta bei 29.490,- Euro, geht über den I-WAY mit 31.590,- Euro und endet beim Tekna DPF mit 34.290,- Euro – 4WD ist beim großen Diesel immer mit dabei.

Sich für den Nissan Qashqai zu erwärmen fällt nicht schwer, selbst oder vielleicht sogar gerade dann nicht, wenn es draußen bitter kalt ist und so viel Schnee fällt, dass wir keine vernünftigen Außenfotos selbst machen konnten. Seine Optik ist gefällig und hebt sich ab, auch wenn sie mittlerweile doch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat.

Schwungvoll, dynamisch, mit einem schützendenKunststoffmantel um das gesamte Fahrzeug unten rum, ein Pkw mit SUV-Optik – und uns gefällt nicht nur die Optik. Ja, und weil das nicht nur wir so empfinden verkauft sich der Japaner auch ziemlich gut.

Auch im Innenraum hat sich der Crossover, der nach eigenen Aussagen von Nissan eine Kombination aus Schrägheck und Kombi sein will und unbestritten auf jeden Fall im hart umkämpften C-Segment, also der klassischen Kompaktklasse zu Hause ist, nicht groß verändert. Hochwertige Verarbeitung angreiffreundlicher Materialien in ansprechender Aufmachung sorgen für allseits gefällige Ausblicke.

Und nach wie vor ist die kombinierte C-/D-Säule ziemlich breit, aber dafür gibt es für den aktuellen Qashqai jetzt auch eine Rückfahrkamera und einen Around View Monitor. Das sind zusätzlich noch vier kleine Augen (Mikro-Kameras) auf jeder Seite sowie vorne und hinten, die so zusammen geschaltet werden, dass man neben dem Bild der Rückfahrkamera auch das Bild vom Fahrzeug quasi von oben sieht mit der gesamten Umgebung. Ganz hilfreich, sobald man sich daran gewöhnt hat, denn neben der 360°-Ansicht kann der Fahrer auch Großansichten von Front-, Heck- und dem Seitenbereich auf der Beifahrerseite zur Einparkhilfe heranziehen.

Wer den Weg aus der Garage oder der Parklücke ohnehin schon im Schlaf beherrscht,der wird sich dann vielleicht lieber das Panorama-Glasdach zulegen (900,- Euro Aufpreis beim Acenta, Serie beim Tekna und I-WAY) und so den fast grenzenlosen Blick in den Himmel genießen.

Geblieben sind die gut ablesbaren Rundinstrumente, die ausreichend großen Sitze, der einfache und bequeme Einsteig dank erhöhter Sitzposition (15 cm höher als in einer normalen Limousine) und auch die Platzverhältnisse sind nach wie vor gut, sei es was das große und kühlbare Handschuhfach angeht oder die fünf Sitzplätze sowie den Kofferraum, der von 410 Liter auf bis zu 1.513 Liter anwachsen kann. Aber auch die nicht weit genug öffnende Heckklappe, die doch recht hohe Ladekante und der nach dem Umlegen der Sitze ansteigende Ladeboden sind geblieben.

Er federt komfortabel wie ein Pkw, untersteuert in schnellen Kurven wie ein Pkw, legt sich aber deutlich stärker mit der Karosserie in schnelle Kurven. Das lässt sich beim 2 Liter dCi aber problemlos abstellen, indem man ganz bequem per Drehrad auf 4WD schaltet und hier nicht nur eine spürbare Verbesserung der Traktion erreicht, sondern auch das Untersteuern minimieren kann, die Seitenneigung bleibt aber.

Je flotter man unterwegs ist, um so straffer arbeitet die im Stadt- und Rangierbetrieb angenehm leichtgängige Lenkung, mit der man einen guten Kontakt zurStraße erhält. Und da der Qashqai eine Bodenfreiheit von immerhin 20 cm aufwiest, kann man mit dem Allrad-Antrieb auch schon mal auf die Idee kommen, sich abseits befestigter Wege zu bewegen.

Ohne Frage ist der Japaner aber auf Asphalt zuhause, liegt auch bei höherem Autobahntempo ruhig – auch wenn man dann plötzlich in eine Vollbremsung übergehen muss. Der Bremsweg liegt bei rund 36 Metern aus Tempo 100, ein Nachlassen war auch beim aktuellen Testwagen nicht festzustellen und auch an der feinen Dosierbarkeit und dem schnellen Ansprechverhalten hat sich nichts geändert.

Wenn wir die Preislisten des Nissan Qashqai richtig lesen, dann ist der 2.0 dCi mit 110 kW noch immer nur in der Version Tekna, also der teuersten Ausstattungslinie mit einem Dieselpartikelfilter ausgestattet. Das ist unverständlich.

Aber auch schon das einzige, das wir an diesem Aggregat zu bemängeln hätten, auch in Verbindung mit der Automatik. Denn der 2 Liter Turbodiesel läuft angenehm ruhig, dreht kraftvoll hoch und schiebt den rund 1,6 Tonnen schweren Qashqai druckvoll nach vorne. Dank der 110 kW/150 PS bei 4.000 U/min und dem maximalen Drehmoment von 320 Nm bei niedrigen 2.000 Touren geht er auch mit der 6-Stufen-Automatik in immerhin 11,0 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und wird 188 km/h schnell.

Und dabeikann man mit der Arbeit der Automatik ganz zufrieden sein, im normalen Fahrbetrieb schaltet sie sehr sanft, man spürt kaum, dass sie etwas tut. Nur beim Kickdown lässt sie sich allerdings ein bisschen viel Zeit mit dem Zurückschalten, führt aber auch unter Volllast die Schaltvorgänge sanft aus.

Man kann, wenn man will, selber schalten, das geht auch mit dem dicken Wählhebel recht einfach durch Drücken nach vorn oder hinten, und auch diese Befehle werden sanft und ausreichend schnell umgesetzt. Nachdem die Automatik aber mit dem starken Motor leichtes Spiel hat, braucht sie oft gar nicht Schalten sondern nutzt das gute Drehmoment um einfach nur hochzudrehen.

Nur wenn viel Schnee auf der Straße lag, war die Automatik auch schon mal im falschen Gang, sonst passierte ihr das aber so gut wie nie. Der Wählhebel ist schön dick und liegt angenehm in der Hand, bisweilen geht es aber nur mit einem deutlichen Ruck von der Parkstellung nach R.

Der Verbrauch ist nicht nur laut Werksangaben mit der Automatik etwas höher als beim Handschalter, auch wir haben ein wenig mehr verbraucht, konnten aber selbst beim häufig gewählten 4WD Auto-Modus befriedigende Werte messen. So lag der Mixverbrauch auf der Autobahn – und das auch schon mal ein bisschen flotter – zwischen 7 und 7,4 Litern, dann im Nah undMittelstreckenverkehr im Stadt-Land-Mix und bei in normaler Fahrweise waren es 6,9 Liter auf 100 km.

Waren die Straßen schneefrei, konnten wir bei normaler bis zurückhaltender Fahrweise im Mix mit viel Landstraße auf 5,8 bis 6,0 Liter Diesel kommen, lagen damit praktisch auf dem Niveau der Werksangaben, die dem Qashqai 2.0 dCi außerorts 5,8 Liter, innerorts 9,1 Liter und im Mix 7,0 Liter bescheinigen.

Nichts Neues gibt es auch in Sachen Sicherheitstechnik zu vermelden. 6 Airbags, Dreipunktsicherheitsgurte vorn (mit Gurtkraftbegrenzer und Gurtstraffer) und hinten, dazu höhenverstellbare Kopfstützen (die könnten hinten etwas weiter ausziehbar sein) und natürlich ESP, ABS, Bremsassistent und Bremsfading-Ausgleich.

Der Nissan Qashqai 2.0 dCi startet als Acenta bei 29.490,- Euro, der I-WAY kostet dann 31.590,- Euro und für den von uns gefahrenen Tekna müssen Sie 34.290,- Euro auf den Tisch blättern, 4WD und Automatik inbegriffen, und nur beim Tekna auch DPF, also der Dieselpartikelfilter.
Und eine top-modell-typische, sehr unfangreiche Grundausstattung, zu der auch eine Lederausstattung, Xenon-Scheinwerfer, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, Sitzheizung, Nissan Connect mit Rückfahrkamera, Panorama-Glasdach, beleuchtete Make-up-Spiegel und ein Sechsfach-CD-Wechsler gehören.

Als Extrasbleiben da nur noch die Metallic- oder Mineraleffekt-Lackierungen für 550,- Euro und der Around View Monitor. Gut für Vielfahrer: Nur alle 30.000 km muss der Qashqai zur Wartung in die Werkstatt.

Stand: April 2013; Test: Redaktionsbüro Lind; Fotos: Nissan/Red.Lind

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