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Nissan Pulsar

Pulsare sind Neutronensterne und zeichnen sich durch ein pulsierendes Strahlen aus, der Nissan Pulsar strahlt da in einer ganz anderen Art und Weise. Dabei sieht man es ihm – vor allem in der grauen Lackierung unseres Testwagens – eigentlich gar nicht an, dass er irgend etwas reißen könnte. Dabei ist er nicht hässlich, nur so grau auch kein Eyecatcher. Und so waren es in unserem Fall vor allem seine inneren Werte, die ihn zu einem tollen Begleiter machten. Da ist sein sehr gutes Platzangebot, vor allem aber sein feiner Motor, der richtig sparsam kann und doch echt gute Leistungen abliefert, sein ausgewogenes Fahrwerk, das ihn richtig flott um die Kurven gehen lässt und trotzdem Straßenschäden tadellos wegbügelt, seine angenehme Lenkung und die knackige Schaltung. Da vergisst man glatt, dass unser Testwagen in einigen Bereichen richtig spartanisch ausgestattet war …

Dass er wie eine graue Maus wirkte, lag vor allem an der Farbe unseres Testwagens, entscheiden Sie sich hier für etwas knalligeres, dann wirkt der Pulsar gleich viel frischer und peppiger. Und dann vielleicht noch schicke Alufelgen mit Breitreifen aufgezogen und er macht eine richtig gute Figur.

Denn die Linienführung ist durchaus flott, das beginnt bei der tief nach unten gezogenen Frontschürze, geht weiter über den Nissantypischen Chromwinkel im Kühler, dessen Linien sich in den markanten Sicken auf der Motorhaube fortsetzen und findet in den schwungvollen vorderen Radhäusern ihre Ergänzung.

Mit der schwungvoll ansteigenden Gürtellinie leiten die weit in die Seite reichenden Rückleuchten das knackige Heck ein. Vor allem der angedeutete Diffusor an der Heckschürze lässt den Pulsar breit und geduckt dastehen undschreit förmlich nach einem dicken Auspuffrohr. Bei einem 1,2 Liter-Motor mit gerade mal 115 PS werden Sie jetzt denken. Doch der kann mehr als man erwartet, doch dazu später.

Bleiben wir erst mal am Heck und dem Kofferraum. Die Ladekante ist noch angenehm niedrig, danach geht es aber gut 20 cm in die Tiefe. Unter dem Boden steckt neben dem Verbandskasten und Warndreieck ein Reifenreparaturset sowie ein Abschlepphaken.

Der Kofferraum selbst ist nicht nur ziemlich groß (385 Liter) sondern auch so ganz gut nutzbar, die Sitze können einfach durch je einen Zug oben am Sitz im Verhältnis 60 zu 40 umgeklappt werden, es bleibt aber eine große Stufe von ebenfalls rund 20 cm. Das stört natürlich beim Beladen, trotzdem gehen jetzt 1.395 Liter rein.

Steigen wir eins weiter vorne ein, und stellen fest, dass auch hinter einem 1,80 m großen Fahrer noch geradezu fürstliche Platzverhältnisse für einen ebenso großen Mitfahrer herrschen, die Kopfstützen können allerdings hier hinten nicht weit genug ausgefahren werden. Drei Erwachsene nebeneinander geht grad so, dafür gelingt der Ein– und Aussteig auch hinten sehr bequem. Vorne natürlich auch, und auch hier ist der gebotene Platz sehr gut.

Die Sitze sind ausreichend straff gepolstert, ausreichend groß dimensioniert und auch so ganz gut ausgeformt, bieten somit auch guten Seitenhalt, den braucht man auch, wie wir gleich noch sehen werden. Die Verstellung erfolgt für die Lehne nur mit einem Hebel, ein feinfühligeres Drehrad wäre mir lieber gewesen. Was fehlt ist eine Lordosenstütze, der Rest geht manuell einfach zu bedienen.

Das Armaturenbrett ist so schön gemacht, mit einem großen Schwung ist eine Einlage verbaut, die in unserem Fall eigentlich in Wagenfarbe sein könnte, zumindest liesedas Raum für Individualität. Kleine Chromapplikationen am Armaturenbrett, dem Schalthebel, der Getränkebox usw. lockern das Ganze sehr schön auf. Die Mittelkonsole scheint über dem Armaturenbrett zu schweben.

Es scheint als hätte man aus einer höheren Ausstattungsstufe das Kunstleder in den Türverkleidungen übernommen, in unserem Testwagen waren die Sitze, aus glattem und gemusterten Stoff, optisch ansprechend gemacht.

Die elektrischen Fensterheber haben nur auf dem Fahrerplatz eine Up- und Down-Automatik und die Außenspiegel sind elektrisch einstellbar, aber schon hier merkt man, dass es sich um das Basismodell Visia handelt, denn beheizbar sind sie nicht. Und das Lenkrad ist mit Plastik umhüllt, er hat zwar einen Tipp-Blinker, aber keinen Regensensor, keine Lichtautomatik, keinen Toterwinkel-Warner oder eine automatische Notbremsfunktion, er hat nicht mal eine Einparkhilfe, dabei ist der Wagen durch die breiten C-Säulen nicht sonderlich übersichtlich.

Das Lenkrad hat Fernbedienungsknöpfe für den Tempomat, den Speedlimiter und das Radio, sie sind, wie alles andere auch, in Orange-Rot beleuchtet. Lediglich die Schalter für ESP, Auto-Start-Stopp und die Leuchtweitenregulierung sind etwas weit unten angebraucht, alles andere ist gut erreichbar. Die Drehschalter für Heizung, Lüftung und Klima sind etwas antiquiert, rote und blaue Striche für die Temperaturregelung hat man heute kaum noch. Darüber das Radio ist modern gestaltet und alles ist einfach und intuitiv zu bedienen, auch wenn man den Sound oder die Uhrzeit einstellen will braucht es keinen Blick in die Bedienungsanleitung.

In der Mitte zwischen den zwei großen Rundinstrumenten mit Tacho und Drehzahlmesser – gut ablesbar und mit Chromring verziert – steckt ein großesDisplay, in dem u.a. auch der Verbrauch angezeigt werden kann. Darunter wird die Reichweite und der Kilometerstand angezeigt. Am Ende jeder Fahrt wird der erreichte Durchschnittsverbrauch angezeigt und der kann für spätere Vergleiche eingespeichert werden. Und da haben wir uns doch schon mal gewundert – positiv, um das schon mal vorweg zu nehmen.

Das Fahrwerk ist angenehm straff und bietet doch richtig guten Komfort. Ob Querrillen oder ein kurzes Schlaglochintermetzo, alles wir sehr gut weggefiltert, wo man echtes Gepolter erwarten würde kam nur ein auch akustisch kaum vernehmbares Rauschen – fertig. Auch Kopfsteinpflaster dringt kaum nach innen, es klappert nichts, es rappelt nichts, einfach prima.

Na, dann wird er doch nicht so toll liegen? Schließlich hat er ja auch nur Stahlfelgen und kaum breite Reifen drauf. Im Gegenteil, er liegt selbst damit sehr gut und ruhig auf der Straße, sehr satt und sicher, mehr wie ein deutlich schwereres Auto. Er fängt vor Erreichen des Grenzbereiches an mit den Reifen zu quietschen, bleibt aber ganz wenig untersteuernd lange sehr gutmütig und schafft dabei ein hohes Kurventempo.

Dazu passt die ebenfalls angenehm straffe und direkte Lenkung, mit ihr hat man ein sehr gutes Gefühl für das Fahrzeug und die Straße. Richtig straff gehen die äußeren, echten Türgriffe ans Werk, sie verlangen nach einem richtig beherzten Zug.

Beherzt greift die ABS-Bremsanlage mit elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent sowie Scheibenbremsen vorn und hinten zu. Bei einer Vollbremsung bringt sie den Pulsar ohne viel Reifenquietschen oder ABS-Rubbeln sehr schnell spurtreu zum Stehen, aus Tempo 100 heraus schon nach 35 Metern. Dabei spricht die Bremse spontan an und ist gut dosierbar, das gesamte Fahrzeug istim Alltag absolut unproblematisch und war uns im Laufe des Tests stets ein sehr angenehmer Begleiter.

Und daran hat der Motor einen ganz großen Anteil. Jetzt denken Sie sicher wieder: Was macht der denn wegen einem 1,2 Liter Benziner mit 115 PS für einen Aufriss? Ich will es gerne zugeben, mehr als alles andere hat mich dieser kleine Vierzylinder überrascht und zugleich begeistert.

1.197 cm³ Hubraum und 85 kW / 115 PS bei 4.500 U/min lassen jetzt nicht unbedingt auf stürmische Zeiten schließen, die 190 Nm bei niedrigen 2.000 Touren lassen einen da schon eher aufmerken. Beim Anlassen gibt er sich leise und kultiviert, also 1. Gang rein und los … und schon quietschen die Reifen was das Zeug hält und der Kleine, pardon große Kompakte sprintet nach vorne. Die 10,7 Sekunden bis Tempo 100 kommen einem viel kürzer vor.

Bein nächsten Losfahren nimmt man sich gleich etwas mehr zurück und schon klappt das Anfahren problemlos, vom Antrieb an der Vorderachse ist eigentlich nichts zu spüren. Und zu hören ist auch kaum was, der Motor bleibt akustisch immer dezent im Hintergrund, läuft zu praktisch jeder Zeit ausgesprochen kultiviert und leise, zieht aber prima hoch, Spitze 190 km/h sind auch okay.

Er dreht willig hoch, kann aber auch sehr niedertourig. Die Schaltung ist sehr knackig, nur einen ganz leichten Holperer könnte man über die Leerlaufstellung bemängeln wenn man jetzt ganz pingelig sein will. Ansonsten gefallen kurze Wege sowie die exakte und angenehm straffe Führung. Das Schalten macht richtig Laune weil auch die Anschlüsse passen und alles gut mit dem kleinen Turbomotor harmoniert, auch die Schaltempfehlung, die hilft, Sprit zu sparen.

Und da waren wir dann mal so richtig erstaunt, als wir auf unserer Normstrecke ganze 4,7 Literauf 100 km geschafft haben, wenn auch mit etwas zurückhaltendem Gasfuß. Ganz normal bis richtig flott gefahren waren es zwischen 5,2 und 5,5 Liter im Mix.

Unser Pulsar Visia stellt die Basisausstattung dar, und das merkt man auch bei der Sicherheit, denn wie bereits gesagt, Toter-Winkel-Warner, Auffahrschutz, Rückfahrkamera etc. sucht man vergebens, allenfalls als Extra. Allerdings die aktive Spurkontrolle ist schon in der Basis mit dabei.

Ansonsten muss man sich hier mit den „normalen“ Dingen wie Front- und Seitenairbgas vorne sowie Kopfairbags vorn und hinten sowie die standardmäßigen Sicherheitsgurte und Kopfstützen begnügen.

Wer sich gerne mit einigen Helferlein und Luxus umgibt, der ist vielleicht mit dem Visia für 17.940,- Euro mit dem 1.2 DIG-T Motor mit 115 PS nicht so gut beraten, man bekommt nur das nötigste an Ausstattung wie z.B. el. Fensterheber, manuelle Klimaanlage, el. verstellbare Außenspiegel, höhenverstellbaren Fahrersitz, zweifach verstellbare Lenksäule, Radio-CD, Tempomat und ein paar Dinge mehr.

Für 20.580,- Euro kann man sich dann im Acenta richtig wohlfühlen, der hat dann nicht nur die beheizbaren Außenspiegel sondern auch die Fahrlichtautomatik, den Regensenor, Intelligent Key mit Start-Stopp-Knopf, Klimaautomatik, Lederlenkrad, Sitzheizung vorne, Nebellampen, schicke Alufelgen, automatisch abblendenden Innenspiegel ect. an Bord.

Für ihn gibt es auch für 800,- Euro das Nissan Connect Navigatiossystem oder das Technology Paket für 1.600,- Euro, das ebenfalls Nissan Connect sowie den Arround Vew Monitor, Nissan Safety Shield und el. anklappbare Außenspiegel beinhaltet, die Metallik-Lackierung kostet stets 550,- Euro. Einiges sparen lässt sich dann ggf. noch mit aktuellen Sondermodellen.

Alle 20.000km oder aber alle 12 Monate muss der Pulsar zur Wartung in die Werkstatt, die Versicherungseinstufungen lauten HPF 15, TK 19 und VK 20, drei Jahre Fahrzeuggarantie bis 100.000 km sind serienmäßig.

Stand: Juni 2015; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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