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Nissan Murano 2.5 dCi

2005 führte Nissan in Europa den Offroader Murano ein, und wenn sich das Fahrzeug auch 2008 einer gelungenen Überarbeitung unterzog, so dürfte das fehlende Dieselaggregat den Erfolg hierzulande deutlich eingebremst haben. Schließlich entscheiden sich bis zu 90 Prozent der Käufer in diesem Segment für effiziente Selbstzünder. Somit war es längst überfällig, dass die Japaner 2010 mit einer Dieselvariante nachgelegt haben. Diese Einführung nutzten die Verantwortlichen sogleich für eine kleine Modellpflege im Detail und nahmen auch Veränderungen am Fahrwerk vor.

Die äußerlichen Veränderungen einhergehend mit der Einführung der neuen Dieselmotorisierung betreffen zum einen den vergrößerten Kühllufteinsatz, den etwas tiefer gezogenen Spoiler und die weiter nach außen gerückten Nebelscheinwerfer sowie die veränderten Rückleuchten. So bewahrt sich auch die aktuelle Version ihren absolut eigenständigen und sehr charakterstarken Auftritt.

Die Formgebung der Front mit der spitz zulaufenden Schnauze sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert. Die Scheinwerfer bilden dabei eine gelungene Einheit mit dem markanten Kühlergrill in strahlendem Chrom.

Wenn auch die Seiten- sowie Heckansicht im Vergleich zur Front an Extravaganz verliert, so füllen die serienmäßigen 18 Zöller nicht nur die markanten Radläufe aus, sondern sichern dem Fahrzeug auch einen sicheren Stand. Gleiches gilt für den Abschluss des Murano, dessen groß ausgeführten Heckleuchten bis in die Seitenflächenhineinragen.

Der sehr schlechten Rundumsicht schafft Nissan mittels Rückfahrkamera und einer zusätzlichen Linse, platziert im rechten Außenspiegelgehäuse, gelungen Abhilfe.

So sollte das Blechkleid vor unschönen Parkremplern schon mal ziemlich sicher sein, sind Kratzer dennoch nicht zu vermeiden, kommt der von Nissan patentierte „Scratch Shield Paint“-Klarlack zum Einsatz. Denn dank diesem speziellen Überzug regeneriert sich der Lack innerhalb weniger Tage wieder und von der Schramme ist nichts mehr zu sehen.

Mit dem Generationswechsel hat der Murano außen wie innen bereits deutlich an Ausdruck gewonnen, im aktuellen Offroader konnten die Verantwortlichen dank neuer angreiffreundlicher Materialien zudem die Wertanmutung um ein weiteres steigern.

Dabei sparten die Designer wahrlich nicht an silberfarbenen Aluminium-Dekors, die großflächig im gesamten Cockpit verbaut und um weitere Chromdetails ergänzt wurden. Je nach Geschmack kann der Kunde dies mit klassisch schwarzem oder beigefarbenen Leder/Kunststoff kombinieren.

Im Dunkeln ist der gesamte Innenraum in ein warmes Licht gehüllt und die Schalterelemente sind allesamt gut beleuchtet, deren Anordnung nicht nur in optimaler Reichweite sondern auch gut im Blick liegen. Einzig die Klimaeinheit ist etwas nach unten gerutscht.

Um dem Fahrer die Bedienung so angenehm wie möglich zu machen, ist im Murano zudem ein Multifunktionslenkrad verbaut und auch das schlüssellose Zugangs- und Startsystem unterstreicht den hohen Komfortanspruch.

Dies gilt auch für das serienmäßigeInfotainment- und Audiosystem, dass sich selbsterklärend mittels Tasten, Sprachsteuerung oder dem sieben Zoll großen Touchscreen-Display steuern lässt. Neben dem Navigationssystem inklusive 40-Gigabyte-Festplatte und der Darstellung in 3D-Vogelperspektive beinhaltet das System auch eine 9,3 GB große Musik-Box, eine iPod- und USB-Schnittstelle, ist MP3-kompatibel und verfügt zudem über einen AUX-in-Anschluss sowie dem Bluetooth Audio Streaming. Via CD-Spieler können bei stehendem Fahrzeug auch DVDs abgespielt und Filme angesehen werden.

An dem sehr komfortbetonten Gestühl hielt man fest und so rutschen wir auch weiterhin in schnell gefahrenen Kurven auf dem Sitz hin und her und vermissen den nötigen Seitenhalt. An vielfach elektrischen Verstellmöglichkeiten sowie einer Sitzheizung mangelt es dem Murano dagegen nicht.

Letztere verwöhnt dabei sogar die Passagiere im Fond und sorgt im Nu für einen warmen Sitz. Zudem hält der Offroader reichlich Platz bereit und das für bis zu fünf großgewachsene Personen.

Das sehr großflächige Glas-Schiebedach schränkt dabei nicht den üppigen Kopfraum ein und bietet dagegen den Insassen freien Blick gen Himmel und ermöglicht dank zweigeteilter Ausführung durch öffnen des vorderen Teils den Innenraum auch mit frischer Luft zu durchströmen. Während das Panoramadach für den „Einstiegs“-Murano gegen Aufpreis erhältlich ist, kann der Executive bereits serienmäßig damit aufwarten.

Das gilt auch für die elektrisch öffnende bzw. schließende Heckklappe, die für einen komfortablenZugang sorgt. Allerdings geht der Vorgang etwas langsam vonstatten und der dabei kontinuierlich auftretende Piepton stört ehrlich gesagt.

Der Kofferraum fasst in normaler Konfiguration gute 402 Liter und hält praktische Details wie Haken für die Sicherung vom Ladegut oder gar einen Laderaumteiler bereit.

Wer mehr Platz benötigt, erhält diesen nach Umlegen der Rücksitzlehnen im Verhältnis 60:40. Einzig ein Zug am Griff ist nötig und die Lehne klappt vor, nimmt dabei die Sitzfläche automatisch mit herunter. Wenn auch die Ladefläche leicht ansteigend ist, so wächst der Stauraum auf maximal 1.510 Liter an.

Das All-Mode-4×4-Allradsystem treibt im normalen Fahrbetrieb rein die Vorderräder an, verliert das Fahrzeug jedoch an Traktion wird die Kraft automatisch und via Lamellenkupplung bis zu 50 Prozent an die Hinterachse geleitet.

Diese haben die Ingenieure nun durch eine Multilink-Hinterachse ersetzt, was dem Wagen eine verbesserte Agilität garantieren soll.

Wenn er sich auch beim Kurvenräubern stets mit seinem ganzen Gewicht hineinlegt macht er auch das gutmütig mit. Dennoch liegen seine Stärken ganz klar beim Dahingleiten. Komfortorientiertes Cruisen macht mit dem Murano richtig Laune, grobe Schlaglöcher dringen aber leider ins Innere durch.

Angepasst an die Fahrwerksauslegung zeigt sich auch die leichtgängige angenehm präzise Servolenkung, die zwar geschwindigkeitsabhängig arbeitet, aber gerade bei zügigerer Fahrweise die nötige Straffheit vermissen lässt.

An standfester Bremskraft fehlte es dem Murano dagegenzu keiner Zeit. Selbst aus hohen Geschwindigkeiten heraus verzögerte das SUV dank innenbelüfteter Scheibenbremsen rundum sowie Vierkanal-ABS, einer elektronischen Bremskraftkontrolle (EBD) und dem Bremsassistenten mühelos und zuverlässig.

Der 256 PS starke 3,5-Liter-Benziner wurde vernünftigerweise um den überarbeiteten 2.5 dCi ergänzt, der 190 PS Leistung (140 kW) entfaltet und aus 450 Newtonmeter Drehmoment schöpfen kann.

Damit ist das schwere Gefährt durchaus spritzig zu handeln, lässt einzig von unten heraus etwas Durchzug vermissen, erreicht aber bereits nach 10,5 Sekunden die Tempo 100. Mit 196 Stundenkilometer liegt auch die Höchstgeschwindigkeit auf gutem Niveau. Der Turbodiesel tritt auch erst unter Volllast akustisch hervor und geht sonst angenehm kultiviert ans Werk.

Wenn er auch bei weitem nicht schwerfällig wirkt, so fühlt man sich mit dem Murano 2.5 dCi beim Cruisen einfach am wohlsten.

Der Verbrauch pegelt sich bei dieser Fahrweise um die neun bis zehn Liter ein, die vom Hersteller angegebenen acht Liter sind dann doch recht optimistisch. Jagen wir die 1,9 Tonnen über den Asphalt, laufen gut und gern knapp 15 Liter durch die Benzinleitung. In unseren Augen spricht jedoch nicht nur der deutlich sparsamere Verbrauch für die Dieselvariante, mit einer wenn auch nicht ganz ruckfreien 6-Gang-Automatik bestückt, gefällt uns die Getriebewahl im Vergleich zum stufenlosen Getriebe im Benziner deutlich besser.

Mit sechs Airbags an der Zahl, darunter zweistufig auslösenden Frontairbags, Seitenairbags vorn sowieKopfairbags die bis in den Fond reichen, ist der Murano des weiteren mit aktiven Kopfstützen vorn und ISOFIX-Kindersitz-Befestigungspunkten auf der Rückbank ausgestattet.

Somit ist der Offroader ausreichend bestückt, verzichtet aber auf diverse Fahrerassistenzsysteme, wie beispielsweise einen Spurverlassens- oder Toter-Winkel-Warner.

Doch nicht nur am Sprit können Sie mit dem Diesel sparen, mit 46.450,- Euro ist der Selbstzünder 1.450,- Euro günstiger als die Benzinervariante. Was zunächst nach einer ordentlichen Summe aussieht, wird beim Blick auf die serienmäßigen Features im Nu relativiert.

Denn die Liste liest sich wie das Who-is-Who der Premium-Klasse. Ob Ledersitze, Bi-Xenonlicht, eine Rückfahr- oder Seitenkamera, das Audiosystem mit 6 Lautsprechern, Sechsfach-CD-Wechsler und einer Bluetooth-Schnittstelle, elektrisch einstellbarer Fahrer- (8fach) und Beifahrersitz (4fach), eine Fahrtlichtautomatik oder ein Festplattennavigationssystem inkl. 7″-Farbdisplay und Spracherkennung, ein Multifunktionslenkrad, die Geschwindigkeitsregelanlage, das Intelligent Key-System mit Start/Stop-Knopf, eine Sitzheizung vorn sowie eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik inkl. Pollenfilter ist alles bereits serienmäßig verbaut.

Unglaublich, aber wahr. Nissan setzt mit der Executive-Variante für 50.250,- Euro sogar noch eins drauf und beschallt die Insassen mit einem BOSE-Soundsystem inklusive elf Lautsprechern, durchflutet den Innenraum dank einem zweiteiligen Glas-Hub-Schiebedach mit reichlich Licht und Luft, sorgt mittels Sitzheizung auch im Fondfür einen wohlig-warmen Sitz, stellt den Passagieren vorn eine Memory-Funktion zur Seite und öffnet die Heckklappe elektrisch. Die 20 Zoll Leichtmetallfelgen übertrumpfen zudem die sonst montierten 18 Zöller.

Stand: November 2012; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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