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Nissan Micra – Zurück zu alten Erfolgen?

Der Micra zählt mit 32 Jahren Modellhistorie und millionenfach verkauften Fahrzeugen gewiss zu den großen Erfolgen im Hause Nissan. Doch in der Vergangenheit tat sich Nissan schwer, es dem Kunden recht zu machen. Während die dritte Generation mit den großen Kulleraugen den einen zu auffällig und niedlich war, konnte das darauffolgende Modell mit seiner zurückhaltenden Optik auch nicht voll punkten. Mit dem aktuellen Facelift scheinen die Verantwortlichen aber zumindest optisch wieder den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben. Doch der Markt wird immer härter, das Angebot an attraktiven City-Fahrzeugen üppiger. Um hier mitzuhalten reicht eine ansprechende Optik allein nicht aus. Ein aufgewerteter Innenraum und Ausstattungsdetails wie die clevere Einparkhilfe sollen dem Kunden weitere Anreize bieten. Die Modifizierungen gehen allerdings mit einem etwas höheren Grundpreis einher.

Die Frischzellenkur, der sich der Nissan Micra im vergangen Jahr unterzog, steht dem Kleinen wahrhaft gut zu Gesicht. Während der Vorgänger noch etwas blass daher kam, steht der Kleinwagen nun deutlich selbstbewusster und schnittiger vor uns.

Die Designer veränderten den Auftritt dabei deutlicher als meist bei einem Facelift üblich. Anstelle von zusätzlichen Chromelementen oder dezenten Retuschen, bekam der Micra eine völlig neue Front, mit dynamisch verlaufenden Scheinwerfern, einem umgestalteten und vergrößerten Kühlergrill, eine markanter gezeichnete Motorhaube sowie Stoßfänger verpasst.

Abhängig von der Ausstattung, sind dieserienmäßigen oder optional erhältlichen Nebelscheinwerfer nun nicht mehr rund gezeichnet und außerdem mit Chrom veredelt. Die Kotflügel wurden zudem deutlicher herausgearbeitet, was auch der Seitenansicht mehr Agilität verleiht. Diese gewonnene Dynamik wird von neu gestylten Felgen in 15 und 16 Zoll zusätzlich unterstrichen.

Nicht ganz so gravierend fällt das Lifting am Heck aus, dennoch zeigen auch hier die neuen LED-Rückleuchten und der veränderte Stoßfänger seine Wirkung. Die Farben Perlmetallic (Türkis) und Platinum Sage (Grün) ergänzen dabei das Farbangebot und kleiden den Micra 2014 neu und effektvoll ein.

Die Retuschen im Innenraum sind da schon deutlich geringer ausgefallen. Die runde Klimazentrale bleibt bestehen, die Lüftungseinheit ist im neuen Modelljahr dagegen rechteckig ausgeführt. Uns persönlich gefiel die kreisrunde Ausrichtung der Düsen besser, da die Armatureneinheit so stimmiger wirkte.

Die neu verbauten Materialien und Dekorelemente, darunter das großflächige Klavierlackelement wie auch die silberfarbenen Akzente stehen dem Micra wiederum sehr gut und versuchen die Kunststoff-Landschaft aufzuwerten. An den leider nicht untypischen Plastik-Ausdünstungen ändert dies jedoch nichts.

Die Basis kommt wahrlich spärlich daher, mal ausgenommen von Ausstattungsfeatures, mangelt es der Einstiegsvariante beispielsweise auch an Make-up-Spiegeln oder einer Kofferraumbeleuchtung.

In den höheren Ausstattungen sieht das erfreulicherweise anders aus, hier ist zum einen das Lenkrad- sowie der Schaltknauf in Leder gehüllt und auf Wunsch oderserienmäßig ist der Micra mit dem Infotainmentsystem Nissan Connect bestückt. Dieses umfasst neben dem Audio- auch ein Navigationssystem.

Das daran gekoppelte Touchscreen-Display ist auf 5,8 Zoll angewachsen und auch im Design modernisiert. Ein serienmäßiger USB- und AUX-in-Port sowie ein 12V-Anschluss fehlen im aktuellen Modelljahr ebenfalls nicht.

Die zweite Generation Nissan Connect lässt eine leichte Eingabe mittels Fingertipp-/wisch zu und ermöglicht dem Fahrer dank der sogenannten „send-to-car“-Funktion, Trips und Routen bequem von daheim aus zu planen und direkt an seinen Micra zu schicken.

Auf die Reise können wir neben vier Großgewachsenen auch bis zu 265 Liter Gepäck mitnehmen. Vorn nehmen wir auch mit einer Körpergröße von 1,85 Metern bequem Platz, im Fond stößt der vorhandene Beinraum dann bei 1,80 Metern an seine Grenzen.

Wenn auch überarbeitet, entspricht das Gestühl weiterhin dem erwarteten Kleinwagenniveau, ebenso die unverändert einzig in der Höhe verstellbare Lenksäule.

Mittels dem Easy-Flat-Floor-System lässt sich das Ladeabteil ohne große Mühe auf bis zu 1.131 Liter erweitern, die entstehende Ladefläche ist angenehm eben, jedoch erst zu erreichen, wenn man die sehr hohe Stufe überwunden hat.

Wer sich mit dem Micra in der Stadt fortbewegt, wird großen Gefallen an der enormen Wendigkeit finden. Gerade einmal 9,3 Meter beträgt der Wendekreis, womit dieser Nissan zu einem der handlichsten Fahrzeuge seines Segmentes wird.

Mittels leichtgängiger Lenkung inklusive elektrischer Servounterstützung lässt sich der Micra mit seinenkompakten Abmessungen mühelos durch den Großstadtdschungel manövrieren. Die Suche nach der passenden Lücke wird hier zum Kinderspiel.

Wer sich dennoch beim Abschätzen des Fahrzeuges bzw. des Parkplatzes schwer tun sollte, freut sich über die Einparkhilfe Parkguide, die dem Fahrer mitteilt, ob der Micra da rein passt oder nicht.

Auf Schlaglöcher und Kopfsteinpflaster trifft der Micra in seinem Haupteinsatzgebiet natürlich auch nur zu oft. Diese meistert der kleine Nissan mit tollem Federungskomfort. Dass die Straßengegebenheiten akustisch ins Innere dringen, kann das Fahrwerk allerdings nicht verhindern.

Und auch die Schwächen in punkto Agilität, kann die Modellauffrischung nicht ausmerzen. Der flotte Kurvenritt liegt dem Micra einfach nicht, das Fahrzeug schiebt nicht nur deutlich über die Vorderräder, sondern legt sich auch stark in die Kurve. Verunsichern lassen müssen Sie sich davon jedoch nicht, gerade das ESP hält den Micra sicher auf Kurs.

Gleiches gilt für die Bremsanlage mit elektronischem Bremskraftverstärker und Notbremsassistenten, die bereits auf leichten Tritt spontan anspricht. Aus höherem Tempo heraus werden Vollbremsungen zwar von einem Reifenquietschen begleitet, aber auf die Zuverlässigkeit nimmt das kein Einfluss.

Alles eine Frage der Erwartung … Rein mit Blick auf die Fahrzeugkategorie „Cityflitzer“, können wir das bekannte Motorenportfolio des Nissan Micra rechtfertigen. Mit 59 kW, entspricht 80 PS, und 110 Newtonmeter Drehmoment darf man beim 1,2 Liter Dreizylinder aber auch nicht mehr erwarten.

Der 1.2 DIG-S kommt dankKompressoraufladung zumindest auf 72 kW/98 PS. Und wer tatsächlich öfter den Einsatz abseits der City sucht, sollte dessen Aufpreis in Kauf nehmen. Der kleine Dreizylinder benötigt 13,7 Sekunden aus dem Stand heraus bis er die 100 km/h-Marke passiert, der Vortrieb wird dann aber zunehmend zäher. Maximal sind 170 Stundenkilometer drin, doch der Weg dorthin verlangt Geduld. Wenn auch Motorgeräusche stets präsent sind, so sind diese aber nicht störend.

Der DIG-S schlägt den 1.2 nicht nur was die Leistung angeht, sondern erweist sich letzten Endes auch als das sparsamere Aggregat. 0,7 Liter Ersparnis sollen drin sein, von den vom Hersteller angegebenen fünf Liter waren wir bestenfalls 0,3 Liter entfernt – immerhin. Der CO2-Ausstoß liegt mit 99 g/km beim 98 PS starken Dreizylinder zudem 16 Gramm unter dem des 59 kW-Antriebs.

Das serienmäßige Fünfgang-Schaltgetriebe ist mit einer Schaltempfehlung versehen, kann bezüglich des Schaltkomforts unsere Erwartungen jedoch nicht erfüllen, zumal die teils ungenauen Schaltvorgänge auch akustisch zu vernehmen sind. Wem ein stufenloses CVT-Getriebe zusagt, kann den Handschalter durch solch eine Automatik-Variante ersetzen.
Mit einem Fahrer- und Beifahrerairbag, Kopfairbags rundum sowie Seitenairbags für die vorderen Passagiere oder aber den ISOFIX-Kindersitzbefestigungspunkten auf den äußeren Plätzen im Fond und den Systemen ABS (Anti-Blockiersystem), EBD (elektronischer Bremskraftverteilung) und dem NISSAN Bremsassistenten setzt Nissan sozusagen auf die „Grundsicherung“.

Die Menükarte umfasst neben den beiden Motoren undGetriebevarianten, drei Ausstattungslinien. Wobei die Basis Visia First ausschließlich in Verbindung mit dem kleinsten Benziner und als Handschalter serviert wird. 11.400,- Euro werden hierfür fällig.

Der Acenta steigt sogleich mit 14.170,- Euro ein, die PS stärkere Variante wird mit weiteren 1.700,- Euro berechnet. Die Beilage „CVT-Getriebe“ verlangt jeweils einen weiteren Aufpreis von 1.500,- Euro.

Nicht zwingend nachvollziehbar, der 59 kW Benziner ist in der Topvariante Tekna nur mit Handschalter für 16.860,- Euro erhältlich. Der 1.2 DIG-S wird je nach Getriebe mit 18.560,- oder 20.060,- Euro berechnet.

Ob vielleicht noch ein Dessert drin oder eventuell sogar nötig ist, zeigt ein genauer Blick auf die einzelnen Menüfolgen.

Den wirklich großen Hunger stillt das Basismenü mit der erwähnten Sicherheitsausstattung, elektrischen Fensterhebern vorn sowie einer Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung mit Sicherheit nicht.

Da sättigt der Umfang des Acenta schon deutlich mehr und umfasst u.a. 15-Zoll-Leichtmetallfelgen, elektrisch einstellbare Außenspiegel, einen Dachspoiler, einen höhenverstellbaren Fahrersitz, eine Geschwindigkeitsregelanlage und Geschwindigkeitsbegrenzer, die manuelle Klimaanlage, eine Lenkradfernbedienung, Nebelscheinwerfer sowie das CD-Radio inklusive Bluetooth-Schnittstelle, AUX-und USB-Eingang.

Dieser Variante stehen auch die meisten Optionen zur Wahl, während der Tekna Sie wahrlich nicht hungrig vom Tisch aufstehen lässt. Nicht nur mit einer Fahrlichtautomatik, einem Regensensor, einer Klimaautomatik sowie dem Intelligent Key inklusiveStart/Stopp-Knopf versehen, kommt der Micra Tekna sogar serienmäßig mit dem NissanConnect Navigationssystem mit 5.8″-Touchscreen, dem Panorama-Glasdach wie auch dem Parkguide mit Parksensoren hinten daher.

Welches Micra-Menü darf es also für Sie sein?

Stand: Oktober 2014; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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