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Nissan GT-R MY 2017

Ende 2007 mischten die Japaner mit dem Nissan GT-R das Sportwagen-Segment gehörig auf, zwar stets über die Jahre kosmetisch aufgefrischt, präsentiert die Marke aber erst mit dem neuen Modelljahr 2017 eine der umfangreichsten Änderung seit Einführung. Mit mehr Leistung, neu gewonnenem Komfort sowohl seitens Fahrwerk wie auch Akustik, gesteigerter Haptik und Wohlfühlatmosphäre ist die neue Generation weniger brutal, weniger hart und weniger laut. Aber verweichlicht ist der Nissan GT-R deshalb keineswegs.

Der japanische Super-Sportwagen legt seit jeher alles andere als Zurückhaltung an den Tag, regelrecht vor Kraft strotzend werden im GT-R Filme wie Fast & Furios absolute Realität. Der Nissan GT-R ist der Inbegriff eines Supersportwagen und dennoch ist auch bei dem von uns getesteten Modell noch Luft nach oben, wie der Ausblick auf die schon in wenigen Wochen eingeführte NISMO-Variante zeigt.

Dass es nicht zwingend ein NISMO sein muss, zeigt aber eine Ausfahrt mit dem „zivilen’“ GT-R auf. Kann dieser jetzt zwar auch durchaus vernünftig im Alltag bewegt werden, ist doch allein der Sound schon so animierend und verlockend, dass man keinesfalls den Tachometer aus den Augen lassen sollte. Bevor wir unseren Führerschein aber endgültig der Gefahr des Verlierens aussetzen, werfen wir einen genauen Blick auf dieoptischen Änderungen im Modelljahr 2017.

Der vergrößerte Kühlergrill setzt nun markentypisch auf die „V-Motion“-Strebe in Mattchrom und Netzstrukturgitter. Und auch die Motorhaube zeigt sich überarbeitet, wie auch die Spoilerlippe und der Frontstoßfänger. Diese Veränderungen dienen allerdings nicht der allein der Optik, sie verbessern die Aerodynamik und erhöhen zugleich die Effizienz.

Unverkennbar und keinesfalls missen möchten wir die muskulöse Heckansicht. Mit den vier großen Rückleuchten versehen, ist es aber gerade der neue Diffusor im Silber-Finish, der NISMO-Stoßfänger und die vier großen Endrohre die das Facelift noch aggressiver dastehen lassen.

Beim Blick auf die Seitenansicht fallen die nun noch breiteren Seitenschweller in kontrastierendem Schwarz und die exklusiven Leichtmetallräder von RAYS im Y-Speichen-Design ins Auge.

Bei Einführung des GT-R rümpften zunächst einige die Nase, wäre dieser Sportwagen ja gerade im Inneren lediglich eine „billige“ Reisschüssel. Und unbestritten, war im Cockpit einiges an Hartplastik verbaut.

Was die Haptik aber auch die Optik anbelangt, kann das MY 2017 deutliche Verbesserungen verzeichnen, feinere Materialien, schicke Ziernähte, Carboneinlagen und wer dann noch das Armaturenbrett optional in hochwertiges Nappa-Leder hüllt … Der „altbackene“ Handbremshebel will jedoch so gar nicht zeitgemäß wirken.

Diese zahlreichen Modifikationen machen sich jedoch nicht nur optischpositiv bemerkbar und schaffen ein aufgeräumteres Interieur, die spürbare Schalter-Reduzierung bringt zugleich eine intuitivere Bedienung mit sich.

Das gilt auch für die einfachere Menüführung des neuen Touchscreens, der nun mit acht Zoll einen noch besseren Blick garantiert. Zum Beispiel auch auf die fahrzeugspezifischen Leistungsparameter und Informationen wie die Kühlmittel-, Motoröl- und Getriebeöltemperatur, den Ladedruck oder Turbolader – die sich jetzt außerdem ganz nach Belieben und Geschmack darstellen lassen.

Brutale Härte wurde dem GT-R bis dato gern zur Last gelegt und tatsächlich kann sich darüber nun im neuen Modelljahr keiner mehr beschweren. Wenn auch noch knackig sportlich straff, so ist der Japaner mit seinem hinzugewonnen Komfort und im entsprechend aktivierten Modus auch wunderbar und rückenfreundlich im Alltag zu bewegen.

Die adaptiven Dämpfer des Bilstein DampTronic-Fahrwerks zeigen eine deutliche Spreizung der einzelnen Modi auf, doch selbst im R-Fahrprogramm geht der Nissan GT-R bei weitem nicht mehr so brachial ans Werk.

Die erhöhte Karosseriesteifigkeit kommt auch hier zum Tragen, ebenso der Allradantrieb, von dem ich mich gerade bei den regnerischen Wetterverhältnissen mehr als nur einmal überzeugen konnte. Ein wahrer Überraschungsmoment, den mir der neue Nissan GT-R da bot.

Hätten wir doch – rückblickend auf die Vorgänger-Generationen – ein zickiges Biest erwartet. Doch weit gefehlt. Während dieelektronische Traktionskontrolle und das Sperrdifferenzial an der Hinterachse hervorragende Arbeit verrichten, leitet das Allradsystem auf trockener Straße die Kraft zunächst bis zu 100 Prozent an die Hinterachse. Verliert sich jedoch der Grip bei schlechten Streckenbedingungen, verteilt der Antrieb die Power bis zu 50 Prozent an die Vorderachse.

Geraten wir mit dem Sportwagen dennoch in eine brenzlige Situation, kann sich der Fahrer auf das elektronische Stabilitätssystem VDC-R (Vehicle Dynamic Control-Race) verlassen. Auch hier nehmen übrigens drei wählbare Stufen Einfluss auf das Ansprechverhalten.

Last but not least, hält es uns durch gezielte Optimierungen am Gestühl auch bei dieser rasanten Kurvenhatz perfekt im enganliegenden Sitz.

Und wird ein ordentlicher Tritt auf die Bremse verlangt, der Nissan ist auch dann und selbst aus hohem Tempo heraus nicht aus der Ruhe zu bringen. Die großen, innenbelüfteten, gelochten und schwimmend gelagerten Bremsscheiben von Brembo verzögern den Supersportler vehement, souverän und sicher.

Und darauf muss man sich bei all der Leistung auch verlassen können, bringt es der bewährte und stets in Handarbeit montierte Twin-Turbo-Sechszylinder nun sogar auf stolze 570 PS (419 kW). So kommt der GT-R mit 3,8 Liter Hubraum auf ein Plus von weiteren 20 Pferdestärken, mit 637 Nm hat er darüber hinaus auch ein höheres Drehmoment verpasst bekommen.

Die höhere Leistung resultiert aus der variablen Steuerung desZündzeitpunkts in den einzelnen Zylindern und einem zusätzlichen Leistungsschub der Turbolader. Technik, die zuvor dem GT-R NISMO vorbehalten war.

Bissig wird jeder Gasstoß in puren Vortrieb umgesetzt und das nun noch früher als zuvor, steigt ab 3.000 Touren die Leistungskurve noch steiler an. Die Launch Control aktiviert und es katapultiert mich ohne jeglichen Traktionsverlust in Windeseile von null auf Tempo 100. Schluss mit dem vehementen Vortrieb ist erst bei 315 Stundenkilometern.

Die Gänge des sequenziellen Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebes werden dabei sanfter und leiser als noch im Vorgänger gewechselt. Besonders gut gefallen hat ns hier aber beim manuellen Gangwechsel, dass die Schaltwippen jetzt direkt am neuen Sportlenkrad und nicht mehr an der Lenksäule platziert sind.

Früher ging der Nissan GT-R mit ordentlich Krawall ans Werk, dass hat natürlich seinen Reiz, doch auf Dauer kann das selbst dem Enthusiasten aufstoßen. Und so lernt dieser nicht nur die aktive Geräuschunterdrückung im Inneren schätzen, auch von außen ist das MY17 weitaus weniger aufdringlich. Zumindest wenn man das möchte.

Für Nissan selbstverständlich, kann der GT-R bei all der gewonnen Zurückhaltung auch ganz anders. Gott sei Dank. Also den Race-Modus aktiviert und schon kommen wir in den puren Soundgenuss. Brüllt die neue Titan-Sport-Abgasanlage inklusive Klappensteuerung bei jedem Gasstoß so satt und animierend, wir sagen nur „Isch habe Haut vonGans“!

Da hat Nissan einen verbesserten Verbrauchswert zu verzeichnen und wir hätten ihn beinahe vor lauter Euphorie unter den Tisch fallen lassen. Also noch kurz ein Wort zur Effizienz: Innerorts liegt der Kraftstoffverbrauch laut Hersteller bei 17 Litern Super Plus, während er außerorts auf 8,8 Liter und im Mix auf 11,8 Liter kommen soll. Die CO2-Emissionen liegen entsprechend bei 275 g/km.

Der japanische Autohersteller fasst unter dem Begriff Nissan Safety Shield beispielsweise einen 360° Around View Monitor, eine Bewegungserkennung, einen Spurhalteassistent oder einen Notbremsassistent zusammen.

Während Nissan diese vom Note über den Pulsar bis zu den Crossover-Modellen serienmäßig oder gegen Aufpreis im Angebot hat, muss im GT-R allerdings darauf verzichtet werden.

Doch das Nissan Advanced Airbag System, aktive Kopfstützen, das Stabilitätskontrollsystem Advanced Vehicle Dynamic Control (VDC), die elektronische Traktionskontrolle (TCS), ein Rückfahr-Monitor, ein Reifendruck-Kontroll-System (TPMS) oder eine automatische Scheinwerfer-Regelung sind auch hier mit an Bord.

Ein Schnäppchen war der Nissan GT-R noch nie, aber in der Riege der Supersportwagen ist er zumindest ein Preishammer. Unterbietet der Japaner im Gegensatz zu den meisten anderen PS-Boliden am Markt zumindest mit der Basisversion gerade noch die 100.000er Marke und startet bei 99.900 Euro. Die nächst höhere Black Edition liegt bei 103.450 Euro, darauf baut die EditionPrestige für 104.650 Euro auf. Für weitere 13.250 Euro Aufpreis bekommst Du die Track Edition, während das absolute Nonplusultra, der 600 PS starke Nissan GT-R Nismo mit 184.950 Euro an der Spitze der Preisliste steht.

Stand: Dezember 2016; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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