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Neuer Opel Corsa – Evolution unterm Blech

Es ist kein rundum neuer Corsa, der dieser Tage zu den Opel-Händlern rollt, es ist eher eine überarbeitete oder sagen wir verbesserte Version der vor drei Jahren eingeführten vierten Generation. Während die Optik völlig unangetastet blieb, hat sich einiges unterm Blech getan. Das umfassende Motorenportfolio wurde vollständig überarbeitet und das Fahrwerk sowie weitere technische Features wurden im Detail optimiert. Dabei bleibt der neue Corsa sportlich straff, was nie Zweifel am Zustand der Straßen lässt, dafür aber sportliches Kurvenflitzen ermöglicht. Die Motoren kommen trotz mehr Leistung stets mit weniger Sprit aus und schonen die Umwelt durch weniger CO2. Ab 11.300,- Euro geht es los, mit 70 PS, ein Ende ist erst bei 192 PS erreicht.

Etwas gibt es auch in punkto Optik zu berichten, hier haben die Rüsselsheimer immerhin zwei neue Sondermodelle in petto. Neben der bereits im vergangenen Jahr gestarteten Color Edition wird die Corsa Color Line um die Sondermodelle Color Race und Color Wave ergänzt.

Diese sorgen mit kräftigen Farben, schicken Design-Akzenten und attraktiven 17-Zoll-Leichtmetallrädern sowie weiteren sportlichen Attributen wie z. B. Sportfahrwerk und -auspuff für Exklusivität.

Die einzelnen Sondermodelle im Detail:

Die Color Edition ist mit einem hochglanzschwarzen Dach, Leichtmetallfelgen im 5-Doppelspeichen-Design ebenfalls in Hochglanzschwarz in den Außenlackierungen weiß, gelb, rot oder schwarz erhältlich.

Der Color Race in den Farben gelb, rot oder weiß tritt zusätzlich mit schwarzer Teillackierung auf der Motorhaube und der Heckklappe auf.

Der Color Wave sorgt mit einem entlang der Schulterlinie verlaufenden Band sowie farblich angepassten Außenspiegel für den richtigen Schwung. Die Akzente sind je nach Geschmack in den Kombinationenblau zu weißer Wagenfarbe, weiß zu rot oder rot zu schwarz gesetzt. Hinzu kommen titanfarben lackierte 17-Zoll-Leichtmetallräder im 5-Speichen-Stern-Design.

Bei allen Varianten nehmen Sie auf Sportsitzen mit gelb oder rot abgesetzten Nähten Platz und blicken auf farbig eingefasste Luftausströmer, Klavierlack-Dekor und halten ein griffiges Lederlenkrad in Händen.

Wie gehabt gibt es den Corsa in den Karosserievarianten Drei- und Fünftürer, die wenn gewünscht ebenfalls über den bewährten integrierten Flex-Fix-Fahrradträger verfügen.
Dieser befindet sich versteckt am Heck hinter dem Nummernschild und bietet herausgezogen für zwei Fahrräder Platz.

Ebenfalls nicht neu, aber dennoch nicht ganz unangetastet blieb das Interieur. Im neuen Corsa wurde auf reflektierende Materialien verzichtet und der ansonsten oft bemängelte Lichtschalter verändert. Ehrlich gesagt, ist letzterer weiterhin schlecht erreichbar, weit unten platziert und nicht einsehbar – somit ist für uns hier leider keine Verbesserung zu erkennen.

Weiterhin finden wir reichlich wenn auch solide verbautes Hartplastik vor und selbstverständlich hat sich auch nichts am Platzangebot geändert. Während wir auf dem Fahrersitz auch als Großgewachsener bequem Platz nehmen, sitzen wir auf dem Beifahrersitz recht hoch und können dies leider wegen fehlender Höhenverstellung auch nicht ändern. Ansonsten ist das Gestühl angenehm straff und mit gutem Seitenhalt versehen, die Beinauflage reicht allerdings für größere Insassen nicht aus.

Noch etwas knapper wird der Raum im Fond. Gerade der Dreitürer ist für Insassen ab 1,75 Meter sehr eng. Beim Fünftürer geht zwar der Ein- und Ausstieg wesentlich leichter vonstatten, aber auch hier ist der Beinraum knapp bemessen.

Unverändert bietet der Kofferraum zwischen 285 und 1.050 Liter Stauraum. Der variableGepäckraumboden erweist sich als pfiffige Lösung und je nach Justierung verfügen wir über einen schönen glattflächigen Ladeboden. Wer die Laderaumabdeckung nicht benötigt kann diese platzsparend hinter den Fondsitzen verstauen.

Mit überarbeiteten Dämpfern, Federn, Stabilisatoren, einer optimierten Hinterachse, dem Lenkgetriebe und Software der elektrischen Servolenkung (EPS = Electric Power Steering) wollten die Ingenieure den Fahrkomfort verbessern, die Lenkansprache verfeinern und Spurstabilität erreichen.

Soweit ist Opel das Vorhaben gelungen, die Lenkung ist angenehm leichtgängig, direkt und gibt einem gute Rückmeldungen, vermittelt ein sicheres Straßengefühl. Eine Verbesserung des Komforts können wir jedoch nicht bestätigen, das Fahrwerk ist dagegen agil, knackig straff und lässt keinen Zweifel über jede noch so kleine Straßenunebenheit. Doch gerade auf längeren schlecht ausgebauten Autobahnpassagen stört dies und lässt den nötigen Komfort vermissen.

Wenn es dagegen sportlich zackig um enge Kehren gehen soll, haben Sie im kleinen Corsa Ihre helle Freude. Ohne Murren lässt er sich geradezu spielerisch auch mit hohen Geschwindigkeiten und die Ecken jagen. Und auch die Bremsen haben einen knackigen Eindruck hinterlassen, lassen sich gut dosieren und reagieren spontan.

Die Motoren-Palette wurde grundlegend überarbeitet, so dass alle Aggregate im Verbrauch und im CO²-Ausstoss reduziert dabei aber meist in der Leistung gesteigert werden konnten.

Die einzelnen Motorisierungen im Detail:

Beginnen wir mit den Benzinern, hier beginnt die Palette beim Einsteiger 1.2 Twinport mit doppelten Nockenwellen-Verstellern entweder mit 70 PS und 5-Gang-Handschalter oder 85 PS und einem automatisierten Schaltgetriebe Easytronic., das maximale Drehmoment beträgt stets 115 Nm.

Damit löst letzterer den 80 PS Vorgänger ab undkommt mit 13 Prozent weniger Sprit und CO²-Emissionen aus, lässt sich mit 5,1 Liter auf 100 Kilometer bewegen und stößt dabei 119 g/km CO2 aus. Die schwächere Version pendelt sich dagegen mit 5,3 l auf 100 km und 124 g/km CO2-Ausstoß ein. Mit beiden ist man jedoch nur im Stadtgebiet wirklich ausreichend motorisiert, mit 14,5 Sekunden vergeht doch recht viel Zeit bis die 100 km/h erreicht sind, bereits bei Tempo 160 ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht.

Weiter geht es mit den 1,4-Liter-Motoren, die ebenfalls mit doppelten Nockenwellen-Verstellern ausgerüstet sind, dank mehr Hubraum und einer Leistung von 87 PS oder 100 PS bei 130 Nm Drehmoment in 12,4 bzw. 11,9 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen und eine Topspeed von 180 km/h erreichen. Damit stellen sie eine sehr passende und angenehme Motor-Fahrzeug-Kombination dar. Auch hier konnte Opel bei mehr Leistung den Verbrauch reduzieren und erreicht bei beiden Aggregaten einen Mixverbrauch von 5,5 Litern auf 100 Kilometer, die CO2-Emissionen liegen hier bei 129 g/km.

Neben der 4-Stufen-Automatik hätten wir jedoch gerne einen 6-Gang-Handschalter gehabt, wenn auch das manuelle 5-Stufen-Getriebe leichtgängig und ohne Hakler zu handeln war.

Außerdem kann der Corsa mit zwei Autogas-Versionen dienen, den LPG ecoFLEX 1,2 Liter mit 55 kW (75 PS) und die 1,4-Liter-Variante mit 65 kW (89 PS) die im Gegensatz zu den anderen Motorisierungen jedoch nur die Euro4-Norm erfüllen.

Die Topmotorisierungen stellen auf der Ottomotor-Seite, die beiden 1,6-Liter-Turbomotoren für den Corsa GSi mit 110 kW / 150 PS und den Corsa OPC mit 141 kW / 192 PS dar. Hier blieb im Vergleich zum Vorgänger zwar die Leistung gleich, aber Kraftstoffverbrauch und CO²-Ausstoß konnten ebenfalls reduziert werden.

Im Dieselangebot gliedern sich die einzelnen Aggregate wie folgt: Der 1.3 CDTI ecoFLEX ist mit einemTurbolader inklusive variabler Turbinengeometrie ausgestattet und in den Leistungsstufen 55 kW, 66 kW und 70 kW erhältlich. Die stärkste Motorisierung auf der Dieselseite stellt der 1.7 CDTI mit 92 kW / 125 PS dar.

Während die beiden Einstiegsdiesel unverändert vom Vorgänger übernommen wurden, kommt der 95 PS Diesel mit einer Mehrleistung von 20 PS daher und das bei einer Verbrauchsreduzierung von zehn Prozent, was in Zahlen ausgedrückt 3,7 Liter auf 100 Kilometer bedeutet. Im CO²-Ausstoß schaffen es Drei- wie Fünftürer unter die 100 g-Grenze.

Mit 190 Newtonmetern maximalem Drehmoment und einer Beschleunigung von 12,3 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und einer Höchstgeschwindigkeit von Tempo 177 sorgt das Aggregat für ein ausreichend spritziges Fahrgefühl. Im Gegensatz zu den kleineren Motoren ist dieses mit einem knackigen 6-Gang-Getriebe ausgestattet.

Der stärkste Dieselmotor im Corsa, der 1.7 CDTI leistet mit neuem Turbolader nun 130 PS, fünf Pferdestärken mehr als sein Vorgänger und steigert auch sein maximales Drehmoment auf 300 Nm.

Hiermit steht zu jeder Zeit ordentlich Power zur Verfügung, spritziger Vortrieb ist garantiert. Für den Spurt von null auf Tempo 100 benötigt er lediglich 9,5 Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Und dabei verliert er auch den Verbrauch nicht aus den Augen, kann im Schnitt mit 4,8 Litern Diesel und 118 Gramm CO2-Ausstoß je Kilometer beim Dreitürer glänzen.

Für welchen Motor Sie sich auch entscheiden, eine Schaltpunktanzeige in der Armaturentafel unterstützt Sie und hilft beim Sparen. Ein Start-Stopp-System ist leider derzeit noch nicht erhältlich, soll aber noch im Laufe diesen Jahres folgen.

Die vierte Generation hat sich bereits bewiesen und zahlreiche Sterne im EuroNCAP-Crashtest gesammelt.

Front- und Seitenairbags vorn sind wiehöhenverstellbare Drei-Punkt-Sicherheitsgurte und ISOFIX hinten stets Serie. Allerdings sind Kopfairbags (rundum) und doppelte Gurtschloss-Strammer in der Basis nicht enthalten.

Wer Wert auf aktive Kopfsstützen vorn sowie eine dritte Kopfstütze hinten legt, muss diese mit insgesamt 110,- Euro Aufpreis extra ordern.

Die Unterteilungen Edition, Sport und Cosmo wurden abgelegt, heute können Sie zwischen der Basis „Selection“ ab 11.300,- Euro und den Ausstattungslinien „Edition 111 Jahre“, „Innovation“ und „Sport“ sowie „GSi“ und „OPC“ wählen. Wobei die letzten beiden nur in Verbindung mit den Turbobenzinern und im Falle des OPC kombiniert mit dem Dreitürer erhältlich sind.

Auf den chicken sportlichen Flair müssen Sie dank OPC-Line-Pakete aber auch bei den anderen Varianten (abgesehen von der Basis) nicht verzichten, wie Sie u. a. auch auf unseren Fotos erkennen können.

Anlässlich des Opel-Jubiläums picken wir uns heute die „Edition 111 Jahre“ heraus, die bei 13.950,- Euro in der Dreitürer-Variante (700,- Euro Aufpreis für 5-Türer) und 1.2 Twinsport startet und dem Kunden einen Preisvorteil von 1.825,- Euro bietet.

Denn serienmäßig bringt diese Line elektrisch einstellbare Außenspiegel, ein höhen- und weitenverstellbares Lederlenkrad, Geschwindigkeitsregler, Bordcomputer, elektrische Fensterheber vorn, ein Stereo-CD-Radio inkl. Lenkradfernbedienung, Klimaanlage und eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung mit.

Optional kann, wer möchte, das Fahrzeug um das Jubiläums-Paket Style inkl. Nebelscheinwerfer und den vier schicken Leichtmetallrädern je nach Größe zwischen 450,- und 850,- Euro teuer oder dem Jubiliäums-Paket Komfort für 470,- Euro bestücken, dann sind ein Parkpilot, Lenkradheizung, Sitzheizung vorn und beheizbare Außenspiegel mit dabei.

Weitere gut geschnürte Pakete,aber auch einzelne Optionen wie z. B. das Flex-Fix-Fahrradträgersystem für 530,- Euro, das Halogen Kurven- und Abbiegelicht für 400,- Euro oder das elektrische Panorama-Schiebedach für 850,- Euro sind auf Wunsch erhältlich.

Stand: Februar 2010, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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