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Mitsubishi Space Star

Mit dem Colt feierte Mitsubishi bis zur entgültigen Einstellung im Jahre 2013 im Kleinwagensegment solide Erfolge, an diese möchte der Space Star zwar anknüpfen, dennoch stellt dieser Kleinwagen keineswegs den direkten Nachfolger dar. Denn deutlich kürzer (-23 Zentimeter gegenüber dem Colt), basierend auf der neuen „Global Small“-Plattform und mit einem üppigeren Platzangebot, hat der Space Star weitaus mehr Unterschiede aufzuweisen, als nur einen anderen Namen. Doch reicht das allein aus, um im hartumworbenen Kleinwagensegment zu bestehen? Denn zahlreiche andere Hersteller zeigen sich sowohl betreffend Design, als auch der Qualität und Technologie innovativer. Oder kann der Preis am Ende alles relativieren?

Mitsubishi ging mit der berühmtberüchtigten Jetfighter-Nase durchaus einen gewagten Schritt und verpasste diese sogar dem Colt. Die neuen Modelle verabschiedeten sich nun wieder von diesem markanten Designelement und im Falle des Space Star setzten die Verantwortlichen auf ein überraschend unscheinbares Äußeres.

So ist an der Front statt eines auffälligen Kühlergrills lediglich ein schmaler Schlitz zu sehen. Und auch die Scheinwerfer zeigen sich unaufgeregt und ohne markantes Tagfahrlicht.

Das Heck vermag dagegen etwas kraftvoller zu sein und setzt auf einen breiten, lackierten Stoßfänger sowie einen großen integriertenDachspoiler.

Um sich letztlich doch noch auffällig in Szene zu setzen stellt Mitsubishi dem Kleinen peppige Farben zur Wahl, wie beispielsweise das kräftige Apfelgrün, das unseren Testwagen deutlich aus der Masse hervorgehoben hat.

Dass bei der Konzeption des Space Star viel mehr die Kosten im Vordergrund standen, zeigt auch der nicht unbedingt ansprechende Innenraum auf, der leider mit reichlich Hartplastik daher kommt, das zudem nur eine mäßig Verarbeitungsqualität aufweist und stark ausdünstet.

Auch die in der Mittelkonsole verarbeiteten Applikationen in Klavierlackoptik können diesen Eindruck nicht kippen und erweisen sich zudem als kratzempfindlich.

Groß und auch optisch ansprechend sind die Bedienelemente für die Audioeinheit ausgeführt, die Regler für die Klimaeinheit scheinen jedoch aus vergangenen Zeiten zu stammen, wie im Grunde das gesamte Interieur.

So lässt sich das leider ebenfalls in Plastik ausgeführte Lenkrad nur minimal in der Höhe justieren und die Sitzlehne ist nur in groben Stufen zu verstellen, in der Höhe kann nur die Sitzfläche variiert werden, was das Finden einer optimalen Sitzposition bisweilen erschwert. Die kurze Sitzfläche, der mangelnde Seitenhalt sowie die schlechte Rückenpolsterung sind im Kleinwagensegment zwar kein Einzelfall – aber unbedingt eine große Komforteinbuße.

Der Space Star nimmt vorn aber dennoch zwei Passagiere mit 1,80 Meter Körpergrößeproblemlos auf und selbst im Fond nehmen dann noch Menschen mit diesem Maß bequem Platz. Der mittige Sitz erweist sich jedoch nur als Notlösung.

Den Eindruck eines Provisoriums erweckt das Lichtkonzept im Space Star, während das Handschuhfach einen sprichwörtlich im Dunkeln stehen lässt, sorgt im gesamten Fahrzeug bis hin zum Kofferraum nur ein Dämmerlicht für Aufhellung.

235 Liter Stauvolumen sind in dieser Klasse ein akzeptabler Wert und gegenüber dem Colt sogar eine Steigerung um 21 Liter. Durch Umlegen der Rücksitzlehnen im Verhältnis 60:40 lässt sich das Fassungsvermögen des Kofferraum auf bis zu maximal 912 Liter erweitern, die entstehende Fläche ist allerdings nicht eben.

Beim Beladen des Gepäckabteils muss eine hohe Ladekante überwunden werden, hinzu kommt eine darauf folgende tiefe Stufe, die sich auch beim Rauswuchten von schweren Kisten negativ bemerkbar macht.

Den Sparmaßnahmen zum Opfer fielen neben hochwertigeren Materialien auch eine passable Kofferraumabdeckung sowie Befestigungshaken.

Mit McPherson-Federbeinen vorne, einer Verbundlenkerhinterachse und der elektrischen Servolenkung legt der Space Star nur den Grundstein für ein durchschnittliches Fahrwerk.

Der Federungskomfort zeigt sich gerade bei groben Straßenschäden oder Kopfsteinpflaster sehr kompromisslos und trägt diese nahezu ungefiltert an die Passagiere weiter.

Doch nicht nur den Komfort betreffend erweistsich die Fahrwerksauslegung als nicht perfekt, auch beim sportlichen Ritt bringt einen der Space Star wieder rasch auf den Boden der Tatsachen zurück.

Der Space Star legt sich vehement in flott gefahrene Kurven, untersteuert dabei und die Lenkung ist für diese Anforderungen einfach zu indirekt und gefühllos. Trotzdem braucht auch bei flotterer Fahrt niemand Angst haben oder ein unsicheres Gefühl aufkommen lassen, die serienmäßige elektronische Stabilitätskontrolle mit integrierter Traktionsregelung greift letztlich kontrollierend und schützend ein.

Schließlich ist der Kleine als City- und nicht als Rennflitzer konzipiert, entsprechend fühlt er sich in der Stadt pudelwohl und spielt hier seine Stärken aus, dazu gehören der geringe Wendekreis von gerade mal 9,20 Metern, die leichtgängige Lenkung und die gute Rundumsicht.

Ob im Großstadtdschungel, auf der Landstraße oder den Weiten unserer Autobahnen, die Bremse mit ABS und Bremsassistenten hinterlies einen soliden Eindruck, war stets angenehm zu dosieren und sprach ordnungsgemäß an. In Verbindung mit dem CVT-Getriebe ist die Bremse auch mit einer Berganfahrhilfe „Hill Start Assist“ versehen.
Das Motorenangebot zeigt sich übersichtlich und bodenständig. Mit zwei Leichtbau-Dreizylinder-Motoren im Gepäck, deckt Mitsubishi nur ein enges Leistungsspektrum ab, da die beiden Aggregate nur neun Pferdestärken auseinander liegen.

Die Basisversion miteinem Liter Hubraum bringt eine Leistung von 52 kW / 71 PS an die Räder und gibt mit lediglich 88 Newtonmetern Drehmoment bereits einen Ausblick darauf, dass hier keine Sportskanone zu erwarten ist.
Mit 920 kg Fahrzeuggewicht hat der Motor zwar nicht viel zu schleppen, dennoch benötigt der kleine Japaner 13,6 Sekunden für den Spurt von Null auf Tempo 100. Um etwas flotter voranzukommen verlangt der Kleine sehr nach Drehzahl, was ihn wiederum laut werden lässt.

Doch auch der Griff zum Schalthebel kann hier nicht unbedingt Abhilfe schaffen, sind die Gänge doch recht lang übersetzt, nicht unbedingt knackig sondern teils hakelig geführt, Umstände, die dann doch auch wieder für eine eher zurückhaltende Fahrweise sprechen.

Gerade auf der Autobahn ist gemächliches Mitschwimmen angesagt, auch wenn mit dem nötigen Vorlauf eine Höchstgeschwindigkeit von ordentlichen 172 Stundenkilometern möglich ist. Erfreulichster Aspekt trotz der gewissen Durchzugsschwäche ist die Tatsache, dass sich der Space Star aber stets von seiner sparsamen Seite zeigt.

Mit einer serienmäßigen Schaltpunktanzeige ausgestattet und gegen Aufpreis auch mit einer Stopp-Start-Automatik erhältlich (beim 1.2 sogar Serie) begnügt sich der Space Star laut Datenblatt mit gerade mal vier Litern im Mix. Und selbst im realen Fahrbetrieb erreichten wir durchaus Werte um die 4,4 – 4,5 Liter.

Allerdings sollte man den Eco-Drive-Assistent(ausgenommen von der Basis Serie) im Auge behalten, um diese Werte zu realisieren. Dieser hilft mittels Anzeige so effizient wie möglich unterwegs zu sein. Vorbildlich auch die CO2-Werte: nur 92 g/km sind eine feine Sache.

Der kleine Stadtflitzer baut auf die patentierte Sicherheitsstruktur „RISE“ auf und ist zum Schutze der Insassen mit sechs Airbags, darunter auch Seiten- und Kopfairbags, Dreipunktgurte und Kopfstützen auf allen Plätzen, Gurtstraffern an den Vordersitzen, ESP und einer Traktionskontrolle ausgestattet.

Vier Ausstattungslinien stellt Mitsubishi dem Kunden zur Wahl. Allerdings gibt es den von uns getesteten Ein-Liter-Motor nur in den beiden niedrigeren Niveaus. Kunden mit dem Wunsch nach mehr Features, wie beispielsweise elektrischen Fensterhebern hinten, einer Klimaautomatik, einem Navigationssystem oder einem Smart-Key-System müssen somit auf den stärkeren Motor zurückgreifen.

Deutlichen Verzicht üben müssen die Kunden bei der Basisvariante für 8.990,- Euro, hier fehlen zum Beispiel ein Drehzahlmesser, eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung und vor allen Dingen das Radio.

Für die nächst höhere Ausstattung Light sind mindestens 10.990,- Euro zu entrichten, diese enthält dann aber nicht nur die oben vermissten Details sondern auch eine Klimaanlage, eine USB-Audioschnittstelle, elektrisch einstellbare Außenspiegel, einen höhenverstellbaren Fahrersitz sowie eineGepäckraumabdeckung.

Da diese Annehmlichkeiten für den kleinen Motor auch nicht in der Aufpreisliste zu finden sind, wird dort von Mitsubishi einzig die Metallic-Lackierung aufgeführt, die mit 450,- Euro zu verbuchen ist.

Stand: April 2014; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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