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Mitsubishi Space Star rollt raus in die weite Welt

Zunächst sollten wir mit dem Irrglauben aufräumen, der neue Mitsubishi Space Star wäre der direkte Nachfolger des Erfolgsmodells Colt. Denn dem ist nicht so. Während der Kassenschlager unverständlicherweise im Dezember vergangenen Jahres eingestellt wurde, wird dieser trotzdem weiter verkauft. Ohnehin positioniert sich der gut 23 Zentimeter kürzere und 120 Kilogramm leichtere Space Star deutlich darunter. Mit einer Außenlänge von lediglich 3,71 Meter bietet der kleine Fünftürer aber gegenüber der Colt-Baureihe ein deutlich üppigeres Raumangebot. Basierend auf der neu entwickelten Mitsubishi-„Global Small“-Plattform, möchte der neue Space Star (außer in Europa Mirage genannt) nun als „Weltauto“ Gefallen in diversen Märkten finden. Mit ein Grund warum der Space Star teilweise etwas farblos dasteht?! Fest steht, Kleinwagenkäufer wünschen sich hierzulande pfiffige und peppige Fahrzeuge. Und davon boxen bereits zahlreiche in dieser Preisklasse, ob es der Space Star da schafft sich zu behaupten? Wir sind dieser Frage auf den Grund gegangen.

Auch wenn der Space Star ganz sympathisch wirkt, so richtig peppig kommt er aber nicht rüber. Einzig die im Angebot stehenden Farben Apfelgrün und Atoll-Blau lassen den Kleinen hervorstechen.

Von der Mitsubishi bekannten Jet-Fighter-Nase ist an der Front des Space Star nichts zu sehen, ebenso haben die Designer auf einen wirklichen Kühlergrillverzichtet und anstatt dessen lediglich einen schmalen Schlitz vorgesehen. Im Vergleich dazu ist der darunter angebrachte Lufteinlass riesig.

Zwar nimmt die gewölbte Motorhaube gelungen den Verlauf der Scheinwerfer auf, allerdings fehlt es auch diesen am nötigen Schwung oder gar einem schicken LED-Tagfahrlicht. Auf diese Technik verzichtet man auch am Heck, das mit einem wuchtigen Stoßfänger, einer im Vergleich klein wirkenden Kofferraumklappe und ebenfalls etwas altertümlichen Rückleuchten aufwartet. Sehen lassen kann sich dagegen der große dynamisch integrierte Spoiler, der den abfallenden Dachverlauf gelungen verlängert.

Im Vergleich zur Basisvariante hebt sich die von uns gefahrene Topversion aber auch optisch gelungen etwas davon ab und lässt den Kleinen mit chromeingefassten Nebelscheinwerfern sowie sportlichen Stoßfängern und Seitenschwellern deutlich agiler dastehen.

Für welche Ausstattung Sie sich letztlich auch entscheiden, im Inneren des neuen Schützlings geht es stets unaufgeregt zu.

Das reichlich verarbeitete Hartplastik und deren durchschnittliche Beschaffenheit kann dabei mit Fokus auf den Preis teils entschuldigt werden. Dass die optische Anmutung nicht zwingend vom Preis abhängig ist, hat dagegen so manch anderer Mitbewerber schon bewiesen.

Die Linie Shine+ zeigt zwar mit dezentem Klavierlack-Dekor in der Mittelkonsole oder den anderen silberfarbenen Elementen einen guten Ansatz, kann den tristen Eindruck leider aber auch nurmindern.

Nicht untypisch für Modelle im Kleinwagensegment ist der mangelnde Seitenhalt sowie die kurze Sitzauflage, die wir auch beim Space Star in Kauf nehmen müssen. Die Sitzverstellmöglichkeiten gingen leicht von der Hand, um jedoch eine rundum optimale Sitzposition zu finden, fehlt die Möglichkeit das in Höhe verstellbare Lenkrad auch in der Weite zu justieren.

Überraschen und glänzen kann der Space Star aber in jedem Fall mit seinem geschickten und großzügigen Raumkonzept. So haben es die Verantwortlichen geschafft, den kleinen Raum bestmöglich zu nutzen und bieten selbst vier Großgewachsenen vorbildlichen Platz. Dabei erstaunt gerade die üppige Bein- und Kopffreiheit im Fond.

Mit einem Stauvolumen von 235 Liter, das dank der asymmetrisch teilbaren Rücksitzlehnen flexibel auf bis zu 912 Liter erweiterbar ist, schlägt der Space Star auch in diesem Punkt den größeren Colt.

Leider büßt der Kofferraum wegen der sehr hohen Ladekante, die bereits die Optik erahnen lässt, erheblich an der guten Nutzbarkeit ein.

Mit gerade mal 920 Kilogramm ist der Space Star ein absolutes Fliegengewicht und das Fahrwerkskonzept mit McPherson-Federbeinen vorn und einer Verbundlenkerhinterachse ist ganz bewusst auf einen Stadtflitzer ausgelegt.

Und wenn wir ihm eine tolle Handlichkeit – der Wendekreis beträgt nur 9,20 Meter – sowie eine gute Übersicht ausnahmslos bescheinigen können, so vermissen wir ein agiles Kurvenverhalten und auch der Komfort wurdevon den Ingenieuren teils etwas außer Acht gelassen.

So suchen wir rasch wieder den Weg in die City zurück, wo die Vorzüge des Space Star wieder voll zum Tragen kommen. Denn hier erweist sich die elektronische Servolenkung als angenehm leichtgängig und ausreichend direkt. Abseits dieses Terrains ist uns auch diese Abstimmung nicht straff und exakt genug.

Das solide Bremssystem verfügt über die Funktionen ABS mit einen Bremsassistenten und in Kombination mit dem CVT-Automatikgetriebe hilft auch ein „Hill Start Assist“ beim Anfahren an Steigungen.

Ausgenommen das kleinere der beiden Dieselaggregate, das herkömmlich per Schlüssel gestartet wird, kann der 80 PS starke 1,2-Liter in der Topausstattung per Start-Knopf, platziert in bewährter Porschemanier links vom Lenkrad, zum Laufen gebracht werden.

Neben der Hubraumleistung differiert das Basisaggregat 1.0 Liter mit 71 PS aber nur minimal von dem neun PS stärkeren 1.2 MIVEC.

Beim Drehmoment kann das größere Aggregat mit 106 Newtonmeter ein Plus von 18 Nm verbuchen. Was schlussendlich den 1.2 Liter mit 11,7 Sekunden gegenüber den 13,6 Sekunden des 1.0 Liter von Null auf Tempo 100 die Nase vorn haben lässt. Begleitet wird der Vortrieb dabei stets von einem deutlichen Dreizylinder-Brummen.

Aber auch Fahrten auf der Autobahn müssen wir nicht zwingend scheuen, hier können wir gut mitschwimmen und erreichen maximal 173 Stundenkilometer. Zügigeres Vorankommen verlangt aber nicht nur ordentlichDrehzahl, sondern geht natürlich auch zu Lasten des Verbrauchs.

Laut Aussagen der Verantwortlichen sollen bei sehr disziplinierter Fahrweise je nach Aggregat 4,3 Liter bei der leistungsstärkeren Version und 4,0 Liter beim Einstiegsmotor möglich sein. Mit 96 bzw. 92 g/km unterschreiten beide Varianten die 100-Gramm-CO2-Grenze.

Um eine effiziente Fahrweise zu unterstützen, stellt Mitsubishi dem Fahrer einen „Eco-Drive-Assistent“ (nicht in der Basis enthalten) zur Seite, der via Leuchtdioden über die Effizienz der aktuellen Fahrweise informiert.

Letztlich erweist sich das größere Aggregat als das empfehlenswertere, wenn auch weniger der Leistungs- oder Verbrauchsdaten wegen, sondern viel mehr wegen der serienmäßigen Ausstattungsfeatures. So sind die 1.2-Liter-Modelle nicht nur mit einer Stopp-Start-Automatik versehen, wie wir Ihnen gleich noch im Kapitel Ausstattung aufzeigen werden.

Zunächst noch ein Wort zum Getriebe, dessen fünf Gänge zwar teils etwas lang übersetzt, aber angenehm leicht zu wechseln sind und das ohne störendes Hakeln.

Dem 1.2 MIVEC Aggregat steht gegen einen Aufpreis von tausend Euro ab Juni außerdem ein stufenloses CVT-Getriebe zur Wahl. Dieses konnten wir im Rahmen unserer ersten Testfahrt allerdings noch nicht erfahren.

Die patentierte Sicherheitsstruktur „RISE“ bietet trotz der geringen Fahrzeugabmessungen ein solides und sicheres Grundgerüst, die Frontkonstruktion ist dabei nicht nur auf Design sondern auch aufbestmöglichen Fußgängerschutz ausgelegt.

Insgesamt sechs Airbags, darunter auch Seitenairbags vorn und Luftkissen die den gesamten Kopfbereich bis in den Fond ausfüllen, sind dabei ebenso an Bord wie Gurtstraffer an den vorderen Sitzen oder ISOFIX-Kindersitzbefestigungen.

Wenn auch keine der vier angebotenen Varianten bezüglich der Sicherheit Abstriche macht, so muss der Käufer bei der 8.990,- Euro preiswerten Basis Space Star 1.0 MIVEC gerade was die Ausstattungsfeatures betrifft einen gravierenden Verzicht hinnehmen.

Wer also einen Drehzahlmesser, eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung oder gar ein Radio in seinem Mitsubishi nicht missen möchte, ist sogleich gezwungen die Light-Version für 10.990,- Euro zu ordern.

Eine Klimaanlage sowie eine USB-Audio-Schnittstelle, elektrisch einstellbare Außenspiegel und eine Gepäckraumabdeckung sind dann ebenso enthalten. Der Fahrersitz und die Kopfstützen hinten lassen sich in dieser Variante zudem in der Höhe verstellen.

Für weitere zweitausend Euro Aufpreis ist der Kleinwagen nicht nur mit dem 1.2 MIVEC bestückt, die Shine-Variante zählt beispielsweise auch einen Licht- und Regensensor, beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber hinten oder eine Klimaautomatik zum serienmäßigen Umfang.

Die Topausstattung Shine+, ebenfalls der stärkeren Motorisierung vorbehalten, beinhaltet für 13.990,- Euro neben dem SD-Karten-Navigationssystem auch eine Bluetooth-Audio-Schnittstelle und einSmart-Key-System inklusive Start-/Stopp-Knopf.

Die richtige Wahl sollte nun in jedem Fall getroffen sein, denn optional lässt sich der Space Star einzig um die mit 450,- Euro angepriesene Metallic-Lackierung ergänzen.

Stand: Mai 2013; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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