// Fahrbericht / Mitsubishi Lancer Sportback 2.0 DI-D

Mitsubishi

Mitsubishi Lancer Sportback 2.0 DI-D

Noch sportlicher als die Sportlimousine? Zumindest nennt sich die Schrägheck-Limousine des Lancer Sportback, dabei ist das Heck eigentlich allenfalls praktischer, die Optik bleibt Geschmacksache. An der Front ist diese Version auf jeden Fall mit einem noch dynamischeren und größeren Kühlergrill bestückt, dann bis hinter die zweite Tür mit der Stufenheck-Variante identisch. Die C-Säule ist dann massiver und läuft in einem Schrägheck aus, wo neue Scheinwerfer, eine geänderte Schürze und eben die große Heckklappe den Unterschied machen. Beim Preis herrscht wieder Einigkeit, 28.390,- Euro für das Topmodell Instyle.

Das Jetfighter-Design steht dem Lancer hervorragend, und der Sportback setzt dem an der Front mit einem noch stärker ausgeprägtem Kühlergrill noch einen drauf, der jetzt die ursprüngliche Zweiteilung mit einem breiten Chromband zu einer Einheit verschmelzen lässt. Auch die Form der beiden zusätzlichen Lufteinlässe mit den Nebellampen wurde modifiziert.

Den „bösen Blick“ hat natürlich auch der Sportback und an der Seitenansicht ist bis zum Beginn der C-Säule keine Veränderung festzustellen. Erst hier entwickelt der Sportback seine kompletteigene Linie, verbreitert die C-Säule nach unten hin um das Schrägheck auszubilden.

Am oberen Ende sitzt jetzt ein mächtiger Dachkantenspoiler, der absolut keinen Zweifel mehr an der Namensgebung Sportback aufkommen lässt, unten schließen sich völlig neue Rückleuchten mit runder und geschwungener Ausprägung an, und auch die Heckschürze ist vollkommen eigenständig. Nachdem das Nummernschild in die Heckklappe nach oben gerutscht ist, war in der Schürze Platz für einen angedeuteten Diffusor und – wem’s gefällt – darüber für die Nebelschlussleuchte. Ein bisschen schade nur, dass sich der Auspuff so dezent versteckt.

Solange Sie kleiner als 1,85 Meter sind, brauchen Sie vor der Heckklappe keine Angst zu haben, darüber kann man sich aber schnell mal eine Kopfnuss holen. Nicht sonderlich gut geschützt ist auch deren Schlossaufnahme und nicht ganz optimal die recht hohe Ladekante. Unter dem stabilen Varioboden steckt ein zweites Fach mit labrigem Boden, darunter ist dann das Notrad untergebracht.

Mit 288 Litern Stauvolumen verlangt das Ladeabteil sportlichen Ehrgeiz, um alles unterbringen zu können, klappt man die geteilten Rücksitzlehnen um, stehen aber immerhin 1.349 Liter zur Verfügung, die Ladefläche ist fast eben, steigtnur leicht nach vorne hin an. Bequem gelingt das Umklappen der Sitze mit dem Bedienhebel im Gepäckraum.

Kommen wir also zum Innenraum und – Sie kennen das von uns – beschränken wir uns auf die Dinge, die uns im Unterschied zur Limousine, die wir schon als Benziner und Diesel getestet haben – aufgefallen sind. Wer es ganz genau wissen will, wird gebeten bei der Benziner- bzw. der Diesel-Limo >>> nachzusehen.

Auch beim Sportback sitzt man hinten als 1,80 m Mensch noch gut hinter einem ebenso großen Fahrer, und auch am Kopf hat man dann noch gut 2 cm Luft. Eher weniger Luft bliebt den Füßen um ohne anzuecken wieder aus der zweiten Reihe raus zu kommen.

Die Sitze sind wieder identisch, die Variante Instyle ist serienmäßig mit Sitzheizungen an den Vordersitzen bestückt, die Schalter dafür sind ebenso wenig beleuchtet wie die der elektrischen Fensterheber, die nur einen Markierpunkt besitzen, zudem werden die Sitzheizungsschalter von der Armlehne weitgehend verdeckt.

Zwei Dinge sind uns dann beim Sportback noch negativ aufgefallen: Das Auto kennt scheinbar 1.000 verschiedene Piep- und Warntöne für alles und jeden, nervig! Und die Scheibenwischer haben Probleme damit, das eigene Wischwasser richtig von der Scheibe zubekommen. Das bleibt dann außerhalb des Wischerfeldes zurück und wird vom Fahrtwind in langen Bahnen über die Scheibe getrieben und man muss mehrmals nachwischen.

Die Bezeichnung Sportback bezieht sich sicher nur auf die Optik, denn die Lenkung ist zwar ausreichend straff, wirkt aber nicht nur in schnellen Kurven einfach zu gefühllos. Auch hier war im Slalomtest recht viel Lenkarbeit nötig, auch verhärtet sich die Lenkung in der Mittellage und das ESP greift nicht nur für sportliche Fahrer zu deutlich ein, schade, denn auch ohne ESP bleibt der Lancer sehr gutmütig.

Das ist der Verdienst der angenehm straffen Fahrwerksauslegung, die trotzdem nicht den nötigen Komfort vermissen lässt. Auch auf der Autobahn findet der Lancer einen feinen Kompromiss zwischen Straffheit und Komfort, geht als angenehme Reiselimousine durch und liegt ruhig und sicher bei höheren Geschwindigkeiten.

Obwohl die Bremsanlage mit starkem ABS-Rubbeln und massiven Rucken bei einer Vollbremsung in die Eisen greift, steht der Lancer aus Tempo 100 heraus erst nach 40 Metern, das aber konstant. Dosierung und Ansprechverhalten sind okay.

Im Sportback stecken natürlich die selben Motoren wie in der Limousine, in unserem Testwagen erneut der 2-Liter Turbodiesel mit 103kW / 140 PS. Besonders beim Anlassen macht das Aggregat keinen Hehl aus seiner Herkunft, läuft ziemlich rau, dafür aber richtig spritzig. Kein Wunder, schmeißt es doch auch 310 Nm bei 1.750 U/min auf die Kurbelwelle.

Dazu passt dann auch die Sechsgang-Schaltung bestens, ihre Abstimmung harmoniert prima mit dem Selbstzünder und der Schalthebel gleitet auf kurzen Wegen exakt durch die Kulisse, leider auch hier etwas knochig.

Die Höchstgeschwindigkeit des Turbodiesel-Direkteinspritzers ist in der Sportbackvariante mit ausreichenden 204 km/h geringfügig niedriger als bei der Limousine und der Sprint von 0 auf 100 gelingt in 10 Sekunden, 0,4 Sekunden langsamer. Trotzdem spürt man auch hier die Kraft in der Lenkung und durchdrehende Vorderräder sind leicht provoziert.

Der CO2-Ausstoß des Vierzylinders erhöht sich beim Schrägheck auf 173 g/km, das liegt wie der höhere Verbrauch an der Ausstattung und dem höheren Gewicht, auf jeden Fall verbraucht unser Instyle mit 8,6 Litern in der Stadt locker mal 0,4 Liter mehr als die Limousine, als Inform oder Invite sind es 0,1 Liter mehr. Auf der Landstraße ist der Unterschied innerhalb der Sportbackreihe nur 0,2 Liter, der Instyle braucht hier 5,3 Liter auf 100 km, auf unserer Normstrecke konnte derTurbodiesel mit 6,2 Litern einen guten Wert einfahren.

Bleibt man auf der Autobahn bei rund 130 km/h sind es 6,3 Liter auf 100 km, nach einem Schnitt von 123 km ergab die Bordcomputer-Auswertung 6 Liter, nicht schlecht, steigt doch damit die Reichweite auf fast 1.000 km.

Auf hohem Niveau liegt die serienmäßige Sicherheitsausstattung auch beim Sportback, neben den üblichen Front-, Seiten- und Kopfairbags hat der Lancer auch einen Fahrerknieairbag an Bord. Und natürlich Dreipunktautomatikgurte (vorne mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern), höhenverstellbare Kopfstützen eine ISOFIX-Kindersitzbefestigung (Außensitze hinten).

Bei günstigen 21.490,- Euro geht der Mitsubishi Lancer Sportback mit dem 2 Liter Diesel an den Start, unser Testwagen in der Aussattungslinie Instyle steht mit 28.390,- Euro in der Preisliste, wie die entsprechende Stufenheck-Limousine.

Und wie bei der gehört eine umfangreiche Serienausstattung mit dazu, bei der auch Bluetooth, Tempomat, Regensensor, Audio-Fernbedienung, Dachantenne, Premium-Audio-System, Sitzheizung vorne, Ledersitze, Bi-Xenon-Licht mit Lichtsensor, Nebelscheinwerfer, Drehzahlmesser, Klimaautomatik und Zentralverriegelung nicht fehlen.

Als Extra taucht eigentlich nur für 480,- Euro dieMetallic-Lackierung in der Aufpreisliste auf, da auch die Alufelgen, die Rückfahrwarner, ein kühl- und heizbares Handschuhfach wie auch elektrischen Außenspiegel und Fensterheber im Serienpaket enthalten sind.

Stand: April 2010; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

Werbung: Automarkt auto24.de

Diesen Artikel weiterempfehlen:

ähnliche Beiträge

Kommentare

Keine Kommentare for “Mitsubishi Lancer Sportback 2.0 DI-D”

Kommentar schreiben

XHTML: Folgende HTML-Elemente sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Archive

banner