// Fahrbericht / Mitsubishi ASX 1.6 ClearTec

Mitsubishi

Mitsubishi ASX 1.6 ClearTec

Der kleine Bruder des Outlander kommt schon optisch richtig sportlich daher, das Jetfigther-Design steht dem Japaner sehr gut. Innen sind dann die Anleihen beim Outlander deutlich sichtbar, eine feine Materialanmutung, ein schickes Ambientelicht am Rand des großen Glasdaches und sportlich-straffe Sitze sorgen für gutes Unterkommen. Der kleine Benziner mit 117 PS ist leise und sehr sparsam, wenn man sich mit dem etwas zähen Vortrieb begnügt, kitzelt man Leistung raus – was nur mit viel Drehzahl geht – dann steigt auch der Verbrauch. Das Fahrwerk unterstützt zwar einen flotten Fahrstil, schnelle Kurvenfolgen sorgen für ein unsicheres Gefühl beim Lastwechsel, straff gibt sich die Schaltung, standfest die Bremsen. Ab 17.990,- Euro geht der ASX los …

Er reiht sich nahtlos in das neue Familiengesicht von Mitsubishi ein, und das ist auch gut so, denn das Jetfigther Design steht dem ASX sehr gut, die Frontscheinwerfer mit dem serienmäßig eingebauten „bösen Blick“ flankieren den großen Kühlergrill, der mit einer breiten Chromleiste umrandet ist.

Für den extra Schuss Dynamik und Abenteuer sorgen die aus dunklem Kunststoff angesetzte Frontschürze mit den schick integrierten Nebelscheinwerfern sowie die markant ausgestellten vorderen Radhäuser. Auch die Seitenschweller sind aus schwarzem Kunststoff gefertigt und schaffen eine schöne Verbindung zu den schwarzen Fensterholmen an der Seite und der dunklen Dachreling, die ein herrlich großes Glasdach einrahmt.

Die sanft ansteigende Gürtellinie und die entsprechend abfallende Dachlinie sorgen für eine sich nach hinten verjüngende Fensterfläche, die mit zum dynamischen Gesamtbild beiträgt. Über die echten Türgriffe lassen sich die vier Türen bequem öffnen.

Ein schöner Rücken ist natürlich auch beim ASX reine Geschmacksache, aber die grimmigen Rückleuchten, die zu einer Art Unterfahrschutz mutierte untere schwarze Hälfte der Heckschürze, die schräge stehende Heckscheibe mit demkleine Dachkantenspoiler, das alles macht den Japaner zumindest mal unverwechselbar.

Wer schon mal im Mitsubishi Outlander gesessen hat, der fühlt sich im ASX sofort zuhause. Das Lenkrad und die drei runden Drehknöpfe für die Heizung/Lüftung sind praktisch 1 zu 1 übernommen und auch die Sitze sind, mal abgesehen von der Polsterung, die von der Ausstattungslinie abhängt, identisch. Sogar die Instrumente sind was das Design von Drehzahlmesser und Tacho angeht gleich, nur drum herum wurden die silbergrauen Ringe beim ASX noch einen Tick sportlicher gezeichnet.

Das macht aber gar nichts, vor allem weil allein die beim ASX deutlich zierlicher geratene Mittelkonsole mit einer wesentlich kleineren Aluapplikation für einen eigenständigen Auftritt sorgt, der angreiffreundliche Kunststoff sieht auch gut aus. Und auch das Ambientelicht am großen Glasdach sieht richtig schön aus.

Dass man mit den wenigen Bedienelementen keine Probleme bei der Handhabung bekommt, ist fast schon selbstverständlich, und wäre der große Bildschirm, auf dem sich u.a. das Navigationssystem darstellt, noch etwas weiter nach oben gerutscht, dort wo jetzt die Lüftungsdüsen sitzen, würde er den Blick noch weniger von der Straße ablenken. Ein kleines Manko war der in unseren zahlreichen Tälern bisweilen schlechte Radioempfang, so kann man den prima Sound der „Rockford Fosgate“-Anlage nicht immer voll genießen.

Dem sportlichen Aussehen des ASX angepasst gaben sich auch die Sitze, ebenfalls aus dem Outlander bekannt, sehr gut ausgeformt richtig sportlich. Straff gepolstert sind sie auch auf langen Strecken eine gute Sitzgelegenheit, mit der elektrischen Sitzverstellung für den Fahrer findet jeder schnell seine optimale Sitzposition, allerdings ist die Erreichbarkeit der Schalter nicht ganz so optimal, weil es dort recht eng zugeht.

Der Ein- und Ausstieg gelingt in Reihe eins bestens und auch in Reihe zwei kommt man ganz bequem rein, beim Raus wird es aber für die Füße schnell eng und man bleibt gerne an der B-Säule hängen.Und auch beim Sitzen kann die zweite Reihe nicht ganz überzeugen. Denn mit weniger Ausformung und dem glatten Lederbezug ist der Seitenhalt hinten zu gering und die Kopfstützen lassen sich nicht weit genug ausziehen. Ansonsten hat man auch als 1,80 Meter großer Mitfahrer trotz des abfallenden Daches noch eine gute Kopffreiheit, die der Beine kann sogar als super bezeichnet werden, hier merkt man am ehesten, dass der ASX die gleiche Plattform wie der größere Outlander und auch dessen Radstand von 2,67 Metern vorweisen kann. Eng wird es allenfalls, wenn drei Erwachsene nebeneinander sitzen, für zusätzlichen Komfort sorgen die individuell verstellbaren Rücksitzlehnen.

Einmal drücken, und schon klappen die Rücksitzlehnen geteilt nach vorne, hinterlassen dabei aber eine leicht ansteigende Ladefläche und die Gurte hängen dabei auch etwas im Weg herum. Aber so vergrößert sich der 419/442 Liter große Kofferraum auf bis zu 1.219 Liter. Erreichbar ist das Ganze dann über eine recht hohe Ladekante, die aber im Gegensatz zur Stoßstange sehr gut geschützt ist.

Unter dem soliden Boden steckt anstelle des Reserverades ein weiteres Staufach mit dem Tire-Fit Reifenreparatur-Set. Zwei kleine Dinge bleiben aber noch negativ zu bemerken. Da ist zum Einen die Heckklappe, an deren Schloss man sich ab einer Körpergröße von 1,85 m leicht mal eine Kopfnuss holen kann und auch die Gepäckraumabdeckung dürfte sich gerne weiter öffnen, was sich aber durch den zur Verfügung stehenden Platz nicht realisieren lässt.
Wie es sich für einen echten Crossover gehört, kann man den ASX auch als Allradler bekommen, zumindest wenn Sie sich für den Diesel entscheiden. Unser Testwagen war aber mit dem neuen 1,6 Liter Benziner ausgestattet, und der ist ausschließlich mit Frontantrieb zu haben.

Aber auch der hat bei dem eher schwachen Motor keine Probleme, die Power auf die Straße zu bringen, ohne dass man davon etwas in der Lenkung spüren würde. Und die arbeitet angenehm straff und exakt, sorgt für ein gutes Gefühl fürdie Straße, das griffige Lederlenkrad tut ein Übriges dazu. Beim Rangieren sorgt die elektrische Servounterstützung für ein angenehm leichtes Arbeiten am Volant.

Und wenn man schon so sportlich aussieht, muss natürlich auch das Fahrwerk den gewissen sportlichen Touch mitbringen. Entsprechend gibt sich die Fahrwerksabstimmung des ASX, er fährt sich praktisch wie ein Pkw und nur der höhere Aufbau und die höhere Sitzposition lässt die Seitenneigung gefühlt deutlich stärker erscheinen als es tatsächlich der Fall ist.

So kann der ASX richtig flott um die Kuren getrieben werden, leicht untersteuernd gibt es da keine Probleme, auch das ESP hält sich dezent zurück. Das ändert sich, wenn man schnelle Richtungswechsel zu absolvieren hat, dann griff im Test – vor allem im Slalomtest – das ESP früh ein und die Lastwechselreaktionen hin zu einem deutlichen Übersteuern sorgen für ein unsicheres Gefühl, auch wenn der ASX doch auf Kurs bleibt.

Mit der ausgewogenen Federung bügelt der Crossover die meisten Straßenschäden sauber weg und selbst auf Kopfsteinpflaster hört man kein Dröhnen oder gar Klappern, lediglich das laute Abrollgeräusch der Reifen verrät den unkomfortablen Untergrund. Schlaglöcher dringen vor allem akustisch nach innen.

Die Beschaffenheit der Straße interessiert den ASX auch beim starken Bremsen so gut wie nicht, eine Vollbremsung auf schnell wechselnden Untergründen bringt den Mitsubishi nicht aus der Ruhe und auf bestem Asphalt kommt er fast ohne Quietschen oder ABS-Rubbeln sicher zum Stehen, aus Tempo 100 aber nach mehr als 40 Metern, ein Fakt, der wohl auch den Leichtlaufreifen geschuldet ist, Fading ist aber ein Fremdwort für den ASX.

Verantwortlich für die schnell ansprechenden Bremsen sind neben dem ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung, Bremskraftverstärker und Bremsassistent die rundum montierten Scheibenbremsen, die vorne zusätzlich innenbelüftet sind.

Wer gerne etwas flotter fährt, der ist sicher mit einem der Dieselaggregate besser bedient, was denPreis angeht und auch in Sachen Umweltverträglichkeit, also Verbrauch und CO2-Ausstoß braucht sich der neue, kleine Benziner aber nicht zu verstecken, auch nicht, was den ruhigen Lauf angeht.

Mit seinen 86 kW / 117 PS bei 6.000 U/min und dem maximalen Drehmoment von 154 Nm bei 4.000 Touren deuten schon die nackten Zahlen an, dass er mehr zum Cruisen denn zum Schnell-Fahren gedacht ist. Und die 11,4 Sekunden, die er für den Sprint von Null auf Hundert benötigt, sprechen die selbe Sprache, wie auch die Höchstgeschwindigkeit von 183 km/h, die noch am ehesten mit den Dieseln mithalten kann und im Alltag auch vollkommen ausreicht.

Besonders auffällig wird die kleine Motorschwäche beim Durchzug. Überholvorgänge wollen gut überlegt und vorausschauend geplant werden, selbst wenn man zurückschaltet. Ohnehin ist bei flotter Fahrwiese häufiges Schalten angesagt, denn was der ASX 1.6 unbedingt braucht ist Drehzahl. Dazu kann man mit dem griffigen und straff geführten Schaltknüppel auf kurzen Wegen aus fünf Vorwärtsgängen wählen, einen Holperer über die Leerlaufstellung muss man aber immer hinnehmen.

Die unteren Gänge sind so kurz wie möglich übersetzt, die oberen eher lang. Um einen möglichst effektiven Fahrstil zu unterstützen, besitzt der ASX eine Schaltempfehlungsanzeige, die aber bisweilen doch etwas übermotiviert erscheint, man kommt kaum noch den Berg hinauf, die Anzeige will aber noch immer, dass man hoch schaltet. Insgesamt erfreut der kleine Benziner aber nicht nur mit der Möglichkeit sehr niedertourig zu fahren, sondern gibt sich auch was die Laufkultur angeht sehr leise.

… und sehr sparsam. Der 117 PS Benziner steht dem 116 PS starken Diesel kaum nach, kommt in der Stadt mit 7,5 Litern, außerorts gar mit 4,9 Litern aus, den Mixverbrauch von 5,9 Litern kann man leicht unterbieten. Und selbst Autotesters Fahrten kamen trotz flotterer Fahrweise mit 6 Litern aus. Der CO2-Ausstoß liegt mit 135 g/km nicht nur sehr niedrig, sondern auch deutlich unter denen der Diesel, Euro 5 ist da auchschon selbstverständlich.
Dafür sorgt u.a. die variable Ventilsteuerung, ein regeneratives Bremssystem, Leichtlaufreifen und das serienmäßige Start-Stopp-System, das dem ASX den Beinamen ClearTec verschafft.

Es sorgt dafür, dass wenn z.B. an einer Ampel der Gang herausgenommen und die Kupplung gelöst wird, der Motor aus geht. Sobald der Fahrer die Kupplung betätigt, sprint der Motor wieder an. Dieses AS&G genannte System arbeitet ab rund drei Minuten nach dem Motorstart und kann z.B. bei ständigem Stop-and-Go-Verkehr auch vom Fahrer deaktiviert werden.
Ist es draußen unter 3 Grad, wurde nach dem Neustart noch keine Geschwindigkeit von 5 km/h erreicht oder ist der Energiebedarf des Fahrzeugs gerade zu hoch, dann schaltet das System den Motor nicht ab.

ABS, Stabilitätskontrolle, Berganfahrhilfe, Traktionskontrolle und Einschaltautomatik der Warnblinkanlage bei einer Notbremsung sind ebenso serienmäßig an Bord wie zweistufige Front-Airbags (Beifahrerairbag deaktivierbar), Seitenairbags vorn und Kopf-Airbags für beide Sitzreihen.

Und was es noch längst nicht überall als Extra gibt, das hat der ASX bereits als Serienausstattung an Bord: einen Knie-Airbag für den Fahrer. Und natürlich Dreipunkt-Automatikgurte auf allen Plätzen, Kopfstützen (vorne aktiv), zweifach verstellbares Lenkrad, Sicherheitsbremspedal, etc.

Der Mitsubishi ASX 1.6 MIVEC ist in der Basisversion ab 17.990,- Euro zu haben, der von uns gefahrene Instyle schlägt dann mit 26.190,- Euro zu Buche und ist sehr gut ausgestattet.

Das beginnt bei der Radio-CD-/MP3-Kombination, geht weiter über die Zentralverriegelung mit Fernbedienung und Smart Key System, die Dachreling, das Chrompaket, 17 Zoll Alufelgen, Xenonlicht mit Scheinwerferreinigungsanlage, Nebelscheinwerfer, Privacy Glass, Panorama-Glasdach, Lederausstattung, Bluetooh, el. Fensterheber, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, Regen- und Lichtsensor, Rückfahrkamera, Klimaautomatik uvm.

Ja sogar die Rockford Fosgate Audioanlage und das Navigationssystemsind serienmäßig in der Topversion verbaut. Was bleibt denn da noch für die Aufpreisliste? Die verdient den Namen Liste gar nicht, enthält nur den Punkt Metallic-/Perleffekt-Lackierung für 490,- Euro.

Stand: August 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

Werbung: Automarkt auto24.de

Diesen Artikel weiterempfehlen:

ähnliche Beiträge

Kommentare

Keine Kommentare for “Mitsubishi ASX 1.6 ClearTec”

Kommentar schreiben

XHTML: Folgende HTML-Elemente sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Archive

banner