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Mit Klasse in die Mittelklasse – Kia Optima

Die Mittelklasse ist seit jeher fest in deutscher Hand, so ist das gängige Bild auf unseren Autobahnen stets von den Modellen aus dem Hause Audi, BMW, Mercedes und VW geprägt. Dabei hat das Segment noch zahlreiche andere und durchaus attraktive Modelle zu bieten, wie beispielsweise den Opel Insignia, Citroen C5 oder Volvo S60. Doch an die Top-Riege können deren Verkaufszahlen bei weitem nicht heranreichen. Hier bis dato nicht wirklich präsent waren jedoch die Koreaner. Doch jetzt ergänzte nicht nur Hyundai seine Modellpalette um einen sehr gelungen i40, auch Kia zog hierzulande mit dem bereits in Amerika bekannten Optima nach.

Auf eine Kombivariante muss die Schwestermarke Kia leider bis auf weiteres verzichten, ohnehin steht Kia aus Kapazitätsgründen leider auch nur eine geringe Stückzahl zur Verfügung. Wirklich schade, denn der Optima ist nicht nur optisch ein Hingucker. Und auch wenn er nicht gänzlich ohne Schwächen auskommt, so stellt der Kia Optima ab 24.990,- Euro (für den 2.0 CVVL Attract) inklusive sehr umfangreicher Serienausstattung und der 7-Jahre-Herstellergarantie einen absoluten Preisschlager dar.

Mittlerweile charakterisierend für alle neuen Kia-Modelle ist das herausstechende Design, das natürlich auch die Mittelklasse-Limousine auszeichnet. Der Optima ist eine wahrhaft dynamische Erscheinung und trägt zugleich diese gewisse Eleganz in sich.
Bereits die fließende Silhouette lässt den Koreaner kraftvoll dastehen. Die langgestreckte Motorhaube trifft dabei auf einen coupéhaften Dachverlauf, der wiederum in einem kurzen knackigen Heck mündet.

Besonders sticht vor allen Dingen die markante Leucht-/Kühlereinheitan der Front hervor, die sich absolut schnittig dem Wind entgegenstreckt. Nicht weniger gelungen präsentiert sich auch die Heckansicht mit den sehr breit verlaufenden Rückleuchten.

Die Topausstattung rückt sich nicht nur durch serienmäßige Xenon-Scheinwerfer sowie LED-Rückleuchten in den Vordergrund, sie ist auch mit einem Sport-Kühlergrill, dynamischen Stoßfängern rundum sowie speziellen Schwellerschürzen und schwarz lackierten Bremssätteln versehen.

Ansprechend präsentiert sich auch das Interieur, dessen Ausrichtung nicht nur optisch ganz auf den Fahrer zugeschnitten ist.

So fühlen wir uns wie in einem Cockpit, alle wichtigen Bedienelemente sind angenehm groß ausgeführt und in direkter Reichweite. Zusätzlich können wir per Tasten und Drehregler am Lenkrad einige Funktionen steuern. Nach einer Eingewöhnungsphase steht einer intuitiven Bedienung nichts mehr im Wege.

Gute Sicht haben wir auch auf die klar und modern gezeichnete Instrumenteneinheit, dessen mittig platziertes 3,5-Zoll-Display Auskunft über zahlreiche Informationen gibt.
Eine solide Verarbeitung kennzeichnen dabei alle Ausstattungsvarianten, je nach Linie wartet das Interieur zudem mit feinem Leder, verschiedenen Farbausführungen und Dekorleisten in Metall-, Karbon- oder Holz-Optik auf.

Stets angenehm straff gepolstert nimmt uns das für eine Limousine gut ausgeformte und groß dimensionierte Gestühl auf, das ab der Version Edition 7 nicht nur über eine Sitzheizung, sondern auch eine -kühlung verfügt. Eine elektrische Justierung inklusive Memory-Funktion gehört ebenfalls zum Umfang.

Für uns persönlich stellt einzig die Sitzposition ein kleines Manko dar, denn trotz Höhenverstellung ist dieniedrigste Einstellung für unseren perfekten Sitz etwas zu hoch.
Am üppigen Raumangebot gibt es jedoch nichts zu rütteln und auch im Fond ist die Beinfreiheit sehr großzügig, sodass Insassen auch mit einer Körpergröße von 1,90 Meter bequem Platz nehmen können. Allerdings gibt die Kopffreiheit nicht genug Raum her und so wird es bereits für 1,80 Meter große Passagiere in aufrechter Sitzposition eng.

Alles andere als knapp bemessen ist das 505 Liter fassende Gepäckabteil, das durch Umlegen der Rücksitzlehnen im Verhältnis 60:40 sogar weiter vergrößert werden kann.

Dennoch weist der Kofferraum betreffend der Nutzbarkeit Schwächen auf und so schwingt für groß Gewachsene die Heckklappe nicht weit genug auf, die tiefe Schwelle sowie die bei umgeklappten Sitzen hohe Stufe erschweren das Be- und Entladen, dafür können die Lehnen vom Kofferraum aus entriegelt werden. Gerade bei Limousinen erweist sich eine Durchreiche als praktisches Detail, über das der Optima aber leider nicht verfügt.

Im Kern dynamisch, erweist sich die Fahrwerksabstimmung des Optima im Gesamten aber recht ausgewogen und scheitert in punkto Komfort nur an recht groben Straßenschäden, die ins Innere durchdringen.

Motorenseitig mag der Kia Optima nicht unbedingt sportliches Potenzial bereithalten, nicht so jedoch beim Fahrwerk. Denn dieses erlaubt einen absolut spielerischen Kurvenritt. Dezent untersteuernd lässt sich die Mittelklasse-Limousine zu jeder Zeit sicher manövrieren, bei erreichen des Grenzbereiches greift die elektronische Stabilitätskontrolle helfend ein und verfügt zudem über die Funktionen einer Traktionskontrolle sowie einer Gegenlenkunterstützung VSM.

Einzig die Lenkung könnte insolchen Situationen eine noch präzisere Rückmeldung vermitteln, ansonsten zeigt sich aber auch diese angenehm straff und exakt.
Ohne große Anstrengungen bringen wir das Fahrzeug auch zum Stehen, denn die Bremse lässt sich nicht nur angenehm dosieren, sie spricht auch schnell an und packt fest zu. Unterstützend stehen der Limousine auch hier elektronische Hilfen zur Seite, wie das Antiblockiersystem ABS, die elektronische Bremskraftverteilung EBD und eine Berganfahrhilfe HAC.

Das Motorenangebot des Kia Optima setzt sich aus einem Dieselaggregat, einem Benziner sowie einer Hybridvariante zusammen.

Das größte Stück des Kuchens fällt dabei auf den von uns gefahrenen 1.7 CRDi, der mit einer Leistung von 136 PS und einem maximalen Drehmoment von 325 Newtonmeter bereits darauf schließen lässt, dass hier nicht unbedingt sportliche Fahrleistungen zu erwarten sind. Schließlich muss der Selbstzünder fasst 1,7 Tonnen Fahrzeuggewicht fortbewegen.

Wenn dem Optima in den entscheidenden Situationen auch der nötige Durchzug fehlt, so steht ihm die Seite als entspannter Cruiser absolut gut zu Gesicht. Gelungen darauf abgestimmt, ist die Sechs-Stufen-Automatik, die auf Wunsch das Sechsgang-Schaltgetriebe ersetzt.

Sanft und ruckfrei, aber durchaus spontan gehen die Schaltvorgänge komfortabel vonstatten. Der manuelle Eingriff ist zwar möglich, letztlich übernimmt aber dann doch die Elektronik das Ruder.

Gegenüber einem Handschalter büßt die Automatik meist an Agilität ein, so auch im Falle des Optima, der in unserer getesteten Variante mit 11,6 Sekunden fast 1 1/2 Sekunden hinter der Schaltervariante zurück bleibt.

Bezüglich der Topspeed nehmen sich beide nicht mehr viel und sodifferieren die Getriebevarianten nur um fünf Stundenkilometer. Um die 197 km/h zu erreichen, ist allerdings etwas Gelassenheit gefordert. Legen wir diese an den Tag, können wir dem Optima auch eine angenehme Laufkultur bestätigen. Unter Last tritt das Dieseln wiederum teils rau und auch angestrengt hervor.

Wer jedoch die von Kia angegeben Verbrauchswerte realisieren möchte, sollte ohnehin zurückhaltender mit dem Gasfuß sein. Sechs Liter sollen mit der Sechsstufen-Automatik möglich sein und mit 6,5 Liter aufwärts waren wir zwischenzeitlich gar nicht so weit davon entfernt.

Der Handschalter zeigt sich nicht nur spritziger, sondern auch sparsamer. So begnügt sich der Optima in dieser Kombination laut Hersteller mit 5,1 Litern und kann in Verbindung mit dem optionalen Start-Stopp-System weitere 0,2 Liter einsparen.

Es ist zwar nicht die Fülle an Assistenzsystem, mit denen beispielsweise ein Mercedes-Benz aufwarten kann, aber auch beim Kia Optima müssen wir nicht gänzlich auf solche Hilfen verzichten. Denn ein Notbremsassistent sowie ein Toter-Winkel- bzw. Spurverlassens-Warner stehen der Topausstattung serienmäßig zur Seite.

Keineswegs verstecken muss sich aber auch die Basisvariante, die mit Front- und Seitenairbags vorn sowie durchgehenden Vorhangairbags, aktiven Kopfstützen auf den vorderen Plätzen, einem Reifendruck-Kontrollsystem, einer Gegenlenkunterstützung (VSM) und dem aktiven Bremslicht ESS („Emergency Stop Signal“) versehen ist.

Der Kia Optima schlägt nicht nur die Bestseller im Segment um ein deutliches, auch die Mitbewerbermodelle von Ford, Seat, Toyota etc. können nicht mit dem Preis-/Leistungsverhältnis des Koreaners mithalten.

So geht die Benzinervariantemit 24.990,- Euro an den Start und der Diesel verlangt dem Kunden je nach Ausstattung zwischen 26.990,- und 33.090,- Euro ab. Dass selbst die Hybridvariante preislich sehr attraktiv gestaltet ist, davon konnten Sie sich ja bereits (Link zum Bericht?!) überzeugen.

Leider nur sehr selten der Fall, beim Optima allerdings selbstverständlich, die sehr umfassende Serienausstattung bereits für die Basis Attract.

Schon hier sorgt eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik für ein angenehmes Raumklima, das Multifunktions-Lederlenkrad, eine Geschwindigkeitsregelanlage sowie ein Audiosystem inklusive Bluetooth-Freisprecheinrichtung und elektrische Fensterheber rundum sind ebenfalls inbegriffen. Und auch die Außenspiegel lassen sich elektrisch justieren und die Türen lassen sich per Funkfernbedienung öffnen bzw. schließen.

Wenn damit auch noch längst nicht alle Ausstattungsmerkmale genannt sind, so kommen wir jetzt doch zur nächst höheren Variante, der EDITION 7, die darauf aufbauend u.a. 17-Zoll-Leichtmetallräder, LED-Tagfahrlicht und Abbiegelicht, ein Regensensor und elektrisch verstellbare Sportsitze im Stoff-/Leder-Mix inklusive Sitzheizung und -kühlung beinhaltet. Während Einparksensoren die Karosserie rundum vor unschönen Parkremplern schützen macht der ebenfalls serienmäßige Einparkassistent das Parkmanöver zum Kinderspiel.

Die Version SPIRIT hebt sich dagegen nicht nur optisch nochmals ab, sondern zeichnet sich mit weiteren Komfortfeatures wie beispielsweise dem Smart-Key-System, der Infinity-Premium-Soundsystem die tollen Hörgenuss bietet, sowie dem Kartennavigations-System dass außerdem eine Rückfahrkamera umfasst, als Topvariante aus.

In Form eines Premium-Paketes kann diese außerdem umein Panoramadach dessen vorderer Teil sich öffnen lässt, einen elektrisch einstellbaren Beifahrersitz (keine Höhenverstellung!) sowie eine Sitzheizung für die äußeren Fondplätze ergänzt werden.

Stand: April 2013; Test: Redaktionsbüro Lind; Fotos: Kia

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