// Fahrbericht / Der Range Rover Evoque läutet ein neues Zeitalter ein.

Land Rover

Der Range Rover Evoque läutet ein neues Zeitalter ein.

Wie oft wünscht man sich, dass eine Studie so gut wie unverändert den Weg auf die Straße findet. Nun ist es geschehen. Vor fast drei Jahren sorgte Land Rover mit der Studie LRX für einen absoluten Hingucker. Mit dem Range Rover Evoque geht dieses Konzept nun nahezu identisch in Serie. Dabei schicken die Briten das SUV nicht nur als Dreitürer – wie von der Studie übernommen – ins Rennen, sondern zeitgleich auch als Fünftürer mit optimalem Alltagsnutzen.

Als kleinster Range Rover rundet der Evoque die Familie nach unten hin ab. Mit seinem futuristischen, unverwechselbaren und emotionalen Design mischt er das SUV-Segment ordentlich auf. Allein der Name „Range Rover Evoque“, geht einem doch wahrlich anders über die Lippen als ein Kürzel wie z.B. GLK oder Q oder X. Wir sind uns sicher, der Evoque schreibt für Land Rover eine neue Erfolgsgeschichte und wird als künftiges Volumenmodell nicht nur die Absatzzahlen enorm steigern, sondern auch das Image.

Nur schwer können wir unseren Blick von ihm abwenden. Der neue Range Rover Evoque fällt wahrlich nicht nur im Segment der SUVs auf. Im alltäglichen Bild unseres Straßenverkehrs sticht der neueste Land Rover mit seiner futuristischen und neuen Linienführung enorm auf. Dabei verleugnet er aber keineswegs seine Wurzeln.

Kraftvoll und dynamisch sind dabei nicht nur die stark ausgeprägten Radläufe. Sei es der Unterfahrschutz sowohl an Front und Heck, die Lüftungsschlitze an Motorhaube und Kotflügeln, die Front- und Heckleuchten mit LED-Technik, die schwarz abgedunkelten Dachsäulen … Kontrastlackierungen für Dach und Dachspoiler oderschicke Stylingpakete krönen den gelungenen Auftritt.

Und wenn sich auch der Fünftürer im Alltag als die praktischere Variante erweist, so büßt diese jedoch nichts an Dynamik ein, und so legt sie gegenüber dem Dreitürer in der Höhe lediglich um 30 Millimeter zu.

Beim Einstieg ins Innere bietet der Evoque mit zwei zusätzlichen Türen selbstverständlich den leichteren Zugang auf die Rücksitze und wartet im Vergleich zum Coupé, das mit zwei Einzelsitzen daher kommt, mit einer Sitzbank auf. Allerdings ist diese, wenn gewünscht, auch ohne Aufpreis für den Dreitürer verfügbar.

Mit überraschend guten Platzverhältnissen konnten beide Varianten überzeugen. Sowohl die Luft im Bein- als auch im Kopfraum ist selbst für Sitzriesen noch ausreichend. Eine Tatsache, die wir in Anbetracht der Dachlinie bei weitem nicht erwartet haben. Selbst das für 650,- Euro erhältliche große Glas-Panoramadach schränkt den Raum nicht ein.

Der Kofferraum bietet stets 420 Liter Stauraum und lässt sich je nach Karosserievariante auf bis zu 1.350 Liter (Dreitürer) bzw. 1.445 Liter (Fünftürer) erweitern. Die optional elektrisch öffnende Heckklappe untermalt den Premium-Anspruch.

Wandern wir nun nach vorn.

Massiv, mit edle Materialien, klar strukturiert und modern … hier ist deutlich zu sehen, dass die Karosserie zwar auf einem Freelander basiert, der Evoque im Herzen aber eben doch ein Range Rover ist.

Der freien Gestaltung sind dank unterschiedlichster Ausstattungen und diversen Innenraum-Konzepten kaum Grenzen gesetzt. Feinste Lederbezüge (ob Teilleder, genarbtes oder Oxford-Leder in verschiedenen Farbkombinationen), verschiedeneDachhimmelgestaltungen, Dekorelemente aus echtem Aluminium, wobei letztere in matt gebürstet, strukturiert oder im Botanical-Style verfügbar sind, sorgen für jede Menge Individualität. Und dann wäre da natürlich die Frage nach dem passenden Gestühl, und auch hier hat Land Rover für den komfortverwöhnten oder aber den sportlichen Typ genau das Richtige im Angebot.

Mittels großer, griffgünstiger Bedienelemente oder doch lieber per Sprachsteuerung durchs Menü führen, dass bleibt Ihnen überlassen, die Möglichkeit besteht ebenso wie die über das Multifunktionslenkrad zu steuern.

In allen Versionen stets serienmäßig verbaut ist das Fünf-Zoll-Farbdisplay, die Ausstattungen Dynamic und Prestige sind darüber hinaus mit einem großen Acht-Zoll-Touchscreen bestückt, fungierend als Hauptanzeige und Steuerungszentrale. Hieran gekoppelt ist zudem das aufpreispflichtige „Surround“-Kamerasystem, bei dem fünf Digitalkameras das Fahrzeugumfeld überwachen. Hiermit lassen Sie wahrlich keinen Winkel aus den Augen.

Ebenfalls gegen ein zusätzliches Endgeld erhältlich, die „Dual View“-Technik. Damit besteht die Möglichkeit, dass der Beifahrer, während der Pilot z.B. die Navigation angezeigt bekommt, einen DVD-Film ansehen kann.

Ein Wort noch zur Innenraumbeleuchtung. Hier können die phosphorblauen und roten LEDs ganz nach Belieben in fünf verschiedenen Farbkonzepten illuminiert werden. Bei aktiviertem „Dynamik“-Fahrmodus, wechselt das Licht automatisch in ein kraftvolles Rot.

Womit wir auch schon beim völlig neu entwickelten Fahrwerk angekommen sind. Dieses überzeugte uns sowohl seitens des gebotenen Komforts aber auch mit Blick auf diesportliche Seite. Trotz der SUV-Gene vermittelt der Evoque ein dynamisches Handling, bei engen Kehren halten sich die Karosserieneigungen angenehm zurück, hier leistet die Wankneigungskontrolle beste Arbeit. Des weiteren sind folgende elektronische Hilfen an Bord: Traktions- und Stabilitätskontrolle, das Anhängerstabilitätssystem und die Motor-Schleppmoment-Regelung, eine Bergan- sowie -abfahrhilfe inklusive Bremskraft-Entriegelungssteuerung.

Abhängig von der Version, kann der kleine Range um die adaptive Fahrwerkssteuerung „Adaptive Dynamics“ ergänzt werden. Die darin enthaltene variable Stoßdämpferabstimmung „MagneRide“ präsentiert sich dabei als Weltneuheit im Evoque und agiert bzw. reagiert wesentlich schneller auf Straßenunebenheiten als herkömmliche Stoßdämpfer und gleicht diese automatisch aus.

Die elektrische Servolenkung senkt nicht nur die CO2-Emissionen, sondern lässt sich auch noch mühelos und sehr präzise bedienen. Mit seinem Wendekreis von 11,3 Metern gestaltet sich der kleine Range auch in der Stadt als gutmütiger Begleiter.

Ein Range Rover war bisher ausschließlich als Allradler erhältlich, der neue Evoque bietet dem Käufer erstmals die Möglichkeit auch rein frontangetrieben unterwegs zu sein.

Doch der Evoque wäre kein Land Rover, wenn er nicht auch im Gelände zu hause wäre … Die Varianten mit Allradantrieb verfügen über eine eigens entwickelte „Terrain Response“-Steuerung. Die Antriebskraft wird stets variabel zwischen Vorder- und Hinterrädern verteilt, im Alltag jedoch zum größten Teil an die Vorderachse geleitet. Verliert der Evoque an Traktion, reagiert unvermittelt die elektronisch gesteuerteHaldex-Zentralkupplung und leitet mehr Antriebsleistung zu den Hinterrädern.

Um für die verschiedensten Fahrsituationen, die einen abseits der asphaltierten Piste erwarten, gewappnet zu sein, kann der Fahrer zusätzlich zwischen den Fahrprogrammen „Normal“, „Gras/Schotter/Schnee“, „Schlamm/Spurrillen“ und „Sand“ wählen. In Verbindung mit „Adaptive Dynamics“ verfügt Terrain Response sogar über ein fünftes Fahrprogramm.

Mit rundum groß dimensionierten Scheibenbremsen, ABS, EBD, dem elektronischen Bremsassistenten und einer Kurvenbremssteuerung ist der Offroader auch in diesem Punkt bestens gerüstet.

Den Freelander gibt es in seiner neuesten Generation bereits als rein frontangetriebene Variante, nun zieht auch erstmals ein Modell der Range Rover Familie nach. Neben dem eD4 mit 110 kW / 150 PS, der sich laut Herstellerangaben mit knapp fünf Litern Diesel auf 100 km begnügen soll, stehen dem Evoque die umfassend überarbeiteten und allradangetriebenen Dieselvarianten TD4 und SD4 zur Seite sowie der komplett neue 2,0-Liter-Benzinmotor.

Dieses Aggregat, befeuert von 177 kW / 240 PS und 370 Newtonmeter ab 1.750 Umdrehungen pro Minute mit Turboaufladung, Hochdruck-Direkteinspritzung und einer doppelten variablen Ventilsteuerung sorgt für souveränen Fahrspaß.

Der verbaute „Mahle Sound-Generator“ erzeugt beim starken Beschleunigen einen kernigen, anspornenden Motorenklang und verkürzt gefühlt die Sprintzeit von realen 7,5 Sekunden von Null auf Tempo 100. Die 200er-Grenze lässt das derzeit stärkste Pferd im Stall mit 17 Stundenkilometern hinter sich.

Mit 8,7 Liter im Schnitt entspricht der Verbrauch ganz der Motorleistung, er steigt, wenngefordert, aber verständlicherweise nach oben. Der Topdiesel mit 190 PS und Automatikgetriebe begnügt sich mit über zwei Litern weniger, spurtet aber dennoch in 8,5 Sekunden auf 100 km/h und erreicht 195 km/h Topspeed.

Während die Dieselmodelle serienmäßig an ein Sechsgang-Schaltgetriebe inklusive Stopp-Start-Automatik gekoppelt sind, ist der starke Turbobenziner Si4 an eine sechsstufige Automatik geknüpft (abgesehen vom eD4 auch für die Dieselmotoren erhältlich). Schade jedoch, dass diese kein Stopp-Start-System beinhaltet.

Dennoch konnte uns diese Kombination mehr zusagen und erlaubte dank Drive Select und Sportmodus auch den manuellen Eingriff mittels Schaltpaddles am Lenkrad. Das manuelle 6-Gang-Getriebe konnte dagegen hackelig und etwas knochig nicht unseren Erwartungen entsprechen.

Wenn der Evoque auch mit einem Toter-Winkel-Überwachungssystem, dem Einparkassistenten sowie dem „Surround“-Kamerasystem aufwartet, so verzichtet Land Rover darauf, den neuesten Sprössling mit einem Spurhalteassistent, dem Abstandssystem mit automatischer Bremsfunktion, einem Müdigkeitswarner oder einer Verkehrsschilderkennung zu bestücken, und leider sind diese auch nicht optional vom Kunden aufzurüsten.

Zwei Karosserievarianten, drei Motoren und drei Ausstattungslinien … doch damit nicht genug. Während die Versionen „Pure“, „Prestige“ und „Dynamic“ – stets mit jeder Menge Premium-Flair – sozusagen eine gewisse Richtung vorgeben, ermöglicht Land Rover dem Evoque-Kunden eine enorme Vielfalt an Individualisierung. Insgesamt 160.000 verschiedene Konfigurationsmöglichkeiten errechnete Land Rover für das neue SUV.

Ab 33.100 Euro,- erhalten Sie denfrontangetriebenen Fünftürer, die Coupévariante verlangt stets einen Aufpreis von tausend Euro. Die Allradler starten ab 34.900,- Euro und erstrecken sich bis 48.900,- Euro, für das Topmodell Prestige in Verbindung mit dem Benziner Si4.

Stand: Oktober 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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