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Mit dem Opel Cascada der Sonne entgegen.

Mit dem neuen Cascada haben die Rüsselsheimer nicht nur wieder ein Cabriolet im Sortiment, sondern ihnen scheint wahrlich der große Wurf gelungen zu sein. Zwar basiert er auf der Plattform des Kompaktklassefahrzeuges Opel Astra, aber das ist auch schon die einzigste Gemeinsamkeit der beiden Modelle, denn das Cabrio ist mit 4,70 Meter Außenlänge ganz klar ein Mittelklassewagen. Und so sehen Modelle wie das Golf Cabriolet oder der Peugeot 308 regelrecht „klein“ neben dem Cascada aus, vielmehr spielt dieser größentechnisch in der Liga der viersitzigen Cabrios von Mercedes, BMW und Audi mit. Mit Preisen zwischen 25.945,- und 36.155,- Euro unterbieten die Hessen diese Mitbewerber aber um ein deutliches und bieten absolut bezahlbaren Premium-Flair.

Das Design, geprägt von einer sehr eleganten und doch zugleich dynamischen Linienführung, präsentiert sich absolut eigenständig, wenn auch die Front ganz klar das aktuelle Opel Markengesicht trägt.

Ein großer Coup ist den Designern aber gerade bei der schwungvollen Seitenansicht und dem sehr stimmigen Heck gelungen.

Wohlig proportioniert und mit langem Radstand versehen, steigt die von der Front bis hin zum Fahrzeugabschluss fließend übergehende Gürtellinie sportlich an und bricht regelrecht mit der am unteren Karosserieabschnitt befindlichen Sichel. Ein weiteren Eyecatcher stellen hier natürlich die bis zu 20 Zoll großen Felgen dar.

An der Heckpartie stechen die großen Leuchten, verbunden durch eine breite Chromspange, in moderner LED-Technik markant hervor. Trotz derwuchtigen Abmessungen wirkt die Ansicht des Kofferraumes flach und schnittig, der integrierte Spoiler unterstreicht diesen Eindruck.

Diese stimmigen und fließenden Reize bewahrt sich der Cascada auch bei geschlossenem Dach, das Stoffverdeck integriert sich perfekt in das Gesamtbild ein.

Per Taste in der Mittelkonsole oder via Fernbedienung im Fahrzeugschlüssel lässt sich das Verdeck in gerade mal 17 Sekunden öffnen bzw. schließen und das sogar bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h.

Während der Cascada serienmäßig mit einem Komfort-Stoffverdeck ausgestattet ist sorgt das Premium-Stoffverdeck in der Ausstattungsvariante Innovation für eine noch höhere Akustikdämmung. Im Gegensatz zum schwarzen Basisverdeck ist diese Variante zudem in den Farben Moccabraun und burgunderrot Malbec erhältlich.

Im geöffneten Zustand minimiert das zusammengefaltete Stoffverdeck den 380 Liter großen Kofferraum um ganze hundert Liter, bevor das Dach jedoch aufgemacht werden kann, muss eine Abdeckung umgelegt werden. Die nun entstehende Luke gibt allerdings nur noch flachen Gepäckstücken den Weg in den Stauraum frei.

Trotz diesem für Cabrios typischen Handicap kann der Cascada mit dem FlexFold-System aufwarten. Das kann nicht nur eine Durchreiche bieten, sondern ermöglicht auch das Umlegen der Rücksitzlehnen im Verhältnis 50:50. Hierzu muss einzig eine Taste vom Kofferraum aus entriegelt werden und das Stauvolumen steigt im geschlossenen Zustand auf bis zu 750 Liter an. Diese Tatsache ist dabei ebenso einzigartig in dieser Klasse wie die Möglichkeit Ladegut mit einer maximalen Länge von1,82 Meter zu transportieren.

Zudem erweist sich der Cascada als echter Viersitzer und entspricht nicht nur einer 2+2-Sitzer-Lösung. So können wir uns hier selbst mit 1,80 Meter Körpergröße bequem niederlassen. Die elektrische Easy Entry-Funktion der Vordersitze erleichtert dabei den Ein- und Ausstieg und so gelangen wir selbst bei geschlossenem Verdeck problemlos in den Fond.
Ein durchaus lohnenswerter Aufpreis stellt das 290,- Euro teure Windschottpaket dar. Ein Windschutz, der sowohl für Reihe eins als auch die zweite Sitzreihe gilt, das Windschott für die Fondpassagiere wird zwischen den hinteren Kopfstützen platziert.

Dass der Cascada sowohl im Sommer als auch im Winter perfekten Open-Air-Genuss ermöglicht zeigen zudem die hitzereflektierenden Ledersitzbezüge als auch das beheizbare Leder-Lenkrad auf.

Das serienmäßige Gestühl kann wenn gewünscht auch durch die besonders rückenschonenden AGR-Sitze ausgewechselt werden, diese sind in schwarz perforiertem Leder oder in samtweichem Nappaleder erhältlich.

Doch auch hier fiel uns bei der ersten Sitzprobe zunächst die überraschend hohe Sitzposition und die damit verbundene Nähe zum Dachholm auf. Leider lies sich der Sitz im Gesamten nicht weit genug nach unten positionieren, allerdings sorgte die Neigungsverstellung der Sitzfläche für etwas Abhilfe, trotzdem haben größere Fahrer mit dem Holm der Frontscheibe praktisch ein Brett vor dem Kopf.

Die Karosserie bei einem Coupé sowie einem Cabrio verlangt in der Regel ein weites nach hinten Verrenken um den Sicherheitsgurt zu erreichen. Der Cascada schafft hier dankelektrischem Gurtbringer (in der Ausstattung Innovation Serie) Abhilfe.

Unser Blick fällt im Cascada auf das von Opel mittlerweile bekannte Cockpit, dessen flügelförmiger Armaturenträger sich harmonisch bis in die Türverkleidungen zieht und in der Mittelkonsole zahlreiche Schalter aufweist, aber sich dennoch als bedienfreundlich erweist.

Die vorbildlich verarbeiteten Materialen geben dabei keinen Anlass zur Kritik und bieten je nach Ausstattung mit Vinylleder, Morrocana-Bezug und farbigen Ziernähten von elegantem Schwarz über Silber bis hin zu Indian Summer-Nähten sowie schwarzen Klavierlackdekors und Chromeinfassungen auch etwas fürs Auge.

Das serienmäßige Fahrwerk mit der ursprünglich für den Insignia OPC entwickelten HiPerStrut-Vorderachse, lässt zunächst auf eine sehr dynamische Auslegung schließen.

Und wenn dem Mittelklassecabrio auch die flotte Kurvenhatz gut zu Gesicht steht, so ist der Gesamtcharakter aber dennoch eher komfortabel. Was jedoch keineswegs einem schwammigen Fahrgefühl entspricht, vielmehr einer ausgewogenen Feder-Dämpfer-Abstimmung, mit der wir uns auch vor Schlaglöchern nicht fürchten müssen.

Mit der adaptiven Fahrwerkskontrolle FlexRide für 980,- Euro kann der Fahrer vom entspannten Dahingleiten im Tour-Modus über den Standard-Modus mittels einfachem Tastendruck auch in den dynamischen Sport-Modus wechseln.

Die ohnehin angenehm präzise und geschwindigkeitsabhängige elektrische Zahnstangen-Servolenkung setzt dann die Lenkbefehle noch direkter um.

Das Motorenportfolio des Cascada umfasst neben zwei Dieselaggregaten, darunter der jüngsteingeführte 195 PS starke BiTurbo-Diesel, auch drei Turbobenziner. Seitens der Ottomotoren liegt unser Fokus heute auf der komplett neuen Motorengeneration, dem 1,6-Liter-SIDI Turbo mit Benzindirekteinspritzung und Start-/Stop-Technologie.

Während uns der ebenfalls kürzlich eingeführte und derzeit für Zafira und Astra erhältliche 1.6 CDTI ecoFLEX absolut begeistern konnte, kann die Benzinervariante leider nicht ganz mit diesen Erwartungen mithalten.

Denn trotz der 125 kW / 170 PS geht der Motor bei weitem nicht so spritzig zur Sache. So genehmigt sich das Aggregat 9,6 Sekunden bis die 1,7 Tonnen aus dem Stand die Tempo 100 erreichen.

Das reguläre Drehmoment von 260 Newtonmeter lässt sich mittels Overboost allerdings kurzzeitig auf 280 Nm anheben und liegt schon ab 1.650 Touren an.

Nichts desto trotz, liegt dem 1.6 SIDI das gemütliche Cruisen viel mehr als der stramme Ritt. Gleiches gilt für das ausreichend präzise geführte Sechsgang-Schaltgetriebe, mit dem der Motor ein sehr niedertouriges Fahren erlaubt, aber für den sportlich ambitionierten Fahrer zu lange Schaltwege aufweist.

Der Motor ist darüber hinaus auch mit einer Sechsstufen-Automatik erhältlich, der Durchschnittsverbrauch steigt dabei von 6,3 auf 7,2 Liter und der Preis um 1.295,- Euro. Mit Handschalter liegt der CO2-Ausstoß bei 148 g pro km, allerdings verlangt der Opel nach teurem Super Plus.

Zu einer der unumgänglichsten Sicherheitsmaßnahmen eines Cabriolets zählt zweifelsohne der Überrollschutz, in Form von pyrotechnisch aktivierten hochfesten Stahlstützen, die hinter den Rücksitzen herausfahren.Dieser ist beim Opel Cascada ebenso gegeben wie zweistufige Frontbags, Kopf/Brust-Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer, Dreipunkt-Sicherheitsgurte auf allen Plätzen, doppelte Gurtstraffer vorn, einfache Gurtstraffer auf den Rücksitzen, ISOFIX- und Top Tether-Kindersitzbefestigungsvorrüstungen im Fond, aktive Zwei-Wege-Kopfstützen für Fahrer und Beifahrer (Vier-Wege bei AGR-Sitzen) und auskuppelnde Sicherheitspedale.

Um dem Premiumanspruch gerecht zu werden stellen die Rüsselsheimer dem Cascada diverse Assistenzsysteme zur Seite, wie den weiterentwickelten Spurassistent, den Verkehrsschildassistent, die Abstandsanzeige oder aber den Frontkollisionswarner.
Im Vergleich zu den deutschen Mitbewerbern verlangt Opel hierfür jedoch alles andere als utopische Aufpreise und so sind die bereits erwähnten Systeme für zusammengefasst 800,- Euro erhältlich. Das Assistenz-Paket für 850,- Euro beinhaltet des weiteren den Parkassistent, einen Toter-Winkel-Warner und elektrisch anklappbare Außenspiegel.

Der von uns gefahrene Cascada 1.6 SIDI startet in der bereits gut ausgestatteten Edition-Variante bei 28.245 Euro.

Der Aufpreis von 3.600,- Euro bringt in der Topausstattung Innovation außerdem so Annehmlichkeiten mit sich wie den elektrischen Gurtbringer, eine Zwei-Zonen-Klimatisierungsautomatik, das Premium Stoffverdeck oder aber das adaptive Fahrlicht AFL+ inklusive Fernlichtassistent. Allein letztes Ausstattungsmerkmal wird dem Edition mit 1.250,- Euro berechnet.

Das ansonsten mit 200,- Euro angepriesene Sichtpaket inklusive Regensensor ist hier ebenso Serie, wie die elektrischeParkbremse in Verbindung mit dem Berg-Anfahr-Assistenten.
Unter dem Posten „Sonderausstattung“ listet Opel zum Beispiel ein beheiztes Lenkrad, das Quickheat-Schnellheizsystem, eine Rückfahrkamera sowie unterschiedliche Pakete.

Stand: Juli 2013; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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