// Fahrbericht / Mercedes-Benz GLK 250 CDI BlueEfficiency

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Mercedes-Benz GLK 250 CDI BlueEfficiency

Weil die Stuttgarter an sich etwas spät in das hart umkämpfte Segment der kompakten Sports Utility Vehicles eingestiegen sind, mussten Sie das Feld von hinten aufrollen. Und auch wenn das kantige Design des GLK zweifelsohne den Geschmack der Betrachter spaltet, so erfreut er sich aber letzten Endes doch einer großen Fangemeinde. Ein Blick auf die Straßen verrät zudem, dass der Kunde sich in der Regel häufig für eine andere, markantere und auffälligere Farbe entscheidet, als die unseres Testwagens. Unabhängig davon hält aber jeder GLK nicht nur jede Menge Sicherheit, sondern auch ordentlich Platz, ein ausgewogenes Fahrwerk und im Falle des 250 CDI einen kräftigen und zugleich kultivierten und sparsamen Motor bereit.

Ecken und Kanten zeichnen einen Charaktertyp aus und das ist der Mercedes-Benz GLK durch und durch. Ein Charakter, der in jedem Fall polarisiert.

Das kantige Äußere wirkt bullig und ist absolut unverwechselbar. Der große Stern prangt mittig im großen, steil stehenden Kühlergrill. Die scharfe Linienführung mit vielen Sicken und Kanten zieht sich von der markanten Frontschürze über die großen Scheinwerfer und die ansteigende Seitenlinie mit den ausgestellten Radläufen bis hin zum kompakten Heck mit den weit außen platzierten großen Rückleuchten.

Die zwei großen, viereckigen Endrohre wie auch der Dachspoiler vermitteln einen sportlichen Touch, diesen untermalen auch die schicken Edelstahl-Trittbretter unseres Testfahrzeuges, sie sind allerdings aufpreispflichtig.

Leider machen wir uns beim Einstieg ins Innere auch gerne und immer wieder die Hose daran schmutzig, was leider gar nicht mehr so schick ist. Bei Erreichen der hinteren Sitzreihe gestaltet sich zudem der Fußraum recht eng. Doch bevor wir uns den Fond näher ansehen, nehmen wir erst einmal in Reihe eins Platz.

Hier geht es nicht weniger eckig und markant zu,als es die äußere Hülle vermuten lässt. Doch leider birgt das Cockpit auch den ein oder anderen Makel, eine Tatsache die uns in Anbetracht eines „Stern“-Trägers wirklich überrascht.

Das an sich vertraute Ambiente weist sowohl bei den verwendeten Materialien als auch deren Verarbeitungsqualität Mängel auf. Ob es die unschönen Gießgrade oder die teils weniger angreiffreundlichen Armaturen sind, dem sonst gewohnten Premium-Anspruch will das nicht so ganz entsprechen.

Für ein Sports Utility Vehicle keineswegs ungewöhnlich verfügen die Sitze nur über mangelnden Seitenhalt, in punkto Komfort kann das Gestühl dagegen rundum überzeugen, ebenso die Platzverhältnisse. Die vollelektrische Sitzverstellung befindet sich in gewohnter Manier an der Tür, bei der serienmäßigen Teilverstellung jedoch nur am Sitz. Allerdings bietet auch diese eine vielfache Verstellmöglichkeit, die in Verbindung mit dem sowohl in Höhe als auch in der Weite verstellbaren großen Leder-Lenkrad jeden schnell seine optimale Sitzposition finden lässt.

Die Übersicht von hier aus ist gut und trotz breiter C-Säulen ist das Heck gut abzuschätzen und in unserem Fall, dank des tollen Bildes der Rückfahrkamera, auch perfekt einzusehen. Nicht weniger gut im Blick haben wir die übersichtlich angeordneten und intuitiv zu bedienenden großen Schalter, nur die Einheit für die Klimaanlage ist etwas weit nach unten gerutscht. Und mit dem handlichen Drehregler, genannt Command System, lässt sich nicht nur das Radio oder das Navigationssystem bequem steuern.

Die verbauten Getränkehalter nehmen problemlos auch 1,5 Liter Flaschen auf und selbst im Fond finden wir die nötigen Ablagen vor. Ohnehin ist der Reisekomfort hier keinen Deut schlechter als auf den vorderen Sitzplätzen.

Die Rücksitze lassen sich außerdem ohne große Mühe im Verhältnis 60:40 umlegen, die Kopfstützen müssen hierzu nicht abgenommen werden und dieentstandene Ladefläche ist wunderbar eben. Wer diesen Raum jedoch uneingeschränkt nutzen möchte, muss noch die Querstrebe entnehmen und erst dann steht der von 450 auf 1.550 Liter angewachsene Stauraum voll zur Verfügung.

Dank weit öffnender Heckklappe – auf Wunsch auch elektrisch – gelingt der Zugang zum Laderaum ganz ordentlich, wie für diese Fahrzeuggattung üblich, ist allerdings eine recht hohe Ladekante zu überwinden.

Ist uns dies gelungen, halten serienmäßige Verzurrösen ihr Hab und Gut sicher an ihrem Platz. Haken für Einkaufstaschen sowie für die Kleidung finden wir ebenso im Ladeabteil vor wie eine 12 Volt-Steckdose und die seitliche Laderaumbeleuchtung. Unter dem Ladeboden beherbergt der GLK zusätzlich ein 86 Liter großes Fach.

Wie auch die Mitbewerber im Segment der kompakten SUVs wird der GLK mehr als On- und weniger als Offroader genutzt, was aber nicht heißt, dass er nicht anders kann.

Dank serienmäßigem 4MATIC-Antriebsstrang meistert er auch die Hürden abseits der asphaltierten Straße. Und das stets souverän, die kurzen Fahrzeugüberhänge kommen ihm dabei positiv entgegen, die Bodenfreiheit von 201 Millimeter bzw. 187 Millimeter bei den Dieselvarianten können da nicht ganz mithalten, schon eher der Böschungswinkel von 23 Grad vorn und 25 Grad hinten wie auch der Rampenwinkel, der 19 Grad beträgt.

Der Allradantrieb verteilt die Antriebkraft 45 zu 55 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse. Dabei unterstützt eine neu entwickelte Lamellenkupplung im Zentraldifferenzial das System und sorgt in Verbindung mit dem elektronischen Traktionssystem 4ETS selbst bei Glätte, Schnee oder losem Untergrund für optimale Traktion. Die Grundsperrung von 50 Newtonmetern zwischen Vorder- und Hinterachse steigert diese zusätzlich.

Wer doch des öfteren den Reiz im Gelände sucht, sollte in jedem Fall das 700,- Euro teure Offroad-Technik-Paket inklusive robustem Unterbodenschutz,dem Offroad-Fahrmodus sowie dem Bergabfahrassistenten ordern und/oder das „Offroad-Styling-Paket“ u.a. mit größeren Federwegen und einer weicheren Grundabstimmung.

Wer es dagegen gerne sportlicher angehen lässt, der wird Gefallen an dem „Sport-Paket“ finden. Dieses kommt mit einem 20 Millimeter tiefergelegten Sportfahrwerk mit kürzeren Federn, straffer abgestimmten Dämpfern und stärkeren Querstabilisatoren daher.

Womit wir auch wieder zurück auf der Straße wären …
Und hier hat uns der GLK ebenso gut gefallen, ob agiles oder komfortables Fahren, mit dem serienmäßigen AGILITY CONTROL-Fahrwerk fühlten wir uns stets gut aufgehoben. Wenn das Fahrwerk im Kern für einen Mercedes-Benz auch überraschend straff war, so hat uns diese Auslegung sehr zugesagt.

Im Vergleich zu einem Pkw liegt der Schwerpunkt eines SUV selbstverständlich spürbar höher, dennoch meisterte der GLK auch enge Kehren im flotten Tempo. Die Stoßdämpfer passen sich jeweils automatisch der Fahrsituation wie auch der Straßenbeschaffenheit an, was in diesem Fall eine noch straffere Arbeitsweise zur Folge hat. Mit geringer Seitenneigung schiebt das Fahrzeug dabei gutmütig über alle Viere und bleibt stets souverän zu handeln. Die im Alltag angenehm leichtgängige, servounterstützte Lenkung agiert hierbei nicht nur sehr präzise sondern vermittelt auch eine optimale Rückmeldung.

Und auch die Bremsen haben einen sicheren und soliden Eindruck hinterlassen und packen bereits auf leichten Tritt fest zu. Das Bremsregelsystem ADAPTIVE BRAKE wird dabei von zahlreichen Assistenten unterstützt, wie dem Antiblockiersystem ABS, der Antriebsschlupfregelung ASR und der Giermomentregelung GMR. Außerdem gibt es die Funktion des „Vorfüllens“, dabei bereitet sich das System auf eine eventuelle Panikbremsung vor. Aus Tempo 100 braucht der GLK aber doch rund 38 Meter bis zum Stillstand.
Der GLK 250 CDI 4MATIC BlueEFFICIENCY stellt nicht nurden jüngsten Zuwachs des Motorenportfolios, sondern auch die goldene Mitte des Dieselangebotes dar – und erweist sich durchaus als ideale Kombination.

Das Vierzylinder-Aggregat leistet 150 kW / 204 PS, womit das doch fast 2 Tonnen schwere Gefährt in 7,0 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 spurtet. Wobei letztlich das maximale Drehmoment von üppigen 500 Newtonmeter, das ab 1.600 Touren anliegt, maßgeblich dazu beiträgt. Die Topspeed liegt bei 213 Stundenkilometer, ein Wert, den wir für diese Klasse als durchaus ausreichend empfinden.

Die Blue Efficiency-Maßnahmen tragen natürlich spürbar zur Verbrauchsreduzierung bei, auf eine Start-/Stopp-Automatik verzichtet man allerdings auch weiterhin. So ist im Schnitt mit einem Mixverbrauch von sieben Liter zu rechnen, auch wenn Mercedes-Benz diesen mit einer Angabe von 6,7 Liter auf 100 Kilometer etwas unterbietet. Das Aggregat, das nicht nur die Abgasnorm EURO 5 erfüllt sondern bereits für EURO 6 fit ist, stößt dabei 176 Gramm CO2 pro Kilometer aus.

Harmonisch auf den Motor abgestimmt präsentiert sich die serienmäßige Siebengang-Automatik, die sich beim flotten Spurt dann aber doch eine kleine Gedenksekunde gönnt. Diese kann auch der Schaltmodus „Sport“ nicht vollständig ausmerzen, dessen Programm auch Einfluss auf Fahrwerk und Motorcharakteristik hat. Das optionale Ausstattungspaket „Offroad Technik“ bietet dem Fahrer zusätzlich ein manuelles Fahrprogramm (M) das per Schaltpaddles am Multifunktionslenkrad zu handeln ist.

Der GLK muss sich eingestehen, dass er (noch) nicht mit den derzeit aktuellen Sicherheitsfeatures die Mercedes in den vergangenen Monaten vorgestellt hat, aufwarten kann.

Dennoch kann sich der serienmäßige Sicherheitsumfang sehen lassen. So zählen hierzu nun nicht nur der Pelvisbag oder im Rahmen des Memory-Ausstattungspakets die „crashaktive“ Ausstiegshilfe, sondern auch adaptive, zweistufige Airbags vorn, ein Knieairbagfür den Fahrer, Sidebags vorn, Windowbags rundum, aber crashaktive Kopfstützen NECK-PRO vorn, 3-Punkt-Sicherheitsgurte auf allen Plätzen, Gurtstraffer und adaptive Gurtkraftbegrenzer für Fahrer und Beifahrer sowie Gurtstraffer und einstufige Gurtkraftbegrenzer in der zweiten Reihe außen.

Auch ISOFIX-Kindersitzverankerungen und das zentrale Steuergerät ARAMIS, das in Abhängigkeit von Unfallart und Aufprallschwere die Auslösung der Airbags, Gurtstraffer und crashaktiven Kopfstütze koordiniert sind darin enthalten.

Nicht zu vergessen, bei der Entwicklung des SUV wurde der Fußgängerschutz in Form von entsprechenden Deformationszonen an der Fahrzeugfront bedacht sowie etliche Regelsysteme wie z.B. ESP, 4ETS, ASR, ABS oder der Bremsassistent BAS verbaut.

Wer außerdem das aufpreispflichtige Insassenschutzsystem PRE?SAFE ordert, erhöht durch die Vernetzung der erwähnten Systeme – passiv wie auch aktiv – die Sicherheit, sie erkennen frühzeitig eine drohende Unfallsituationen und bereiten die Insassen wie auch das Fahrzeug auf den möglichen Aufprall vor.

Wie Sie unserem Bericht entnehmen konnten, entpuppte sich der GLK 250 CDI 4MATIC BlueEFFICIENCY während unserer Testphase als durchaus attraktiver, treuer, souveräner sowie flexibler Begleiter. Nun liegt es an Ihnen zu beurteilen, ob Ihnen all das 43.911,- Euro Wert ist.

In jedem Fall berücksichtigen sollten Sie, dass dieser Preis zudem eine 2-Zonen-Klimatisierungsautomatik, die 7G-TRONIC, das AGILITY CONTROL-Fahrwerk mit selektivem Dämpfungssystem, die Audioanlage Audio 20, Radio/CD mit integrierter Bluetooth-Schnittstelle und Mikrofon, das zentrale 5-Zoll-Farbdisplay, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, eine Bremsbelagverschleißanzeige, den Fahrlicht-Assistent, elektrische Fensterheber rundum, die Geschwindigkeitsregelanlage, ein klimatisiertes Handschuhfach und das Multifunktionslenkrad mit vier Tasten beinhaltet.

WessenWünsche hiermit noch nicht erfüllt sind, findet die Erfüllung mit dem nötigen Kleingeld mit Sicherheit unter den zahlreichen zur Verfügung stehenden Einzeloptionen oder den attraktiv geschnürten Paketen.

Stand: Juli 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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