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Lexus RX450h – Der lässt sich nicht kalt.

Wieder nur ein Facelift, und doch haben die Macher bei Lexus es geschafft, dass zwar die Silhouette identisch ist, aber das Fahrzeug doch neu wirkt. Vor allem innen haben die Designer kräftig zugeschlagen, die Alu-Applikation in der Mittelkonsole im gewagten asymmetrischen Look sorgt für Diskussionsstoff, die Bedienung von Bordcomputer, Navi etc mit einer Art „Maus“ findet schnell Gefallen verlangt aber Eingewöhnung, dass man dann erst mal ins Menü Verbrauch durchgeklickt keinen wirklichen Durchschnittsverbrauch sondern nur Spalten mit minutenweisen Verbräuchen und der Info über rückgewonnene Energie bekommt, ist eher frustrierend. Erste Sahne ist der leise Motor, die praktisch nicht vorhandenen Gangwechsel … oder wie jetzt? Lesen Sie selbst.

Eigentlich ist der RX450h mittlerweile doch schon etwas in die Jahre gekommen, und obwohl es auch für die aktuelle Version nur ein Facelift gab, haben es die Designer geschafft, den „Neuen“ frischer aussehen zu lassen.

Dazu tragen der modifizierte Kühlergrill und vor allem die jetzt wesentlich schwungvollere Frontschürze bei, die ihren Schwung gleich mal an die neuen Scheinwerfer weitergibt. Die Seitenflächen wurden noch einen Tick glatter, dazu wurden aber auch kurzerhand die Rammschutzleisten weggelassen, was Parkplatzremplern Tür und Tor öffnet. Dafür sorgt jetzt eine silber glänzende Zierleiste unten an den Türen für schicken Look und die neuen Außenspiegel haben die seitlichen Blinkleuchten aufgenommen.

Den Silberglanz nehmen die umlaufenden Rahmen an den Seitenscheiben und die breite Blende zwischen den neuen Rückleuchten wieder auf, letztere bringen auch am Heck zusammen mit der neuen Schürze den nötigen Schwung. Das Heckfenster hat im unteren Bereich seine Form etwas zur besseren Sicht optimiert, viel gebracht hat das aber nicht. Nicht nur die A-Säule ist sehr breit, auch die fast vereinte C-und D-Säule sorgen für eine schlechte Übersichtlichkeit, das kleine Fensterchen bringt nicht viel.

Aber wozu jammern, schließlich gibt es eine Heckkamera, die bei schlechten Wetterbedingungen leider schnell verschmutzt. Apropos Kamera: Um gut Einparken zu können, was mit den Außenspiegeln schon gar nicht mal so schlecht funktioniert, hat man einen Knopf im Lenkrad, mit der man eine zusätzliche Kamera an der rechten Seite aktivieren kann.

Lexusstand im Innenraum schon immer für Luxus, daran hat sich auch beim aktuellen RX nichts geändert, obwohl die Designer praktisch nichts gelassen haben wie es war. Am auffälligsten ist das neue Armaturenbrett mit einer asymmetrisch verlaufenden Alu-Applikation. Ob einem das nun gefällt oder nicht ist reine Geschmacksache. Dass darüber der große Monitor gut im Blick liegt und nur wenig von der Straße ablenkt ist dagegen unbestritten.

Streiten könnte man dann schon eher wieder über die Bedienung. Dabei ist die Lösung mit dieser Art „abgeflachtem Joystick“ ganz prima gelungen, er liegt – fast wie eien Computermaus – gut in der Hand, die dabei auf dem Mitteltunnel ruht, und ausgelöst wird mit seitlichen Tasten. Das hat man schnell raus, nur der Rest will eine lange Eingewöhnungszeit haben.

Man kann, nein, man muss sehr viel damit steuern. So kann man sich auch ins Verbrauchsmenü manövrieren, nur um dann festzustellen, dass man mit diesem letztlich doch nicht so viel anfangen kann, denn wo man sich einfach wünschen würde er sagt: „Durchschnittsverbrauch 4,5 Liter!“, sieht man eine sich ständig aktualisierende Spalte, auf der man erkennt, dass man in der Größenordnung so oder so liegt und so und so viel Energie zurückgewonnen hat. Aber den tatsächlichen Verbrauch kann man so nicht ermitteln.

Und unser Lexus hatte auch ein Head-up-Display, das sich zum Glück auf die wesentlichen Dinge beschränkt, für ganz Pingelige steht die Anzeige allerdings leicht schräg. Bestens ablesbar zeigen sich die zwei großen Rundinstrumente, statt Drehzahlmesser informiert hier neben dem Tacho eine Ladezustands- und Nutzungsanzeige.

Selbst der Pralltopf im Lenkrad wurde überarbeitet, geblieben ist die Leder-Holz-Kombination, die elektrische Verstellbarkeit in Höhe und Weite und die Tatsache, dass sich das Lenkrad beim Aussteigen zurückzieht um den Einstieg zu erleichtern. Das macht auch der Fahrersitz, und so ist des Ein- und Aussteigen wirklich kein Problem, ein Licht in den Außenspiegeln erleuchtet zudem den Weg.

Die Sitze sind natürlich ebenfalls elektrisch zu verstellen, sind groß dimensioniert und straff gepolstert, für ganz flottes Fahren geben sie nicht genügend Seitenhalt, die Kopfstützen stehen aber schön nah am Knopf. Eine feine Sache ist die Sitzheizung, die nicht nur relativ schnell reagiert sondern auch, wenn man vergisst sie auszuschalten,automatisch abschaltet, sobald niemand mehr auf dem Platz sitzt. Gleichzeitig war unser Fahrzeug auch mit einer Sitzkühlung ausgestattet. Schwitzen ist also Fehlanzeige, auch wenn die Bedienung der Klimaautomatik nicht mit einem Knopfdruck erledigt ist.

Die Mittelkonsole mit der ungewöhnlichen asymmetrischen Gestaltung schwebt teils frei über dem Kardantunnel, darunter steckt ein großes Fach, in das man aber doch nur begrenzt Dinge einladen kann.

Unser Testwagen war vollgestopft mit Elektronik, ein simpler Tippblinker, bei dem man nur einmal antippen muss und er blinkt automatisch drei mal, hatte der Wagen aber nicht. Dafür einen Tempomat mit Abstandsradar, der ber zeigte sich leider auf der Autobahn, vor allem in Kurven, nur zu gern überfordert und lies sich von zu überholenden Lkws auf der rechten Spur einbremsen.

Die Bedienelemente sind alle gut beleuchtet, auch die im Lenkrad, die Schalter für Niveauregulierung und auch um die Heckklappe zu öffnen sind etwas weit unten platziert, müssen aber ja nicht zu oft bedient werden. Gleiches gilt für die Lenkradbedienung.
Das Platzangebot ist tadellos, vor allem vorne, und trotz Schiebedach auch am Kopf viel Luft. Auch hinten haben zwei Personen viel Platz, selbst hinter großen Fahrern, der Ein- und Ausstieg gelingt problemlos, allerdings haben 1,80 m Mitfahrer nur noch 2 cm Luft bis zum Dach. Der Mittelsitz mutiert zur schicken Mittelarmlehne unter der schönen Holzabdeckung stecken zwei Getränkehalter.

Der Kofferraum ist mit seinen 446 Litern zwar nicht riesig, reicht aber vollkommen aus und ist dank der glattflächigen Auskleidung gut nutzbar. Na ja, die Ladekante ist recht hoch, dafür aber mit einer Aluleiste bestens gegen Verkratzen geschützt, was man von der Stoßstange nicht behaupten kann. Die Heckklappe schwingt elektrisch weit auf, erst jenseits der 1,85 m kann man sich vielleicht mal am Schloss anstoßen.

Ein Zug am großen Griff an der Sitzfläche und selbige senkt sich nach unten ab, jetzt noch die Lehne vorgeklappt und schon stehen bis zu 1.570 Liter Stauvolumen zur Verfügung, leider ist eine 5 cm hohe Stufe im Ladeboden inklusive. Unter dem soliden Boden steckt noch ein Reserve-Notrad und das Bordwerkzeug.

Der Lexus RX450h ist ein echtes Luxus-SUV, dank serienmäßiger Luftfederung (je nach Ausstattung) wird Komfort groß geschrieben. Ob Bodenwellen, Schlaglöcher oder Querrillen, nichtsbringt die Insassen wirklich aus der Ruhe. In Verbindung mit dem leisen Motor ein ganz feines Reisefahrzeug.

Dazu gesellt sich eine angenehm leichtgängige Lenkung, die zwar etwas wenig Rückmeldung von der Straße liefert und nicht unbedingt für richtig flotte Kurvenfahrten gemacht ist, aber sie verdeckt das tatsächliche Gewicht des Lexus hervorragend. Aber wenn man aus niedrigen Geschwindigkeiten Vollgas gibt, spürt man dies deutlich in Lenkung, muss diese gut festhalten. Mit deutlicher Neigung zum Untersteuern geht der Lexus um die Ecken und für alle Fälle gibt es ja ESP und eine Traktionskontrolle.

Wie unsere Bilder unschwer verraten, lag häufiger Schnee auch auf den Straßen, und hier kann die Traktionskontrolle das Fahrzeug ggf. lahm legen. Da hilft dann nur die Wahl des „Snow-Modus“, der mehr Schlupf zulässt. Geht man unvermittelt auf nicht hundertprozentig griffiger Straße voll aufs Gas oder komplett vom Gas, hat ESP ordentlich zu tun, man hört sogar die Räder durchdrehen. Hier gönnt sich die Elektronik einen Tick zu viel Zeit bis sie eingreift.

Ebenfalls ein enormer Komfortpluspunkt sind die nicht spürbaren Schaltrucke. Grund dafür ist die „stufenlose“ Automatik, die sich aber die Unsitte gewöhnlicher Stufenloser verkneift und nicht bis Ultimo den Motor hochdrehen lässt und erst dann, ganz langsam, auch mit Beschleunigung hinterherkommt. Aber selbst wenn man auf „S“ stellt und dann selbst vordefinierte Stufen wählen kann, dann geschieht das absolut sanft und ausreichend schnell.
Ist beim normalen Fahren die Seitenneigung durchaus akzeptabel, wird sie bei flotten Kurvenritten doch zunehmend deutlicher. Der Allradantrieb des RX450h ist auch kein gewöhnlicher, es besteht z.B. keine mechanische Verbindung zwischen Vorder- und Hinterachse. Das brächte Probleme, da ein Elektromotor auf die Vorderachse, der andere auf die Hinterachse wirkt. So treten an beiden Achsen unterschiedliche Drehmomente auf und die Hinterachse „hinkt“ auch immer ein wenig hinterher.

Auch hier ist im normalen Fahralltag kein Nachteil zu spüren, erst bei Schnee und Eis und vor allem im Gelände stößt der RX 450h schnell an seine Grenzen, da ist auf nasser Wiese oder im Matsch schnell Schluss. Das Fahrzeug ist eindeutig auf der Straße zuhause und hier zeigt es eine topp Laufruhe und einen guten Geradeauslauf.

Die Bremsscheiben rundum innenbelüftet lassen sich über ABSmit elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent gut dosieren und sprechen auch schnell an, insgesamt haben sie aber mit der rund 2,2 Tonnen schweren Fuhre ihre Mühe, aus Tempo 100 stand der Wagen erst nach rund 42 Metern. Das aber auch nach dem zehnten Vollbremsversuch, stets aber mit deutlich spürbarem Stotterbremsen. Bei Nässe lässt die Bremsleistung spürbar nach, immer aber werden die Gurte der Frontpassagiere angezogen.
Mit Hybridantrieb im SUV wie auch im Pkw war Lexus zusammen mit der Konzernmutter Toyota lange Zeit allein auf weiter Flur. Mittlerweile hat der RX450h den RX400h ersetzt, und so stemmt der Wagen insgesamt jetzt 299 PS, was sich aus 249 PS des V6 Benzinmotors und 167 sowie 68 PS der beiden Elektromotoren ergibt. Wie sich daraus die 299 PS Systemleistung ergibt ist zu kompliziert, um es an dieser Stelle zu verdeutlichen.

Trotz dem Mehr an Leistung, auch der Hubraum ist jetzt auf 3.456 cm³ und das Drehmoment auf 317 Nm gestiegen, bleiben die Fahrleistungen praktisch unverändert. Das heißt, bei 200 km/h ist die elektronisch abgeregelte Höchstgeschwindigkeit erreicht, aus dem Stand auf Tempo 100 geht es in jetzt 7,8 Sekunden, also sogar 0,2 Sekunden später als der Vorgänger.
Sobald Sie den EV-Modus aktivieren – sicher suchen Sie eine Zeit wie und wo das geschieht- bewegt sich der RX bis ca. 40 km/h ausschließlich elektrisch und vollkommen verbrauchs- und emissionsfrei. Aber auch wenn Sie den Benzinmotor zwangsläufig irgendwann mal benutzen müssen, können Sie den RX450h ganz schön verbrauchsarm bewegen, vor allem mit Blick auf die gebotene Leistung. So gibt Lexus für Stadt/Land/Mix lediglich 6,6/6,0/6,3 Liter auf 100 km an.

So viel zur Theorie, also starten wir den RX450h und wie immer tut sich nach Drücken des Startknopfes nichts, es bleibt mucksmäuschenstill und nur die grüne „Ready“-Leuchte im linken Instrument deutet an, dass es jetzt losgehen kann. Denn das geschieht in der Regel rein elektrisch. Doch auch wenn sich der Verbrennungsmotor zuschaltet wird der Geräuschpegel kaum lauter, das Treibwerk läuft sehr, sehr leise, wird selbst voll gefordert nie wirklich laut.
Und in der Praxis zeigt sich dann der angegebene Verbrauch auch durchaus als realistisch, zumindest wenn Sie Ihren Gasfuß etwas im Griff haben. Vollgaspassagen auf der Autobahn oder schnelle Kurvenhatz kommt leicht auf 10 und mehr Liter. Bleiben Sie imRahmen, kann der Lexus auch mit 145 g/km CO2-Ausstoß glänzen.

Die Automatik arbeitet stufenlos, sucht sich stets den ökonomischsten Drehzahlbereich und Übersetzung, verkneift sich aber das oft typische Hochdrehen des Motors bis an den Drehzahlbegrenzer und das anschließende Nachziehen der Beschleunigung, sobald man aufs Gas geht. Sie können aber auch im Modus „S“ selber schalten und dann werden ihre Befehle sanft und ausreichend schnell umgesetzt.

Eins ist sicher: der Lexus RX450h. Bis zu zwölf Airbags können hier für Ihre Sicherheit sorgen, dabei sind die zweistufig auslösenden Fahrer- und Beifahrer-Airbags, die Seitenairbags vorn, Kopfairbags vorne und hinten sowie Knieairbags für Fahrer und Beifahrer noch längst nicht alles.

Des weiteren finden wir eine Sicherheitspedalerie sowie -lenksäule und das Schleudertrauma-Schutzsystem WIL (Whiplash Injury Lessening) im RX, außerdem das Lexus Pre-Crash Safety-System (PCS), das hilft, das Unfall- und Verletzungsrisiko vor einer drohenden Kollision zu reduzieren. Es erfasst dank Mikrowellen-Radarsensor im Kühlergrill Hindernisse vor dem Fahrzeug. Droht ein Zusammenstoß, wird der Fahrer optisch und akustisch gewarnt. Außerdem wird der Bremsdruck erhöht und bei Fahrzeugen mit Luftfederung die Federrate verhärtet.

Ist ein Unfall nicht zu vermeiden, wird PCS automatisch einen Bremsvorgang einleiten, um den Aufprall zu verringern und es aktiviert die Gurtstraffer vorne.

Der Lexus RX450h ist kein billiges Vergnügen, es geht in der Basis-Ausstattung bei 59.950,- Euro los, aber schon hier ist die Grundausstattung üppig. 6.260,- Euro müssen Sie für die Executive Line drauf legen, dann ist aber auch schon das Festplatten-Navi, das Remote Touch Bediensystem, die Rückfahrkamera, LED-Scheinwerfer und ein Premium-Audio-System mit dabei.

6.900,- dazu gezahlt, und Sie können zur Ambiente Line upgraden, dann verwöhnen Sie eine High-End-Audio-Anlage, LED-Einstiegsleisten, Sitzverlängerung, ausgesuchtes Leder, die Seitenkamera, ein Schlüsselmodul im Scheckkartenformat und, und, und. Oder Sie investieren noch 9.380,- Euro zur Executive Line für die Impression Line und es bleiben wirklich keine Wünsche mehr offen – werfen Sie am besten mal einen Blick in die umfangreiche Ausstattungsliste, denn trotz bester Ausstattung bleiben noch immer zahlreiche Extras zu entdecken.

Alle 12 Monate oder 15.000 km ist einÖlwechsel fällig, ein Service ist dann alle 2 Jahre bzw. 30.000 km zu absolvieren. Das Fahrzeug erhält eine 3-jährige Garantie bis 100.000 km, auf die Hybrid-Komponenten gibt Lexus sogar 5 Jahre bis 100.000 km.

Stand: Juni 2012; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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