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Land Rover

Land Rover´s Dreierlei

Land Rover frischt sozusagen seine heiligen drei Könige auf und macht den Range Rover, den Range Rover Sport sowie den Discovery für das kommende Modelljahr fit. Neben dem optischen Feinschliff lagen aber vor allen Dingen das Interieur-Design sowie der Komfort und die Motoren mit Fahrleistungen, Verbrauchswerten und CO²-Emissionen im Mittelpunkt.

Eine weitere erfreuliche Nachricht am Rande: Land Rover bestätigte die Produktion der heißen LRX Studie. Das Fahrzeug wird bereits im nächsten Jahr seine Weltpremiere feiern und als kleinstes und effizientestes Modell das Land Rover Angebot um ein weiteres Highlight bereichern.

Doch arbeiten wir uns jetzt durch die einzelnen überarbeiteten Modelle der Generation 2010, beginnend mit dem Flaggschiff, dem „Range Rover“.

Der Komfortable

Der Range Rover spielt ganz klar in seiner eigenen Liga und wenn auch andere Hersteller mit ihm in den Wettbewerb treten, so scheint er doch konkurrenzlos zu sein.

Er steht nicht nur der englischen Königsfamilie treu zur Seite, der Luxusliner ist auch der Star bei den Stars. Von prominenten Sportlern über Hollywoods Who is who bis hin zu den Größen der Musikbranche … kein Fahrzeug wird so oft auf Paparazzi-Fotos mit abgelichtet, wie der Range Rover.

Doch das Fahrzeug ist nicht nur den VIPs vorbehalten, mit 85.900,- Euro können vielleicht auch Sie in den absoluten Genuss dieses Fahrzeuges kommen. Wer stolzer Besitzer des neuen Range Rover 5.0 Supercharged werden möchte, muss jedoch schon mit 110.400,- Euro rechnen. Die sehr hochwertige Ausstattungslinie „Autobiography“ liegt bereits bei 126.000,- Euro, lässtdann jedoch kaum noch Wünsche offen.

Die Optik bekam nur dezente Retuschen verpasst, diese sind an den Scheinwerfern die nun flacher angeordnet und mit LED-Leuchten bestückt sind (ebenso die Heckleuchten), dem modifizierten Kühlergrill und an den Stoßfängern sowie den Lufteinlässen zu sehen. Gott sei Dank, denn so wurde das Design lediglich aufgefrischt ohne es erheblich und unnötig zu verändern.

Im Interieur wurde ebenfalls behutsam Hand angelegt, aber dafür reichlich an Luxus zugelegt. Nicht das es dem Vorgänger daran gemangelt hätte, doch die neue Generation übertrifft sich selbst. Feinstes Holz und weiches Leder wohin das Auge blickt, sogar der Dachhimmel, die -säulen und Türverkleidungen sind nun mit neuen Lederbezügen verkleidet. Die Bedienelemente sind im Range Rover 2010 größer dimensioniert sowie matt verchromt und setzen damit zusätzliche edle Akzente.

Hauptveränderung fand ganz klar in der Instrumenteneinheit statt und hier teilen sich die Geschmäcker. Hinter dem Lenkrad werden die klassischen Rundinstrumente von einem 12-Zoll-TFT-Bildschirm abgelöst, diverse Anzeigen und Skalen werden nun nur noch grafisch bzw. virtuell dargestellt. Allerdings hat diese Art der Darstellung für unseren Geschmack gerade in so einem Fahrzeug nichts zu suchen und mutet mehr nach Spielzeug an. Da ist dann wenigstens das „Sonnenuntergang“-Einstiegsmotiv zumindest mal was anderes und sorgt für ein schönes Ambiente.

Technische Spielereien und Highlights finden wir außerdem in der Mittelkonsole, der Infotainment-Touchscreen mit Dual-View-Technologie ermöglicht dem Fahrer beispielsweise den Blick auf das Navigationssystem, während der Beifahrer zur gleichen Zeit ungestört einen Filmansehen oder über jeden anderen Menüpunkt verfügen kann.

Während sich die Hersteller Mercedes-Benz und Land Rover nicht so ganz einig sind, wer zu erst mit dieser Technik am Markt war, bekommt von uns ganz Land Rover wenigstens einen Zusatzpunkt, denn hier besteht zudem die Möglichkeit via Touchscreen zu navigieren.

Des weiteren bietet der Range Rover einen Spurwechselassistent und das Surround-Kamerasystems. Letzteres besteht aus fünf Digitalkameras, die eine Ansicht von fast 360 Grad auf den Touchscreen übertragen und jederzeit für den optimalen Rundumblick sorgen. Genutzt wird das Kamerasystem auch von der patentierten „Gespannbetriebshilfe“, die Rangiermanöver mit angekoppeltem Anhänger leichter und genauer machen.

Ein weiteres Highlight hat der Range Rover unter der Haube versteckt. Der bisherige 4,2-Liter-V8 mit 396 PS wird nun vom Fünfliter-Kompressoraggregat abgelöst, das neben einer enormen Leistung von 510 PS auch ein gewaltiges Drehmoment von 625 Nm bereit hält. Die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 gelingt dem Koloss so in imposanten 6,2 Sekunden, und auch wenn der Motor deutlich schneller könnte, haben sich die Ingenieure leider dazu entschieden, die Höchstgeschwindigkeit bei 225 km/h elektronisch abzuregeln.

Das Triebwerk erfüllt die Euro5-Norm und konnte die CO2-Emissionswerte gegenüber dem Vorgänger um 7,4 Prozent reduzieren. Ebenso konnte der Verbrauch um sieben Prozent gesenkt werden, doch es sollte klar sein, dass sich der V8 Supercharged auch weiterhin so einiges an Benzin gönnt und die angegeben 14,9 Liter auf 100 Kilometer nicht die Regel sind, es sei dann man schleicht mehr durch die Gegend.

Nicht unangetastet blieb auch die Sechsgang-Automatikvon ZF, die komfortabel ausgelegt ist und wunderbar sanft schaltet. Im Sportmodus geht es nicht nur etwas dynamischer ans Werk, das Getriebe passt sich auch dem individuellen Fahrstil an.

Die in den Modelljahrgang 2010 übernommene serienmäßige elektronische Luftfederung mit Niveauregulierung wurde im Detail leicht optimiert und macht sich positiv im Gelände aber vor allen Dingen auf der Straße bemerkbar.

Außerdem wird der Range Rover in Zukunft ab Werk mit dem Adaptive Dynamics-System ausgestattet sein. So wird die Dämpfereinstellung je nach Fahrbahnbeschaffenheit und Fahrstil optimiert und eine optimale Straßenlage sowie bestmöglicher Komfort garantiert. Die Wankneigungskontrolle hält die Fahrzeugneigung des Flaggschiff angenehm in Grenzen.

Die verschiedenen Gelände-Modi im Terrain Response-System für Schotter, Sand, Schnee und Felsen-Kriechen bleiben selbstverständlich bestehen und werden neben einer Bergabfahrkontrolle nun auch um eine serienmäßige Berganfahrhilfe ergänzt.

Eine neue Bremsanlage von Brembo, bestückt mit innenbelüfteten 380-Millimeter-Scheiben und sechs Kolben vorn sowie 365-Millimeter-Scheiben mit Einkolben-Faustsätteln an der Hinterachse haben das Fahrzeug fest im Griff.

Der Sportliche

Während der Range Rover Maßstäbe in Punkto Komfort setzt, ist das folgende Modell, wie es der Name schon andeutet, mehr auf Dynamik ausgelegt. Die Rede ist von dem Range Rover Sport.

Hier hat es Land Rover dem Flaggschiff gleichgetan und die optischen Veränderungen auf den Wechsel zu LED-Scheinwerfern , einem neuen Zwei-Lamellen-Grill und dem vergrößerten Lufteinlass beschränkt. Und wieder einmal sind wir froh über diese Entscheidung, wir hättenuns nur ungern von der imposanten Frontansicht verabschiedet.

An Seite und Heck fallen die neuen zweistreifigen LED-Blinkleuchten, die zweiteiligen Lufteinlässe im Kotflügel und die in Wagenfarbe lackierten Außenspiegel, die modifizierten Heckleuchten sowie ein veränderter Heckstoßfänger auf. Zudem stehen neue extravagante Farben zur Wahl.

Wie gehabt kommt im Innenraum tolle Cockpit-Atmosphäre auf, die Qualität sowie der Komfort wurden auch hier weiter nach oben geschraubt. Das Armaturenbrett präsentiert sich nun mit einer wunderbaren Soft-Touch-Anmutung und ist mit wesentlich weniger Bedienelementen klarer strukturiert, diese sind aber dafür mit einer Chromoberfläche versehen. Analoge Uhren wirken heutzutage meist veraltet, doch in einen Land Rover passt die klassische Uhr. Feinstes Leder mit schicken Nähten dürfen natürlich auch hier nicht fehlen. Die Innenraumbeleuchtung wurde mit neuen weißen LEDs bestückt und das Gestühl wurde rundum erneuert.

Zahlreiche Neuerungen haben auch in Punkto Technologien stattgefunden: Das optimierte Festplatten-Navigationssystem mit neu konzipierter Instrumentengruppe und 5-Zoll-TFT-LCD-Display verfügt zudem über eine Schnittstelle für tragbare Audiogeräte. Die Abblendautomatik sowie das Surround-Kamerasystem sind auch beim Range Rover Sport optional erhältlich.

Im Vergleich zum großen Range wartet der „Sport“ sogar mit zwei neuen Triebwerken auf. Den Anfang macht der 3,0-Liter-TDV6-Diesel mit einem für Land Rover-Verhältnisse niedrigen CO2-Ausstoß von 243 g/km. Der Euro-5-Selbstzünder leistet 180 kW / 245 PS und stellt ein maximales Drehmoment von runden 600 Nm parat, die mittels der beiden Turbolader bereits von unten heraus einentollen Durchzug garantieren.

Während er in 9,3 Sekunden von Null auf 100 km/h spurtete, erreichte er im Rahmen der ersten Testfahrten zwar nicht den angegebenen Mixverbrauch von 9,2 Liter Diesel, blieb aber in Anbetracht der Fahrzeuggröße und Leistung in angenehmen Bereichen. Seine Höchstgeschwindigkeit ist bereits bei 193 km/h erreicht.

Der schon beim Range Rover erwähnte 5,0-Liter-V8-Kompressor-Benziner wird auch beim Range Rover Sport eingesetzt und macht den Offroader mit den gigantischen 510 PS und dem Drehmomentmaximum von 625 Nm zum absoluten Kraftpaket. Während die Topspeed ebenfalls bei 225 elektronisch abgeregelt wird, erreicht er die Tempo 100 Marke bereits nach 5,9 Sekunden. Im Verbrauch nimmt er dem Range Rover nichts ab und schlägt ebenso mit einem CO2-Emissionswert von 348 g/km zu. Der 3,6-Liter-TDV8 mit 272 PS bleibt unverändert im Angebot bestehen.

Nicht verwunderlich, dass auch hier die neue 6-Stufen-Automatik mit „intelligentem“ Sportmodus zum Einsatz kommt. Erstmalig besteht nun auch die Möglichkeit, per Schaltwippen am Lenkrad die Gänge manuell zu wechseln.

Die ohnehin vorbildlichen Fahreigenschaften wurden an die neuen Motoren angepasst und im gesamten nochmals weiterentwickelt. Das neue Adaptive Dynamics-System, ergänzt auch hier die aktive Niveauregulierung und optimiert die Dämpfereinstellungen kontinuierlich. Herkömmliche Dämpfer wurden außerdem durch Präzisionsdämpfer mit DampTronic Valve-Technologie ersetzt.

Kraftvollere Triebwerke verlangen stärke Bremsen. Doch neben einem üppiger ausgelegten Bremssystem wurde gleichzeitig das Response-System neu abgestimmt und zusätzlich mit einem Dynamik-Programm ausgestattet. Die Bergabfahrkontrolle HDC wurde wie beim großen Bruder durch eine Berganfahrhilfe erweitert.

Bei einem Range Rover Sport müssen Sie allerdings mit einem Einstiegspreis von 61.600,- Euro für den neuen 3,0-Liter-TDV6 sowie 82.200,- Euro für den Range Rover Sport Supercharged rechnen.

Der Kompromiss

Auch wenn es beim Discovery weitgehend nur dezente Änderungen gab, so sind bei ihm die Optimierungen am deutlichsten ausgefallen. Nach wie vor markant im Design wurden aber die Linienführung klarer und die Flächen glatter gezogen.

Sportlich gezeichnete Scheinwerfer mit LED-Leuchten und ein größer dimensionierter Stoßfänger mit üppiger Kühlluftöffnung prägen die Front. An der Seitenlinie wurden auf die schwarz abgesetzten Kunststoffe verzichtet, was das Fahrzeug hochwertiger wirken lässt. Am Heck sind ebenfalls neue Leuchteneinheiten mit LED-Technik zu sehen. Neue Außenfarben wie z. B. das „Nara Bronze“, „Bali Blue“ oder „Ipanema Sand“ sind außerdem erhältlich.

Doch vor allen Dingen erstrahlt das Interieur in neuem Glanz. Wesentlich hochwertiger und übersichtlicher bietet der Disco weiterhin bis zu sieben Passagieren Platz. Das gesamte Cockpit wurde nun stärker Richtung Fahrer ausgerichtet und durfte sich zahlreiche Veränderungen an Armaturen und Mittelkonsole gefallen lassen. Hierzu zählt auch ein neu gestaltetes Lenkrad, optimierte Bedienelemente, neue, hochwertige und sehr gut verarbeitete Materialien, verbesserte Sitze in den ersten zwei Reihen sowie eine Innenbeleuchtung mit weißen LEDs.

Aber auch die Technik wurde verfeinert, so wurde die Menüführung beim Navigationssystem einfacher und intuitiver gestaltet und um ein 5-Zoll-TFT-LCD-Display ergänzt. Die Abblendautomatik unddas Surround-Kamerasystemen aus den vorgenannten Fahrzeugen sind jetzt auch für den Discovery gegen Aufpreis erhältlich. Gerade das Kamerasystem, dass bis zu einer Geschwindigkeit von 18 km/h verwendet werden kann, lohnt sich bei Anhängerfahrten in Verbindung mit der patentierten „Gespannbetriebshilfe“.

Diese wird beim neuen Discovery um das Anhängerstabilitätsprogramm ergänzt. Dieses System reduziert, falls nötig, die Drehmomentabgabe des Motors und bremst das Zugfahrzeug, um das Gespann zu stabilisieren.

Neben dem bewährten 2,7-Liter-TDV6 führt Land Rover nun den neuen 3,0-Liter-TDV6 ein. Das Aggregat, das mit einem hocheffizienten Common-Rail-System der dritten Generation inklusive Piezo-Einspritzventilen und präzisester Kraftstoffdosierung arbeitet leistet 180 kW / 245 PS und stellt ein maximales Drehmoment von 600 Nm bereit, es verfüllt selbstverständlich die Euro-5-Norm. Der Sechszylinder-Diesel garantiert jederzeit optimalen Vortrieb, reagiert spontan aufs Gas, bleibt stets kultiviert und überzeugt mit einem möglichen Mixverbrauch von 9,3 Litern auf 100 Kilometer. Der CO2-Wert liegt dabei um die 243 g/km.

Die Land Rover-Ingenieure verpassten dem Jahrgang 2010 nicht nur einen neuen Motor sondern auch eine überarbeitete Radaufhängung u.a. mit neuen Achsschenkeln, außerdem eine verbesserte Lenkung, ein weiterentwickeltes 6-Stufen-Automatikgetriebe und größer dimensionierte Bremsen. Die Bergabfahrkontrolle wurde um eine Anfahrhilfe ergänzt und das Terrain Response-System wurde neu abgestimmt und mit zusätzlichen Funktionen versehen. Kurz gesagt, der neue 2,7 Tonnen schwere Discovery überzeugt mit seinem Pkw-ähnlichen Fahrverhalten undKomfort.

Ab52.700,-Euro ist derDiscovery Modelljahr 2010 in Verbindung mit dem neuen 3,0-Liter-TDV6-Diesel erhältlich, der Einstieg in diese Offroader-Welt startet aber bereits bei 42.000,- Euro für den Disco mit 2,7-Liter-TDV6-Turbodiesel.

Stand: Dezember 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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