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Lancia Ypsilon MOMO 1.3 Mjet

Der nächste Testwagen ist also ein Lancia Y, da erwartet man erst mal nichts außergewöhnliches. Doch schon als er vor mir stand in seiner schicken rot-schwarzen Lackierung war ich mir da nicht mehr so sicher. Und in der Tat hat mich dieser kleine Italiener auf ganzer Strecke überrascht, vor allem auch was den Motor angeht. Denn da war nix mit kleinem, langsamem Stadtauto, die 95 Diesel PS des 1,3 Liter Vierzylinders lassen diesen Y richtig gut antreten, ob auf der Landstraße oder der Autobahn. Selbst bei 180 schiebt er noch mal richtig an. Okay, im Vergleich mit der TomTom-Anzeige geht der Tacho gut vor und jenseits der 170 geht auch der Verbrauch richtig ab, aber der Y momo macht Spaß, richtig viel Spaß. Fahren Sie mal mit mir mit …

Eigentlich ist der Lancia Y nun nichts neues mehr, auch schwarze Motorhauben sind da schon länger immer wieder mal ein pfiffiges Gestaltungselement. Und doch war unser Testwagen, der Lancia Y by Momodesign, etwas Besonderes.

Neben der matt-schwarzen Haube war auch der Kühlergrill matt-schwarz lackiert und auch die neuen, größeren Felgen haben ordentlich was vom matt-schwarzen Lack abbekommen. Und neben dem Dach hüllt sich auch die Heckklappe komplett in Matt-Schwarz. Am Heck sorgt vor allem aber der nach unten erweiterte Diffusor mit den beiden flach und breit gezogenen Auspuffrohren in Chromoptik für den richtigen sportlichen Ausdruck und nimmt dem Y zudem das Hochbeinige.

Der Rest ist unverändert, und so hat dann wohl auch die knallrote Lackierung großen Einfluss daran, das dieser Y so auffällt.

Öffnet man die Tür, geht nicht nur das Innenlicht an der Decke an, sondern auch links und rechts hinter dem auf dem Armaturenbrett mittig platzierten Instrumentenelement, hiermit wird das Armaturenbrett leicht mitilluminiert. So was in der Art könnten wir uns schön als Ambientebeleuchtung vorstellen.

Ob einem jetzt der Tacho nebst Drehzahlmesser etc. in der Mitte oben auf dem Armaturenbrett gefällt oder nichtist wie so oft Geschmacksache, warum man aber bei der oberen Abdeckung den Gießgrad ausgerechnet nach vorne ins Sichtfeld gerückt hat, ist unverständlich. Speziell von MOMODESIGN sind die gelben Instrumentenskalen, die MOMO-Schriftzüge an den B-Säulen wie in den Sitzen sowie die grauen Ziernähte, die sich auch in den Türverkleidungen und dem Armaturenbrett wiederfinden.

Zur Beruhigung der Kleinwagenfahrer-Seele geht der Tacho bis 210 km/h – aber man sollte sich darüber nicht zu früh Gedanken machen oder gar frotzeln, der Kleine ist so flott, dass er sogar spielerisch recht schnell bis fast dort hin kommt.

Dadurch, dass die ganzen Anzeigen in der Mitte angeordnet sind, nimmt man so Kontrollleuchten für Fernlicht etc. oder auch die Schaltempfehlung nicht so gut aus den Augenwinkeln wahr wie wenn sie direkt vor einem liegen. Das ganze Fahrzeug ist innen recht dunkel, was natürlich dadurch, dass vor dem Lenkrad nichts ist, nochmals verstärkt wird. Der Lancia Y hat einen Tippblinker, der nach einmal tippen 5 mal blinkt. Manchmal ist das zuviel (z.B. beim Spurwechsel), oft aber genau richtig (z.B. beim Abbiegen).

Die Position des tomtom-Navi ist links vor dem Lenkrad und dort ein bisschen niedrig, wenn man das Lenkrad nicht ganz nach unten gestellt hat, verdeckt die linke Hand den größten Teil des Bildschirms.

Der Ypsilon ist erste und bisher einzige Auto seiner Klasse mit der optionalen Kombination aus dem neuen „Blue & Me – TomTom LIVE“ mit der innovativen neuen Generation Magic Parking, 500 W 360° Hi-Fi Musiksystem, Xenon Scheinwerfern und LED Heckleuchten.

Der Scheibenwischer wird wie so oft am Lenkstockhebel durch Drehen eingestellt. Das ist okay, was aber nicht ideal war: wenn man auf Interwall mit Regensensor stand, musste man diesen beim Neustart immer wieder aus- und neu einschalten, sonnst wischte er nicht. Bei allen anderen Einstellungen merkte sich der Y aber was eingestellt war.

Vorne sind die bessern Plätze, auch wenn die Sitzauflagefläche etwas kurz geraten ist und die Lehne nur perHebel verstellt wird, hier braucht man feines Fingerspitzengefühl, will man die Verstellung ganz feinrastrig vornehmen. Beine und Po werden ganz gut auf den Sitzen gehalten, der Oberkörper eher weniger.

Hinten kommt man beim Einsteigen mit dem Kopf auch schnell mal an den Dachholm, hinter 1,80 m großem Fahrer hat ein 1,80 m großer Mitfahrer gerade so Platz aber man sitzt recht steil und der Kopf bleibt immer nah an der Dachsäule. Wieder raus geht es gut.

Auch im Kofferraum gibt es nichts Neues zu berichten. Um die 245 Liter zu vergrößern kann nur die Lehne umgelegt werden, danach bleibt die Ladefläche leicht ansteigend und eine gut 10 cm hohe Stufe zurück. Klappt man die Lehne wieder hoch, verheddert sich schnell der Gurt.

Die Heckklappe schwingt schön weit auf, die Ladekante ist hoch und breit und deutlich besser geschützt als die Stoßstange. Unter dem lapprigen Boden steckt in einer Plastikbox das bisschen Werkzeug und ein Reifenreparaturset.

Das Fahrwerk ist ziemlich straff abgestimmt, das lässt einen zwar recht flott um die Kurven gehen, aber auf schlecht ausgebauten Straßen geht der Komfort ganz schnell verloren, weil zudem noch der kurze Radstand hinzu kommt und so in gewissen Situationen das Fahrzeug durchaus auch mal unruhig wird.

Ansonsten liegt er auch bei hohem Tempo sehr schön und ruhig auf der Straße, erst bei 160 werden die Umfeldgeräusche relativ lauter, sodass der Motorsound darin fast unter geht, die Windgeräusche halten sich auch dann noch angenehm zurück.

In schnellen Kurven neigt er zum Untersteuern, und wenn dann noch kleine Bodenwellen oder Schlaglöcher dazu kommen, dann wird der Y auch durchaus unruhig. Insgesamt untersteuert er wenig, aber die Karosserieneigung ist in flotter Kurvenhatz ziemlich ausgeprägt, ein Gefühl, das durch den mangelnden Seitenhalt der Sitze noch verstärkt wird.

Dafür folgt der Y willig der straff arbeitenden Lenkung, je schneller man wird um so direkter reagiert sie und um so besser wird das Gefühl für die Straße. Doch geht es richtigflott dahin, arbeitet die Lenkung so direkt, dass man direkt aufpassen muss wie viel man lenkt sonst sind Korrekturen oder ganze Fahrzeugschlenker angesagt.

In der Stadt lässt sich durch Betätigen der City-Taste die Lenkung auf ganz leichtgängig stellen, nicht nur das Rangieren oder Einparken werden dann zum Kinderspiel.

Das Navigationssystem hinterlässt – wie von tomtom gewohnt – einen positiven Eindruck, aber die angezeigten Tempolimits sind alle einprogrammiert und somit ist das Teil ganz schnell nicht auf dem neuesten Stand.

Ziemlich ängstlich ist die Elektronik beim Bremsen eingestellt. Lässt sie einem bei der schnellen Kurvenhatz noch richtig freie Hand, wird, geht man auch nur ein wenig fester in die Eisen, sofort die Warnblinkanlage aktiviert – und das noch lange vor einer Vollbremsung.

Bei einer echten Vollbremsung aus Tempo 100 heraus auf welliger oder richtig schlechter Fahrbahn wird der Y ganz schön unruhig, bleibt aber trotzdem gut zu handeln. Ist die Fahrbahn ordentlich asphaltiert, ist das Bremsverhalten absolut top und der Wagen steht aus Tempo 100 schon nach gut 38 Metern.

Neben Scheibenbremsen vorne sind Trommelbremsen an der Hinterachse verbaut, gesteuert wird das Ganze durch ABS mit elektronsicher Bremskraftverteilung und Bremsassistent.

Er ist für die Stadt gemacht, und hier kann es durchaus nützlich sein, auf „Magic-Parking“ zurückzugreifen. Diese Einpark-Automatik sucht nicht nur die passende Parklücke im Großstadtdschungel, sondern hilft durch entsprechende Lenkarbeit den Y in diese zu bugsieren. Schalten, Gasgeben und Bremsen muss der Fahrer nach wie vor übernehmen. Ist die Lücke recht klein, kann das System auch in mehreren Zügen den Parkvorgang vornehmen.

Der Lancia Y im momodesign sieht schon flott aus, und so ist der 1,3 Liter Multijet Turbo-Diesel sicher eine gute Wahl, auch wenn andere Aggregate im Angebot weniger Power und damit Ersparnis versprechen – wohl mehr bei der Anschaffung denn im Verbrauch. Dafür legt der muntere Vierzylinder aber die Latte beim Fahrspaßrichtig hoch und sorgte im Test so manches Mal für verblüffte Gesichter.

Pendelt man auf der Autobahn mit den 95 Pferden (70 kW) so um die 120, ist man mit vier Litern Diesel auf 100 km dabei. Bei 160 fließen schon 6 Liter aus dem Tank. Lässt man die Tachonadel weiter klettern, was sie problemlos macht, dann steigt der Verbrauch auf 7 Liter plus. Bei normalflotter Fahrt im Stadt-Land-Mix haben wir 4,5 Liter im Schnitt verbraucht. Neben der Schaltempfehlung, die rauf und runter arbeitet, sorgt auch eine Start-Stop-Automatik für Verbrauchsreduzierungen.

So begeistert der kleine große Y nicht nur beim Verbrauch, sondern vor allem beim gebotenen Vortrieb. Selbst bei 140 bewirkt ein Tritt aufs Gas noch echt gute Beschleunigung, und sogar bei 170 drücken die 200 Nm Drehmoment richtig gut weiter. Der kleine Lancia Y ist wesentlich agiler als man es ihm zutraut, selbst mit der Kriegsbemalung des momo.

Das gefahrene Tempo wird natürlich ein klein wenig relativiert, wenn man das optionale tomtom-Navi aktiviert hat, bei hier angezeigtem Tempo 120 geht der Tacho bereits gut auf 130 vor. Bei Tempo 190 laut Tacho zeigt das tomtom erst 176 km/h. Egal, richtig Spaß macht der 1.3 Mjet allemal, und wie gut der Kleine abgeht, kann man auch ohne Messinstrumente leicht feststellen, einfach mal mit ordentlich Gas losfahren und er quietscht selbst bergauf noch beim Umschalten in den zweiten Gang.

Leichte Anfahrschwäche ?!?! Na ja, ein bisschen Tribut muss man dem Turbo zahlen, nach kurzer Gedenksekunde geht es vehement los, oder anders ausgedrückt: unterhalb von 1.500 Touren geht so gut wie nichts, oberhalb von 1.800 U/min hat er richtig tollen Biss. Wenn man allerdings mit richtig Schmackes losfährt spürt man die Kraft auch an den Antriebsrädern vorne und in der Lenkung.

Fährt man den 1.3 Mjet ganz normal, ist vom Motor nicht viel zu hören, er läuft kultiviert. Gibt man ihm die Sporen, wird er ein klein wenig kernig, für meine Ohren dürfte es aber gern mehr sein. Und nur zur Vollständigkeit: nach 11,4 Sekunden hatdieser Y aus dem Stand die Tempo 100 erreicht und die Höchstgeschwindigkeit ist mit „echten“ 183 km/h erreicht.

Der Schalthebel ist vorne am Armaturenbrett angeflanscht, da kommt man zwar so gut hin, es ist aber ein bisschen unsportlich. Und wenn man vom Schaltknauf aus zur Handbremse will bleiben je nach Sitzposition die Finger an der Konsole hängen. Geschenkt, wichtiger ist dass die fünf Vorwärtsgänge gut sortiert sind, die Wege ausreichend kurz und die Führung angenehm straff gestaltet sind.

Die bereist bekannte Sicherheitsausstattung mit sechs Airbags (Frontairbags, Kopfairbags sowie Seitenairbags bleibt natürlich erhalten und beinhaltet auch die Dreipunktsicherheitsgurte inklusive zweistufig wirkenden Straffern und Gurtkraftbegrenzern vorn und Kopfstützen mit Anti-Schleudertrauma-Effekt, aber auch ESP mit Berganfahrhilfe und Antriebsschlupfregelung, die automatische Unterbrechung der Benzinzufuhr bei einem Unfall, die Sicherheitspedale und -lenksäule sowie ISOFIX für die Kindersitzbefestigung und ein Kindersicherung in den hinteren Türen.

Klimaanlage, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Außenspiegel elektrisch einstell- und beheizbar, elektrische Fensterheber vorn, mittig geteilt umklappbarer Rücksitz, höhenverstellbarer Fahrersitz, Radio mit MP3-CD-Laufwerk sowie die Sicherheits-Einrichtungen ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung, ESP mit ASR und Berg-Anfahrhilfe gehören u.a. zur Grundausstattung.

Der Preis für den von uns gefahrenen Lancia Y S by MOMODESIGN mit dem 1,3 Liter Diesel liegt bei 16.850,- Euro, mit dem 69 PS starken Einstiegsbenziner beginnt der Preis für den MOMO bei 14.100,- Euro.

Mit dem Komfort-Paket für 995,- Euro kommen dann neben einer Klimaautomatik auch ein Regen- und Lichtsensor, eine Lordosenstütze für den Fahrer, ein Tempomat, elektrische Fensterheber hinten und vor allem auch der Parkassistent Magic Parking an Bord. Das Look-Paket für 495,- Euro bringt dann noch Nebelscheinwerfer und 16 Zoll Alufelgen mit. Für alles Weitere werfen Sie doch mal einenBlick in die Preisliste.

Ein weiteres Plus für Käufer eines Lancia Ypsilon ist die serienmäßige „LANCIA – Extension premium plus“ – Garantieverlängerung auf vier Jahre (ohne Kilometerbegrenzung).

August 2014, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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