// / Kizashi – So sportlich kann Suzuki sein.

Autohersteller

Kizashi – So sportlich kann Suzuki sein.

Mit seinen 178 PS, die ihn in 7,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 bringen und eine Topspeed von 215 km/h ermöglichen, kann er zwar noch nicht mit den ganz großen seiner Klasse mitmischen, aber für jede Menge Fahrspaß sorgt er in jedem Fall. Und selbst wenn man es mal flotter angehen lässt macht nicht nur das Fahrwerk jeden Spaß mit, auch der Verbrauch hält sich im Stadt-Land-Mix in moderaten Grenzen. Dafür bieten die Ledersitze bei flotter Kurvenhatz nicht genug Seitenhalt, sind aber – wie eine ganze Menge andere Dinge – serienmäßig an Bord. Und so bleibt nicht nur die Aufpreisliste sehr kurz, mit einem Pries von 26.990,- Euro bietet die Mittelklasse-Limousine richtig viel Auto. Und das ganze steckt in einer schicken Hülle die schon von außen deutlich macht, dass mit diesem Suzuki zu rechnen ist. Sie können sich auf standfeste und gut zupackende Bremsen verlassen und auf die Schutzwirkung von sieben Airbags – Knieairbag für den Fahrer inklusive.
Einen so starken Suzuki trifft man nicht alle Tage und im Vergleich mit seinen kleinen Brüdern taucht der Kizashi auch nur selten auf unseren Straßen auf. Schade eigentlich, denn der flotte Japaner – erstmals in der Mittelklasse vertreten – kann sich echt lassen. Das beginnt bei der schwungvollen Frontschürze mit gefällig eingesetzten Nebelscheinwerfern, das glänzende Chrom deren Einfassung taucht dann auch an den Seitenschwellern und am Heck an den Auspuffrohren wieder auf.

Markant macht sich an der Front ein großer Kühlergrill in Gitteroptik breit, der von den tropfenförmig nach hinten reichenden Scheinwerfern flankiert wird. Markant auch die stark ausgestellten Radhäuser mit den 18 Zoll großen Alufelgen, auf denen die 235/45er Breitreifen die Ausschnitte gut ausfüllen.

Am hohen Heck nimmt ein kleiner Spoiler die dritte Bremsleuchte auf und will schon so ein wenig sagen: Hier kommt ein Sportler. Richtig herausbrüllen wollen das dieharmonisch in die Heckschürze integrierten dicken Auspuffblenden links und rechts, allerdings mehr optisch denn akustisch, und so macht der Kizashi von außen schon mal einen richtig guten Eindruck.

Und der geht innen genauso weiter. Eine netter Materialmix kann bereits auf den ersten Blick gefallen, schön machen sich die Ledersitze und schick gelöst ist die Verkleidung in den Türen. So wie dort das Leder eingearbeitet ist und der Haltegriff mit zarten Chromrändern eingefasst wurde, das sieht nicht nur gut sondern auch hochwertig aus. Das Armaturenbrett selbst ist noch ein klein wenig grob gestrickt, im Großen und Ganzen aber auch hier mit den silbergrauen Applikationen, die dann auch im Lenkrad wieder auftauchen, sieht das schon ganz schön aus.

Sogar vorne im Fußraum links und rechts hat der Kizashi ein orangefarbenes Ambientelicht und auch von der Decke leuchten zwei rote und ein gelbes Licht, trotzdem ist es im Fahrzeug relativ dunkel. Alle Schalter sind aber gut beleuchtet und einfach zu bedienen. Dass man als Testfahrer für das Verstellen der Uhrzeit aber einen Blick in die Bedienungsanleitung werfen muss und dann trotzdem beim ersten Versuch scheitert, das ist schon eher selten.

Die Sitzheizung lässt sich in drei Stufen einstellen, könnte aber vor allen den weiblichen Passagieren noch eine Schippe drauf legen. Uhr und Außentemperatur werden nur in dem kleinen Display zwischen Tacho und Drehzahlmesser angezeigt, sodass sie für den Beifahrer kaum sichtbar sind.

Warum der Schalter für die Nebellampe unten am Armaturenbrett und der für die Nebelschlussleuchte am Lenkradhebel fürs Licht untergebracht ist, hat sich für uns nicht ganz erschlossen, wohl wegen der Verwechslungsgefahr. Man hätte doch nur im Instrumententeil, dort wo die Kontrollleuchte für eingeschaltetes Licht und die Nebelschlussleuchte steckt, auch ein Symbol für die Nebellampen einsetzen müssen. Ihre Kontrollleuchte steckt unten am Schalter wo man aber nicht so gut hinsehen kann.

Die Ledersitze sehen sehr schick aus, sind ausreichend groß, straff gepolstert und sehen auch nach guter Ausformung aus, bieten aber vor allem im Rückenbereich in schnellen Kurven etwas zu wenig Seitenhalt. An Po und Beinen hingegen ist er sehr gut. Die Verstellung erfolgt serienmäßig für Fahrer und Beifahrer elektrisch.

Vor allem hier bei uns mit vielen Bergen und noch mehr Tälern hat der Kizashi teilweise einen sehr schlechten Radioempfang.

Vorne gelingt der Einstieg dank großer, weit öffnender Türen sehr bequem, hinten sind die Türen schon deutlich kleiner, dadurch spürt man schon beim Einstieg, dass man mit dem Hintern ein wenig am Radhaus streift. Und das passiert dann auch wieder beim Raus, vorher stoßen große Füße ein wenig an der B-Säule an.

Ist man erst mal drin, ist selbst für einen 1,80 m Mitfahrer hinter einem 1,80 m großen Fahrer noch üppig Platz, das Dach ist zwar durch das Schiebedach etwas nahe am Kopf, wölbt sich aber über den Sitzen wieder etwas nach oben, sodass der Kopffreiraum bei 1,80 m auch noch gerade so geht. Der Mittelsitz hält für die Füße kaum Platz bereit.

Die Übersichtlichkeit im Kizashi ist nicht so gut, die Front ist nicht einsehbar, die A-Säulen sind schon sehr breit, dann folgen breite B-Säulen und auch die C-Säule ist ziemlich mächtig, hinzu kommt das recht hochgezogene Heck, sodass man doch schon für die ebenfalls serienmäßige Einparkhilfe dankbar ist. Das schöne bei der Einparkhilfe ist, dass sie auch gleich nach vorne arbeitet, ohne dass man erst einmal den Rückwärtsgang bemüht haben muss. Gute Sicht hat man aber auch durch die beiden Außenspiegel.

Öffnet man den Kofferraumdeckel durch den Druck auf den Knopf, dann fliegt der ziemlich vehement nach oben und bleibt dann dort nicht stehen sondern kommt gleich wieder ein Stücke nach unten – und dann hat man sich schnell mal gestoßen. Die Scharniere vom Kofferraumdeckel schwenken zudem tief in den Laderaum und drücken ggf. aufsGepäck.

Die Ladekante ist ausreichend niedrig und gut geschützt, die Stoßstange nicht. Danacht geht es ein ganze Ecke weit nach unter und mit schwerem Gepäck auch wieder rauf. Ansonsten ist der Kofferraum mit 461 Litern ausreichend groß und gut nutzbar, unter dem Boden steckt neben dem Reifereparaturset noch Wagenheber etc., außerdem eine Styroporbox mit Fächern für allerlei Kleinzeug.

Braucht man mehr Stauraum, kann man die Rücksitze ganz einfach umklappen, man muss dazu nur an einem Hebel ziehen und zweigeteilt klappt die Lehne vor, allerdings steigt die Ladefläche nach vorne an und es bliebt eine über 10 cm hohe Stufe, die aber wenigsten durch eine Klappe abgedeckt ist. Auch die Größe der Durchladeöffnung ist durch die Verstrebungen ein wenig eingeschränkt. Dafür hat er aber eine Skidurchreiche.

Der Kizashi sieht schon mal richtig flott aus, also wird man von vorn herein keine Sänfte erwarten. Entsprechend straff fällt dann auch das Sportfahrwerk aus, jedoch ohne zu viel Härte im Alltag zu zeigen. Lediglich grobe Schlaglöcher dringen ziemlich ungefiltert nach innen, der Rest wird gut abgefedert.

Wenn man flott fährt geht er zwar willig um die Ecken, lässt sich gut einlenken und geht leicht untersteuernd ans Werk – macht dabei durchaus auch hohes Tempo mit – aber die Sitze können einen dann nicht ordentlich festhalten.

Versucht man richtig flott um enge Kehren oder z.B. durch einen Kreisverkehr zu wollen, dann sollte man unbedingt vorher das ESP deaktivieren, die Elektronik regelt sonst komplett runter. Das tut sie zum Glück aber auch wenn man in einer schnellen Kurve vom Gas muss. Dann geht das Untersteuern nämlich schlagartig in ein Übersteuern über.

Ansonsten liegt der Kizashi ruhig auf der Straße und gibt ein sicheres Gefühl. Auch im Slalomtest, wo er willig der direkten und zielgenauen Lenkung folgt und zudem nur wenig Karosserieneigung zeigt und sanft mitschwingt. So ab 150 km/h auf der Autobahn mehren sich dieWindgeräusche, die dann alles dominieren.

Der Kizashi bleibt auch noch gutmütig, wenn man bei 180 – 200 km/h plötzlich in die Eisen muss. Und auch sonst kann man sich auf die Bremsanlage voll verlassen, nur bei Nässe wird der Bremsweg um einiges länger, vor allem wenn die Straße dann auch noch wechselnden Belag zeigt.

Ist die Straße in Ordnung, steht er aus Tempo 100 nach rund 37 Metern, ein Nachlassen der Bremsleistung war auch nach der 10. Vollbremsung nicht festzustellen. Er steht spurtreu, ist gut zu dosieren und das Ansprechverhalten ist spontan.

Keine Qual der Wahl haben Sie wenn es um die Frage nach dem Motor geht. Einzig der Vierzylinder-Benziner ist zu haben. Er leistet 131 kW/178 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 230 Nm bei 4.000 Umdrehungen. Damit wird der Kizashi 215 km/h schnell (der Tacho eilt dann schon auf über 230 voraus).

Dabei geht er aus dem Stand heraus auch mit dem Frontantrieb sehr gut zur Sache, in der Lenkung ist davon praktisch nichts zu spüren. Und so ist er bereits nach 7,8 Sekunden an der Tempo 100 Marke vorbei und zieht auf der Autobahn gleichmäßig weiter bis 200 km/h, erst dann wird der Vortrieb etwas zäher. Dazu zeigen sich die Abstufungen des serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebes als sehr gut passend. Der Motorsound ist an sich schön kernig wenn er gefordert wird, dürfte in unseren Ohren generell aber etwas präsenter sein, so wie es die beiden dicken Auspuffrohre vermuten lassen.

Erfreulich ist die Tatsache, dass er recht zurückhaltend mit dem teuren Super-Kraftstoff umgeht, im normalen Alltagstempo haben wir es im Mix mit 7 Litern geschafft, lässt man es eher etwas flotter angehen, dann kommt man auf 7,5 bis 8 Liter. Einzig bei reinem Stadtverkehr zieht der Kizashi locker 10 Liter und mehr aus dem Tank, er hat aber auch keine Start-Stopp-Automatik und auch keine Schaltempfehlung.

Der Schalthebel liegt gut in der Hand, die Gänge flutschen angenehm straff geführt, dem sportlichen Outfitangepasst würde man sich vielleicht noch etwas kürzere Schaltwege wünschen.

Neben den mittlerweile als Standard anzusehenden Front-, Seiten- und Kopf-Airbags sowie den höhenverstellbaren Kopfstützen und Dreipunktsicherheitsgurten auf allen Plätzen und ISOFIX zur optimalen Kindersitzbefestigung kann der Kizashi auch mit einem Fahrer-Knie-Airbag aufwarten und der Innenspiegel blendet automatisch ab.

Ein weiterer Sicherheitsaspekt beim Kizashi: Wenn der Schüssel im Auto liegt, bekommt man von außen den Kofferraum nicht auf, dazu muss sich dann auch der Schlüssel außerhalb des Fahrgastraumes befinden.

Allzu viel Auswahl haben Sie beim Kizashi nicht. Es gibt ihn nur mit dem vorgestellten 2,4 Liter Vierzylinder mit 178 PS und dem Sechsgang-Schaltgetriebe für 26.990,- Euro oder in Verbindung mit dem stufenlosen CVT Automatik-Getriebe und Allradantrieb für 29.990,- Euro. Und auch bei den Extras müssen Sie nicht viel wählen, nur die Metallic-Lackierung steht mit 540,- Euro in der Liste und ein Navigationssystem kann extra geordert werden. Trotzdem ist der flotte Japaner kein Magerauto.

Denn die serienmäßige Grundausstattung ist mehr als reichhaltig. So gehören z.B. eine Zwei-Zonen-Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorn und hinten, das elektrische Glasschiebe-Hubdach, Tempomat, elektrisch verstellbare Ledersitze mit Sitzheizung vorne, Fußraumbeleuchtung, ein CD-Radio mit 8 Lautsprechern und elektrisch verstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel dazu.

Und damit ist noch längst nicht alles aufgezählt, denn auch ein Lichtsensor, Xenonlicht, Scheinwerferreinigungsanlage, Nebelscheinwerfer, Regensensor, das Sportfahrwerk, 18 Zoll Alus mit 235er Breitreifen, Berganfahrhilfe, Einparkhilfe vorne und hinten sowie hinten stärker abgedunkelte Scheiben sind ebenfalls serienmäßig an Bord, um nur die wichtigsten Dinge zu nennen.

Alles drin also, was man so braucht, auf elektronische Spielereien wie Toter Winkel- oder Spurhalteassistent,Einparkautomatik, Abstandsregelung etc. sollten Sie aber nicht stehen, die finden auch für viel Geld nicht statt. Die Versicherungseinstufungen lauten HPF 18, VK 24 und TK 22. Die Herstellergarantie beläuft sich auf drei Jahre bis 100.000 km.

Stand: März 2014; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

Werbung: Automarkt auto24.de

Diesen Artikel weiterempfehlen:

ähnliche Beiträge

Kommentare

Keine Kommentare for “Kizashi – So sportlich kann Suzuki sein.”

Kommentar schreiben

XHTML: Folgende HTML-Elemente sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Archive

banner