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Kia Sportage… und zum Dritten …

Der KIA Sportage geht mittlerweile in die dritte Generation und kommt nicht nur optisch deutlich aufgewertet daher. Auch die Verarbeitung kann sich sehen lassen, von den exakten und engen Spaltmaßen bis hin zum weich abgepolsterten Armaturenbrett. Das Platzangebot ist gut, auch in Reihe zwei, bei unserem Testwagen gab es sogar auf den Rücksitzen eine Sitzheizung. Der Kofferraum ist gut nutzbar und sehr gut zugänglich, das Fahrwerk bietet eine sportliche Grundauslegung mit gutem Komfort und dank Allradantrieb bester Traktion. Sehr gut harmoniert der 2-Liter Diesel mit dem Fahrzeug, arbeitet kraftvoll und kultiviert und auch die Sechsgang-Schaltung passt bestens dazu, 5,7 Liter im Mix und ordentliche Fahrwerte machen den Wagen zu einem sehr angenehmen Begleiter. Beim Spirit für 30.600,- Euro ist praktisch alles an Bord, was man sich wünschen kann.

Der neue Farbton „Techno-Orange-Metallic“ steht dem Sportage ausgesprochen gut, kein Wunder, dass auch unser Testwagen damit ausstaffiert war. Dazu kontrastieren die schwarzen Kunststoff-Verkleidungen und -Einsätze von der Frontschürze über die Radläufe und Seitenschweller bis hin zur Heckschürze sehr gut.

Außerdem sorgen schicke Chromleisten rund um den Kühlergrill, an den Nebelscheinwerfern, den seitlichen Fensterunterkanten und entlang der C-Säule sowie als Dachreling für edle Akzente. Überhaupt kommt der neue Sportage edel und zugleich sportlich dynamisch daher, steht bullig auf dem Asphalt. Sehr schick macht sich auch das Tagfahrlicht in LED-Technik und die formschönen Alufelgen, die ebenfalls mit dem Kontrast von Silber undSchwarz spielen.

Kraftstrotzend sorgt das Heck für einen gelungenen Abschluss, vor allem die eigenwillig geformten Rückleuchten und die in der Mitte hochgezogene Heckschürze bescheren dem Sportage einen unverwechselbaren Auftritt.

Unverwechselbar gibt sich der KIA auch im Innenraum, wo u.a. in den Türverkleidungen wieder die Farbe Orange auftaucht. Allerdings hätte für unseren Geschmack der Farbton hier ein wenig dunkler ausfallen dürfen, zudem wirken im Gegensatz zum Rest des Interieurs diese Einsätze nicht so hochwertig. Am Armaturenbrett wurde der Kunststoff in weiten Teilen weich gepolstert.

Schwungvoll ziehen sich die horizontalen Linien über das Armaturenbrett, dazu scheint die breite Mittelkonsole förmlich in das Cockpit hineinzuwachsen. Die wenigen Bedienelemente sind übersichtlich und gut erreichbar platziert, ihre Handhabung wirft keine Fragen auf.

Die sportlich-modern gezeichneten Rundinstrumente mit dem großen Tacho in der Mitte sind durch das griffig ausgeformte, dicke Lederlenkrad gut ablesbar. Neben einer Alu-Applikation tauchen im Volant auch einige gut beleuchtete Schalter auf, mit denen u.a. das Radio fernbedient werden kann.

Die Sitze nehmen nicht nur wieder in Form von grafischen Elementen und den farbigen Nähten den Orange-Ton auf, sie sind auch groß dimensioniert und gut ausgeformt, zudem straff gepolstert und so auch für längere Strecken gut geeignet.

Der Ein- und Ausstieg gelingt ganz bequem, zumindest auf die vorderen Sitze, wo auch das Platzangebot absolut tadellos ist. Nach hinten bleibt man schon mal beim Einstieg mit dem Hintern an der Radlaufverkleidung hängen und beim Raus wird es imFußraum durch die B-Säule etwas eng. Ganz komfortabel bietet unser Sportage auch den Fond-Passagieren den Luxus einer Sitzheizung. Die Platzverhältnisse gehen auch hinten in Ordnung, nur wenn drei Personen hier Platz nehmen, wird die Luft in der Breite knapp.

Über die für ein SUV angenehm niedrige und gut geschützte Ladekante lässt sich das Gepäckabteil gut beladen, unter dem soliden Boden stecken weitere große Fächer, nur bei der Heckklappe ist Vorsicht geboten, wer größer ist als 1,85 m holt sich schnell mal eine Kopfnuss und die separat zu öffnende Heckscheibe des Vorgängers wurde auch nicht übernommen.

564 Liter Gepäck bringt man bei dachhoher Beladung unter, wem das nicht reicht, der kann die Rücksitzlehnen einfach umlegen und so bis zu 1.353 Liter Ladevolumen schaffen. Da aber die Sitzfläche nicht vorher hochgeklappt werden kann, steigt der Boden nach vorne deutlich an.

Das wuchtige Heck mit der breiten C-Säule schränkt natürlich den Blick stark ein, auch durch den Innenrückspiegel ist das Sichtfeld eher schmal. Es gibt aber die Möglichkeit einer Rückfahrkamera, die in der Version Spirit sogar serienmäßig vorhanden ist, und die ihr Bild auf den Innenrückspiegel oder auf den 7-Zoll-Bildschirm auf dem auch das Navi angezeigt wird, projiziert.

Er sieht ausgesprochen dynamisch aus, entsprechend straff ist auch das Fahrwerk ausgelegt, ohne jedoch den notwendigen Komfort aus den Augen zu verlieren. So liegt der Sportage ruhig auf der Straße, ob bei hohem Autobahntempo oder auf der Landstraße. Und hier wird ihm vor keiner Kurve bange, mit wenig Karosserieneigung wieselt er nicht nur für ein SUV richtig flott umdie Ecken, lässt sich dabei von der angenehm straffen und direkten Lenkung prima dirigieren.

Mit den meisten Straßenunebenheiten wird er ebenso gut fertig wie mit widrigen Wetterbedingungen. Ob Nässe oder Schnee, dank des Allradantriebs bietet er in jeder Lage optimale Traktion und mit dem ESP bringt er nicht nur die Kraft gut auf den Boden, sondern geht auch nahezu neutral um die Kurven. Mit dem neuen Allradsystem Dynamax kommt man auch auf nassen Wiesen oder schlecht ausgebauten Feldwegen bestens voran, für echte Geländeeinsätze reicht aber schon die gebotene Bodenfreiheit von nur 172 mm nicht aus.
Nachdem die sich die meisten Fahrer aber sowieso nur auf befestigten Wegen bewegen, kann der Sportage seine Vorzüge voll ausspielen, wobei sein Allradsystem je nach Fahrsituation die Kraft variabel zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt, im Normalfall geht die Kraft voll an die Vorderräder, was Kraftstoff spart. Wenn es nötig wird, kann der Fahrer manuell auf „Look“ gehen und somit den Kraftfluss zwingend gleichmäßig auf beide Achsen verteilen. Sobald der Wagen über 40 km/h schnell wird, wird automatisch wieder die variable Kraftverteilung aktiviert.

Die Bergan- und -abfahrhilfe kann sich durchaus mal als hilfreich erweisen, die jetzt elektrische Servolenkung hilft gegenüber der hydraulischen Sprit zu sparen und machte die Rangiermanöver sehr leichtgängig, fast schon ein wenig gefühllos. Das ändert sich mit zunehmendem Tempo, dann wird sie nicht nur straffer und direkter sondern vermittelt auch ein gutes Gefühl für die Straße.

Mit seiner Bremsanlage mit ABS, Scheibenbremsen rundum, vorn innenbelüftet, elektronischerBremskraftverteilung (EBD) sowie einem Bremsassistenten (BAS) ist der Sportage auf der Höhe der Zeit, er steht auch aus höheren Geschwindigkeiten und bei nasser Fahrbahn sehr stabil. Die Vollbremsung aus Tempo 100 absolviert er auf trockener Straße in 39,5 Metern, im Alltag ist die Bremse gut zu dosieren und sie spricht schnell an.

Der 2-Liter-Diesel ist ganz neu im Sportage und er passt hervorragend zu diesem Fahrzeug. Der Vierzylinder-CRDi entwickelt 100 kW/136 PS bei 4.000 U/min und stellt dazu sein maximales Drehmoment von 319 Nm zwischen niedrigen 1.800 und 2.500 Touren zur Verfügung. Damit geht der 16-Ventiler richtig gut zur Sache, kommt schon aus dem Stand gut los und begeistert vor allem mit einem sehr feinen Durchzug.

Aus dem Stand beschleunigt der 4WD in 11,3 Sekunden auf Tempo 100 und erst bei 181 km/h ist der Vortrieb zu Ende. Dabei gibt sich der Motor in praktisch jedem Bereich sehr kultiviert, wird nur voll gefordert leicht kernig und bleibt – auch wenn man sich nicht an die sehr früh zum Hochschalten anhaltende Schaltpunktanzeige hält – trotzdem noch recht sparsam, kann im Mix mit 5,7 Litern gefahren werden, der CO2-Ausstoß des Euro 5 Motors beträgt dann 149 g/km.

Reine Stadtfahrten verlangen nach 6,8 Litern Diesel, hier macht es sich besonders bemerkbar, dass KIA beim 2,0 CRDi auf ein Start-Stopp-System verzichtet hat, außerorts sind auch 5,1 Liter möglich. Dabei zeigt sich das serienmäßige Sechsgang-Schaltgetriebe als sehr harmonisch auf den Motor abgestimmt. Auch die Schaltwege sind okay und der Schalthebel gleitet angenehm straff durch die Kulisse, kann sich jedoch einen massiven Holperer über dieLeerlaufstellung nicht verkneifen. Der sechste Gang hätte allerdings durchaus auch etwas länger übersetzt sein können, auf der Autobahn geht die Drehzahl recht schnell hoch.

Sechs Airbags gehören zur serienmäßigen Sicherheitsausstattung des Sportage: Front- und Seitenairbags vorne sowie Kopfairbags bis in die zweite Reihe. Leitet der Fahrer eine Vollbremsung ein, warnt das adaptive Bremslicht durch Blinken den nachfolgenden Verkehr. Sobald das Fahrzeug steht, wird die Warnblinkanlage eingeschaltet.

Außerdem sind die Vordersitze mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern sowie mit aktiven Kopfstützen bestückt. Ein Überschlagsensor löst bei entsprechenden Situationen nicht nur die Gurtstraffer aus und aktiviert die Seiten- und Kopfairbags, er sorgt auch dafür, dass beide länger gefüllt bleiben.

Drei Ausstattungsversionen stehen zur Wahl, und so reicht die Palette unseres 2.0 CRDI Sportage AWD vom Attract für 25.600,- Euro über den Vision für 27.200,- Euro bis hin zum Topmodell Spirit für 30.600,- Euro. Dabei ist die Ausstattung in allen Reihen nicht schlecht, nur eine Klimaautomatik bleibt dem Spitzenmodell vorbehalten.

Außerdem hat der auch von uns gefahrene Spirit serienmäßig Xenon-Scheinwerfern, ein Navigationssystem inkl. 7-Zoll-Touchscreenmonitor, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Multifunktionslenkrad, Smart Key, eine beheizbare Frontscheibe, Rückfahrkamera, klimatisiertes Handschuhfach, Tempomat, Stoffsitze mit Lederapplikation sowie Sitzheizung vorne und hinten an Bord, um mal nur die wichtigsten Dinge zu nennen.

Schon seit über einem Jahr bietet KIA eine Herstellergarantie von sieben Jahren oder 150.000Kilometer Laufleistung für das gesamte Fahrzeug inklusive Antriebsstrang. Alle 30.000 km bzw. alle zwei Jahre muss der Sportage zur Wartung in die Werkstatt. Die Versicherungseinstufungen lauten HPF 22, VK 24 und TK 20.

Stand: März 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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