// Fahrbericht / Kia Sportage Spirit 1.6 GDI 2WD

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Kia Sportage Spirit 1.6 GDI 2WD

Wenn Sie sich jetzt fragen sollten, „Hmmm den kennen wir doch schon aus dem Testportfolio?!“, dann liegen Sie nicht ganz falsch. Denn wir kamen außer bei der seinerzeitigen Pressevorstellung erfreulicherweise schon einmal in den Genuss eines Kia Sportage im knalligen „Techno-Orange-Metallic“. Also keine Angst, wir möchten uns nicht zum wiederholten Male darüber auslassen, wie gut den Koreanern dieses SUV gelungen ist, ein Blick auf die Straße verrät ohnehin, dass wir mit dieser Meinung nicht alleine sind. Dabei ist es nicht nur das kraftvoll-dynamische und zugleich edle Karosseriekleid das überzeugt, die Qualitätsanmutung, Platzverhältnisse, ein faires Preis-/Leistungsverhältnis … das passt alles.

Was Reifen/Felgen ausmachen, können Sie im direkten Vergleich der beiden Testwagen sehen. Denn auf die eigentlich in der Topausstattung enthaltenen 18-Zoll-Leichtmetallfelgen müssen wir bei der neuen Einstiegsmotorisierung 1.6 GDI leider verzichten, u.a. dem Spritspareffekt zu liebe.

Womit wir auch schon beim heutigen Thema wären. Während Kia zunächst mit nur zwei Zweiliter-Motoren an den Start ging, zogen dieKoreaner mit dem Modelljahr 2012 mit einer weiteren Leistungsstufe sowie einem neuen Einstiegsdiesel und -benziner 1.6 GDI nach. Und genau auf letzteren möchten wir hier und heute näher eingehen.

Während die stärkeren Motorisierungen wahlweise über Allrad- oder Frontantrieb verfügen, sind die beiden Einsteiger rein frontangetrieben unterwegs. Eine Berganfahr- sowie abhilfe sind jeweils bei beiden Antrieben mit an Bord. Und wann wird ein SUV schon wirklich im harten Gelände bewegt? Eben. Dass der Allrad bei schlechten Wetterbedingungen und gerade im Schnee für bessere Traktion sorgt, bleibt an dieser Stelle unbestritten, dennoch ermöglicht die Traktionskontrolle TCS auch bei der 2WD-Variante ein problemloses Vorwärtskommen und spart zudem beim Spritkonsum.

Die Agilität, die uns bereits die Optik vermitteln möchte, setzt das Fahrwerk angenehm straff um. Wer rein auf Komfort setzt, wird wahrscheinlich nicht rundum zufrieden sein. Wenn wir auch der Meinung sind, dass Kia eine harmonische Abstimmung gefunden hat, ohne den Komfort völlig außer Acht zu lassen. Dies stellt der Sportage gerade auf längeren Autobahnpassagen unter Beweis.

Andererseits macht er für ein SUVauch beim flotten Ritt richtig Spaß, ohne das es einem Angst und Bange wird. Die Karosserie bleibt dabei überraschend stabil ohne sich spürbar zur Seite zu neigen. Nur dezent und stets gut zu handeln schiebt er über die Vorderräder – wir sind eben ohne Allrad unterwegs.

Aber dafür mit einer ebenso angenehm straffen und präzisen Lenkung wie bei der 4WD-Variante. Elektrisch unterstützt spart sie nicht nur zusätzlich Sprit sondern macht da Rangieren in der Stadt (Wendekreis gerade mal 10,58 Metern) oder in enge Parklücken zur leichten Übung. Das in diesem Falle etwas zu geringe Gefühl um die Mittellage weicht bei höheren Geschwindigkeiten.

Dass ein Allradler auch beim Bremsen seine Vorzüge hat, ist ein weitverbreiteter Irrglaube. Daher steht der 1.6 GDI seinen Geschistern in nichts nach und verfügt ebenso über eine gut zu dosierende, im Ernstfall fest zupackende Bremsanlage inklusive Scheibenbremsen rundum (vorn innenbelüftet) sowie den Hilfen ABS, elektronische Bremskraftverteilung und den Bremsassistenten.

Mit dem 1.6 GDI verfügt Kia erstmals über einen Benzin-Direkteinspritzer, die GDI-Technologie reduziert dabei den Verbrauch sowie die Emissionen, steigert aberzugleich die Leistung und das Drehmoment.

Wie auch die anderen Motoren im Portfolio erfüllt der Einstiegsbenziner die Abgasnorm Euro 5 und ist im Gegensatz zu den Zweiliter-Motoren optional mit dem 300,- Euro teuren Start-Stopp-System ISG aufrüstbar.

Wenn auch jeder für sich entscheiden muss, ob sich dieser Aufpreis rechnet, so steht doch außer Frage: Wer sich häufig im Stadtverkehr bewegt spart dank ISG bis zu 0,7 Liter auf 100 km ein. Was im Schnitt eine Ersparnis von 0,4 Litern ergibt, gegenüber den 6,8 Litern, die sich der Motor ansonsten im Mix gönnt. Den CO2-Ausstoß von 158 g/km reduziert das System um weitere neun Gramm.

Dennoch sollte klar sein, um diese Werte zu erreichen, ist ein wirklich zurückhaltender Gasfuß von Nöten. Wer auch im Alltag gerne etwas zügiger vorankommen möchte, sollte daher mit gut 1 ½ Litern mehr rechnen.

Im Vergleich zum größeren Ottomotor, der für den derzeitigen Topbenziner viel zu träge ans Werk geht, überzeugt der kleine Einsteiger aber nicht nur mit geringerem Verbrauch sondern auch mit mehr Spritzigkeit, zumindest was die unteren Geschwindigkeiten anbelangt.

Aber auch der direkte Vergleich der Leistungswerte belegt,dass der 1.6 GDI nur unwesentlich hinterher hinkt. So schafft er es mit 136 PS bei 6.300 U/min und einem maximalen Drehmoment von 165 Newtonmeter, das bei 4.850 U/min zur Verfügung steht, gegenüber den 163 PS und 194 Nm in 11,1 Sekunden von null auf Tempo 100, womit der große Benziner nur 0,7 Sekunden schneller ist. In der Topspeed liegen sie sogar noch näher beisammen. So ziehen beide leicht gequält und mit etwas Mühe hoch, bis sie 179 km/h bzw. die 184 km/h erreicht haben.

Ohnehin, wer die beiden bei Laune halten möchte, muss kräftig schalten und für Drehzahl sorgen. Wobei der Vorteil ganz klar beim 1.6 GDI liegt, denn dieser verfügt im Gegensatz zu den fünf Schaltstufen des großen Benziners über ein Sechsgang-Getriebe, das nicht nur über eine Schaltpunktanzeige verfügt, sondern dabei präzise und angenehm leichtgängig ganz dem Klassenniveau entspricht.

Zweimal Bestnoten sichert sich der Kia Sportage in jedem Fall mit fünf Sternen im Euro NCAP-Crashtest sowie bei der 7-Jahre-Herstellergarantie.

Es gibt aber auch einen kleinen Wehmutstropfen. Da sich der Kia Sportage sehr großer Beliebtheit erfreut, wachsen die Wartezeiten leider auch spürbar an und könnenschon fast mit einem Porsche Cayenne mithalten. Und wer kann sich in der Preisklasse 20.000 bis 30.000,- Euro schon mit einem Cayenne messen? Gut, wenn diese Tatsache auch nicht unbedingt positiv wiegt, so aber in jedem Fall die in den einzelnen Ausstattungsniveaus enthaltenden Annehmlichkeiten.

Außerdem schön zu sehen, dass Kia es nicht ausschließt eine Einstiegsmotorisierung mit der Topvariante zu kombinieren. So wie im Falle unseres Testwagens, der als Kia Sportage Spirit 1,6 GDI 2WD einen Preis von mindestens 25.110,- Euro verlangt, dafür aber auch mit unzähligen Komfortfeatures aufwartet.

Ob es das schlüssellose Zugangssystem „Smart Key“ ist, die Xenon-Scheinwerfer, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik oder das klimatisierte Handschuhfach. Diese sind ebenso serienmäßig enthalten, wie die Kartennavigation mit 7-Zoll-Touchscreen, der Rückfahrkamera, das Multifunktionslenkrad, eine Geschwindigkeitsregelanlage, Stoffsitze mit Lederapplikationen, Sitzheizung vorn und hinten sowie Privacy Glass.

Wer rund 2.500,- Euro drauflegen kann und will, bestückt sein Fahrzeug mit nahezu allen zur Wahl stehenden Extras, darunter das Start-Stopp-System, das Panorama-Dach, die Teilledersitzeund die Metallic-Lackierung.

Hier könnte sich Porsche wahrlich eine Scheibe abschneiden! Denn hier ließe sich ein ganzer Sportage allein für die unzähligen Extras ausgeben. Auch nicht schlecht.

Stand: November 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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