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Kia Soul EV

Im Bereich der Elektroautos tummeln sich sukzessive immer mehr Automarken, doch das optimale Gesamtpaket scheint noch nicht wirklich dabei zu sein. Mit dem neuen Soul EV scheint Kia diese Tatsache zu ändern. Bei dem neuen Strom-Soul handelt es sich um das erste weltweit angebotene Elektrofahrzeug der Koreaner und diese haben wahrlich Ideenreichtum bewiesen und versucht, das Thema „Elektrofahrzeug“ zu perfektionieren. Mit Innovationen wie der separaten Fahrerplatz-Klimatisierung präsentiert der Hersteller sogar eine Weltneuheit in der Automobilbranche. An der eigenständigen Lifestyle-Optik büßt der „EV“ nichts ein, im Gegenteil und bewahrt sich zudem die hohe Alltagstauglichkeit und für Kia absolut selbstverständlich, die 7-Jahre-Kia-Herstellergarantie die auch die Batterie beinhaltet.

Die Verantwortlichen haben sehr darauf geachtet, die gelungene und pfiffige Optik der zweiten Generation Kia Soul nicht einschneidend zu verändern. Aerodynamisch an die neuen Voraussetzungen des Stromers angepasst, präsentiert sich an der Front allerdings nicht der gewohnte Kühlergrill, sondern eine Abdeckung für die Ladeanschlüsse.

Außerdem wurde der Soul EV mit einer vollständigen Unterbodenverkleidung versehen, speziellen Felgen ausgestattet und die LED-Rückleuchten präsentieren sich neu interpretiert.

Der exklusive Charakter wird bei der Stromer-Variante durch eine spezielle Zweifarb-Lackierung sogar noch deutlicher hervorgehoben.

Der Soul EV ist zweifelsohne die umweltbewusste Version der Baureihe und setzt im Innenraum auf helle Grautöne und recyclingfähige Naturstoffe. So enthalten allein zehn Prozent der verarbeiteten Materialien keine Erdöl-Derivate und die im Schaltknauf enthaltenen Silberionen töten Bakterien ab und senken somit die Gefahr einer Übertragung.

Diese vorbildliche Ausrichtung mindert aber keineswegs den in der zweiten Generation Soul gewonnenen Stil. Stattdessen setzt die Elektrovariante auf zusätzliche Hightechelemente, wie die digitale Instrumenteneinheit mit organischen Leuchtdioden. Das sogenannte Aktiv-Matrix-Instrument trifft in der Mittelkonsole auf das 8-Zoll-Infotainmenteinheit, der Touchscreen dient dabei als zentrale Schnittstelle zwischen Fahrer und Fahrzeug. Die Handhabe geht hier sehr intuitiv von der Hand. Widmen müssen Sie sich aber in jedem Fall der Innenraum-Klimatisierung.

Ein Thema, dass Kia sehr groß schreibt und zudem ideenreiche Innovationen und sogar eine Weltpremiere hervorbringt.

Denn mit der separaten Fahrerplatz-Klimatisierung präsentieren die Koreaner eine pfiffige Neuheit in der Automobilbranche. Die Raumklimatisierung reduziert sich bei aktivierter Driver-only-Funktion einzig auf den Bereich um den Fahrer herum und verringert dadurch spürbar den Energieverbrauch.

Ohnehin arbeiten die Verantwortlichen mit gezielter Kontaktwärme. Anstatt den gesamten Innenraum „aufzuheizen“, werden die Sitze und das Lenkrad direkt erwärmt. Aber natürlich kann auch der KiaSoul EV mit einem System aufwarten, dass das gesamte Cockpit wohlig temperiert. Mitfahrer müssen also keineswegs frieren, einzig die gewünschte Temperatur muss eingestellt und die „Heater-Taste“ gedrückt werden.

Bei entsprechender Programmierung der Klimaanlage, kann der Innenraum aber auch schon vor Fahrtantritt aufgeheizt werden. Praktischerweise wird hier der Strom direkt aus der Steckdose genutzt und die Akkuleistung des Fahrzeuges bleibt unberührt.

Neben der vorprogrammierbaren Temperierung, hat Kia außerdem eine hocheffiziente Wärmepumpe und die intelligente Lufteinlass-Steuerung als Energiesparer im Gepäck.

Hingegen vieler anderer Elektrofahrzeuge, schränkt die platzsparende Unterbringung der Batterie die Raumverhältnisse im Kia nur gering ein, so fasst der Kofferraum 281 Liter (entspricht lediglich einem Minus von 73 Liter) und auch im Elektro-Soul lassen sich Großgewachsene gerne auf den hinteren Plätzen nieder, der etwas erhöhte Fußboden stößt hier wahrlich nicht negativ auf.

Die Unterbringung des Elektroantriebes schränkt den Innenraum meist deutlich stärker ein, dieser Tatsache sind die Ingenieure durch zahlreiche vorgenommene Veränderungen an der Fahrzeugbasis entgangen.

Resultierend daraus, verzeichnet die EV-Variante gegenüber dem herkömmlichen Soul auch eine stabilere Karosseriestruktur und eine höhere Verwindungssteifigkeit.

Die Platzierung der Batterie hat außerdem zur Folge, dass der Schwerpunkt des Fahrzeuges tiefer liegt, was wiederum eindynamischeres Handling mit sich bringt. Untermalen möchte Kia diese Agilität mit der serienmäßig variablen Servolenkung Flex Steer, die dem Fahrer per Tastendruck nicht nur einen Sport- sondern auch einen Komfort-Modus zur Wahl stellt.

Und auch der sportlich ambitionierte Fahrer wird in diesem Kia auf angenehme Art und Weise entschleunigt und wird sich an dem gebotenen Fahrkomfort erfreuen.

Bei Fahrzeugen mit alternativen Antrieben steht natürlich die Vernunft im Vordergrund, weniger die Sportlichkeit.

Angetrieben von einem 110 PS (81,4 kW) starken Elektromotor der über ein stufenloses Automatikgetriebe ein maximales Drehmoment von 285 Newtonmeter an die Räder weitergibt, schafft es der strombetriebene Soul dennoch in 11,2 Sekunden von null bis 100 km/h und erreicht auf der Autobahn eine Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h.

Im Großstadtdschungel manövrieren wir den Kia Soul EV gelassen durch die Straßen, ohne aber ein Verkehrhindernis darzustellen. Wechseln wir den Fahrmodus „D“ hier auf „B“, ist die Rekuperation so stark, dass kaum noch das Bremspedal betätigt werden muss. Die Energierückgewinnung ist natürlich dementsprechend hoch.

Bei aktivierter EV-Taste, zeigt das Öko-Niveau dem Fahrer in Form eines Baumes an, dessen Blätter je nach Fahrweise sprießen oder abfallen, wie effizient er unterwegs ist und regt zusätzlich ein umweltbewusstes Fahren an.

Die Lithium-Ionen-Polymer-Hochleistungsbatterie zeichnet sich durch Batteriezellen mit einer sehr hohenEnergiedichte aus (200 Wh/kg) und fasst 27 Kilowattstunden, womit Kia andere Hersteller übertrifft.

Mit dem serienmäßigen On-Board-Charger (6,6 kW Wechselstrom) ist der Akku an einem entsprechend leistungsfähigen 380-Volt-Anschluss in vier bis fünf Stunden voll aufgeladen werden. An einer herkömmlichen Haushaltssteckdose sind es allerdings gut neun Stunden mehr.

Schnellladestationen sind hierzulande noch rar, würden die Batterie nach einer halben Stunden aber bereits zu 80 Prozent aufladen. Der Kia Soul EV ist mit entsprechendem zweiten Ladeanschluss in jedem Fall vorbereitet. Über den jeweiligen Ladezustand geben drei gut von außen sichtbare LED-Leuchten in der Mitte des Armaturenbretts Auskunft.
Bei voll geladenem Akku sollen maximal 212 Kilometer erreichbar sein. Die Berechnung passt sich dabei der jeweiligen Fahrweise an und errechnet die wahrscheinliche Reichweite über den Verbrauch der zuletzt zurückgelegten Fahrten. Eine weitere Anzeige informiert darüber, wie viele Kilowattstunden pro 100 Kilometer verbraucht wurden oder wie hoch beispielsweise der Energieverbrauch der Klimaanlage ist.

Das serienmäßige Navigationssystem denkt ebenfalls mit und benachrichtigt nach aktivierter Route, ob diese mit der noch zur Verfügung stehenden Reichweite überhaupt erreichbar ist.

Außerdem zeigt uns der Soul EV stets die nächst gelegenen Ladesäulen an, somit können wir ganz beruhigt und ohne große Planung im voraus die Fahrt antreten.

Da der Soul EV geräuschlos unterwegs und für denFußgänger nur schwer wahrzunehmen ist, simuliert der koreanische Stromer ein synthetisches Motorengeräusch.

Zu den weiteren Sicherheitsaspekten zählen beim Kia Soul EV neben der stabilen Karosserie, den Rückhaltesystemen zu denen Beispielsweise die sechs Airbags zählen, auch ein aktives Bremslicht und ein Reifendruckkontrollsystem.

Ob konventionell oder stromangetrieben, Kia stattet ihre Fahrzeuge selbstverständlich auch mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm ESP, einer Traktionskontrolle, der Gegenlenkunterstützung, wie auch einer Berganfahrhilfe und dem ABS-Bremssystem aus.

Nicht nur die „Sicherheit“ im Blick, hat man mit der Rückfahrkamera und dem selbstabblendenden Innenrückspiegel.

Aufpreis verlangt Kia hierfür nicht. Ebenso nicht für die zahlreichen Komfortfeatures, die im Soul EV von Haus aus an Bord sind.

Ein klassisches Zündschloss entfällt dank Smart-Key Startknopf, die 8-Zoll-Infotainmenteinheit beinhaltet neben der Navigation auch die erwähnte Rückfahrkamera wie auch eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung die sich per Sprache steuern lässt. Die Klimaautomatik mit separat klimatisierbarer Fahrerseite ist ebenso im Preis inbegriffen. Neben den elektrisch anklappbaren Außenspiegel lassen sich beim Kia Soul EV darüber hinaus die vorderen Sitze und das Lederlenkrad beheizen.

Der Kostenpunkt liegt summa summarum bei 30.790,- Euro. Nur unwesentlich teurer wird es mit dem einzig und für 990,- Euro erhältlichen Komfortpaket.

Dafür können die hierverarbeiteten Teilleder-Sitzbezüge belüftet werden, während die Passagiere im Fond in den Genuss einer Sitzheizung kommen. Parksensoren an Front und Heck schützen außerdem die Karosserie vor unschönen Parkremplern.

Stand: Dezember 2014; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

Werbung: Automarkt auto24.de

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