// Fahrbericht / Kia Soul 1.6 GDI

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Kia Soul 1.6 GDI

Die Optik wurde nur dezent verändert und auch im Innenraum sind die Retuschen nur marginal. Natürlich ist auch das Platzangebot unangetastet geblieben, allerdings auch die Variabilität. Fahrwerk, Lenkung und Bremsen sind nach wie vor okay, richtig neu ist der Direkteinspritzer Benzinmotor der 103 kW / 140 PS leistet, allerdings durch die bei unserem Testwagen verbaute 6-Stufen-Automatik viel von seinem Schwung verliert und gefordert zudem recht laut wird. Die Automatik kann zudem nur beim Cruisen und in der Stadt überzeugen, sobald es richtig flott werden soll, wird sie ruppig und steckt auch oft im falschen Gang. Man kann aber richtig gut selbst ins Geschehen eingreifen. 17.900,- Euro kostet unser Testwagen – plus die Automatik.

Das Facelift ist diesmal nur dezent ausgefallen, in der Kühleröffnung wurde mittels silberner Spange die neue Form der KIA-Grills eingearbeitet, darunter schmiegt sich die Schürze harmonischer um den angedeuteten Unterfahrschutz und die Nebellampen wurden neu eingefasst, wirken dadurch deutlich massiver.

Der untere Teil der leicht windschnittigeren Scheinwerfer nimmt jetzt das Tagfahrlicht auf und weil es so einfach geht, wurden auch die Außenspiegel ein wenig der dynamischeren Optik angepasst, was auch den Nebeneffekt der verbesserten Geräuschentwicklung mit sich bringt . Die klare und geradlinige Linie der Seitenfenster blieb natürlich unangetastet.
Und fast hätte man es übersehen können, die Halbschalen-Türgriffe des Vorgängers sind beim aktuellen Modell echten Türgriffen gewichen, das bringt nun weniger optische, dafür aber ganz handfeste Vorteile, wenn zum Beispiel nach einem Crash die Türen von außen durch die Retter geöffnet werdenmüssen.

Wohl nicht so recht gefallen hat den Designern die Rammschutzleiste an den Türen, ob Ihnen die Dellen von unvorsichtig geöffneten Autotüren anderer Verkehrsteilnehmer besser gefallen, bleibt fraglich.

Die markante Optik des Hecks blieb vollkommen erhalten, die Veränderungen beschränken sich auf neue Rückleuchten und eine modifizierte Heckschürze, zudem hatte unser Testwagen einen kleinen Dachkantenspoiler. Unterhalb des Griffes für die Heckklappe saß bei unserem Testwagen die Rückfahrkamera, das hat uns optisch nicht so gut gefallen und zudem wurde die Linse schnell verschmutzt. Das Bild wird, was wiederum schön ist, in den Innenrückspiegel projiziert, so hat mein beides zugleich im Blick.

Im Innenraum beließen die Entwickler fast alles beim Alten. Hauptunterschied zum letzten Testkandidaten: endlich war das Cockpit mal in einer der erhältlichen Farben gehalten, in diesem Falle Beige, was sogleich die frischere und freundlichere Anmutung belegte.
Kleine Änderungen müssen aber sein, und so wurden in der Mittelkonsole, die nach wie vor in mattem silbergrau abgesetzt ist, die Bedienelemente für Heizung, Radio und Co. überarbeitet und auch das Fach entsprechend angepasst.

An der guten Bedien- und Erreichbarkeit hat sich nichts geändert, das gilt auch für die großen, gut ablesbaren Rundinstrumente. Und noch immer hat man nur für den Rand der mittleren Anzeige silbernen Glanz gefunden, die beiden äußeren sind schwarz. Geblieben ist die angenehme Materialanmutung und gute Verarbeitung. Und auch unser Testwagen hatte das optionale Soundsystem an Bord, dass sich vor allem durch die beleuchteten Ringe der großen Boxen vorne in den Türen auszeichnet, die nett zu illuminieren sind und ggf. passend zur Musikaufleuchten.

Ein wenig nervig ist die Tatsache, dass das Auto praktisch ständig piepst, ob der Schlüssel steck, die Tür noch auf ist, das Licht brennt …

Die Sitze sind ausreichend groß, noch immer ist der Seitenhalt recht gering, na ja, für die Fahrzeugklasse durchaus ausreichend, die meisten Käufer werden den Soul gemütlicher um die Ecken treiben. Die Polsterung ist angenehm straff, die Lehnenverstellung erfolgt nach wie vor mittels Hebel aber ausreichend feinrastrig. An den sehr guten Platzverhältnissen vorne gibt es nicht zu mäkeln, dank hohem Hüftpunkt bietet der Soul einen guten Ein- und Ausstieg.

Das gilt aber in gleichem Maße auch für die Rücksitze, auch hinter einem großen Fahrer hat man als großer Mitfahrer noch genügend Bein- und Kopffreiheit, bis 1,80 m Körpergröße lassen sich auch die Kopfstützen weit genug ausziehen. Sogar der Mittelsitz kann mehr als nur eine Notlösung sein, lediglich im Fußbereich muss man nach links und rechts ausweichen. Die hinteren Seitenfenster lassen sich leider nicht ganz runterfahren, schade, zumal nur wenige Zentimeter fehlen.

Flexibler geworden ist der Koreaner leider nicht, wie bisher einfach nur an der Lehne ziehen, diese fällt um und ergibt eine ebene Ladefläche, für den Gurt ist eine Befestigung vorgesehen, so dass beim wieder Hochklappen nichts verklemmt. Der Kofferraum hat eine relativ hohe aber geschützte Ladekante, die Stoßstange ist wie so oft ungeschützt, dafür schwingt die Heckklappe weit nach oben.

Unverändert bietet der Kofferraum ein gut nutzbares Stauvolumen von 340 Litern inklusive Fach im Boden, das auf bis zu 1.258 Liter erweitert werden kann, die entstehende Ladefläche ist nahezu eben, ein Entfernen der Kopfstützen ist nicht nötig.

Das Fahrwerk desKIA Soul ist ordentlich ausgewogen, bietet im Alltag einen guten Fahrkomfort. Und zugleich ist es aber trotzdem ausreichend straff um auch mal flott unterwegs sein zu können. Dabei zeigt sich der Koreaner leicht untersteuernd und problemlos zu handeln, ESP ist serienmäßig an Bord und hilft den Fahrer bei kritischen Situationen. Die durch den höheren Fahrzeugaufbau etwas stärker gefühlten Karosserieneigungen sind kein Grund zur Beunruhigung.

Die meisten Straßenschäden werden sauber weggefiltert, nur grobe Schlaglöcher knallen hart durch, da wohl die meisten den Soul eher als Cruiser denn als Sportler kaufen wird es sicher einige geben, denen die Abstimmung zu straff ist. Straff zeigt sich die Lenkung nur bei höherem Tempo, ansonsten ist sie angenehm leichtgängig und vermittelt doch genügend Rückmeldung von der Fahrbahn. Vor allem für zarte Frauenhände macht sich eine deutliche Verhärtung der Lenkung bei schnellen Richtungswechseln negativ bemerkbar. Ansonsten folgt der KIA auch im Slalomtest willig der Lenkung.

ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung sowie Bremsassistent das auf vier Scheibenbremsen (vorn innenbelüftet) wirkt, sorgt dafür, dass man sich auch in Notsituationen auf die Bremsanlage verlassen kann. Gut zu dosieren und schnell ansprechend steht der Soul auch auf nasser und ungleicher Fahrbahn sehr sicher und spurtreu. Rund 38,5 Meter braucht er dabei aus Tempo 100 bis zum Stillstand. Sicherlich für viele hilfreich ist die jetzt serienmäßig angebotene Berganfahrhilfe.

Ganz neu ist der von uns gefahrene 1,6 Liter Vierzylinder Benzinmotor mit 140 PS / 103 kW, der als Direkteinspritzer ans Werk geht. Mit zwei obenliegenden Nockenwellen mit Variabler Ventilsteuerung und 166 Nm Drehmoment bei 4.850 U/min sollte der Souleigentlich ausreichend motorisiert sein.

Doch unser Testwagen war mit einer 6-Stufen-Automatik kombiniert, und die nimmt dem Wagen doch etwas an Schwung. Vor allem verliert sie bei wirklich flottem Tempo ihre ansonsten guten Manieren. Denn sind die Schaltrucke bei „normaler“ Fahrweise kaum spürbar, kann sie diese bei schnellem Beschleunigen nicht mehr verbergen. Und dann ist sie auch oft nicht im richtigen Gang und schaltet häufig unmotiviert hin und her.

Besonders schlimm wird das, wenn sie und sei es nur für Sekunden noch mal zurückschaltet, den Motor extrem hochdrehen und dabei sehr laut werden lässt, bevor sie dann wieder hoch schaltet – unharmonisch und unkomfortabel.

Da bleibt man doch lieber beim Cruisen, dann ist davon alles nichts zu spüren und auch der Motor bleibt stets angenehm leise. Und natürlich ist auch der Verbrauch entsprechend niedriger, obwohl wir zugeben müssen, selbst bei richtig langsamer Fahrt nie die vom Hersteller angegebenen Werte erreicht zu haben.

So ging selbst bei aktiviertem Eco-Aktiv-System, das Motor, Getriebe und sogar die Klimaanlage überwacht und steuert, nichts unter 8,2 Litern im Mix, flotte Fahrten kommen schnell auf deutlich über 10 Liter, reine Stadtfahrten übrigens auch. Der Hersteller glaubt aber, dass man rein Außerorts mit 5,9 und im Mix mit 7,2 Litern Super auf 100 Kilometern auskommen kann. Wie auch immer ist das stets deutlich mehr, als man mit dem ebenfalls lieferbaren 6-Gang-Handschalter verbrauchen würde.

Der CO2-Ausstoß liegt im Mix bei 168 g/km. Und wenn man will, kann man der Automatik auch zur Hand gehen und selber schalten, dann werden die Befehle sehr ordentlich und auch zeitnah ausgeführt. Reizt man den Soul GDI aus, dann beschleunigt er, wenn auch laut, in 10,9 Sekundenaus dem Stand auf Tempo 100 und wird 180 km/h schnell.

Fünf Sterne hat sich der KIA Soul im Euro-NCAP-Crashtest geholt, dazu hat er u.a. sechs Airbags (Front- und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer sowie Kopfairbags vorne und hinten), Dreipunkt-Sicherheitsgurte inkl. Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer, ein integriertes Rückhaltesystem SRS, aktive Kopfstützen vorn, ISOFIX-Halterungen an den hinteren äußeren Sitzplätzen sowie Befestigungspunkte für Top-Tether-Gurte an Bord.

Doppelte Querträger im Boden, verstärkte Dachsäulen und hochfester Stahl in allen zentralen Bereichen erhöhen den Schutz innerhalb der Fahrgastzelle zusätzlich.

Drei Ausstattungsvarianten gibt es vom Kia Soul 1.6 GDI mit 140 PS, Attract für 15.900,- Euro, die von uns gefahrene Edition 7 für 17.900,- Euro und den Spirit für 19.900,- Euro.
Bei unserem Modell kommt dann noch die Automatik mit 1.250,- Euro hinzu, und für eine Metallic-Lackierung muss man weitere 450,- Euro hinlegen. Dann gibt es noch ein Hahnentritt-Dekor für 95,- Euro und das Fahrzeugdekor Dragon in Schwarz, Weiß, Silber oder Rot für 295,- Euro.

Ansonsten hat unsere Edition 7 schon ganz schön was serienmäßig an Bord: Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorn und hinten, Zentralverriegelung, Servolenkung, elektrisch einstellbare Außenspiegel (beheiz- und anklappbar gibt es die nur im Spirit), LED-Rückleuchten, Dämmerungssensor, Nebelscheinwerfer, Tagfahrlicht, Bordcomputer, Kia CD-Radio mit sechs Lautsprechern, Bluethooth, höhenverstellbarer Fahrersitz, Sitzheizung vorne, 16 Zoll Alufelgen, Wärmeschutzverglasung, abgedunkelte Scheiben hinten, Dachreling, zweifach verstellbares Lenkrad und einiges mehr.

Rückfahrkamera und einigen anderen nützlichen Kram gibt es aber leider nur imPaket für die Topausstattung. Die vorbildliche Sieben-Jahres-Fahrzeuggarantie ist für alle Versionen serienmäßig und reicht bis 150.000 km. Dazu kommt noch die dreijährige Mobilitätsgarantie und 12 Jahre gegen Durchrostung.

Stand: September 2012; Test: Redaktionsbüro Lind; Fotos: Kia/Redaktionsbüro Lind

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