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KIA cee’d SW mit neuem Gesicht und noch einigem mehr

Neue Front, neues Cockpit, neuer Motor … Das Facelift beschränkt sich auf die Front, gibt dem cee’d das neue KIA-Gesicht mit sportlicher Schürze, im Innenraum fällt als erstes das neue Vierspeichenlenkrad mit kleinerem Pralltop auf, dann die geänderten Rundinstrumente und das modifizierte Armaturenbrett. Optisch kaum zu erkennen ist der neue 1,6 Liter Diesel mit 115 PS der neben guten Fahrleistungen auch Verbrauchseinsparungen bringt. Gar nicht zu sehen sind die Änderungen am Fahrwerk und der Lenkung, die – wenn auch nur dezent – Fahrverhaltung und Handling nochmals verbessern. Geblieben sind die zahlreichen positiven Eigenschaften, die nicht zuletzt durch die neue 7-Jahres-Garantie das Gesamtpaket noch besser machen.

Die um 20 mm verlängerte Karosserie des cee’d SW (Sporty Wagon) wirkt vor allem durch die neue Front im aktuellen KIA-Look spürbar sportlicher, der neue Kühlergrill verbindet die ebenfalls neu gezeichneten Scheinwerfer prima miteinander. Darunter wurde die Frontschürze angepasst, kantiger und mit einem trapezförmigen zweiten Kühler bestückt, an den sich schick eingepasste Nebelscheinwerfer anschließen.

Dass die Felgen ebenfalls neu designed wurden, fällt nur im direkten Vergleich auf und auch um zu erkennen, dass die Außenspiegel jetzt etwas tiefer angesetzt sind, muss man schon ein fotografisches Gedächtnis haben.

Der Rest ist geblieben, ein harmonisches Gesamtbild mit dynamischer, „Z-förmiger“ D-Säule, L-förmigen, markanten Heckleuchten und der deutlich eingezogenen Heckklappe, die dadurch auch auf engstem Raum problemlos geöffnet werdenkann. Eine niedrige Ladekante macht den hohen Alltagsnutzen perfekt.

Doch die Entwickler haben noch weiter gedacht und die angenehm niedrige Ladekante wie auch die Stoßstange gut gegen Verkratzen geschützt. Und dahinter geht es ebenso praktisch weiter, unter dem soliden Boden finden sich zahlreiche nützliche Zusatzfächer und darüber lassen sich 534 Liter Gepäck unterbringen.

Klappt man die Rücksitze um, was geteilt und einfach geht, indem die Sitzfläche vorgeklappt und dann die Lehne umgelegt wird, wobei die Kopfstützen dran bleiben können, (außer die Vordersitze stehen ganz hinten) und eine ebene Fläche entsteht. Leider stören die dann auftretenden Schlitze im Boden etwas, Kleinzeug kann hier schnell verschwinden. Im gesamten Laderaum können jetzt bis zu 1.664 Liter Gepäck verschinden.

Die Sitze sind praktisch gleich geblieben, sie sind angenehm straff gepolstert und waren bei unserer Ausstattungsvariante „Vision“ mit schönen silbergrauen Mittelbahnen bestückt. Vision ist beim Sporty Wagon übrigens das Einsteigermodell. Aber auch hier sind Fahrer- und Beifahrersitz höhenverstellbar, was in Verbindung mit dem zweifach verstellbaren Lenkrad jeden schnell eine optimale Sitzposition finden lässt.

Mit dem Lenkrad sind wir auch gleich bei der nächsten Neuerung. Der große Pralltopf ist verschwunden und statt drei sind jetzt vier Speichen montiert, besonders die untere Doppelspeiche in glänzendem Silber macht sich gut. Aber auch die jetzt deutlich bessere Ausformung des Lenkradkranzes mit Verdickungen für die Daumen kommt gut.

Blicken wir durch das neue Volant hindurch, entdecken wir gleich die nächste Veränderung. Diedrei Rundinstrumente mit dem großen Tacho in der Mitte wurden ebenfalls neu gezeichnet und die digitale Anzeige im unteren Tachobereich optimiert. Geblieben ist – wie beim Rest der Armaturen – die schicke rote Beleuchtung.

Unverändert sind natürlich auch die guten Platzverhältnisse geblieben, und auch die angenehmen Materialein geben keinen Grund zur Kritik. Die neue Aufmachung der Mittelkonsole ist mehr Geschmacksache, die wesentlichen Bedienelemente sind nur in der Optik verändert und nach wie vor einfach zu bedienen, gut zu erreichen und übersichtlich.

Etwas weniger übersichtlich zeigt sich der cee’d SW beim Blick nach schräg hinten, eine Einparkhilfe ist aber nur für die Top-Version im Angebot. Schnelle Hilfe ist auch dann gegeben, wenn die Sitze vorgeklappt sind, denn auch dafür hat man entsprechende zusätzliche Halterungen im Dach nicht vergessen.

Warum sollte man Bewährtes ändern? Das Fahrwerk des cee’d SW war schon immer ausgewogen, zeigte trotz gutem Komfort auch jede Menge sportliches Potential. Daran trägt das KIA-Entwicklungszentrum in Rüsselsheim die Schuld, sie bringen McPherson Federbeine an der Vorderachse zum Einsatz und lassen hinten eine platzsparende Inwheel-Mehrlenkerachse werkeln.

Die neue Fahrwerksabstimmung rückt durch weichere Federn und Dämpfer den Komfort noch etwas mehr in den Vordergrund, auch die Spannung in den vorderen Federbeinen wurde reduziert, dazu gab es modifizierte Stabilisatoren und Fahrwerksbuchsen sowie neue Federwegsbegrenzer. Damit schluckt der cee’d Bodenunebenheiten und Schlaglöcher ganz prima und geht nach wie vor zackig um die Pylonen, das serienmäßige ESP greiftdezent ein und die Karosserieneigungen halten sich in engen Grenzen.

Und so folgt der cee’d SW willig den Lenkbewegungen und geht fast neutral um enge Kehren oder durch die Pylonengasse, schade nur, dass sich hier beim schnellen Richtungswechsel eine leichte Verhärtung in der Mittellage bemerkbar macht. Liegt das daran, dass ein neues „Vehicle Stability Management“ (VSM) per Software die Lenkunterstützung zu stark reduziert, wenn der Fahrer zu starke Lenkbewegungen macht, wie es ja im Slalom üblich ist?

Dabei haben die Entwickler doch eine neue MDPS-Lenkung (Motor Driven Power Steering) eingebaut, die nicht nur das Handling agiler machen soll, sondern auch noch den Kraftstoffverbrauch senkt. Die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung arbeitet leichtgängig und doch angenehm straff, gibt ein gutes Gefühl für die Straße. Alle cee’d sind mit Leichtlaufreifen von Michelin ausgerüstet, das spart nicht nur Kraftstoff sondern erhöht auch den Fahrkomfort. Das tut im übrigen auch die neue Berganfahrhilfe.

Schnell ansprechend und gut zu dosieren zeigen sich die groß dimensionierten Scheibenbremsen rundum (vorn innenbelüftet) von ihrer besten Seite. Mit ABS inkl. elektronischer Bremskraftverteilung (EBD) sowie Bremsassistent (BAS) ist er gut gerüstet, steht mit nur leichtem Quietschen bei einer Vollbremsung aus Tempo 100 nach rund 38 Metern.

Aus der breiten Motorenpalette haben wir uns den brandneuen 1,6 Liter Diesel mit 115 PS herausgesucht. Die 85 kW liegen bei 4.000 U/min an und werden von einem maximalen Drehmoment von 260 Nm zwischen 1.900 und 2.750 U/min unterstützt. Die Common-Rail-Einspritzung und der Turbolader mitIntercooler lassen den Motor angenehm ruhig laufen und ohne Anfahrschwäche loslegen. Eine Traktionskontrolle sorgt mit dafür, dass der KIA seine Kraft gut auf die Straße bringt.
So geht es in 11,5 Sekunden auf Tempo 100 und weiter bis zur Topspseed von 188 km/h. Dabei begeistert vor allem der gute Durchzug, so ganz niedertouriges Fahren mag er eher weniger, auch sind die unteren Gänge knackig kurz übersetzt, so dreht der Vierzylinder willig hoch und sorgt so für feinen Fahrspaß.

Serienmäßig ist der 1.6 CRDI 115 mit einem knackigen, ebenfalls neu entwickelten Sechsganggetriebe ausgestattet, bei dem die Gänge nur so flutschen. Angenehm straff, sauber geführt und auf kurzen Wegen gleitet der Schalthebel durch die Kulisse, die Abstufung harmoniert gut mit dem sportlichen Anspruch des Motors und damit das Energiesparen nicht zu kurz kommt, ist eine Schaltanzeige integriert und als neueste Errungenschaft kommt auch ein Start-Stopp-System (ISG) optional zum Einsatz. Zumindest wenn die Außentemperaturen nicht zu weit sinken funktioniert es auf die hinlänglich bekannte Wiese mit Auskuppeln ganz super und hilft dem Common-Rail-Diesel Treibstoff zu sparen.

So begnügt sich der Motor unter städtischen Bedingungen mit 5,1 Litern Diesel auf 100 km, das sind 0,4 Liter weniger als ohne ISG, außerorts ist der Verbrauch mit 4,3 Litern identisch. Das hat im Mix wie auf unserer Normstrecke einen Verbrauch von 4,6 Litern auf 100 km ergeben. Und obwohl der Fronttriebler mit einem Dieselpartikelfilter ausgestattet ist und nur 122 g/km CO2 ausstößt, schafft er nur die Abgasnorm Euro 4. Ob sich die Anschaffung des ISG für 300,- Euro rechnet, bleibt aberfraglich, bei einem halben Liter auf 100 km müssen rund 42.000 km gefahren werden – unter städtischen Bedingungen.

Noch mal kurz zum Getriebe, oder besser gesagt zum Schalthebel. Wurde hier früher ein Ring angehoben, um den Rückwärtsgang einzulegen, muss dazu jetzt eine Taste gedrückt werden.
Am Sicherheitsstandard hat sich nichts geändert, nach wie vor sind sechs Airbags (Front-, Seiten und durchgehende Kopfairbags), aktive Kopfstützen vorn, höhenverstellbare Dreipunkt-Sicherheitsgurte mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern, ISOFIX-Halterungen sowie Kindersicherungen in den hinteren Türen serienmäßig mit dabei.

Gab es bislang TX, LX und EX-Varianten, kommen jetzt für den SW Vision, Spirit und Mind zum Einsatz. Unser Vision kostet 19.920,- Euro und war schon ganz gut ausgestattet. Neben einer Wärmeschutzverglasung und einer 12 Volt Steckdose vorne und im Gepäckraum gehören das Gepäckraumtrennnetz, CD-Radio mit MP3, Radiofernbedienung, Bluetooth, 6 Lautsprecher und Dachtenne, el. Fensterheber vorne sowie die Zentralverriegelung zur Grundausstattung.

Als Extras empfiehlt sich das Sommerpaket für 870,- Euro, es beinhaltet eine Klimaanlage, ein klimatisiertes Handschuhfach, Lederlenkrad; Mittelarmlehne und einiges mehr. Im Winter-Paket sind für 330,- Euro Nebelscheinwerfer, Sitzheizung vorne und eine partiell beheizbare Frontscheibe enthalten. Start-Stopp kostet 300,- Euro, Metallic-Lack 410,- Euro. Die Sportpaket sind leider nicht für den Vision zu bekommen, auch nicht das Automatik-Getriebe und das elektrische Glasschiebedach.

Unbedingt erwähnenswert ist die 7-Jahres-Garantie auf das Fahrzeug, die 5-Jahres-Lackgarantie(beide jeweils max. 150.000 km), die 12 Jahresgarantie gegen Durchrostung und die dreijährige Mobilitätsgarantie (beide ohne Kilometerbegrenzung). Alle 12 Monate oder 30.000 km muss der KIA zur Wartung in die Werkstatt.

Stand: Mai 2010; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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