// / Kia cee´d SW 1.4 CVVT – Auto top, Motor flop.

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Kia cee´d SW 1.4 CVVT – Auto top, Motor flop.

Die zweite Generation der Kompaktwagenfamilie Kia cee’d hat bereits zahlreiche Designpreise erhalten, diese prämierten nicht nur eine sehr gelungene Optik, auch die Innenraumgestaltung wurde ausgezeichnet. Die Kombivariante SW steht dem Fünftürer sowie dem Coupé dabei in nichts nach. Doch der Sportswagon hat bei weitem mehr als nur das zu bieten. Da wäre das geräumige Platzangebot, die gute Qualität, das ausgewogene Fahrwerk, die Sieben-Jahres-Garantie, das tolle Preis-/Leistungs-Verhältnis … Reizvolle Kaufgründe bietet der Kia cee´d SW dem Kunden also reichlich, einzig der Motor trübt das sonst so positive Bild.

Die Familienzugehörigkeit des SW zu den beiden anderen Karosserievarianten ist an der Front unübersehbar. So sticht diese ebenso mit dem markentypischen Kühlergrill hervor, der ab der Version Vision sowohl in Chrom gefasst als auch in Klavierlackoptik ausgeführt ist.

Darüber prangt auf der Motorhaube das neu gestaltete Kia-Logo. Während die schmalen und sehr weit bis in die Kotflügel verlaufenden Scheinwerfer stets alle Ausstattungen prägen, ist das tolle und dynamische LED-Tagfahrlicht ebenfalls erst ab dem Niveau Vision Serie, wie auch die in Chrom gehüllten Nebelscheinwerfer.

Absolut eigenständig präsentiert sich das Kombimodell ab der B-Säule, behält sich aber die fließenden und ausdrucksstarken Linien, die in der Seitenansicht auf hochwertiges Chrom treffen, das die gesamte und sportlich ansteigende Fenstergrafik umrandet.

Wunderbar in den Schwung der Dachlinie integriert ist die stets serienmäßig verbaute Dachreling, dessen Verlauf im schicken Dachspoiler mündet.

Die sehr gelungene Rückansicht wartet mit einem markanten Schwung in der Kofferraumklappe auf, der die optische Verbindung zwischen den beiden großen und horizontal verlaufenden Rückleuchten darstellt.

Auch der Innenraum der Neuauflage wurde rundum neu gestaltet. Der Billigcharakter wich einem sowohl qualitativ wie auch optisch anmutendenInterieur.

Soft-Touch-Oberflächen, zahlreiche Chromelemente und je nach Ausstattung verschiedene Dekors in Metall-, Aluminium- oder Klavierlackoptik, wobei sich letztere sogar bis ins Lenkrad ziehen, verleihen dem Koreaner einen echten Wohlfühlcharakter. Dieser wird durch die warme Ambientebeleuchtung (nicht in der Einstiegsvariante vorhanden) untermalt.

Das auf den Fahrer zugeschnittene Cockpit hält zudem alle Schalterelemente in angenehm hoher Reichweite bereit. Sowohl übersichtlich als auch groß dimensioniert, wirft die Bedienung keinerlei Fragen auf. Nur das Multifunktionslenkrad mit Tasten wie auch Drehreglern verlangt eine kurze Zeit der Eingewöhnung.

Woran sich der ein oder andere ebenfalls gewöhnen muss ist die Tatsache, dass sich mit Blick auf die Sicherheit die elektrische Parkbremse erst nach Anlegen des Gurtes lösen lässt.

Für uns immer wieder eines der herausstechendsten Highlights der neuen Kia-Generation ist die sehr hochwertige Supervision-Instrumenten-Anzeige. Wenn auch „nur“ in der Ausstattung VISION und SPIRIT an Bord, so ist das zentrale Rundinstrument mit dem sehr hoch auflösenden HD-Display einfach ein Hingucker und wirklich nur bei genauem Hinsehen überhaupt von der klassischen Darstellung zu unterscheiden.

Das rundum zufriedenstellende Gestühl ist in der von uns gefahrenen Variante SPIRIT zudem höhenverstellbar und mit elektrisch verstellbaren Lendenwirbelstützen versehen. Neben einer Lenkradheizung beinhaltet der cee´d auch eine Sitzheizung, die aber gerne etwas wärmer werden könnte.

Die hier ebenfalls serienmäßigen grauen Lederbahnen in Kombination mit den gleichfarbigen Kontrastnähten heben dabei den optischen Eindruck.

Verwunderlich dagegen, dass selbst in der Topausstattung die Sitzverstellung manuell von der Hand geht, wenn dies zwar auch problemlos und feinrastrig vonstatten geht, so ist ein elektrischer Fahrersitz inklusive Memory-Funktion nur gegen Aufpreis verfügbar. Auch für eine komfortable, verschiebbare Mittelarmlehne muss der Käufer extrazahlen.

Eine weitere Option, die wir Ihnen nur zu gern ans Herz legen möchten, ist das tolle Panorama-Dach. Dieses erstreckt sich nicht nur über einen großflächigen Teil des Daches, sondern bietet zudem die Möglichkeit, den vorderen Teil zu öffnen. Außerdem gibt es allen Passagieren den Blick nach oben frei und durchflutet den Innenraum mit reichlich Licht.

Die Kopffreiheit ist dabei uneingeschränkt, ebenso auf der Rückbank, die in Verbindung mit dem ausreichend üppigen Beinraum bis zu drei großgewachsene Insassen bequemen Platz bietet.

Auch an großzügigem Raum für das Gepäck mangelt es dem cee´d SW nicht, mit 528 Liter in der Standardkonfiguration hat der Koreaner bereits einiges vorzuweisen. Durch Umlegen der asymmetrisch geteilten Rückbank lässt sich das Fassungsvermögen ruckzuck auf bis zu 1.642 Liter vergrößern, womit er einige seiner Mitbewerber hinter sich lässt. Des weiteren kann der Kia mit weiteren 43 Liter Stauvolumen aufwarten, die in Form eines Faches versteckt unter dem ebenen Ladeboden stecken.

Ausgenommen von der Basis verfügt der schicke Kombi außerdem über ein praktisches Gepäckraum-Management-System, das es mittels Schienensystem und einer Teleskopstange ermöglicht, Gepäckstücke, Einkaufstüten etc. spielerisch zu fixieren.

Der Laderaum ist dabei stets gut zugänglich, die Ladekante angenehm niedrig und die weit aufschwingende Heckklappe gibt eine großzügige Öffnung für das Be- und Entladen frei.

Für Kia-Modelle künftig kennzeichnend ist das neu entwickelte Lenksystem Flex Steer, das im cee´d SW ab der Variante VISION serienmäßig an Bord ist. Es ermöglicht dem Fahrer mittels einfachem Tastendruck aus drei Einstellungen auszuwählen. Neben dem stets automatisch aktivierten Normal-Modus kann der Grad der Lenkunterstützung sowie die Rückmeldung individuell auf Komfort oder Sport ausgelegt werden.

Wenn auch ausreichend direkt, so ist die dynamischere Abstimmung aber nicht unbedingt „sportlich“. Hier könnte die Abgrenzung wesentlich deutlichersein, gerade um enge Kehren noch zielgenauer zu meistern. Dennoch liegt dem ausgewogenen Fahrwerk auch diese Disziplin. Gutmütig und kontrolliert untersteuernd hat nicht nur das elektronische Stabilitätsprogramm ESC den Kombi sicher und spielend im Griff.

Um das Fahrwerk schlussendlich bis an seine Grenzen zu bringen, mangelt es unserem cee´d SW aber einfach an der nötigen Kraft. Features, wie die Traktionskontrolle (TCS), eine Berganfahrhilfe (HAC) oder aber die Gegenlenkunterstützung VSM fehlen aber dennoch nicht.

Seitens des Komforts stellt der cee´d SW ebenso zufrieden, kann nicht nur Querrillen ausbügeln, sondern muss auch Schlaglöcher nicht fürchten.

Mit einem Wendekreis von 10,34 Meter zeigt sich der Sportswagon wunderbar wendig, im Zusammenspiel mit der geschwindigkeitsabhängigen Servolenkung ist ein einfaches Handling möglich. Das Fahrzeug lässt sich mühelos in enge Parklücken manövrieren und wenn gewünscht übernimmt dies auch das intelligente Parksystem (Smart Parking Assist System, SPAS), bei dem der Fahrer nur noch das Gaspedal bzw. die Bremse betätigen muss.

Womit wir auch schon zum Thema „Bremsen“ kommen. Mit Scheibenbremsen (vorn innenbelüftet), ABS und elektronischer Bremskraftverteilung (EBD) versehen, spricht die Bremsanlage nicht nur auf leichten Tritt gut an, sondern lässt sich auch angenehm dosieren.

Erreichen wir höhere Geschwindigkeiten und sind gezwungen beispielsweise aus Tempo 160 stärker zu verzögern, wird das Fahrzeug zunehmend unruhiger, beginnt zu quietschen und taucht auch deutlich mit dem Vorderwagen ein. Das aktive Bremslicht ESS (Emergency Stop Signal) warnt bei Vollbremsungen den nachfolgenden Verkehr durch automatisches Blinken der Bremsleuchten.

In unseren Augen der einzig wirklich störende Makel ist die Einstiegsmotorisierung, der 1,4-Liter CVVT.

In der Ausstattung SPIRIT zwar stets an das Spritspar-Paket EcoDynamics gekoppelt, u.a. inklusive Start-Stopp-System, setzt Kia aber nicht nur beim Verbrauch auf Sparsamkeit, leider kommt auchder Fahrspaß zu kurz. So trifft das „Sport“ in Sportswagon zwar auf das Design zu, aber der 100 PS (73,2 kW) Benziner kann diesem Eindruck einfach nicht gerecht werden.

Selbst das berühmtberüchtigte „Mitschwimmen“ ist unseres Erachtens mit diesem Motor leider nicht problemlos möglich, gerade beim Befahren der Autobahn fühlt man sich des öfteren mehr als Verkehrshindernis.

Die vielleicht noch im Stadtverkehr zu spürende Durchzugskraft weicht spätestens jenseits der Tempo 50 einer absoluten Durchzugsschwäche. Wer mittels fleißiger Schaltarbeit am sehr gut geführten 6-Gang-Schaltgetriebe sowie konsequenten Gasbefehlen dagegen angehen möchte, wird nicht nur betreffend des Vortriebes enttäuscht, sondern bekommt zudem noch ein gequältes Motorenbrummen zu hören.

Selbst als sportlich ambitionierte Fahrer, legen wir mit diesem Motor gerne eine etwas gemütlichere Gangart an den Tag, verzichten auf das Ausreizen der wohl möglichen 13,5 Sekunden für den Standardsprint sowie das mühevolle erreichen der Höchstgeschwindigkeit von 180 Stundenkilometern.

Damit dann auch deutlich laufruhiger, schonen wir so nicht nur unsere Nerven, sondern auch unseren Geldbeutel. Denn die vom Hersteller angegebenen 6,2 Liter überschreiten wir mit forscherem Tempo im Nu um zwei Liter. Pendeln wir uns auf der Autobahn bei Tempo 130 ein, fließen laut Bordcomputer 7,3 Liter auf hundert Kilometer durch die Benzinleitungen.

Sechs Airbags an der Zahl, darunter Front- und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer wie auch Vorhangairbags, die bis in den Fond reichen, gehören beim Koreaner ebenso zur serienmäßigen Sicherheitsausstattung wie das Gurtwarnsystem für alle Sitze inklusive Dreipunktsicherheitsgurten auf allen Sitzen und Gurtkraftbegrenzer sowie Gurtstraffer vorn, den ISOFIX-Halterungen an den äußeren Rücksitzen oder aber auch die Kindersicherungen in den hinteren Türen.

Neben einem Reifendruckkontrollsystem steht der Topvariante SPIRIT optional zudem ein Spurhalteassistent zur Verfügung.

Währendbeispielsweise das Design, die Fahrwerksabstimmung und auch die Motorenauswahl reine Geschmackssache sind, kann dem Kia cee´d SW keiner seine überzeugende Preisgestaltung streitig machen.

So startet der von uns gefahrene Einstiegsmotor bei unschlagbaren 15.690,- Euro. Während das beispiellose 7-Jahre-Kia-Qualitätsversprechen ohnehin stets zum guten Ton gehört, kann die Basis außerdem mit einem Audiosystem mit RDS-CD-Radio, USB-, AUX- und iPod-Anschluss sowie einem Multifunktionslenkrad aufwarten.

Ergänzt wird dies in der EDITION 7 (ab 17.490,- Euro) um eine Klimaanlage und in der nächst höheren Variante VISION (ab 19.090,- Euro) beinhaltet der Kombi sogar LED-Tagfahrlicht, Parksensoren hinten, eine Geschwindigkeitsregelanlage, Flex Steer, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, statisches Abbiegelicht und ein beheizbares Lenkrad sowie eine Sitzheizung für die vorderen Passagiere.

Für uns allerdings nicht ganz nachvollziehbar, dass die Zentralverriegelung erst in dieser Variante mit einer Funkfernbedienung ausgestattet ist.

Ebenso die Tatsache, dass einzig die Topausstattung für 20.590,- Euro auch im Fond elektrische Fensterheber aufweist. Des weiteren zeichnet sich der SPIRIT durch 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, den Regensensor oder auch die partiell beheizbare Frontscheibe aus.

Aus dem umfangreichen Angebot diverser Pakete, steht dem von uns getesteten höchsten Niveau neben dem Pilot-Paket auch mit einer Kartennavigation und 7 Zoll-Bildschirm, einer Rückfahrkamera, Xenon-Scheinwerfer mit adaptivem Abbiegelicht und mit Smart-Key sowie beleuchteten Außentürgriffe vorn glänzt, auch das Performance-Paket zur Wahl.

Dieses beispielsweise inklusive Spurhalteassistent, dem intelligenten Parksystem SPAS, der elektronischen Parkbremse, einem Reifendruckkontrollsystem, der Supervision-Instrumente mit LCD-Display und einer verschiebbaren Mittelarmlehne wird um das Sicht-Paket, umfassend das Panoramadach mit elektrischem Glasschiebedach sowie Privacy Glass ab derB-Säule, erweitert.

Mit der 530,- Euro teuren Metallic-Lackierung und all den aufpreispflichtigen Annehmlichkeiten kam unser Testwagen cee´d Sportswagon 1,4 CVVT SPIRIT auf immer noch sehr faire 24.810,- Euro.

Stand: August 2013; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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