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Kia cee´d GT im Sportdress

Das beste am neuen GT ist ohne Frage die Tatsache, dass es den sportlichen Ableger des kompakten Koreaners nicht nur in der dreitürigen Coupé-Version gibt, sondern man auch den familientauglichen Fünftürer als GT haben kann. Optisch ebenso sportlich ohne zu übertreiben ist der Rest praktisch identisch. Und das bedeutet auch für den 5-Türer eine gute Straßenlage, die nur durch Querrillen in kurzer Folge arg gestört wird. Schlechte Straßen lassen zudem den ansonsten guten Komfort schnell schwinden. Der gebotene Sound dürfte bei dem in fast jeder Lage ordentlichen Biss gerne etwas kerniger und lauter sein, 230 km/h Spitze und 7,7 Sekunden bis 100 sind voll in Ordnung. An den tollen Sitzen, dem schick gemachten Innenraum, dem Platz und vor allem der üppigen Ausstattung bei zugleich fairem Preis und 7 Jahren Garantie ist absolut nichts auszusetzen.

Die Unterschiede zum „normalen“ cee’d sind jetzt nicht gewaltig, die Designer waren bemüht, den ohnehin schon dynamischen Auftritt des kompakten Koreaners aufzupeppen ohne ihn protzig wirken zu lassen, ein Umstand, der besonders dem fünftürigen GT gut zu Gesicht steht und es dem sportlich ambitionierten Familienvater etwas leichter macht, diesen Wagenwunsch seiner besseren Hälfte schmackhaft zu machen.

Die Unterschiede zum dreitürigen pro_cee’d GT beziehen sich auch rein auf die bauartbedingten Unterschiede, und die bringen dem Fünftürer natürlich einige ganz praktische Vorteile.

So reckt dann der cee’d GT ebenso dynamisch seine weit nach unten gezogene Nase in den Wind, und auch hier müssen Sie mit dem für manchen etwas gewöhnungsbedürftigen Tagfahrlicht mit den vier LED-Einheiten in Würfelform leben, eine den Schwüngen des Nebellampeneinsatzes angepassten Leiste hätte unsere Meinung nach besser harmoniert.
GT-Logo im Grill und die rote GT-Leiste demonstrieren wieauch die roten Bremssättel hinter den großen Alufelgen ganz dezent den sportlichen Anspruch. Dass beim Fünftürer den praktischen Vorzügen der zusätzlichen Türen geschuldete, ein klein wenig unsportlichere Heck tut dem gelungen Auftritt überhaupt keinen Abbruch. Im Gegenteil, die etwas breiter in die Heckklappe verlaufenden Rückleuchten lassen den cee’d eher bulliger und geduckter dastehen.

Und die breitere Hecklappe/Ladeluke wird so natürlich auch dem GT zuteil. Auch hier wird der Diffusor von zwei dicken, ovalen Auspuffrohren im schicken Chrommantel flankiert, aus denen für meinen Geschmack ein viel zu dezenter Ton entweicht. Die Spaltmaße sind sehr eng und sehr exakt, die Verarbeitung liegt auf einem sehr hohen Niveau.

Im Innenraum macht auch der fünftürige GT schon auf den ersten Blick deutlich, dass er ein Sportler sein will, das beginnt natürlich gleich bei den Sitzen, die schon optisch hervorstechen. Mit der Leder-Alcantara-Polsterung, den roten Nähten, dem eingestickten GT-Logo und den dicken Seitenwangen, die schon optisch andeuten, dass sie ihre Passagiere fest im Sitz halten wollen. Zudem sind sie angenehm straff gepolstert und ausreichend groß dimensioniert.

Allerdings bekommt man die dicken Seitenwangen auch schon beim Einstieg zu spüren, denn man muss, wie auch beim Ausstieg, erst einmal über diese Wülste drüber rutschen. Und recht weit nach unten geht es auch, aber so ein bisschen sportlich sollte man als Fahrer eines GT schließlich auch sein, will man doch auch ins sportliche Ambiente rein passen.

Schnell arbeitet die Sitzheizung und kann in drei Stufen wählbar jedem die optimale Wärme am Allerwertesten verpassen. Zur Entlastung Ihres Rückens verfügt der GT neben der herrlich straffen Polsterung auch über eine elektrisch verstellbare Lordosenstütze.

Hinten – und hier spielt der Fünftürer natürlich seine ganze Stärke aus – kommt manebenfalls sehr bequem rein, und hier sind die Sitze auch eher normaler cee’d, nur die Optik mit Glattleder und Alcantara-Sitzbahnen ist ganz GT. Die Kopffreiheit bei 1,80 m Körpergröße ist trotz des Glasdaches auch hinten okay, hinter einem 1,80 m großen Fahrer nimmt man sehr gut Platz. Allerdings hat man ziemlich viel von der großen Kopfstütze vor sich. Beim Raus wird es im Fußbereich an der B-Säule etwas eng, sonst gelingt der Ausstieg sehr bequem.
Mit Hilfe einer kleinen GT-Taste im Lenkrad kann die digitale Darstellung des Tachos in der Mitte, der ohnehin durch eine sehr hohe Qualität besticht, von der gewohnten Skalendarstellung auf große Ziffern für die Geschwindigkeit umgestellt werden, drum herum sind dann Drehmoment, Ladedruck und Kühlwassertemperatur angezeigt, alle Hebel und Schalter sind in Rot beleuchtet.

Die elektrischen Fensterheber haben alle Up- und Down-Automatik, wenn man sich dem Fahrzeug mit dem Schlüssel nähert, klappen schon von alleine die Spiegel nach außen und im Türgriff vorne wird ein weißes Licht eingeschaltet.

Je windschnittiger ein Fahrzeug, je mehr und früher beginnt die Luft zu wummern, wenn nur ein Fenster geöffnet wird. Beim cee’d geht das bei den hinteren Seitenfenstern schon bei Tempo 70 los, bei Tempo 100 wird auch das geöffnete Schiebedach ziemlich laut.
Ist der Scheibenwischer auf Automatik gestellt, wischt er beim Anlassen des Motors immer gleich einmal los, auch wenn die Scheibe sauber und trocken ist, das gibt dann auch schnell mal Geschmiere. Das Navi ist einfach zu bedienen und reagiert dabei sehr schnell. Die einprogrammierten Tempolimits sind wie so oft nicht unbedingt auf dem neuesten Stand. Gegen Ende zu sollte man sich auch nicht auf die Reichweitenangabe verlassen, geht es gegen Null, macht sie wahre Sprünge nach unten.

Seine ganz praktische Seite kehrt der cee’d GT auch beim Laden hervor. Legt man die Rücksitze um(dazu muss man nur die Sitzfläche hochziehen und dann die Lehne vorklappen – Kopfstütze kann dran bleiben wenn der Vordersitz nicht komplett nach hinten gefahren ist), dann wächst das Ladevolumen von 380 auf bis zu 1.318 Liter, die Ladefläche ist dabei ziemlich eben, nur zwischen Sitzlehne und Boden ist ein kleiner Spalt. Die Gurte bleiben bei der ganzen Prozedur immer schön auf der Seite und werden nicht eingeklemmt.

Die Ladekante ist gut geschützt, die Stoßstange nicht, die Ladekantenhöhe ist eigentlich recht hoch, dafür schwingt aber die Heckklappe weit hoch. Unter dem soliden Ladeboden ist nochmals ein Fach mit vielen kleinen Fächern und darunter liegt ein Notrad. Außerdem hat der KIA hier ein Gepäcknetz und eine weitere 12 V Steckdose. Ein leichter Zug an der Heckklappe genügt und sie fällt praktisch von allein zurück ins Schloss.

So wie es die Optik mit der Sportlichkeit nicht übertreibt, so bleibt auch das Sportfahrwerk mit Tieferlegung bei einem gelungenen Kompromiss, der den GT zwar richtig flott um die Ecken wieseln lässt, auf der anderen Seite aber auch auf langen Strecken einen sehr guten Komfort bietet. Nur wenn z.B. auf der Autobahn zahlreiche Querrillen in kurzer Folge auftreten, dann beginnt das Fahrzeug zu schwingen und ggf. sogar in richtige Hoppelbewegungen überzugehen. Auch auf richtig schlechten Straßen geht der Komfort schnell verloren.

Ansonsten liegt er aber ruhig auf der Straße, auch jenseits der Tempo 200, und auch dann meistert er die Autobahnkurven souverän. Generell geht der cee’d GT leicht untersteuernd sehr gutmütig um die Ecken, liegt sehr gut auf der Straße und die Lenkung ist angenehm straff und ausreichend direkt, gibt eine gute Rückmeldung von der Straße.

Und so folgt er auch im Slalomtest willig der Lenkung, die Karosserieneigung ist stets sehr gering, im Normalfall greift aber das ESP spürbar und recht früh ein und bremstggf. das Fahrzeug deutlich aus, mehr Spaß macht der GT wenn man das ESP ausschaltet.

Die gegenüber dem normalen cee’d verstärkte Bremsanlage spricht spontan an und ist gut zu dosieren, optisch schön gemacht mit roten Bremssätteln greifen Scheibenbremsen vorne und hinten ABS-gesteuert fest zu und bringen den GT nach rund 36 Metern aus Tempo 100 zum Stillstand. Dabei schmeißt er sich mit leichtem Reifenquietschen vehement in die Vollbremsung, wenn die Straße in Ordnung ist müsste man ihn dabei nicht mal festhalten, er bleibt sauber in der Spur, und das macht er sogar, wenn die Straße Huckel, Schlaglöcher und wechselnden Asphalt aufweist.

Zwar können die Mitbewerber des Kia cee’d GT wie der Ford Focus ST oder der VW Golf GTI mit teils deutlich mehr Leistung aufwarten, im Alltag spielt das aber nur eine untergeordnete Rolle. Die gebotenen 150 kW / 204 PS in Verbindung mit dem maximalen Drehmoment von 265 Nm schon ab 1.750 Umdrehungen sorgen für stets gute Beschleunigungswerte.

So geht es in 7,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und auch bei einem flotten Zwischensprint macht der GT ein gute Figur, ohne dass man gleich zum Schalthebel greifen müsste. So geht es flott bis weit über die 200 hinaus, danach wird es etwas zäher und bei echten 230 km/h ist dann Schluss, der Tacho eilt dabei auf etwas über 240 voraus. Oberhalb von 200 wird es laut, was aber vor allem an den Wind- und Abrollgeräuschen liegt. Der Motor war mir persönlich eigentlich in jeder Lage rein akustisch etwas zu zurückhaltend – trotz Soundgenerator – vor allem aber im unteren Bereich hätte ich mir etwas mehr akustische Untermalung gewünscht.

Fährt man auf der Autobahn so um die 140, ist man mit 8,5 Litern auf 100 km dabei, lässt man die Nadel auf über 200 gehen, geht es ganz schnell auch auf 12 und mehr Liter hoch. Geht man auf 120 runter, sinkt auch der Verbrauch auf 7,2 Liter. Im Stadt-Land-Mix habenwir bei flotter Fahrweise so um die 8,2 – 8,5 Liter verblasen. Und das macht richtig Spaß. Denn der GT bringt die Kraft gut auf die Straße, auch wenn er bei Vollgasanfahrten ganz schön mit den Reifen quietscht, auch noch beim Hochschalten in den zweiten Gang.

Die Schaltempfehlung arbeitet übrigens sehr gut, empfiehlt aber nur das Hochschalten, dafür aber auch schon mal gleich zwei Gänge. Wer jetzt denkt der GT schluckt aber, dem sei gesagt, ganz „normal“ kommt man im Mix mit 7,5 Litern hin, es gibt aber auch keine Start-Stopp-Automatik.

Dabei kann der GT auch sehr schön niedertourig gefahren werden, hängt aber gut am Gas und die Gänge der serienmäßigen Sechsgang-Schaltung sind gut abgestuft. Wenn man flott vorwärts kommen will, dreht er willig hoch. Der kleine Schalthebel flutscht auf kurzen Wegen (die Gänge liegen nah beieinander) sauber und straff geführt durch die Kulisse. Er verkneift sich sogar fast völlig den meist üblichen Ruckler über die Leerlaufstellung.

In Sachen Sicherheit steht der cee’d GT weder den normalen Modellen noch dem bereits von uns vorgestellten pro_cee’d GT in nichts nach.

Sechs Airbags, ISOFIX, Bremsassistent, Berganfahrhilfe, Gegenlenkunterstützung, Reifendruckkontrolle, Gurtwarnsystem vorne und hinten, Traktionskontrolle und aktives Bremslicht sind auch hier serienmäßig verbaut.

Der KIA cee’d GT als Challenge startet bei 24.690,- Euro und ist bereist mehr als üppig ausgestattet. Ob elektrische Außenspiegel mit integrierten Blinklichtern, 18 Zoll Alufelgen, Recaro-Sportsitze, Klimaanlage, digitale Instrumenteneinheit, beheizbares Multifunktionslederlenkrad, Bluetooth, Sitzheizung vorne, Tagfahrlicht, Nebelscheinwerfer und vieles mehr – alles ist bereits serienmäßig mit an Bord.

Da kann der GT Track für 27.190,- Euro allerdings noch einen drauf legen, und auch so Dinge wie eine Rückfahrkamera, Smart-Key und Startknopf,elektronische Parkbremse, Spurhalteassistent, Xenon-Scheinwerfer inklusive adaptivem Abbiegelicht, Regensensor etc. anbieten.

Wie alle Kia-Modelle kann auch der GT mit der beispiellosen Sieben-Jahres-Garantie glänzen.

Stand: Juli 2014; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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