// Fahrbericht / Jeep Grand Cherokee – Ein Name ist Programm

Jeep

Jeep Grand Cherokee – Ein Name ist Programm

Jeep, eine Marke die seit nun mehr 70 Jahren Erfolgsgeschichte schreibt und Erfahrungen im Offroad-Bereich vorweisen kann, wie kaum ein Zweiter. Dieses Wissen haben die Ingenieure und Designer in den neuen Grand Cherokee einfließen lassen und ein rundum gelungenes SUV auf die Räder gestellt. Dabei steht Jeep seit jeher für den “american way of life”, daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Chrysler Group nun zur Fiat-Gruppe gehört. Alles andere als weicher Ami hat er ein ausgewogen straffes Fahrwerk, zwei sehr angenehme Benziner mit 6 und 8 Zylindern, tolle Sitze und eine etwas in die Jahre gekommene 5-Gang-Automatik. Die Ausstattung beim Overland ist mehr als reichlich.

Traditionelle Stilmerkmale wie der Kühlergrill mit den sieben Lüftungsschlitzen und die trapezförmigen Radhäuser wurden von den Designern übernommen und modern interpretiert.

Klar gezeichnet und geprägt von kraftvoller Linienführung ist das neue SUV von vorn ganz klar als Jeep zu erkennen. Die Heckansicht ist dagegen noch etwas ungewohnt, dominiert von großen Rückleuchten und mit muskulöser Struktur.

Dynamisch kommt auch die Seitenansicht mit flach geduckter Fensterpartie daher. Chrom als Leisten rund um die Fenster, an den Türgriffen, an den Rammschutzleisten und nicht zuletzt als verbindendes Element zwischen den Rückleuchten und als Schutz der Stoßstange vor Ladekratzer geben dem Fahrzeug einen edlen Anstrich.

Das Interieur trägt wie auch die äußere Hülle den gewissen „robusten“ Jeep-Charme, der im neuen Grand Cherokee modern umgesetzt wurde.

Der Mix aus angreiffreundlichen Materialien, Chrom-Akzenten, weichem Leder und Echtholz-Dekors sorgt für ein schickes zugleich und hochwertiges Ambiente und zieht sich sogar bis ins Lenkrad, das mit neuer Optik ganz dem Jeep-Look entspricht und mitelektrischer Höhen- und Neigungsverstellung sowie mit einer Lenkradheizung verwöhnt.

Abgesehen von den dort angebrachten großen Tasten, ist auch die gesamte Bedieneinheit in der Mittelkonsole intuitiv bedienbar und schön übersichtlich. Gleiches gilt für die Instrumenteneinheit mit zwei großen, chromumrandeten Röhren und dem mittig platzierten Info-Display.

Lassen wir unseren Blick weiter durchs Cockpit wandern, stoßen wir hinter der Schaltkulisse auf die neue Schaltereinheit für Selec-Terrain auf die wir später noch näher eingehen werden. Ablage-Fächer, Getränkehalterungen, die teils sogar große Flaschen aufnehmen sowie eine 12 Volt-Steckdose sind ebenfalls im neuen Jeep Grand Cherokee zu finden.

Das zweiteilige Glasdach, genannt CommandView, dessen vorderer Teil sich sogar öffnen lässt, sorgt für einen schön lichtdurchfluteten Innenraum. Vor störender Sonneneinstrahlung schützt wiederum ein elektrisches Rollo.

Das Gestühl vermittelt bereits optisch einen sehr guten Eindruck, der sich sogleich bestätigt. Die zahlreichen elektrischen Verstellmöglichkeiten bis hin zur Lordosenstütze, lassen uns schnell die optimale Sitzposition finden, nun noch das Lenkrad justiert und die Memory-Funktion aktiviert – fertig. Optimaler Seitenhalt, der sogar bis hin zu den Schultern reicht, hält uns sowohl im Gelände als auch in schnellen Kurven fest im Sattel. Je nach Situation sorgt die Sitzkühlung bzw. die –heizung für eine angenehme Sitztemperatur.

Die insgesamt gewachsene Karosserie bietet dank verlängertem Radstand den Insassen mehr Beinfreiheit, wovon gerade Großgewachsene im Fond profitieren. Auch hier haben die Insassen die Möglichkeit, den Sitz, zumindest die Lehne, individuell in der Neigung zu verstellen und somit für einen angenehmen Komfort zu sorgen.

Praktisch und doch mit einer gewissen edlen Note kann auch der Kofferraumbegeistern. So ist der Kofferraumboden nicht nur mit rutschfestem Teppich ausgelegt, sondern auch mit schickem Chrom in Form von Leisten, Abdeckungen und Lautsprecherumrandungen versehen.

Eine herausnehmbare Taschenlampe bringt wenn nötig Licht ins Dunkel und erweist sich als ebenso praktisch wie die Haken an den Seitenwänden, die Ihre Einkaufstüten stets fest im Griff haben. Großen Nutzfaktor halten auch die zwei herausnehmbaren Stauboxen unter dem Gepäckraumboden parat. Dies alles, sowie den üppigen und ebenen Stauraum von 782 bis 1.554 Liter, erreichen wir mühelos durch die elektrisch öffnende Heckklappe.

Bereits auf den ersten Metern vermittelte der neue Jeep Grand Cherokee mit einer Einzelradaufhängung rundum sowie Hilfsrahmen eine optimale Harmonie zwischen Komfort und Dynamik. Hier ist nichts von der sonst so typisch amerikanischen weichen Fahrwerksabstimmung zu spüren. Auf der Autobahn geht er mit der nötigen Straffheit ans Werk ohne aber Bodenunebenheiten oder Querrillen störend ins Innere dringen zu lassen. In schnellen Kurven kann er mit geringen Wankbewegungen und souveränem Handling ebenfalls überzeugen.

Doch wirklich überrascht hat er uns abseits der Straße. Der neue Jeep Grand Cherokee meisterte den Parcours so souverän und spielerisch, dass ihm hier wahrlich niemand etwas vormachen kann. War der Hang noch so verschneit und der Graben so eng und winkelig, wir haben uns stets wohl gefühlt und kamen zu keiner Zeit ins Schwitzen.

Dank des neuen „Selec-Terrain“- und „Quadra-Lift“-Systems fühlt sich der neue SUV in nahezu jedem Terrain wohl. Drehen wir den Drehschalter auf „Snow“ so sind wir für verschneite/vereiste Pisten bestens gerüstet, „Rock“ ist dagegen beim Felsenkriechen zu wählen. Des weiteren stehen die Programme „Sand and Mud“ für matschigen Untergrund, „Sport“ bei flotter Fahrt und „Auto“für die automatische Anpassung bei jeder Straßen- sowie Geländesituation zur Wahl. Selec-Terrain hat dabei auf bis zu zwölf verschiedene Systeme Zugriff – vom Antrieb angefangen über Bremsen und Fahrwerk bis hin zu Drosselklappe, Automatik- und Verteilergetriebe sowie ESP. Zudem kann der Fahrer 4WD Low oder die Bergabfahrhilfe aktivieren, je nach dem was die Situation verlangt.

Das neu eingeführte Quadra-Lift Luftfederungssystem bietet dem Fahrer einen Verstellbereich der Bodenfreiheit von insgesamt 105 Millimetern und ist entweder automatisch oder aber manuell zu steuern. Nimmt man hier zudem den Frontspoiler ab steht dem Jeep im Modus „Gelände 2“ ein vorderer Böschungswinkel von 34,3 Grad, ein hinterer Böschungswinkel von 27,3 Grad und ein Rampenwinkel von 23,1 Grad zur Verfügung.

Doch das allein lässt den Grand Cherokee nicht so souverän erscheinen. Während wir auf der Straße in den Genuss des stahlgefederten V6 Benziner gekommen sind, durften wir im anspruchsvollen Offroad-Parcours den luftgefederten V8 genießen.

Dieser verfügt serienmäßig über das Allradsystem Quadra-Drive II. Der permanente Vierradantrieb mit elektronischer Schlupfbegrenzung im Hinterachsdifferential (Electronic Limited-Slip Differential; ELSD) erkennt Radschlupf sofort und verteilt die Kraft an die Räder mit Traktion und das erstmals auch zwischen den einzeln aufgehängten Hinterrädern.

Das im V6 zum Einsatz kommende „Quadra-Trac II“-System leitet das Antriebsdrehmoment bei Verlust der Traktion dagegen lediglich umgehend an die Achse mit der größeren Traktion weiter.

Während der kleine Benziner Anhänger bis zu einem Gewicht von 2.268 Kilogramm ziehen kann, sind es beim 5.7 V8 sogar bis zu 3,5 Tonnen. Von der Anhänger-Pendelstabilisierung profitieren wiederum beide Motorisierungen.

Mit dem völlig neuen 3,6 Liter Pentastar bietet Jeep erstmals einen6-Zylinder-Einstiegsbenziner an. Sobald der Motor mittels Start-/Stopp-Knopfdruck die 210 kW (286 PS) und das Drehmoment von 347 Newtonmetern bei 4.300 U/min zum Leben erweckt, ist eine Beschleunigung von 0 – 100 km/h in 9,1 Sekunden möglich, für solch ein schweres SUV ein durchaus guter Wert und absolut ausreichend. Ebenso die Topspeed von Tempo 206 km/h. Und auch erst dann tritt das Aggregat etwas angestrengt hervor, bis 160 km/h entpuppt sich der „kleine“ Benziner als angenehm laufruhig. Nach Aussagen der Ingenieure soll sich der 3.6 V6 im Schnitt mit 11,4 Liter begnügen, was nicht gerade einem Spritsparer entspricht, aber für diese Fahrzeugklasse und einem Sechszylinder durchaus akzeptabel erscheint.

Leider nicht ganz auf dem Stand der aktuellen Mitbewerber, aber dennoch zufriedenstellend, präsentierte sich das Fünfgang-Automatikgetriebe. Es schaltet wunderbar sanft und sehr komfortbetont, womit es beim flotteren Ritt etwas das Nachsehen hat. Seltsamerweise zeigte es im manuellen Modus auch nur vier Schaltstufen an, deren Schaltbefehle allerdings umgehend ausgeführt wurden.

Diese doch etwas in die Jahre gekommene Automatik mit fünf Schaltstufen wurde auch in dem bekannten aber durchaus modifizierten 5.7 V8 verbaut. Dank Zylinderabschaltung MDS (Multidisplacement System) und variabler Ventilsteuerung VVT konnte der Spritverbrauch des 259 kW / 352 PS starken V8-Motors spürbar reduziert werden.

So schaltet das System je nach Kraftentwicklung vier der insgesamt acht Zylinder ab, unterbricht die Kraftstoffzufuhr und spart im Gegensatz zum Vorgänger bis zu 1 ½ Liter Super Bleifrei. Wer allerdings den Pferden sozusagen die Sporen gibt und das gewaltige, maximale Drehmoment von 520 Nm fordert, liegt spürbar über den angegebenen 14,1 Litern. Schafft dann jedoch auch einen Null-auf-Tempo-100-Sprint in 8,7 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 225km/h.

Das ab Mai zur Wahl stehende Dieselaggregat mit sechs Zylindern und voraussichtlich 250 PS wird diese beiden Motoren im Verbrauch verständlicherweise deutlich hinter sich lassen und schätzungsweise den größten Teil des Kuchens einnehmen.

In Amerika hat der neue Jeep Grand Cherokee bereits die dortige höchste Sicherheits-Auszeichnung erhalten. Mit serienmäßigem elektronischen Stabilitätsprogramm ESP, der elektronischen Überschlagsvermeidung ERM, ABS mit Schlechtwegerkennung, einer Traktionskontrolle mit Bremseneingriff BTCS, einer Anhänger-Pendelstabilisierung, Bergan- und –abfahrassistent, Bi-Xenon-Scheinwerfer, dem Reifendruck-Kontrollsystem, der Kindersitzbefestigung ISOFIX, aktiven Kopfstützen vorn und dem Airbagpaket das Frontairbags, seitliche Windowbags für beide Sitzreihen, Seitenairbags in den vorderen Sitzlehnen sowie ein Knie-Airbag für den Fahrer umfasst, sind wir uns sicher, dass die neue Generation auch hier zu Lande gut abschneiden wird.

Seit einigen Tagen steht die neueste Generation des Jeep Grand Cherokee ab 52.850,- Euro bei den deutschen Händlern. Die komplette Ausstattungsvielfalt steht jedoch erst ab Mitte des Jahres zur Wahl, gleiches gilt für den Diesel.

Daher sind die derzeit verfügbaren Motoren 3.6 V6 sowie der 62.450,- Euro teure 5.7 V8 HEMI ausschließlich in der Topausstattung Overland erhältlich, die Versionen Laredo und Limited runden das Programm künftig nach unten hin ab.

Der Begriff Vollausstattung trifft beim Overland zu, wie es nur selten der Fall ist. Mit gerade mal einer Option, betreffend der Metalliclackierung für 800,- Euro, verwöhnt das Premium-SUV mit Unmengen an Features.

Zu denen zählen, um nur einige wenige Dinge zu nennen: Eine Klimaautomatik, ParkView-Rückfahrkamera, das Navigationssystem inkl. Radio, CD, Touchscreen, USB-/MP3-Player-Anschluss und Bluetooth-Freisprecheinrichtung,8fach elektrisch verstell- und beheizbare Ledersitze, 6fach elektrisch einstellbare Lendenwirbelstützen, eine elektrische Heckklappe, Keyless Enter-N-Go mit Start/Stopp, Regensensor sowie ein Tempomat.

Stand: Januar 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

Werbung: Automarkt auto24.de

Diesen Artikel weiterempfehlen:

ähnliche Beiträge

Kommentare

Keine Kommentare for “Jeep Grand Cherokee – Ein Name ist Programm”

Kommentar schreiben

XHTML: Folgende HTML-Elemente sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Archive

banner