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Jaguar XK Cabrio 5.0

Vor wenigen Tagen durften wir Platz nehmen im neuen F-Type. Ein rassiger Roadster der sich unter dem Open-Air-Klassiker XK Cabrio positionieren wird. Dieser muss sich wiederum keine Sorgen über seinen eventuell angestaubten Charme machen. Denn das aktuelle Modelljahr tritt sowohl optisch als auch technisch aufgefrischt und absolut selbstbewusst den Weg zur nächsten Etappe an. Das Motorenportfolio hält dabei nicht nur eine neue Topversion XKR-S mit gewaltigen 550 PS (siehe Testarchiv) bereit, sie zeigt sich auch insgesamt deutlich erstarkt. So handelt es sich nun beim „Kleinsten“ im Bunde um ein 5.0 Liter- statt wie bisher 4.2-Liter-Aggregat, das anstelle von 298 Pferdchen durchzugsstarke 385 PS bereitstellt.
Wenn sich diesbezüglich auch grundlegend etwas verändert hat, so sind die optischen Änderungen weitaus weniger auffallend. Dennoch sorgen die vollzogenen Modifikationen sogleich für ein moderneren Auftritt. So wurde an der Front der Kühlergrill leicht vergrößert, der Lufteinlass verchromt und die Stoßfängereinheit abgeändert. Die Bi-Xenon-Scheinwerfer – nun etwas fließender gezeichnet – warten jetzt auch mit einem augenfälligen LED-Tagfahrlicht auf.

Um die doch recht unübersichtliche Karosserie mit der roadstertypischen sehr langen Motorhaube und dem gerade bei geschlossenem Verdeck kaum einsehbaren Heck vor unschönen Parkremplern zu schützen, bestückt Jaguar von vorne herein die XK-Baureihe mit Parksensoren rundum. Nun steht optional auch eine Rückfahrkamera zur Wahl.

Wenn auch der Trend bei zahlreichen Herstellern weg vom klassischen Stoffverdeck hin zum faltbaren Stahldach ging, so blieb die britische Marke dem Softtop treu. Eine Entscheidung, die wir sehr befürworten. Von Komforteinbußen ist bei dem aus drei Schichten bestehenden und sehr gut gefütterten Dach ohnehin keine Spur.

Bei all der Hochwertigkeit … absoluter Genuss kommt für einen echten Cabriofan jedoch erst im geöffneten Zustand auf.Dieser ist nach 18 Sekunden mittels nur einem Tastendruck, sogar während der Fahrt bis zu einer Geschwindigkeit von 16 Stundenkilometern, erreicht.

Wenn auch das Kofferraumvolumen mit 220 Litern ohnehin nicht das üppigste ist, so schmilzt dieses nach dem Verdeck-Strip auf 145 Liter zusammen. Da jedoch die im Fond befindlichen Sitze ohnehin nur Kindern ausreichend Platz bieten, können diese als praktische und zusätzliche Ablage genutzt werden.

Doch nehmen wir nun endlich auf dem toll ausgeformten vorderen Gestühl Platz und gleiten tief in das Cockpit hinab. Dort angekommen, möchte man den Jaguar XK gar nicht mehr verlassen. Das absolut stilvolle Ambiente nimmt uns wohlig auf und verwöhnt sowohl die optischen als auch die haptischen Sinne mit feinsten Materialien und einer sehr gelungenen Farb-/Dekorabstimmung.

Ein selbst mit Soft-Grain-Leder überzogenes Armaturenbrett trifft auf Zierelemente in Ebenholz und strukturiertem Aluminium. Untermalt wird dieser Premium-Flair nun durch eine Ambiente-Beleuchtung, die das Innere in ein geschmeidig-warmes Licht hüllt. Zunächst scheint die gesamte Bedieneinheit sehr übersichtlich, eine geringe Anzahl an Schalterelementen ist zudem funktional gestaltet. Per Drehregler und Tasten am Lenkrad lassen sich zudem die Audioeinheit steuern oder die Sprachsteuerung sowie der Tempomat aktivieren.

Die Sitzheizung oder die Luftverteilung beispielsweise, lassen sich jedoch ausschließlich über das Menü des Infotainment-Navigations-Touchscreen bedienen, eine Vorgehensweise die durchaus eine Eingewöhnung verlangt.

Nach dem Einsteigen erinnert der in rot pulsierende Startknopf regelrecht an einen Herzschlag und animiert einen förmlich die Katze zum Leben zu erwecken.

Ist dieser Schritt getan, fährt ein metallener Drehregler aus der Mittelkonsole hervor. Hierbei handelt es sich um einen ungewöhnlichen Automatikwahlhebel, der sogenannte JaguarDrive Selector ist aber mittlerweile kennzeichnend für die englischen Modelle und stellt ein angenehmesKomfortfeature dar, das zudem mehr Raum schafft.

In unmittelbarer Nähe, finden wir die Bedieneinheit des serienmäßigen „Adaptive Dynamics“-Fahrwerk. Mit Hilfe dieser stufenlosen Dämpferverstellung macht der Jaguar XK in den unterschiedlichsten Fahrsituationen eine perfekte Figur. So überzeugt er trotz eher straffer Fahrwerksauslegung auch auf Langstrecken mit sehr angenehmen Reisekomfort. Einzig grobe Schlaglöcher können den gebotenen Komfort etwas mindern.

Doch lassen wir nun die Katze aus dem Sack und drücken die Zielflaggen-Taste. Das im aktivierten Dynamic-Modus verhärtete Fahrwerk lässt das Cabrio förmlich auf der Straße kleben. Die nun noch direktere und schnellere Gasannahme sowie die verkürzten Schaltzeiten der Automatik bieten puren Fahrspaß.

In knackig engen Kehren hat der geübte Fahrer mit dem gut kontrollierbaren aber kurzzeitig auch gerne mal giftigen Heck seine absolute Freude. Mittels der angenehm präzisen Lenkung ist dem Fahrer dabei ein stets direktes und spielerisches Handling möglich.

Der von uns gefahrene Motor schimpft sich beim Jaguar XK Cabrio doch tatsächlich „Einstiegsmotorisierung“. In Anbetracht der 385 PS, die der Brite unter seinem Blechkleid trägt, besteht aber natürlich keineswegs die Gefahr „untermotorisiert“ zu sein.

Aus üppigen fünf Litern Hubraum schöpft der Achtzylinder-Saugmotor nicht nur 283 kW, sondern auch ein maximales Drehmoment von gewaltigen 515 Nm. Die Leistungsentfaltung des Aggregates ist in jedem Drehzahlbereich souverän und gleichmäßig. So spricht der XK stets spontan an und zeigt sich drehfreudig. In leichtfüßigen 5,5 Sekunden ist die Tempo 100 Marke aus dem Stand erreicht.

Die elektronisch abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h ist selbst im offenen Zustand nicht ausgeschlossen. Während dann einem natürlich der Wind deutlicher um die Ohren bläst, ist es ansonsten das satte V8-Brummen das diese schmeichelt. Für unseren Geschmack könnte die Soundkulisse aber gerne noch ausgeprägter sein.

Mitweit weniger Zurückhaltung geht das XK Cabrio 5.0 allerdings in punkto Verbrauch ans Werk. 17,7 Liter genehmigt sich der Engländer allein bei Fahrten durch die Stadt, ein Start-Stopp-System würde dem XK hier durchaus gut zu Gesicht stehen. Die vom Hersteller ermittelten 11,2 Liter auf 100 Kilometer im Schnitt wären durchaus ein akzeptabler Wert, sind letztlich aber kaum erreichbar. So sind es doch schon viel mehr 15 Liter die durch die Benzinleitung fließen und unter Volllast natürlich noch gut ein paar Liter mehr. Mit 264 g/km CO2-Ausstoß zeigt sich das Cabrio auch in dieser Disziplin keineswegs genügsam.

Wenn auch noch mit sechs Schaltstufen auskommend, so harmoniert das adaptive Automatikgetriebe sehr gut mit der gebotenen Motorisierung und ermöglicht einem mittels Jaguar Sequential Shift den schnellen Gangwechsel auch per Schaltwippen am Lenkrad.

Dreipunktsicherheitsgurte mit Gurtstraffern vorn, Front- und Seitenairbags, energieabsorbierende Kopfstützen sowie ISOFIX-Verankerungen für Kindersitze im Fond zählen heutzutage zu den selbstverständlichen Sicherheitsfeatures, so auch bei Jaguar.

Ein pyrotechnisches Fußgänger-Schutzsystem PDBS ist beim XK ebenso Serie wie ein spezieller Überrollschutz, der Insassen gerade beim Fahren mit geöffnetem Verdeck ein noch sichereres Gefühl vermittelt.

Dinge, die uns im Leben Genuss verschaffen, haben meist Ihren Preis. So leider auch das Jaguar XK Cabriolet, das als 5.0 L V8 mit mindestens 99.400,- Euro zu Buche schlägt.

Wenn das Modell mit einer dreistufigen Sitzheizung, einer Zweizonen-Klimaautomatik, dem Audio- und Navigationssystem inklusive 7-Zoll-Touchscreen sowie dem ein oder anderen bereits erwähnten Ausstattungsdetail auch zahlreiche serienmäßige Annehmlichkeiten zu bieten hat – so bleibt mit der Portfolio-Version ab 107.400,- Euro doch noch Raum für mehr Exklusivität.

Diese Variante wartet mit ausgewählten Spezialitäten auf, wie 19-Zoll-Leichtmetallfelgen im Design Caravela, einem beheizbaren Lederlenkrad, demJaguar Smart Key System, Soft-Grain-Ledersitze mit elektrischer 16-Wege-Verstellung und einem 525-Watt-Premium-System von Bowers & Wilkins das Ihren Ohren ein eindrucksvolles Klangerlebnis bietet.

Stand: Mai 2013; Test: Redaktionsbüro Lind; Fotos: Jaguar

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