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Isuzu D-MAX rundum verbessert.

Mit dem neuen Modell ist es Isuzu gelungen, nahezu alles zu verbessern, vor allem die Sicherheitsstandards konnten auf ein gutes Niveau gehoben werden. Dazu eine richtig tolle Optik, ein deutlich verbesserter Innenraum mit Wohlfühlambiente, verbesserten Sitzen und einem komplett verkleideten Laderaum. Der Motor leistet noch immer 163 PS, kommt aber spürbar besser zur Sache, das liegt am auf 400 Nm gesteigerten Drehmoment und an der neuen 5-Stufen-Automatik. Geblieben ist die gute Geländetauglichkeit, aber auch der Hang mit dem Heck zu kommen. Gewisse Dinge wie Licht- und Regensensor fehlen zwar, aber ansonsten war bei unserem Testwagen die Ausstattung sehr umfangreich. Das Topmodell kostet 35.200,- Euro.

Der neue Isuzu D-MAX lässt die Muskeln spielen. Und dabei war schon der Vorgänger kein Schwächling, nicht nur in Sachen Optik. Gegen den Neuen sieht er aber wahrlich alt aus, oder besser gesagt, der neue D-MAX macht eine rundum gute Figur.

Richtig sportlich kommt er daher, dazu tragen die jetzt deutlich die Breite betonenden Scheinwerfer und der neue, chromglänzende Kühlergrill bei, wie auch die mächtige Frontschürze, die den japanischen Pick-up bullig auf der Straße stehen lässt, die flach stehende Frontscheibe mit dem niedrig wirkenden Dach tun ein übriges dazu.

Den Vogel schießen aber die ultra breit ausgestellten Radläufe vorne wie hinten ab, und dazwischen sogen die mächtigen Seitenschweller für ein noch tieferes auf der Straße liegen. Wer tatsächlich in schweres Gelände muss, wird hier wohl eher die besseren Rampenwinkel statt der gelungenen Optik wählen. Etwas versauen können die Trittbretter aber allemal die Optik Ihrer Hosen.

Gaben sich die Seitenfenster des Vorgängers noch gradlinig, sorgen sie beim Neuen für richtig Schwung, und gönnt man sich dann noch die heißen Seitenanbauteile links und rechts der Ladefläche, wie sie unserem Testwagen zuteil wurden, dann wird der D-MAX zu einem echten Hingucker.

Und hatte der alte D-MAX am Heck noch den Charme eines echten Arbeitstieres, kommt der neue wie ein athletisches Modell daher. Besonders mit der schick gestylten Ladeflächenabdeckung und der zweifarbigen Heckstoßstange. Und natürlich machen die seitlichen Verkleidungen, die an der Fahrerkabine in einer Art Bügel zusammenlaufen der die dritte Bremsleuchte aufnimmt, den ganz besonderen Reiz aus.

Chromglänzend fügen sich die Griffe für dieTüren und die Heckklappe gut ins Bild, und auch wenn man die gewaltige Laderaumabdeckung hochstemmt, gibt der neue D-MAX mit dem sauber verkleideten Gepäckabteil ein tolles Bild ab. Zudem verhindert der Teppichboden ein allzu starkes Umherrutschen der Ladung.

Und bevor Sie jetzt denken, was soll ich mit so einem „schicken“ Laderaum, der ist ohnehin schnell total verdreckt und außerdem brauche ich eine Ladefläche fürs Grobe, dann lassen Sie sich sagen, dass man bei Isuzu mitgedacht hat und die ganze Verkleidung mit Klettverschlüssen versehen sind und so nicht nur schnell ausgebaut sind um den D-MAX als Kieslaster benutzen zu können sondern sie ggf. auch ausgetauscht werden können.

Womit wir auch schon mitten drin wären im Kapitel Laderaum. Mit einer Länge von 1.552 mm und einer maximalen Breite von 1.530 mm sowie einer nutzbaren Höhe von 465 mm unterhalb der Abdeckung passen rund 1.100 Liter Gepäck in den Pick-up – vor Wind und Wetter und jeglichem Zugriff bestens geschützt, denn natürlich hängt auch die Laderaumabdeckung an der Zentralverriegelung.

Und da nur ganz wenig von der absoluten Glattflächigkeit durch die Radkästen genommen werden, lassen sich auch echt sperrige Dinge unterbringen. Rutschen kleinere Gepäckstücke allerdings ganz nach vorne, dann hilft nur ein für die meisten von uns eher mühsames Erklimmen der Ladefläche um da wieder dran zu kommen.

Die gesamte Zuladung unseres Pick-up beträgt 933 kg, zusammen mit der möglichen Anhängelast von 750 kg ungebremst und 3.000 kg gebremst empfiehlt sich der Isuzu absolut als Lastesel – als richtig schicker noch dazu. Ein bisschen schwer ist es, die große Klappe wieder zu schließen, versucht man das zu schnell, kann die viele Luft nicht schnell genug entweichen und der Deckel schließt nicht richtig. Die Ladekante ist bauartbedingt natürlich nicht eben niedrig, schwere Kisten wollen ganz schön weit rauf gewuchtet werden.

Steigen wir also mal vorne ein – und schon glaubt man sich mehr in einem Sportwagen denn in einem Pick-up. Irgendwie hat man gar nicht das Gefühl so hoch zu sitzen, das Dach ist näher am Kopf – trotzdem ist das Platzangebot natürlich richtig üppig. Und auch die neue D-MAX-Familie gibt es wie unseren Testwagen mit der großen Double-Cab, mit einer Single-Cab für nur zwei Personen und einer Space-Cab mit vier Sitzplätzen.

Die Sitze sind ein wenig besser ausgeformt als beim Vorgänger und boten durchaus ausreichend Seitenhalt, und dasobwohl sie in unserem Testwagen mit braunem Leder bezogen waren. Die Vordersitze sind groß dimensioniert, straff gepolstert und mit einer zweistufigen Sitzheizung bestückt, der Fahrersitz ließ sich bequem elektrisch verstellen – alles Serie beim Topmodell Premium.

Auch durch die hinteren Türen kommt man für einen Pick-up ganz bequem rein und hat dann auch hinten genügend Platz, ein 1,80 m Mensch sitzt auch hinter einem ebenso großen Fahrer noch mit genügend Beinfreiheit, und das Platzangebot stimmt auch im Kopfbereich, nur die Kopfstützen können nicht weit genug rausgezogen werden.

Sitzen nur zwei Personen im Fond – dem dritten wird es auf dem Mittelsitz ohnehin schnell eng – kann man die Mittelarmlehne raus klappen und so noch etwas mehr Komfort genießen. Ein Durchreiche hinter der Armlehen ist leider nicht vorgesehen. Beim Raus stört ein klein wenig die B-Säule an den Füßen.

Beim Rücksitz kann die Sitzfläche geteilt hochgeklappt werden, dadurch könnten praktisch auch sperrigere Gegenstände eingeladen werden, aber man gewinnt leider nur die Höhe des Sitzpolsters, da darunter bereits der Boden mit einer Ausbuchtung beginnt. Außerdem kann auch die Rücksitzlehne vorgeklappt werden, und auch hier gewinnt man nur die Dicke der Lehne. Diesen Konstruktionsaufwand könnte man sich eigentlich sparen.

Kommen wir also noch mal zurück in die erst Reihe. Hier ist jetzt alles schön in orangerotes Licht gehüllt, sogar die Tasten im Lenkrad. Vergessen zu beleuchten hat man leider die Schalter für die Fensterheber. In der Mitte der Mittelkonsole ist das runde Bedienfeld mit einem schönen roten Lichtring illuminiert. Leider spiegelt sich aber alles in der Heckscheibe, wie auch ein bisschen der Bildschirm darüber.

Dafür hat sich der gesamte Innenraum aber echt gemausert. Angenehme Materialien mit einem schönen Mix aus Aluapplikationen an der Mittelkonsole und dem Lenkrad sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Die Instrumente sind nicht nur gut ablesbar sondern auch modern gestaltet, mit weiß leuchtenden Zahlen und Zeigern, die beim Anlassen wie bei einem Sportwagen nach oben schnellen um dann in die Nullstellung zurück zu fallen.

Unser Testwagen war auch mit einem Navi bestückt, das einfach per Touchscreen bedient wird. Einziges Manko: eine neue Route kann nur im Stand eingegeben werden – da wird der willige Beifahrer nutzlos. Bereits gespeicherte Ziele können zum Glück auch während der Fahrt aktiviertwerden.

Was sofort nervt, ist dass jeder Befehl oder Tastendruck, und sei es auch nur das lauter stellen des Radios an den Lenkradtasten (der Drehregler am Bildschirm ist fummelig klein) von einem Piepton begleitet wird. Das gilt auch für jede Umstellung am Bordcomputer – immer piepst es. Na ja, mit solch Schnickschnack kann man kaum Modernität demonstrieren, vor allem dann nicht, wenn so nützliche Dinge wie Tippblinker, Regen- und Lichtsensor fehlen.
Aber er hat eine Heckkamera, die aber schnell ein schlechtes, weil verschmutztes Bild liefert. Hier könnten wie sonst oft üblich rote und grüne Hilfslinien helfen, die Entfernungen besser abzuschätzen.

Und wo wir schon beim Meckern sind: Nicht ganz zu Ende gedacht haben die Entwickler beim Lichtschalter. Mit den ersten beiden Rasten dreht man auf Stand- und dann Fahrlicht, die nächste Raste schaltet dann die Nebelschlussleuchte ein. Wozu? Ein unbeabsichtigtes Einschalten ist damit vorprogrammiert. Dabei gibt es gleich daneben einen separaten Ring, an dem man die Nebellampen betätigt – hier wäre die Nebelschlussleuchte besser aufgehoben.
Anders als beim Vorgänger haben sich die Entwickler für den sportlichen neuen D-MAX auch für ein eher sportlich ausgelegtes Fahrwerk entschieden. Damit lässt sich der Pick-up zügig um die Ecken treiben, und obwohl der Motor gar nicht mal so viel PS hat, ist man mit diesem Isuzu immer etwas schneller als erwartet.

Das ist im Normalfall oder sagen wir besser bei trockener Straße auch überhaupt kein Problem. Der Wagen geht mit nur wenig Karosserieneigung willig um die Kurven. Die Kehrseite davon ist aber, dass man – vor allem auf schlecht ausgebauten Straßen – doch gewisse Komforteinbußen hinnehmen muss. Natürlich ist auch das tiefe Eintauchen des Vorderwagens bei einer Vollbremsung nur wenig ausgeprägt.

Hat er hinten eine Starrachse? Und wie, mit Blattfedern, das spürt man besonder auf schlechten Straßen, wo vor allem das unbeladene Heck auch schon mal zu hoppeln anfängt. Im Slalomtest gibt sich der neue D-MAX ziemlich gutmütig – vor allem mit zugeschaltetem Allradantrieb geht es sehr spurtreu dahin.

Und den Allradantrieb sollte man immer dann zuschalten – geht bis zu einer Geschwindigkeit von 100 km/h – wenn die Straße nass oder schneebedeckt ist. Ohne Allrad kommt er auch schon mal auf feuchter Strecke ins Rutschen, will sagen er schwenkt massiv mit dem Heck nach beiden Seiten aus. Und selbst mit zugeschaltetem Allrad auf starkschneebedeckter Straße wurde bei nur Tempo 40 das Heck sehr unruhig – allein durch ein wenig Gaswegnehmen.

Überhaupt kann der Allrad auch im Gelände nicht die Traktion bieten, wie wir sie z.B. von echten Offroadern gewohnt sind. Auf schneebedeckten Feldwegen und Wiesen kommt er immer wieder mit dem Heck quer. Dabei kann man auch noch auf 4Low schalten. Das muss aber im Stand geschehen und wird von einem lautem und vor allem lang anhaltenden Gepiepse begleitet. Geht man in 4Low, nimmt er auch gleich das ESP raus – durchaus sinnvoll.

Je griffiger der Untergrund wird, je stärker sind Verspannungen im Antriebsstrang zu spüren, außerdem wird der Wendekreis mit Allrad größer, da geht man freiwillig wieder auf 2WD zurück, bei dem dann nur die Hinterachse angetrieben wird und schafft die Drehung mit 12,20 Metern.

Durch den langen Radstand ist im Gelände ohnehin zu berücksichtigen, dass der reduzierte Rampenwinkel von 22° die Einsätze über steile Kuppen doch einschränkt. Die Böschungswinkel betragen vorne 30° und hinten 22°, die Watttiefe beträgt sehr gute 600 mm.

Die Bremsanlage mit ABS, elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent sowie innenbelüfteten Scheibenbremsen vorne und Trommelbremsen hinten lässt sich im Alltag angenehm dosieren, dürfte aber gerne eine Spur schneller ansprechen. Und auch wenn während unserer Testphase die Straßenverhältnisse keine richtigen Bremstests zuließen, der Bremsweg lässt sich durchaus noch verbessern.

Unser Testwagen war mit einem 163 PS / 120 kW starken Diesel ausgestattet. Und der lief auf den ersten Blick ruhig und angenehm vibrationsarm, leiser als so mancher stärkere Diesel andere Anbieter. Im normalen Fahrbetrieb läuft er sehr kultiviert, zumindest innen fast schon leise. Draußen ist sein Motorsound aber deutlich und das auch als Diesel zu vernehmen.

Dafür entschädigt er mit einem echt guten Durchzug, und das aus dem Stand heraus. Man ist deutlich schneller auf Tempo 100 (in rund 13 Sekunden) als man vermuten möchte und erst kurz vor Erreichen der Topspseed von 180 km/h wird er langsam etwas ruhiger, aber nur was den Vortrieb angeht, bei Vollgas auf der Autobahn wird es im Innenraum ganz schön laut.

Bliebt man auf der Autobahn so um die 130, dann verbraucht der D-MAX rund 9,3 Liter Diesel. Bei normalem Tempo im Stadt-Land-Mix sind wir mit zugeschaltetem Allrad-Antrieb auf 8,3 Liter gekommen. Ohne den Allrad zu bemühen, aber auch gut 10 Grad wärmerzeigte der Bordcomputer dann einen Durchschnittsverbrauch von 7,8 Litern im Mix.

Was ist das nun im Detail für ein Motor, der da unter der imposanten Haube ans Werk geht? Es ist ein 2,5 Liter Vierzylinder-Turbodiesel – im Moment zumindest die einzig mögliche Antriebsvariante – der 120 kW/163 PS bei 3.600 U/min entwickelt und ein maximales Drehmoment von 400 Nm zwischen 1.400 und 2.000 Touren auf die Kurbelwelle stemmt.

Damit hat er gegenüber dem Vorgänger schon mal ordentlich zugelegt, und auch die jetzt 5 Vorwärtsgänge, die die neue Automatik sanft und ausreichend schnell einlegt, sind ein Gewinn.

Im Normalfall geschehen die Schaltvorgänge sehr sanft, oft reicht aber auch das gute Drehmoment, um ohne Zurückschalten zu müssen, schnell in Fahrt zu kommen. Vor allem dem Verbrauch kommt die neue Automatik sehr zugute. Und auch die Werksangeben liegen durchaus im Bereich unserer Messungen, so gibt Isuzu in der Stadt 10,1 Liter Diesel auf 100 km an, außerorts sind es 7,3 Liter und im Mix 8,4 Liter. Der Co2-Ausstoß pendelt sich dann bei 220 g/km ein.

Was hat sich in Sachen Sicherheit beim D-MAX getan? Doch einiges, zumindest liegt der neue D-MAX jetzt auf dem gewohnten Niveau, hat neben höhenverstellbaren Kopfstützen und Dreipunkt-Sicherheitsgurten auf allen Plätzen (vorne höhenverstellbar) auch auf den hinteren Außensitzen ISOFIX Kindersitzbefestigungen an Bord.

Und statt nur mit Frontairbags daher zu kommen sind im neuen Modell auch Windowbags vorne und hinten sowie Seitenairbags vorne verbaut. Und neben ABS sind auch ESP sowie eine Traktionskontrolle serienmäßig.

Unser Testwagen stellt das derzeitige Topmodell in der Ausstattungsstufe Premium AT dar und steht mit 35.200,- Euro in der Liste. Dann ist aber auch eine wirklich umfangreiche Serienausstattung drin.

Dazu gehören nicht nur ein Lederlenkrad (leider nur in der Höhe verstellbar) sondern auch eine Klimaautomatik, Zentralverriegelung, Lederausstattung mit Sitzheizung vorne, elektrische Fensterheber, Tagfahrlicht, Sitze mit verbessertem Seitenhalt und natürlich die Double Cab. Nur für die Metallic-Lackierung ist ein Aufpreis von 499,80 Euro zu zahlen.

Und dann kann man natürlich noch auf eine ganze Reihe von Zubehör zugreifen, das Isuzu bereithält, sei es ein Hardtop, Laderaumabdeckungen, Schutzwannen, Seilwinden, Hundekäfige, Auffahrrampen, Arbeitsscheinwerfer oder diverse andere Extras bis hin zu speziellen Themenmodellen für verschiedene Branchenund Anwendungen und natürlich modernes Infotainment nicht zu vergessen.

Gratis gibt es dann noch die Drei-Jahres-Garantie bis 100.000 km, eine 6-Jahres-Garantie gegen Durchrostung sowie eine Mobilitätsgarantie.

Stand: März 2013; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

Werbung: Automarkt auto24.de

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