// Fahrbericht / Hyundai Santa Fe 2.4

Hyundai

Hyundai Santa Fe 2.4

Kleiner und doch größer. Gemeint ist der 2,4 Liter Vierzylinder-Benzinmotor, der den bisherigen 2,7-Liter Sechszylinder ablöst, diesen in seiner Leistung aber praktisch einholt, was die reinen Fahrwerte angeht sogar überholt hat, dabei aber deutlich sparsamer daher kommt, ja sogar den alten 2,4-Liter richtig alt aussehen lässt, obwohl er den leistungsmäßig deutlich überflügelt. Neben dem Verbrauch sank natürlich auch der CO2-Ausstoß auf 208 g/km. Ein dezentes Facelift kommt hinzu und mit dem intelligenten Allrad ist man on- wie offroad gut bedient. Und mit dem Einstiegspreis von 31.530,- Euro bietet er auch noch einen Preisvorteil von 2.460,- Euro, weil u.a. auch die Ausstattung weiter verbessert wurde.

Das dezente Facelift bezieht wie so oft den Kühlergrill und die Frontschürze mit ein. Auf einer großen Chromspange prangt jetzt das Hyundai-Logo, mit schwungvollen Kanten leitet die Frontschürze von den Scheinwerfern zu den dynamisch eingefassten Nebenscheinwerfern über. Auch der Unterfahrschutz wurde modifiziert.

Optisch überarbeitet wurden auch die Außenspiegel, die jetzt zudem die seitlichen Blinkleuchten aufnehmen. Neu gezeichnet wurde auch die Dachreling, die ihren Schwung mit ins Heck und dort bei unserem Testwagen zu einem Dachkantenspoiler mitnimmt.

Am Heck wurden natürlich die Rückleuchten neu gezeichnet und auch die Heckschürze bekam etwas vom Schwung von vorne mit. Wenn auch nur Blendwerk, so stehen dem Santa Fe die neuen, noch etwas größerenAuspuffrohre ganz gut. Eine Blende ist leider verschwunden, die an der Heckschürze zur Ladekante hin, schade, ist doch jetzt der Lack jedem Laderempler schutzlos ausgeliefert.

Und dabei ist durch die weit öffnende Heckklappe und über die für ein SUV angenehm niedrige Ladekante ein großer Stauraum gut zu beladen. Von 528 bis 1.582 Liter reicht das Ladevolumen des Koreaners, sauber und solide verkleidet, mit zwei massiven Klappen, darunter ist u.a. das Werkzeug verstaut. Um die volle Ladekapazität nutzen zu können, brauchen nur die geteilten Lehnen vorgeklappt werden, die Sitzflächen fahren automatisch mit nach unten und schon ist eine nahezu eben Ladefläche vorhanden – und ein blöder Schlitz, in dem nicht nur so manches Kleinteil schnell mal verschwindet.

Viel Platz ist auch für fünf Passagiere vorhanden, die individuell verstellbare Rückenlehne der Rücksitze trägt mit zum guten Sitzkomfort bei. Man kommt gut rein und wieder raus, verschmutzt sich dabei hinten sogar weniger die Hose an verdreckten Seitenschwellern wie vorne.

Hier werden die Insassen nicht nur von einem ansprechenden Cockpit, sondern auch von sehr angenehmen Sitzen empfangen, die bei unserem Testwagen sogar mit edlem Leder bezogen waren. Allerdings leidet darunter ein wenig der Seitenhalt, und schnell verschmutzt sind die hellen Tierhäute auch.

Rein optisch macht sich die helle Verkleidung von Türen und Armaturenbrett super, kombiniert mit dem Schwarz des oberen Bereichs und mit zahlreichen schicken Aluapplikationen bis in die Türen und ins Lenkrad kannman sich auf Anhieb wohl fühlen. Wie gehabt sind die Materialien angreiffreundlich und die Bedienelemente modern, gut erreichbar und einfach zu bedienen.

Eine Modernisierung erfuhren auch die Instrumente mit Hinterleuchtung, blauen Dekorringen und strahlend roten Zeigern. Das schicke Lederlenkrad liegt gut in der Hand, lässt sich in Höhe und Weite verstellen.

Und noch was Neues hat unser Testwagen zu bieten: eine Rückfahrkamera. Ihr Bild wird im Innenrückspiegel angezeigt, was uns ein wenig gefehlt hat sind ein paar Orientierungslinien, so braucht es einige Zeit an Eingewöhnung, bis man die Entfernungen exakt abschätzen kann.

Komfort schreibt der Santa Fe nach wie vor groß, auch grobe Fahrbahnunebenheiten machen ihm nichts aus. So empfiehlt er sich auch prima als Langstreckenfahrzeug, zumal der Motor auch auf der Autobahn angenehm zurückhaltend bleibt. Trotzdem ist man nicht zum Bummeln verdammt, denn in Verbindung mit der angenehm straffen Lenkung lässt sich der Hyundai auch gut um enge Kehren zirkeln, legt sich dabei nur dezent in die Kurve und geht gutmütig um die Pylonen unseres Slalomtests.

Einzelradaufhängungen vorne und hinten, Gasdruckstoßdämpfer und ein Stabilisator sind u.a. für den guten Komfort verantwortlich und sorgen in Verbindung mit einer sehr ordentlichen Verschränkung auch im Gelände für eine gute Figur. Und mit dem intelligenten Allradantrieb treibt er auch den Spritverbrauch nicht sehr in die Höhe. Dafür geht er aber durch Dick und Dünn, erst recht, wenn der Look-Schalter aktiviert wird und derSanta Fe so zum echten Offroader mutiert.

Mit elektromagnetisch betätigter Mehrscheibenkupplung wird abhängig von der Traktion die Kraft entweder nur an die Vorderräder geleitet, oder eben entsprechend auch an die Hinterachse, und zwar bis zu 50%. Dadurch wird bei normalen Straßen- und Fahrbedingungen die gesamte Kraft an die Vorderräder geschickt, was bei einem Blitzstart zu deren heftigem Durchdrehen führt.

Wie es sich für einen solchen SUV gehört, hat er neben ABS, elektronischer Bremskraftverteilung und ESP auch rundum Scheibenbremsen, vorne innenbelüftet, im Gepäck. Damit lässt sich der Santa Fe gut dosierbar und schnell abbremsen, bei einer ggf. notwendigen Vollbremsung schreien zwar die Reifen laut auf und das Fahrzeug schüttelt sich auch ein wenig, auf die konstante Bremsleistung und Spurtreue hat das aber keinen Einfluss. Ein wenig dem Komfort geschuldet ist die Tatsache, dass sich die Front des Koreaner mächtig absenkt.

Bislang war der Diesel eigentlich die erste Wahl für den Santa Fe, brauchte doch der 2,7 Liter große Sechszylinder Benziner recht viel Sprit und war der kleine Vierzylinderbenziner doch aus dem Angebot verbannt worden.

Das ist jetzt wieder anders, der neue 2,4 Liter Vierzylinder ist wieder da, aber viel kräftiger als sein Vorgänger, kann er fast die Leistungsdaten des 6-Zylinders aufweisen und übertrifft diesen sogar in den Fahrleistung, bleibt aber in Sachen Verbrauch deutlich darunter. Klar, dass auch unser Testwagen mit diesem Wiederkehrer bestückt sein musste.

Schon am Start zeigt sichder 4-Zylinder-Reihenmotor von seiner kultivierten Seite, und auch bei Autobahntempo bleibt er akustisch im Hintergrund. Dabei entwickelt der Leichtmetallmotor stramme 128 kW/174 PS bei 6.000 U/min und stellt dazu ein maximales Drehmoment von 226 Nm bei 3.750 U/Min zur Verfügung. Das reicht locker aus, um aus dem Stand in 11,2 Sekunden auf Tempo 100 zu sprinten und 190 km/h schnell zu werden.

Damit lässt er auch den Diesel hinter sich, der dann nur beim Durchzug wieder punkten kann. Hier muss der Benziner trotz Sechsgang-Getriebe etwas passen, er lässt sich zwar auch schön niedertourig bewegen, könnte aber beim Durchzug gerne etwas dynamischer zu Werke gehen. Da hilft dann nur Zurückschalten, was mit dem auf ausreichend kurzen Wegen geführten Handschalter auch ganz gut gelingt, ein bisschen Hakeln kann er sich aber nicht verkneifen.

Nicht ganz überzeugt hat uns zudem die Abstufungen. Vor allem vom sehr kurz übersetzen ersten zum zweiten Gang ist ein ruckfreies Anfahren und Hochschalten kaum möglich, danach relativiert sich das erheblich, die Anschlüsse passen.

Auch wenn der Verbrauch im Vergleich zum ehemaligen Sechszylinder und auch zum wesentlich schwächeren alten Vierzylinder deutlich niedriger ausfällt, kann der Stadtverbrauch mit 11,7 Litern noch nicht überzeugen. Da machen sich die 6,9 Liter außerstädtisch doch schon wesentlich besser, auf unserer Normstrecke haben wir 8,6 Liter Super im Mix auf 100 km verbraucht. Dabei ist der Mehrverbrauch durch den Allrad mit 0,1 bis 0,2 Liter pro 100 km echt gering. Der Motorstößt mit 208 g/km zwar immer noch recht viel CO2 aus, schafft aber die Abgasnorm Euro 5.

Neben Fahrer- und Beifahrer-Frontairbags sind kombinierte Kopf-/Seitenairbags vorne und durchgehende Vorhangairbags an Bord. Dazu gesellen sich höhenverstellbare Dreipunktgurte mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern vorne sowie Dreipunktgurte auf allen hinteren Plätzen, aktive Kopfstützen vorne und ISOFIX-Kindersitzbefestigungen auf den äußeren hinteren Sitzplätzen.

Wenn Sie sich für den 2,4 Liter Benziner entscheiden, müssen Sie wählen zwischen 2WD und 4WD, für 29.530,- bzw. 31.530,- Euro. Als Ausstattungsversion gibt es nur den Comfort, und der ist nicht schlecht ausgestattet.

Angefangen bei der Alarmanlage sind die elektrischen Außenspiegel mit Blinkleuchten, ESP, Nebelscheinwerfer, Licht-aus-Automatik, Traktionskontrolle, Alufelgen, Dachreling, Colorverglasung und ein Audiosystem mit sechs Lautsprechern und Radiofernbedienung im Lenkrad, Bordcomputer und Klimaanlage, Lederlenkrad sowie die Zentralverriegelung mit Fernbedienung schon im Preis enthalten.

Ein Panorama-Hub-Schiebedach ist für 850,- Euro zu haben, eine Sechsstufen-Automatik für 1.800,- Euro, ein Plus-Paket u.a. mit Klimaautomatik, Rückfahrwarner, Sitzheizung und Lichtsensor für 1.310,- Euro zu bekommen. Wie die beige Lederausstattung in unseren Testwagen gekommen ist, und wie Sie die ggf. auch in Ihren 2.4 Liter Santa Fe Comfort bekommen, fragen Sie am besten mal Ihren Händler, nach unserer Preisliste ist das nämlich nicht möglich. Metallic-Lack kostet 530,-Euro extra.

Alle 15.000 km bzw. einmal jährlich ist ein Wartungsinterwall fällig, die Einstufung in die Versicherungsklassen lautet für alle Benziner-Versionen einheitlich HPF 20, TK 19 und VK 22.

Stand: September 2010; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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