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Hyundai ix20 – Trotz „x“ kein SUV sondern ein Crossover

Hyundai ix20, so heißt der neue Zögling des koreanischen Autoherstellers. Wer jetzt allerdings denkt, dabei handele es sich um ein weiteres SUV, der irrt. Auch wir gingen nach der Einführung der Sports Utility Vehicle ix35 und ix55 zunächst davon aus, dass das „x“ in der Nomenklatur für ein Fahrzeug mit Allradantrieb steht. Doch weit gefehlt. In diesem Fall und in der Kombination mit einer geraden Zahl steht das „x“ in der Modellbezeichnung für ein „Crossover“. Der von Hyundai so ernannte „City-Van“ hält aber noch einige weitere Überraschungen parat, ist flexibel bis in den Kofferraum, bringt besonders als Diesel Sparsamkeit und ein flottes Fahrgefühl zusammen, ist durchweg gut ausgestattet und kommt zu fairen Preisen daher.

Der neue Hyundai ix20 gilt als direkter Nachfolger des Matrix und hat doch so rein gar nichts mehr mit diesem gemein. Mit einer ausdrucksstarken Linienführung, von Hyundai „Fluidic Sculpture“ genannt, zieht der neueste Sprössling durchaus die Blicke auf sich und gefällt mit seinem dynamischen Design bei gleichzeitiger großer Flexibilität.

Mit einer Außenlänge von 4,10 Meter spielt er in der Klasse der Kompakten mit, nun noch die Höhe von 1,60 Meter hinzugefügt und fertig ist der Van für die Stadt. Sehr kurze Fahrzeugüberhänge und ein senkrecht abfallendes Heck untermalen diesen Eindruck.

Wenn auch Flexibilität und optimale Raumnutzung weit oben im Lastenheft standen, so widmete man sich auch im Besonderen der Optik. Der sechseckige Kühlergrill mit einer wahrlich interessanten Wabenstruktur (Hexagonal-Grill) zählt ebenso wie die groß dimensionierten, stark geschwungenen Scheinwerfer zu den Eyecatchern der Front.

Die untere Lichteinheit beinhaltet nicht wie zunächst vermutet die Nebelscheinwerfer, sondern je nach Ausstattung das Tagfahr- undAbbiegelicht. Zarte Chromfassungen sorgen für den Feinschliff.

Eine dynamische Linienführung prägt auch die Seitenansicht, wie ein Bogen spannt sich die Dachlinie nach hinten flacher werdend sportlich über die gesamte Länge und mündet im Dachkantenspoiler.

Vielleicht etwas eigenwillig, aber durchaus kompakt und sportlich zeigt sich auch der Abschluss des ix20 mit quer verlaufenden großen Rückleuchten und einem wuchtigen, stark ausgeprägten Stoßfänger.

Der äußere Schwung zieht sich gelungen bis ins Innere, das Cockpit zeigt sich von seiner schicken wie aber auch von seiner funktionellen Seite. Der schöne, moderne Mix aus Kunststoffen, Applikationen in Silber und Klavierlackoptik sind angreiffreundlich und zudem gut verarbeitet.

Die leicht erhöhte Sitzposition kommt uns nicht nur beim Ein- und Ausstieg entgegen, auch der Überblick rundum verbessert sich somit. Doch wir haben nicht nur die Front gut im Blick, sondern auch die logisch angeordneten Bedienelemente wie auch die gut einsehbare Instrumenteneinheit, die in der Topausstattung mit hochauflösenden Supervision-Anzeigen glänzt.

Die ohnehin großen Fensterflächen sind auf Wunsch um ein über die gesamte Länge des Daches verlaufendes Panorama-Glasdach zu ergänzen, wobei sich der vordere Teil sogar elektrisch öffnen lässt und somit nicht nur für ein lichtdurchflutetes Ambiente sorgt, sondern auch frische Luft herein lässt.

Die neu entwickelten Sitze bieten, straff gepolstert und groß dimensioniert, guten Komfort und dank ausreichend ausgeformten Seitenwangen optimalen Halt. Die vielfachen Verstellmöglichkeiten kommen uns bei der Suche nach der optimalen Sitzposition ebenso entgegen, wie die Möglichkeit das gut in der Hand liegende Lenkrad in Höhe und Weite zu justieren.

Doch der ix20 bietet nicht nur auf den beiden vorderen Plätzen Großgewachsenen optimale Platzverhältnisse, auch aufder hinteren Sitzbank fühlen wir uns sehr wohl. Je nach Position der um 13 Zentimeter längsverschiebbaren Rückbank können auch Insassen jenseits der 1,80 Meter bequem ihre Beine überschlagen und selbst mit dem großen Glas-Panorama-Dach mangelt es nicht an üppiger Kopffreiheit.

Doch die hinteren Sitzplätze bieten noch mehr Flexibilität und so lassen sich die Lehnen variabel verstellen oder im Verhältnis 60 zu 40 geteilt umklappen. Diese Einstellungen gehen jeweils mit nur wenigen Griffen einfach von der Hand.

Wer stattdessen mehr Laderaum benötigt, schiebt die Rückbank einfach nach vorn und baut die 440 Liter Stauvolumen um bis zu 120 Liter mehr aus. Sollte dies noch nicht ausreichen, stehen im umgelegten Zustand bis zu 1.486 Liter zur Verfügung. Für einen ebenen Ladeboden muss nur der Zwischenboden auf die obere Stufe angehoben werden. Die weit öffnende Heckklappe und die niedrige Ladekante kommen uns beim Be- sowie Entladen angenehm entgegen.

In zahlreichen Ablagen in Form von Fächern in den Türen, der Mittelkonsole, zwischen den Vordersitzen, dem kühlbaren Handschuhfach oder in Ablagetaschen an den Rückenlehnen (ausstattungsabhängig) sowie einem Fach unter dem Gepäckabteil (ebenfalls ausstattungsabhängig) lassen sich noch zahlreiche kleinere Utensilien mühelos unterbringen.

Eine europäische Fahrwerksabstimmung ist den Ingenieuren durchaus gelungen, wenn er auch nicht wirklich für rasante Touren vorgesehen ist, so kann er auch hier mit seiner Gutmütigkeit zufrieden stellen. Seitenneigungen halten sich trotz seiner Fahrzeughöhe angenehm zurück, bei plötzlichem Lastwechsel oder dem erreichen des Grenzbereiches hält uns dann das elektronische Stabilitätsprogramm ESP sicher auf Kurs.

Die ausreichend straffe Fahrwerksauslegung bügelt Bodenwellen souverän weg, Querfugen machen dem City-Van dagegen mehr zu schaffen. 10,4 Meter Wendekreis, derBlick aufs Datenblatt verrät bereits, dass der ix20 mit guter Wendigkeit punkten kann, die Lenkung zeigt sich dabei von ihrer leichtgängigen und zugleich direkten Seite.

Mit Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet und den verschiedenen Hilfen wie ABS, elektronischer Bremskraftverteilung, Bremsassistent, ESP mit Traktionskontrolle und der Berganfahrkontrolle HAC ist das Paket „Bremsen“ gut geschnürt und vermittelte einen verlässlichen Eindruck.

Das Motorenangebot umfasst zwei Benziner und einen Diesel, wobei diese auch jeweils als blue-Variante erhältlich sind und somit über eine Start-/Stop-Automatik, namens ISG verfügen, was eine zusätzliche Verbrauchsreduzierung zur Folge hat.

Die Einstiegsmotorisierung entwickelt 66 kW (90 PS) und erfüllt die Euro5 Norm. Während der Verbrauch bei der Standard-Variante im Schnitt bei rund sechs Litern liegt und der Kohlendioxid-Ausstoß 140 g/km beträgt, sind diese Werte in Kombination mit der blue-Technik mit 5,6 Liter und 130 g/km CO2 angegeben.

Wer die 137 Nm bei 4.000 U/min voll fordert, liegt verständlicherweise über diesen angegebenen Werten, erreicht dafür die Tempo 100 aus dem Stand in 12,9 Sekunden und liegt mit 167 km/h Höchstgeschwindigkeit ganz auf Klassen-Niveau. Doch wirklich spritzig fühlt sich der Motor nur in der Stadt an, oben rum fehlt es ihm einfach an Kraft.

Hier bietet der 125 PS starke 1.6 natürlich wesentlich mehr und absolviert den Sprint in 10,9 Sekunden, die Beschleunigung findet erst bei 184 km/h ein Ende. Das hier verbaute Sechsganggetriebe sagt uns ebenfalls mehr zu, als der noch im kleinen Benziner untergebrachte Handschalter mit fünf Gängen. Zudem besteht hier die Möglichkeit optional auf ein Vierstufen-Automatikgetriebe zurück zu greifen, das wir jedoch im Rahmen der Fahrpräsentation nicht näher erfahren konnten.

Das maximale Drehmoment von 156 Newtonmeter sorgt fürspritzigeren Vortrieb, steht aber ebenfalls erst um die 4.000 Touren voll zur Verfügung. Der Mehrverbrauch liegt hier bei 0,4 Litern bzw. 0,3 beim blue-Modell. Unwesentlich höher sind auch die gemessenen CO2-Werte von 148 oder 139 Gramm (blue).

Rundum überzeugen konnte in jedem Fall der 1.4 CRDi mit 66 kW / 90 PS, der nach ersten Erwartungen auch einen überraschend großen Anteil beim Verkauf ausmachen wird. Das modern konzipierte Aggregat mit Common-Rail-Direkteinspritzung der zweiten Generation ist turbogetrieben und mit variabler Schaufelladergeometrie VGT ausgerüstet.

Das Drehmoment von 220 Newtonmeter steht hier bereits ab 1.750 U/min parat und sorgt für spritzige Zwischensprints. Und auch wenn der Diesel mit 14,5 Sekunden für den Spurt von Null bis Tempo 100 das Nachsehen hat, so ist man zumindest gefühlt dynamischer unterwegs. Die Topspeed liegt wie auch beim 1.4 Benziner bei 167 km/h.

Im Bereich Verbrauch macht dem CRDi keiner etwas vor, mit 4,5 Litern Gesamtverbrauch und 119 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer präsentiert er sehr vorbildliche Werte und unterschreitet diese als blue-Variante sogar mit 4,3 Liter und 114 g/km. Das an sich gut geführte und ohne störende Hackler zu schaltende Sechsganggetriebe kommt auch hier zum Einsatz und die Schaltpunktanzeige ist zudem bei allen Motoren serienmäßig verbaut.

Hyundai gibt sich beim ix20 auch in punkto Sicherheit keine Blöse und so wurde nicht nur die Karosserie auf hohe Crashsicherheit ausgelegt und für den Fußgängerschutz optimiert sondern auch zahlreiche Helfer und Sicherheitselemente verbaut.

Hierzu zählen u.a. ESP, eine Traktionskontrolle, der Bremsassistent, Fahrer- und Beifahrerairbags, Seitenairbags in den Sitzlehnen der Vordersitze und Vorhangairbags, aber auch Dreipunkt-Sicherheitsgurte auf allen Plätzen, vorne höhenverstellbar sowie mit Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer, aktiveKopfstützen und Isofix-Kindersitzbefestigung auf den äußeren hinteren Plätzen sowie Gurtwarner.

Ausstattungsabhängig oder gegen Aufpreis erhältlich sind zudem Licht- und Regensensor, das Reifendruckkontrollsystem TPMS, ein Rückfahrwarnsystem und eine Rückfahrkamera.

Mit 14.690,- Euro bietet Hyundai für den ix20 einen fairen Einstiegspreis und unterbietet zahlreiche seiner Mitbewerber. Wenn das Schwestermodell Kia Venga auch auf den ersten Blick etwas günstiger scheint, so muss man bedenken, dass hier nicht das CD-Radio inklusive USB- und AUX-Anschluss integriert ist.

Doch der City-Van bringt in der Basisausstattung noch weit mehr mit, als nur den richtigen Sound. Und wenn diese an sich ausreichend bestückt ist und optimale Sicherheitsfeatures bietet, so ist es doch gerade die mittlere Version Comfort ab 17.500,- Euro, die uns rundum zusagt.

Denn hier verfügen wir nicht nur über eine Klimaanlage, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel oder elektrische Fensterheber rundum, es gehören ebenso ein Multifunktions-Lederlenkrad, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, der automatisch abblendbare Innenspiegel, eine Mittelarmlehne vorne, Ablagetaschen an den Rückseiten der Vordersitze, eine Mittelkonsole in Klavierlack-Optik, Rückfahrwarnsystem, Nebelscheinwerfer und Tagfahrlicht zum serienmäßigen Umfang.

Die Topvariante Style verwöhnt dann mit Ledersitzen, Chromapplikationen, dunkel getönten Scheiben hinten, eine Klimaautomatik, Sitzheizung, Smart Key System mit Start-Stop-Knopf, Licht- und Regensensor, Scheibenwischer mit Enteiser, hochauflösende Supervision-Instrumentenanzeige … dann sind jedoch auch mindestens 20.600,- Euro zu löhnen.

Gut geschnürte Pakete sowie einzelne Optionen stehen dann für die eigene Individualisierung zur Wahl und sind im großen und ganzen auch freundlich zum Geldbeutel. Sehr zu empfehlen ist das 1.330,- Euro teureNavigationssystem, denn hier ist zudem eine Rückfahrkamera integriert. Ohne jeglichen Aufpreis und bei jeder Ausstattungslinie erhalten alle Käufer die vorbildliche Fünfjahres-Garantie auf Fahrzeug und Mobilität.

Stand: Januar 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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