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Hyundai i40 blue Kombi

Man mag es kaum glauben, Hyundai ist erst seit rund 20 Jahren in Deutschland vertreten, und spätestens mit der jüngsten Generation von i20, i30 und i40 haben sich die Koreaner einen Spitzenplatz bei uns erobert. Der i40 Kombi macht da keine Ausnahme, kann mit seinem enormen Platzangebot ebenso punkten wie mit seiner dynamischen, edlen Optik, dem Verbrauch, dem Fahrwerk etc. Zwar ist er auch längst kein Billigangebot mehr, aber setzt man Preis und serienmäßige Ausstattung in Relation, stellt er seine Mitbewerber in den Schatten. Viel Licht lässt er dagegen mit dem großen Panorama-Glasdach ins Wageninnere und mit zahlreichen Assistenzsystemen zur Unfallvermeidung kann er auch glänzen.

Erstmals steigt Hyundai mit dem i40 in das D-Segment, also die traditionelle Mittelklasse, mit einem speziell für Europa entwickelten Modell ein. Und das sieht richtig schick aus, unglaublich dynamisch, von vorne bis hinten. Gleichzeitig demonstriert der i40 Kombi Solidität, was sich nicht nur in den engen und exakten Spaltmaßen wiederspiegelt.

Der Wind scheint die großen Scheinwerfer mit dem markanten LED-Tagfahrlicht wie Tropfen nach hinten bis weit in die Seite zu wehen, dazwischen das mittlerweile gut bekannte typische Hyundai-Gesicht. Der Schwung der Front zieht sich elegant und sportlich zugleich über die flach stehende Frontscheibe um nach sanftem Bogen nach hinten abzufallen. Dazu die ansteigende Gürtellinie und fertig ist einer dynamischsten Kombis auf dem Markt.

Dazu gesellen sich zahlreiche Chromdetails an den Fenstern, der Spange im Kühlergrill, den echten Türgriffen und der großen Griffleiste, die als verbindendes Element zwischen den Rückleuchten dient. Der angedeutete Difussor und der große Dachkantenspoiler mit der kleinen Stabantenne unterstreichen den sportlichen Anspruch des Koreaners.

Wenn ein Auto schon von außen so dynamisch aussieht, dann wird es innen meist eng. Nicht so beim Hyundai i40 Kombi, sofort nach dem Einsteigen nimmt die Begeisterung kein Ende. Die Sitze sindausreichend groß und gut ausgeformt, sie geben guten Seitenhalt und sind straff gepolstert, zudem stehen die Kopfstützen nah am Kopf, und der zur Verfügung stehende Platz ist in Reihe eins sehr üppig, ohne dass man sich verloren vorkommt.

Noch mehr steigt die Freude, lässt man den Blick über das gelungene Cockpit schweifen, bei dem sich eine schicke Formgebung mit feinen und hochwertigen Materialen sowie einer tadellosen Verarbeitung und Bedienbarkeit zusammenfinden. Alles wirkt modern, alle Schalter sind gut zu erreichen und einfach zu bedienen.

Sehr schön macht sich die große Klavierlackapplikation in der Mittelkonsole, meckern kann man hier eigentlich nur darüber, dass sie den Staub magisch anzieht. Der Bildschirm vom Navigationssystem ist schön weit oben platziert, hier wird auch Radio und Co. angezeigt, alles mit Touchscreen und praktisch idiotensicher und rein intuitiv zu bedienen. Stellt man hier die Sprachansage aus, wird beim Neustart diese automatisch wieder aktiviert. Kein Problem also bei einem Fahrerwechsel.

Die Sitzverstellung funktioniert einfach elektrisch bis hin zur Lordosenstütze, und die Tasten sind auch dann noch gut erreichbar, wenn die Tür geschlossen ist. Sehr schön läuft die Applikation aus gebürstetem Aluminium mit sanftem Schwung übers Armaturenbrett bis in die Türen und taucht selbst in den hinteren Türen wieder auf.

Sitz- und Lenkradheizung sind hier praktisch Standard. Auch die modernen Tasten im Lenkrad sind beleuchtet, und auch hier lockert eine schicke Aluapplikation wieder auf. Das Lenkrad ist gut ausgeformt schön griffig. Längst nicht immer selbstverständlich und für alle im Auto wartenden Männer sonst ein oft bekanntes Übel wurde hier umgangen: Dauert der Einkauf der Frau länger, schaltet der i40 Kombi erfreulicherweise nicht schnell das Radio aus, sondern zeigt lediglich im Display eine Batteriewarnung an.

Also schauen wir mal nach hinten, und jetzt kommt die Überraschung. Denn auch hier kommt man nicht nur bequem rein und raus, man hat auch in Reihe zwei richtig viel Platz, demrekordverdächtig langen Radstand sei Dank. Nur große Füße bleiben schon mal an der unteren B-Säule hängen wenn es wieder raus gehen soll.

Der Platz ist hier auch hinter 1,80 m großen Fahrern sehr üppig, gut 10 cm Freiraum am Knie bei ebenfalls 1,80 m großem Mitfahrer und auch der Kopfraum ist trotz der sportlich absinkenden Dachlinie noch sehr gut, die Kopfstützen sind für 1,80 m Menschen weit genug ausziehbar und die individuelle Lehnenverstellung verstärkt zusätzlich den Komforteindruck.

Jetzt möchte man vermuten, dass dann wenigsten der Laderaum zu kurz kommt. Doch weit gefehlt. Schon in der Grundstellung gehen sehr gute 577 Liter ins Gepäckabteil, und das durch eine sehr weit öffnende Heckklappe mit niedriger Ladekante, die mit einer edlen Aluleiste geschützt ist.

Im Kofferraumboden sind auf Wunsch Schienen mit einem Befestigungssystem untergebracht, der stabile Boden kann vorgeklappt werden und darunter sind noch mal mehrere Fächer. In die Gepäckraumabdeckung wurde auch ein Trennnetz integriert und jeder denkbare Stauraum wurde optimal genutzt, auch in den Seitenfächern ist noch ein Zusatzfach im Boden für allerlei Kleinigkeiten.

Und wer mehr als nur Kleinigkeiten transportieren will kann mit einem Zug die im Verhältnis 40 zu 60 geteilten Rücksitze umklappen, dann wächst das Stauvolumen auf stolze 1.731 Liter an. Dass die Ladefläche dabei nicht ganz eben ist und leicht nach vorne ansteigt ist leicht zu verschmerzen.

Wenn Sie sich für den Hyundai i40 Kombi entschieden, werden Sie sich als Fahrer schnell eine neue Art der Ein- und Ausstiegsprozedur angewöhnen, denn der Fahrersitz fährt automatisch zurück. Das bedeutet, dass Sie schon während des Einsteigens auf den Startknopf drücken, ohne dass die Füße die Pedale erreichen. Gleichzeitig sollten Sie aber auch schon den Gurt gegriffen haben, denn wenn man weit vorne sitzt, ist der ganz hinten schwer erreichbar. Und erst wenn der Sitz vorgefahren ist, werden Sie den Wagen richtig starten.

Und so muss man sich auch erst daran gewöhnen, dass wenn man den Wagenmit der Start-Stopp-Taste ausschaltet, der zurückfahrende Sitz einem sofort die Füße von den Pedalen zieht.

Einen feinen Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Komfort haben die Entwickler auch beim Fahrwerk und der Federung gefunden. So geht es dann nicht nur auf langen Autobahnetappen sehr entspannt dahin, auch kurvenreiche Landstraßen, selbst mit Straßenschäden, können den Komfort nicht schmälern und bringen den Fahrer auch dann nicht ins Schwitzen, wenn es mal flotter dahin gehen soll.

Daran hat auch die angenehm streng und direkt arbeitende Lenkung eine großen Anteil. Sie agiert nicht nur sehr präzise und gibt eine gute Rückmeldung von der Straße, sondern gestattet mit elektrisch unterstützendem Servo ein äußerst leichtgängiges Rangieren. Willig folgt der i40 Kombi jeder Lenkbewegung, wieselt agil um die Pylonen und zeigt sich in schnellen Kehren leicht untersteuernd sehr gutmütig. Nur bei mehrmaligem schnellen Richtungswechsel, wie wir ihn im Slalomtest simulieren, wird aus dem Untersteuern ein zunehmendes Übersteuern, schwenkt das Heck ein wenig nach.

Neben dem elektronischen Stabilitätsprogramm sorgt das Stabilitätsmanagement VSM für stets sicheres Fahren, es greift dezent und nur wenn nötig ein.

ABS, elektronische Bremskraftverteilung, Bremsassistent Traktions- und Kurvenbremskontrolle sowie innenbelüftete Scheibenbremsen rundum sorgen für sehr gute Verzögerungen, auch auf schlecht ausgebauten Strecken mit wechselndem Untergrund. Spurtreu und nur mit leichtem ABS-Rubbeln und Riefenquietschen steht der i40 Kombi aus Tempo 100 nach etwas über 39 Metern, und das auch noch nach der 10. Vollbremsung. Dabei spricht die Bremsanlage schnell an und lässt sich angenehm dosieren. Eine feine Sache ist auch die elektronische Parkbremse.

Mit dem 1.7 CRDi Einstiegsdiesel mit 85 kW / 116 PS in Kombination mit 260 Nm maximalem Drehmoment, das bereits zwischen 1.250 und 2.750 U/min anliegt, ist man eigentlich ausreichend stark motorisiert, zumindest so lange man es nicht drauf anlegt, wirklich flott unterwegs sein zu wollen, danngeht dem kleinen Diesel etwas die Puste aus. Um im Verkehr mitzuschwimmen reicht seine Leistung vollkommen aus.

Dabei geht der Reihen-Vierzylinder schon am Start angenehm kultiviert zu Werke, und daran ändert sich auch im normalen Fahralltag nichts. Nur wenn man ihn ständig ausreizt wirkt er ein wenig gequält. Daran kann dann auch häufiges Schalten nicht viel ändern.

Dabei gehört auch die serienmäßige Sechsgang-Schaltung zu den angenehmen Dingen des Fronttrieblers. Auf ausriechend kurzen Wegen gleitet der Schalthebel schön straff und exakt durch die Kulisse von Gang zu Gang, den leichten Holperer über die Leerlaufstellung kann man dabei leicht verschmerzen. Die Abstimmung passt gut zum Fahrzeug, die etwas länger übersetzten oberen Gänge macht der Motor mit seinem guten Drehmoment locker wieder wett.

Und wenn man ihn langsam fährt, kann man auch mit 5 bis 5,5 Litern im Mix hinkommen, lässt man es flott angehen, sind es mindesten ein Liter mehr. Allemal gute Werte, auch wenn wir die vom Hersteller angegebenen 4,3 Liter im Mix nicht erreicht haben.

Von Null auf Tempo 100 beschleunigt der Koreaner in 12,9 Sekunden, bleibt man am Gas wird er bei Bedarf ordentliche 190 km/h schnell. Und selbst dann bleibt der Motor unaufdringlich. Im Schnitt stößt der kleine Diesel in der blue-Version 113 g CO2 pro km aus.
Tadellos arbeitet die Start-Stopp-Automatik, die zudem bei jedem Ampelstopp die Sekunden zählt und anzeigt, die der Motor steht.

In Sachen Sicherheit bietet Ihnen Ihr Hyundai i40 Kombi falls gewünscht bis zu neun lebensrettende Luftsäcke, denn neben den sechs „Standard-Airbags“ können Sie noch mit einem Fahrer-Knieairbag und Seitenairbags für die Fond-Passagiere aufrüsten. Selbstverständlich sind die Kopfstützen und Dreipunktgurte auf allen Plätzen (vorne mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern) serienmäßig an Bord.

Und dann können Sie noch optional einen Spurhalte-Assistenten ordern, oder das adaptive Fahrlicht (AFLS), eine Riefendruckkontrolle und die Einparkhilfe Smart Parking Assist, die nicht nur beim Erkennender passenden Lücke behilflich ist, sondern auch aktiv beim Rangieren zur Sache geht.

Den von uns gefahrenen Hyundai i40 Kombi mit dem 85 kW 1.7 CRDi Motor wird in den beiden Ausstattungsvarianten Comfort (24.990,- Euro) und Style (27.790,- Euro) und als blue, ebenfalls in der Style-Version für 28.190,- Euro angeboten.

Dabei ist schon die Basis gut ausgestattet, gehören doch neben der Alarmanlage, dem Berganfahrassistenten, dem ESP, ISOFIX, aktiven Kopfstützen für Fahrer und Beifahrer, Lichtsensor und Licht-aus-Automatik sowie Nebelscheinwerfern auch elektrisch bedien- und beheizbare Außenspiegel mit integrierten Blickleuchten, das LED Tagfahrlicht, LED-Rückleuchten, die Zentralverriegelung, 205er Reifen, die Dachreling, getönte Scheiben rundum, ein Audiosystem mit sechs Lautsprechern, elektrische Fensterheber, Gepäckraumabdeckung, Trenn-Netz, Ablagebox, Klimaanlage, Lederlenkrad und Sonnenblenden mit beleuchteten Make-up-Spiegeln zum Standard.

In der Variante Style kommen dann noch die Klimaautomatik, der Tempomat, eine Fußraum-Ausleuchtung, verchromte Türgriffe, Alufelgen sowie zahlreiche Optionen hinzu, die jedoch nicht für die Basis angeboten werden.

Hierzu zählt beispielsweise die 6-Stufen-Automatik für 1.400,- Euro, ein Navi mit 6,5 Zoll-Monitor für 1.510,- Euro, ein Panorama-Hub-Schiebedach für 1.410,-, ein Pluspaket u.a. mit beheizbarem Lenkrad, Scheibenwischer-Enteiser und Smart-Key-System für 1-650,- Euro und einiges mehr, so können die Sitze auf Wunsch belüftet werden, so kommt schon echtes Oberklassefeeling auf.

Für alle Versionen gibt es dann noch die Metallic-Lackierung für 480,- Euro und ganz ohne Aufpreis die Fünf-Jahre-Sorglos-Garantie auf das Fahrzeug ohne Kilometerbegrenzung inkl. Mobilitätsgarantie, fünf Jahre Lackgarantie und 12 Jahre gegen Durchrostung, außerdem die 5 Jahre Hyundai Sicherheits-Checks. Die Mobilitätsgarantie verlängert sich nach jeder Wartung beim Hyundai-Händler um ein weiteres Jahr bis zu einem Fahrzeugalter von 15 Jahren und einer Laufleistung von maximal 200.000 km.

Nur alle30.000 km ist eine Wartung fällig, das lohnt sich aber nur für Vielfahrer, denn der jährliche Turnus wird dadurch nicht außer Kraft gesetzt. Die Versicherungseinstufungen lauten HPF 19, TK 22 oder VK 21.

Stand: Januar 2013; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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