// Fahrbericht / Hyundai i30 blue 1.6 CRDi Trend

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Hyundai i30 blue 1.6 CRDi Trend

Hyundai definiert sich schon längst nicht mehr nur über sehr günstige Preise. Wenn diese sich auch in der Vergangenheit mehr und mehr angepasst haben, so bieten die Koreaner dem Kunden aber auch einiges für’s Geld und bewahren sich zugleich attraktive Preisvorteile gegenüber den Mitbewerbern. So auch die zweite Generation Hyundai i30, die im hartumworbenen Kompaktwagen-Segment ganz klar den Klassenprimus VW Golf im Visier hat.

Ob Design, Innenraum-Ambiente, Raumverhältnisse, Ausstattungsumfang oder die Fahrwerkseigenschaften, die zweite Generation des i30 überzeugt. Wenn es derzeit auch noch an starken Motorvarianten mangelt, kann Hyundai auf der anderen Seite mit dem 128 PS turboaufgeladenen Dieseldirekteinspritzer auftrumpfen. Der mit 3,7 Liter Durchschnittsverbrauch und einem Kohlendioxid-Ausstoß von gerade mal 97 g/km mit der besten Effizienzklasse A+ gekennzeichnet ist.

Die Formensprache Fluidic Sculpture ist mittlerweile charakterisierend für die Hyundai-Modelle, so auch für den i30. Die Koreaner haben es geschafft, sich mit stets dynamischen Blechkleidern nicht nur vom gängigen Bild abzuheben, sondern auch kraftvoll hervorzustechen.

Ebenso für die Marke prägend ist der auffallende Hexagonal-Kühlergrill, der in Verbindung mit den großen Scheinwerfern und den markanten Nebelleuchten eine sehr stimmige Front bildet.

Dessen energiegeladene Linienführung erstreckt sich über die Motorhaube sowie die herausgearbeiteten Kotflügel über die gesamte Seitenansicht bis hin zum knackigenHeckabschluss.

Und auch hier haben die Designer ein glückliches Händchen bewiesen, die nun horizontal verlaufenden Rückleuchten verleihen der zweiten Generation einen deutlich breiteren Stand. Der sportliche Eindruck wird durch den neu gezeichneten Stoßfänger sowie den Dachkantenspoiler weiter verstärkt.

Auch der Innenraum unterzog sich einer grundlegenden Überarbeitung, so ist nicht nur die optische Anmutung mit reichlich Alu-Applikationen und je nach Ausstattung mit Klavierlack-Elementen deutlich stimmiger und hochwertiger, auch die Materialqualität konnte spürbar gesteigert werden. Die gelungene Cockpitausrichtung hält zudem alle wichtigen und groß ausgeführten Bedienelemente in optimaler Reichweite bereit.

Das komfortable Gestühl liegt ganz auf Klassenniveau und so ist auch hier der Seitenhalt noch ausbaufähig, vielmehr ist es aber jedoch der mangelnde Widerstand im Rücken der uns aufstößt. Dieses Defizit kann jedoch durch eine optionale Lordosenstütze aus dem Weg geräumt werden.

Stets serienmäßig ist dagegen das komfortabel in Höhe und Weite verstellbare Lenkrad und so lässt sich in Verbindung mit dem leicht justierbaren Sitz mühelos und rasch die optimale Sitzposition finden.

Auch was die Raumökonomie betrifft konnten die Koreaner eine Verbesserung erreichen und bieten Großgewachsenen nicht nur vorn hervorragenden Platz. Der Fond hält zwei weitere Sitzplätze sowie einen Mittelsitz für eine fünfte Person bereit. Ausgenommen von diesem, der wie gewohnt keine komfortable Lösung für Langstrecken darstellt, ist die Beinfreiheit mehr alsüppig. Und auch die Kopffreiheit hält ausreichend Luft parat, selbst in Verbindung mit dem optionalen Panorama-Glasschiebedach.

Doch nicht nur das Raumangebot für die Passagiere ist angewachsen … Neben dem vergrößerten Handschuhfach und den zusätzlichen Getränkehaltern hinten stellt der Kofferraum ein gesteigertes Volumen von 378 Liter zur Verfügung.

Wenn der Hyundai i30 auch nicht mit einem modernen Sitzklappmechanismus aufwarten kann, so lässt sich im Verhältnis 60:40 durch Vorklappen der Sitzfläche und dem Herunterklappen der Lehne das Ladeabteil auf 1.316 Liter erweitern. Der entstehende Gepäckraumboden ist allerdings nicht ganz eben.

Immer wieder haben wir uns dabei ertappt, wie wir zum Hyundai-Logo griffen um den Kofferraum von außen zu öffnen, doch während hier die Rückfahrkamera platziert ist, befindet sich der Öffner ein Stück darunter.

Ist der richtige Griff bedient, öffnet die Luke sehr weit, die Ladekante ist ausreichend niedrig, ebenso die darauffolgende Schwelle.

Dass Hyundai seine Hausaufgaben gemacht hat, beweist der i30 so gut wie in allen Punkten, so auch dem Fahrwerk. Dieses erlaubt einen derart sportlichen Fahrstil, dass letztlich der Motor für diese souveräne Performance nicht genug hergibt.

Doch hat man genug Schwung im Gepäck, meistert man enge Kehren absolut spielerisch. Das fahrdynamische Stabilitätsmanagement VSM in Verbindung mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm ESP greift gegen das dezent auftretende Untersteuern gezielt ein, ohne aber dem Fahrer das Ruder aus der Hand zu nehmen oder sich gar störend inden Vordergrund zu drängen.

Die durchaus direkte Lenkung stellen wir in diesen agilen Fahrsituationen gerne auf Sport, um noch mehr Rückmeldung zu erhalten. Womit ich auch schon zur Neuheit „Flex Steer“ kommen möchte. Diese Lenkkraftunterstützung lässt sich in drei Stufen regeln und bietet neben dem Modus „Normal“ die erwähnte Sport-Einstellung oder aber die Stufe „Komfort“, die uns beispielsweise beim Rangieren spürbar entgegenkommt.

Doch trotz der sehr dynamischen Eigenschaften, kann der Hyundai i30 auch bei schlechter Straßenbeschaffenheit sein Talent unter Beweis stellen. So zeigen sich die Feder-Dämpfereinstellungen auch hier angenehm ausgewogen, Kopfsteinpflaster oder aber auch Querfugen schluckt der Kompakte recht erhaben.

Dem positiven Eindruck steht auch die Bremsanlage in nichts nach. Standfest und gut in der Dosierung, kommt sowohl das ABS inklusive elektronischer Bremskraftverteilung wie auch ein Bremsassistent den Scheibenbremsen rundum unterstützend zur Hilfe und verzögern das Fahrzeug sowohl bei Nässe als auch im kalten wie warmen Zustand vorbildlich.

Fünf Aggregate umfasst das i30-Motorenportfolio, unser Testfahrzeug war mit der verbrauchsoptimierten blue-Variante des 1,6-Liter-CRDi-Aggregats bestückt.

Angetrieben von 94 kW (128 PS) kommt diese Version laut Hersteller auf hervorragende 3,7 Liter Normverbrauch. Was einer Reduzierung von weiteren 0,4 Litern gegenüber der Variante ohne Start-Stop-Automatik ISG und Leichtlaufreifen entspricht.

Unschlagbar ist die blue-Variante auch betreffend der Emissionswerte, mit nur 97 Gramm proKilometer reiht sich der neue i30 blue 1.6 CRDi als einer der wenigen Fahrzeuge in die Energieklasse A+ ein.

Doch selbst wenn wir die Disziplin mal bei Seite nehmen, und auch die Schaltempfehlung außer Acht lassen – deren Hinweise ein teils niedertouriges Motorenbrummen zur Folge haben – erweist sich der i30 nicht als Spritschlucker.

Reizen wir das maximale Drehmoment von 260 Nm aus und drehen die Gänge hoch, schafft es der Kompakte in 10,9 Sekunden von Null auf Tempo 100. Während der Selbstzünder gerade unten herum einen durchaus spritzigen Eindruck vermittelt und auch akustisch nicht störend in Erscheinung tritt, wird mit zunehmendem Tempo die Luft jedoch immer dünner bis sie dem i30 letztlich bei einer Höchstgeschwindigkeit von 188 km/h ausgeht.

Die Schaltarbeit wird über ein manuelles Sechsganggetriebe verrichtet. Dieses ist an sich auf angenehm kurzen Wegen geführt, wirkt teils aber hölzern und gegen Ende leider auch hakelig, was auch akustisch zu vernehmen ist.

Die von Hyundai entwickelte Sechsstufen-Automatik steht zwar dem 1.6 CRDi optional zur Wahl, aber nicht der „blue“-Variante.

Mit dem neuen Hyundai i30, der erstmals neben den bereits normalen sechs Airbags (Front-, Seiten- und Windowbags) auch über einen Knieairbag verfügt, ist man nicht nur sparsam, sondern auch sicher unterwegs, wie Topbewertungen im Euro-NCAP-Crashtest belegen.

Das effizienteste Modell im Portfolio, der i30 blue 1.6 CRDi ist ausschließlich in der mittleren Ausstattung Trend erhältlich. Während die Basisversion Classic ohnehin nur für die 1.4 Liter Motoren verfügbarist, steht die Topversion Style zwar auch für den 94 kW starken 1.6 CRDi zur Wahl, allerdings nicht für das Sparmodell „blue“.

21.530,- Euro verlangt Hyundai dem Kunden für dieses Modell ab, das weit mehr als nur eine Start-Stopp-Automatik oder Leichtlaufreifen vorweisen kann.

Ergänzend zu den Features der Basisausstattung, die bereits eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektrische Fensterheber vorne, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, eine Klimaanlage sowie eine Audioanlage umfasst, finden wir hier zudem Annehmlichkeiten wie beispielsweise die anklappbaren Außenspiegel inklusive integrierten Blinkleuchten, elektrische Fensterheber auch hinten, ein Leder-Lenkrad sowie -Schaltknauf, Lenkradtasten für die Audioanlage, eine Höhenverstellung auch für den Beifahrersitz und eine Einparkhilfe hinten sowie das Kurvenlicht vor.

Je nach Budget und Wunsch, können Sie ihren i30 um Einzeloptionen wie dem Xenon-Licht, der elektrischen Parkbremse, Navigationssystem mit sieben Zoll großen Touchscreen-Farbmonitor inkl. Rückfahrkamera oder dem großflächigen Panorama-Hub-/Schiebedach ergänzen.

Für die Variante Trend stehen außerdem das Klima-Paket für 1.300,- Euro zur Wahl sowie das mit 1.290,- Euro angepriesene Plus-Paket, das den i30 nicht nur optisch aufwertet, sondern mit einer Einparkhilfe vorne, einem Regensensor, einer Geschwindigkeitsregelanlage mit Speedlimiter und unter anderem einer Bluetooth-Freisprecheinrichtung punktet.

Mit der serienmäßigen Fünfjahres-Garantie ohne Kilometerbegrenzung hat Hyundai auch bezüglich derGarantieleistung einiges zu bieten und stellt nicht nur das Wolfsburger Pendant gehörig in den Schatten. Einzig der Konzernschwester Kia müssen sie sich geschlagen geben, die mit einzigartigen sieben Jahren auftrumpfen.

Stand: Februar 2013; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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