// Fahrbericht / Hyundai i10 1.2 Style

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Hyundai i10 1.2 Style

Mit dem aktuellen Facelift passt der i10 jetzt noch besser in die Familienoptik und er sieht frischer und dynamischer aus. Geblieben ist das gute Platzangebot in Reihe eins und zwei, für den Wocheneinkauf muss der Kofferraum jedoch durch Umklappen der Rücksitze erweitert werden. Das Fahrwerk ist sportlich mit ausreichend Komfort, die Bremsen lassen sich gut dosieren und packen fest zu, auf schlechter Straße hat er aber Probleme bei der Vollbremsung. Der Motor ist um sechs PS erstarkt und bringt jetzt 86 PS an den Start, das reicht aber für flotte Landstraßentouren nicht aus, der Verbrauch liegt im Mix bei 4,6 Litern Super. Absolut tadellos sind die üppige Ausstattung des Style und die umfangreichen Garantieleistungen.

Er ist richtig schick geworden, der neue kleine Hyundai i10. Die beiden Kühleröffnungen mit Gitter in Wabenstruktur verschmelzen fast schon zu einer Einheit, dazwischen trägt der Einsatz in Wagenfarbe das Nummernschild. Geschwungen und weit nach hinten reichend flankieren ihn die Scheinwerfer, markant und schön gelöst die Nebelscheinwerfer in der Frontschürze.

Die Gürtellinie steigt nur sanft an, für Schwung sorgen das abfallende Dach sowie der Aufwärtsknick am hinteren Seitenfenster. Während der neue i10 an der Front ganz auf Rammschutz verzichtet, ist er an der Seite und am Heck gut ausgeprägt. Schade, dass er nur Halbschalen-Türgriffe hat, im Falle einer Unfallrettung von Nachteil. Ansonsten öffnen die vier Türen auf sanften Zug und fallen auch leicht wieder ins Schloss.

Auf den hohen Fertigungsstandard deuten nicht nur die exakten, engen Spaltmaße hin, auch die Tatsache, dass auch auf Kopfsteinpflaster nichts klappert, sprechen für den Koreaner.
Das Heck erinnert noch am ehesten an den Vorgänger, aber neue Rückleuchten, eine neue Heckschürze mit schickintegrierten Rückstrahlern sorgen auch hier für einen frischen Eindruck, den auch das strahlende Blau der Lackierung unterstreicht.

Geblieben sind die (vor allem hinten) kurzen Fahrzeugüberhänge, die dem i10 einen ordentlichen Radstand verschaffen, der wiederum mit dazu beiträgt, dass es im Winzling nicht zu eng zugeht. Lediglich die C-Säule macht sich etwas breit, was der Rundumsicht nicht gerade dienlich ist, nachdem der i10 aber praktisch mit dem Heckfenster endet, ist er doch gut einzuparken.

Der Fünftürer ist auch als Fünfsitzer konzipiert, wirklich bequem sitzen aber nur vier Erwachsene, der Mittelsitz ist mehr ein Notlösung. Der Einstieg gelingt hinten ganz gut, beim Raus wird es im Fußraum etwas eng. Ansonsten sitzt man auch als 1,80 m großer Mitfahrer hinter einem 1,80 m großen Fahrer noch ganz bequem, auch am Kopf hat man noch gut 2 cm Luft, die Kopfstützen haben dann aber ihr Ende längst erreicht.

Vorne gelingt der Ein- wie auch der Ausstieg sehr bequem und man findet richtig gute Platzverhältnisse vor. Die Sitze sind straff gepolstert und für einen Stadtflitzer richtig gut ausgeformt. Für die Lehnenverstellung kommt zwar nur ein Hebel zum Einsatz, mit der Rasterung kann man aber zufrieden sein. Der Fahrersitz ist zudem höhenverstellbar, hat aber keine Lordosenstütze. Schnallt man sich schon ab, während der Wagen noch rollt, dann piepst der Kleine auch dann noch, wenn man schon längst ausgestiegen ist (und der Motor aber noch läuft).

Unsere Sitze waren mit blauen Mittelbahnen bezogen, die harmonieren farblich nicht ganz mit den ganz dezent-blauen Einsätzen im Armaturenbrett und in den Türen, und die wiederum auch nicht mit dem Blau der Außenfarbe.

Das Cockpit ist vom Vorgänger übernommen und nur dezent überarbeitet. Gut gefallen haben uns die großflächigen Alu-Applikationen ebenso, wie die gesamte Verarbeitungund die Materialanmutung des verwendeten Kunststoffs. Dass sowohl das Handschuhfach wie auch die Schalter im nur höhenverstellbaren Lenkrad nicht beleuchtet sind, ist in dieser Klasse leider üblich.

Modern geben sich die Rundinstrumente, jetzt serienmäßig mit Drehzahlmesser wie auch die Radiobedieneinheit im Armaturenbrett und die zugleich praktischen Drehregler für die Heizung und Lüftung.

Kommen wir also noch mal zurück nach hinten, wo sich durch das Umklappen der Rücksitze das Stauvolumen des Kofferraums auf 925 Liter erweitern lässt. Dazu werden die Sitzflächen hochgeklappt (geteilt im Verhältnis 40 zu 60) und dann die Lehnen vorgeklappt. Sind die Vordersitze nicht zu weit nach hinten gefahren, können die Kopfstützen sogar dran bleiben, falls nicht, gibt es Aufnahmevorrichtungen dafür.

Zurück bleibt eine ebene Ladefläche und ein gut nutzbarer Stauraum, unter dem Boden sind zusätzliche Fächer verbaut. Bleiben die Sitze oben, reicht das 225 Liter Gepäckabteil kaum aus, vor allem nicht für einen Wocheneinkauf, aber in jedem Fall glänzt der i10 mit einer niedrigen und gut geschützten Ladekante, die Stoßstage ist dagegen wie so oft ungeschützt.
Die Heckklappe öffnet zwar weit, ab 1,85 m Köpergröße kann man sich aber doch mal den Kopf stoßen. Wesentlich unangenehmer war aber zweifelsohne die Tatsache, dass man die Gepäckraumabdeckung von Hand hoch und vor allem vor dem Schließen der Heckklappe wieder runter klappen musste. Nicht dass so ein Testfahrer dafür zu faul ist, es braucht ziemlich lange, bis man sich daran gewöhnt hat, das es einfach nicht automatisch passiert. Und dann sitzt man im Auto und sieht im Rückspiegel außer der hochstehenden Abdeckung praktisch nichts. Also wieder raus, Heckklappe auf …

Unser Testwagen in der Ausstattungslinie Style kann dafür mit einer Ablagebox im Gepäckraum, Taschen an denVordersitzlehnen sowie einem Fach unter dem Beifahrersitz erfreuen.

Auch wenn sein Haupteinsatzgebiet die Stadt und der Nahverkehr ist, so gefällt uns die sportliche Fahrwerksauslegung seht gut, zumal der Komfort nur auf wirklich schlechten Strecken auf der selben bleibt. Ansonsten ist man mit dem Zwerg bestens bedient, er geht willig um die Ecken und schiebt nur leicht über die Vorderräder, das Heck schwingt sanft mit.
Im Slalomtest geht er flott zur Sache, schmeißt allerdings sich und seine Insassen ganz schön hin und her. Die gefühlvolle Lenkung arbeitete direkt und angenehm straff, vor allem in der Stadt und beim Einparken ist der i10 kinderleicht zu manövrieren, der kleine Wendekreis von 9,50 Metern lässt auch kleine Parklücken ihren Schrecken verlieren.

Zum guten Komfort trägt auch der nicht nur im Stand sehr leise Motor bei, der erst unter Vollgas ein wenig laut wird. Das gilt ab Tempo 100 auch für die Windgeräusche und auf Kopfsteinpflaster werden auch die Abrollgeräusche deutlich mehr, ein Knistern oder gar Klappern ist aber nicht zu vernehmen.

Anders als während der Pressevorstellung mitten in der Großstadt konnten wir im Rahmen unserer Testfahrten auch die Bremsen richtig unter die Lupe nehmen. Mit Scheibenbremsen vorn und Trommelbremsen hinten ist die Basis ausgestattet, als Extra im Paket gibt es auch Scheibenbremsen hinten. So lässt sich der i10 gut dosiert bremsen, das Ansprechverhalten ist tadellos. Auch bei einer Vollbremsung legen sich die Bremsen gut ins Zeug, und so steht der Koreaner aus Tempo 100 nach 39 Metern.

Anders sieht es aus, wenn der Straßenzustand schlecht ist, wechselnde Beläge oder gar Abschnitte mit Schotter auftauchen, dann rutscht der Wagen bei einer Vollbremsung aus Tempo 100 hin und her und bricht sogar fast aus, da hat der Fahrer dann alle Hände voll zu tun, und das trotz ABS und elektronischerBremskraftverteilung.

Unser Testwagen war mit dem stärkeren der beiden derzeit angebotenen Benziner ausgestattet, dem 1,2 Liter großen Vierzylinder mit nun 63 kW/86 PS und einem maximalen Drehmoment von 121 Nm. Für die Stadt reicht das mehr als aus, aber schon auf der Landstraße muss man den Kleinen ganz schön hernehmen, um wirklich flott zu sein, dann geht ihm vor allem am Berg schnell mal die Puste aus.

Trotzdem ist der Sound des 16-Ventiler stets angenehm, im Stand (dann auch von außen) und in der Stadt bleibt der Motor sehr leise. Um seine Fahrweise möglichst ökologisch zu gestalten, hilft der i10 mit einer Schaltpunktanzeige. Allerdings ist die bisweilen etwas übermotiviert. Selbst während man kaum noch den Berg hoch kommt, will die Elektronik dass geschaltet wird – in den nächst höheren Gang versteht sich.

Um mit dem i10 flott auf der Landstraße unterwegs zu sein, muss man in bei Drehzahllaune halten, also öfter mal schalten. Das ist mit dem serienmäßigen Fünfgang-Getriebe kein Problem, der Schalthebel flutscht auf ausreichend kurzen Wegen gut durch die Kulisse, der kleine Holperer über die Leerlaufstellung ist leicht zu verschmerzen.

Nutzt man sein Potential aus, geht es in 12,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und weiter bis zur Höchstgeschwindigkeit von 169 km/h. Dann sind die ansonsten guten Verbrauchswerte aber nicht mehr zu erreichen und bei Topspeed wird er auch laut. Normal im Verkehr mitgeschwommen kann der i10 1.2 in der Stadt mit 5,6 Litern, außerorts mit 4,1 Litern und im Mix mit 4,6 Litern Super auskommen, Werte, mit denen er seinen kleinen Bruder auf jeden Fall nicht zu fürchten braucht.

Der CO2-Ausstoß liegt im Mix bei 108 g/km, Euro 5 wird erreicht – und dabei muss der kleine Koreaner auf eine Start-Stopp-Automatik verzichten, die vor allem in der Stadt noch so manches Einsparpotential bereithaltenwürde.

Front- und Seitenairbags gehören wie die Dreipunkt-Automatikgurte auf allen Plätzen, vorne höhenverstellbar sowie mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern wie auch die höhenverstellbaren Kopfstützen zur serienmäßigen Sicherheitsausstattung.

Gegen Aufpreis (910,- Euro) kommt man auch in den Genuss des Sicherheitspaktes mit Vorhangairbags vorne und hinten. Außerdem gehören aktive Kopfstützen, das elektronische Stabilitätsprogramm ESP sowie Scheibenbremsen an der Hinterachse mit dazu.

Unser Hyundai i10 1.2 ist nur in der allerdings gut bestückten Version „Style“ ab 12.290,- Euro erhältlich, den Einstieg mit dem 1.1 schafft man schon ab 10.290,- Euro.

Unser 1.2 Style umfasst neben den bereits in der Basis enthaltenen serienmäßigen Ausstattungsdetails wie dem Drehzahlmesser, der Servolenkung und Zentralverriegelung, einer beheizbaren Heckscheibe inkl. Heckscheiben-Wisch-/Waschanlage etc. auch eine Alarmanlage, Nebelscheinwerfer, Funkfernbedienung für die ZV, in Wagenfarbe lackierte Außenspiegel, Ablagetaschen in den Sitzlehnen und eine Ablagebox unter dem Beifahrersitz, Radio-CD mit sechs Lautsprechern, Radiofernbedienung, ein Farbpaket mit roten oder blauen Akzenten in den Sitzflächen, an den Armlehnen und am Armaturenbrett sowie elektrische Fensterheber vorn und hinten.

Da bleibt nicht mehr viel für die Aufpreisliste. Hier finden wir für 330,- Euro die Metallic- oder Mineraleffektlackierungen, eine Klimaanlage für 890,- Euro, ein Automatikgetriebe mit vier Stufen für 1.090,- Euro und das bereits erwähnte Sicherheitspaket u.a. mit ESP für 910,- Euro.

Die Dreijahresgarantie auf das Fahrzeug gilt ohne Kilometerbegrenzung, auf Durchrostung sind es 12 Jahre. Und die Mobilitätsgarantie von drei Jahren verlängert sich nach jeder Wartung bei einem Hyundai-Vertragspartner um ein weiteres Jahr – bis zu einem Fahrzeugalter von 15Jahren und maximal 200.000 km. Eine Wartung ist erstmals nach 15.000 km und danach alle 20.000 km bzw. einmal pro Jahr fällig. Die Versicherungseinstufungen lauten für den i10 1.2 14 bei HPF, 15 bei TK und 16 bei VK.

Stand: Juli 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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