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Honda e Prototype

Honda hat zu einer ersten ausführlichen Sitzprobe geladen und so durften wir uns bereits den Honda e ganz genau ansehen. Offiziell noch als Konzeptfahrzeug deklariert, bekamen wir mit dem Honda e Prototype – bei dem es sich tatsächlich um ein Einzelstück handelt – zweifelsohne ein sehr seriennahes Fahrzeug zu sehen. Der Honda e wird mit den Kameras als Außenspiegel, den versenkten Türgriffen und den zahlreichen weiteren Technik-Features bereits Ende des Jahres in Produktion gehen und ab März 2020 den Weg auf unsere Straßen finden. Das endgültige Serienmodell wird erstmals auf der IAA im September 2019 zu sehen sein.

Rein als Elektrofahrzeug konzipiert, basiert der Honda e Prototype auf einer völlig neuen Plattform und kommt als viertüriger Kleinwagen auf eine Außenlänge von ca. 3,90 Meter, ist ungefähr 1,77 Meter breit.

Elektromobilität macht für den urbanen Verkehr am meisten Sinn und so ist man in der City mit einem kompakten Fahrzeug am besten aufgehoben. Diesen vernünftigen Ansatz paart Honda miteiner Optik, die nicht nur designorientierte Kunden begeistert.

Eine gelungene Optik trifft auf zahlreiche Gimmicks. Die bündig angebrachten, ausfahrbaren Türgriffe werden ebenso den Weg ins Serienmodell finden, wie die Außenkameras, die statt der herkömmlichen Seitenspiegel verbaut werden. Wohlgemerkt stets ohne Aufpreis!

Die Kameras sind beim Honda Modell klein gehalten und ragen nicht einmal über die Radhäuser hinaus. Der Verzicht auf klassische Außenspiegel und das kompakte Format des Außenspiegel-Kamerasystems reduziert den Luftwiderstand erheblich und die Gehäuse sind so geformt, dass sich keine Wassertropfen auf der Linse bilden können, der Blick bleibt stets klar.

Die Kameras übertragen ihre gestochen scharfen Bilder in Echtzeit auf zwei, jeweils links und rechts im Armaturenbrett integrierte sechs Zoll große Farbmonitore. Darüber hinaus kann das Sichtfeld deutlich erweitert und zwischen den Einstellungen „Normalansicht“ und „Weitwinkelansicht“ gewählt werden. Tote Winkel konnten somit reduziert werden und eingeblendete Hilfslinien helfen dasFahrzeug spielerisch zu rangieren.

Die Helligkeitsstufen der Innenmonitore passen sich automatisch an die Lichtverhältnisse an, die Sicht bei Nacht soll zudem erheblich besser sein, als bei herkömmlichen Außenspiegeln, ohne Blendungen oder Reflexionen.

Nur das beleuchtete Honda-Logo im Kühlergrill wird es nicht ins Serienmodell schaffen, der Gesetzgeber hat da leider (noch) was dagegen. Die Ausführung in Chrom dürfte dem tollen Auftritt aber kein Abbruch tun.

Im Innenraum setzt Honda auf Stoffe und Materialien, die man eher aus dem Wohnbereich als aus der Automobilbranche kennt. Dadurch schaffen die Japaner eine ganz besondere Atmosphäre. Das an den Armaturen verbaute Holz wirkt zudem täuschend echt und verleiht dem Cockpit in Verbindung mit den übrigen hochwertigen Stoffen einen großartigen Wohnzimmer-Wohlfühlflair.

Dieser trifft im Honda e auf eine moderne und benutzerfreundliche Bedienschnittstelle die auch optisch für Staunen sorgt. Nicht zu vergessen, der Honda e geht so in Serie!

Die Armatur beherbergt neben den Monitoren für die Außenspiegelkamerasgleich drei weitere Displays, vom Bildschirm für die Instrumenteneinheit direkt hinter dem Lenkrad bis hin zu den zwei Infotainment-Displays mit Dual-Touchscreen-Oberfläche rechts daneben. Die drei Screens scheinen förmlich zu einer beeindruckenden Einheit zu verschmelzen und verleihen dem Honda e trotz der schmalen Karosserie eine souveräne Breite.

Rückt der Blick nach rechts, haben Sie Zugriff auf das Infoangebot den Elektroantrieb betreffend, die Kommunikations- und Entertainment-Einheit bzw. die Navigationsanzeige. Ganz nach Bedarf können die Inhalte zwischen diesen beiden Touchscreen-Monitoren getauscht und programmiert werden.

Honda setzt auch beim Rückspiegel auf eine virtuelle Lösung und so gibt es alternativ ein Bild der digitalen Rückfahrkamera. Ein Gimmick, das ebenfalls den Weg ins Serienmodell findet.

Wie kompakt der Honda e auch daherkommt, die Verantwortlichen haben wirklich bestmögliche Raumverhältnisse geschaffen. So sitzen wir nicht nur vorne sehr angenehm, die durchgehende Sitzbank lädt auch hinten zum Verweilen ein. Trotz 1.80 Meter und größerfühlen wir uns auf der Rückbank sehr gut aufgehoben, selbst wenn der Fahrersitz auf lange Beine eingestellt ist. Hier holt Honda wirklich alles aus der kurzen Gesamtlänge heraus.

Die Batterien finden im Wagenboden ihren Platz, der Motor wurde im Heck platziert, so ist der Kofferraum verständlicherweise kein Raumwunder. Doch Daten zum Kofferraumvolumen liegen leider noch nicht vor.

Mit genauen Fakten die Motorleistung betreffend können wir ebenfalls nicht dienen, Honda spricht von über 100 PS und über 300 Newtonmeter Drehmoment. Nach neuer WLTP-Norm sollen mehr als 200 Kilometer mit einer Batterieladung drin sein.

Honda möchte der Reichweiten-Diskussion bewusst entgehen und konzipiert das Fahrzeug als reines Stadtfahrzeug, den Langstreckeneinsatz sucht der Honda e Fahrer nur in seltenen Fällen.

Wenn der ca. 35 kWh große Akku leer ist, kann der Honda e bis zu 50 Kilowatt ziehen und ist schnellladefähig. Das heißt, an einer entsprechenden Gleichstromsäule kann über die CCS-Steckdose die Batterie in einer halben Stunde bis zu 80 Prozent wieder aufgeladen werden.

Der Ladeanschluss ist mittig unter der schwarzen Klappe auf der Motorhaube platziert, öffnen Sie diese, kann man den Ladestecker bequem von beiden Fahrzeugseiten aus erreichen. Eine LED-Leuchte unter einer transparenten Glasabdeckung zeigt den aktuellen Ladestand an.

Zu den Fahreigenschaften kann man bei einer ersten Sitzprobe natürlich keine Äußerungen tätigen, der Honda e verspricht aber zumindest mit seinem Hinterradantrieb in Kombination mit dem Elektroantrieb ein sportliches Feeling. Zudem soll der Wendekreis bei unter neun Metern liegen, im Großstadtdschungel ist diese Wendigkeit ein absoluter Traum.

Eine konkrete Preisaussage gibt es von Honda zwar noch nicht, aber fest steht es ist mit 35.000 bis 40.000 Euro zu rechnen. Doch während andere Bewerber „nackte“ Basismodelle anbieten, setzt Honda von vorneherein auf vorbildlich ausgestattete Modelle. So wird es zwei Ausstattungslinien geben, die zugegeben jede Menge attraktive Features zu bieten haben, letztlich spielt der Honda e aber im Segment der Kleinwagen mit.

Sollte Sie diese Preisvorstellung dennochnicht abschrecken, können Sie sich gegen eine Gebühr von 800 Euro eine Bestell-Option sichern. Sollten Sie es sich zu einem späteren Zeitpunkt doch noch anders überlegen, erstattet Honda die Anzahlung.

Stand: Juni 2019; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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