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Honda Civic Limousine

Zehn Generationen Civic zeigen auf, wie wichtig dieses Fahrzeug für Honda war und ist. Die Rolle des Bestsellers nahm stets die klassische Fünftürer-Version ein. Im Laufe der Jahre wurde das Schrägheck allerdings auch von einer Kombivariante und einer Stufenheckversion begleitet. Während Honda sich aktuell vom praktischen Kombi verabschiedet hat, lässt der japanische Automobilbauer von der Limousine nicht ab. Irgendwie verständlich, findet man nach dem Wegfall des Accord keine weitere viertürige Limousine im Angebot.

Die Japaner verpasstem dem neuen Civic eine wirklich gewagte Optik. Erstmals als „Weltauto“ konzipiert, rollt das Fahrzeug in allen Märkten der Welt im gleichen Blechkleid auf die Straße. Allen Geschmäckern zu entsprechen ist natürlich ein unmögliches Unterfangen. Zu Gute halten müssen wir dem Honda Civic in jedem Fall, dass er für eine Stufenheckversion auf die meist unschöne Stufe verzichtet und viel mehr wie ein schwungvolles viertüriges Coupé dasteht.

Den Innenraum entern wir in unserer Executive-Version ganz bequem mittels Keyless-Go, ein manuelles Entriegeln über die Fernbedienung ist nicht nötig, wir müssen nur den Türgriff berühren und schon ist das Fahrzeug geöffnet. Erst einmal Platz genommen, genügt ein einfacher Druck auf den Startknopf, und schon kann man losfahren. Vorher möchten wir uns jedoch das Innere der Civic Limousine etwas genauer ansehen.

Die Materialqualität und die Verarbeitung können wir nicht beanstanden – wenn diese auch nicht an BMW und Co. heranreichen kann – oder die einfache Bedienung bemängeln, doch letztlich spricht uns die optische Gestaltung nicht an. Wenn der neue Honda Civic nun auch auf eine moderneInstrumenteneinheit und einen schön integrierten Sieben-Zoll-Touchscreen setzt.

So gar nicht überzeugen konnte uns das Navigationssystem, es wirkt veraltet und berechnet scheinbar nur ungern eine neue Route. Da lassen wir doch lieber unser Smartphone ran … mit Google Maps gelingt die Navigation perfekt und die Anbindung stellt dank Android Auto und Apple Car-Play überhaupt kein Problem dar. Konnten wir so die Benutzeroberfläche des Smartphones auf den 7-Zoll-Touchscreen übertragen und auf die Apps zugreifen. Nachrichten können somit auch während der Fahrt versendet oder empfangen werden. Und das alles ohne Aufpreis (ausgenommen die Basisversion, die muss auf Honda CONNECT leider verzichten)!

Vorbildliche Konnektivität ist mit der Honda Civic Limousine ohnehin sicher. Mit dem vorinstallierten, webbasierten AHA Audioplayer können Sie auf diverse Sender und Podcasts sowie Nachrichtendienste zugreifen und im Stand sogar Filme über HDMI ansehen. Über die induktive Ladestation können Sie sogar das Smartphone kabellos laden, sollte Ihr Gerät dazu geeignet sein, während Sie dieses außerdem über eine Bluetooth- bzw. USB-Verbindung anbinden können.

Beim Kauf einer neuen Honda Civic Limousine steht Ihnen zudem die „My Honda App“ vier Jahre kostenlos zur Verfügung. Die App ermöglicht zum Beispiel mit nur einem Tastendruck die Pannenhilfe zu kontaktieren. Im Falle eines Unfalls ist darüber hinaus My Honda sofort mit Hilfe zur Stelle. Außerdem überwachen Sie so den Fahrzeugzustand und werden rechtzeitig gewarnt. Oder Sie können Sicherheitseinstellungen vornehmen, die sogenannte Bereichsüberwachung alarmiert Sie beispielsweise, wenn der Civic den festgelegten Bereich ohne Ihre Zustimmung verlässt.

Sollten Sie nicht mehr wissen wo IhrFahrzeug geparkt ist, kein Problem, via App wird der Standort übermittelt. Wenn Sie den Honda mit Familie oder Freunden nutzen möchten, kann der jeweilige Standort auch geteilt werden. Mit der sogenannten Tageskilometer-Analyse können Sie zudem einen Überblick über zurückgelegte Strecken und Durchschnittsgeschwindigkeiten verschaffen und Ihren Fahrstil bewerten lassen.

Selten haben wir in einer Mittelkonsole so viel Platz vorgefunden wie im Honda Civic. Während wir hier bereits einiges verstauen konnten, fasst der Kofferraum sogar stolze 519 Liter.

Die Heckklappe ist allerdings unter der Heckscheibe angeschlagen und die Öffnung somit deutlich kleiner als erwartet. Schade. Zudem sind hier die Sparmaßnahmen deutlich zu erkennen, der Kofferraumdeckel schwingt nicht von alleine vollständig auf, geschweige denn per Elektronik und der Ladeboden macht auch nicht gerade den stabilsten Eindruck.

Die Rückenlehne konnten wir zwar vom Kofferraum aus entriegeln, um diese dann aber auch umzulegen mussten wir wieder nach vorn. Von den tollen Honda „Magic Seats“ mussten wir uns bereits beim Fünftürer verabschieden und so vermissen wir diese auch hier. Von Raffinesse leider keine Spur mehr.

Dafür freuten sich meine Mitfahrer im Fond über die im Topmodell serienmäßig enthaltene Sitzheizung und die angenehmen Platzverhältnisse. Wenn die sportlich abfallende Dachlinie es zunächst auch nicht vermuten lässt, so sitzt man selbst als Großgewachsener auf der Rückbank bequem. Beim Ein- und Ausstieg sollte man jedoch auf seinen Kopf achten.

Das Fahrwerk trägt zweifelsohne einen sportlichen Charakter in sich und hätte enormes Potential. Und wenn der Motor auch die nötige Kraft bereitstellen würde, so ist es einzig und allein das in unserem Wagen verbauteCVT-Getriebe, das die Civic Limousine zu einem gemütlichen Cruiser werden lässt.

Einen sportlichen Ritt würden wiederum auch die Bremsen erlauben, verzögern diese das Fahrzeug auch aus hohem Tempo heraus beeindruckend schnell und packen bereits auf leichten Tritt kräftig zu.

Die Motorenauswahl gestaltet sich recht übersichtlich, gibt es die Limousine lediglich mit dem 1.5 VTEC-TURBO. Ab Mitte des Jahres wird das Angebot zumindest um den neuen Diesel 1.6 i-DTEC erweitert, die Preise hierfür sind zwar noch nicht bekannt, fest steht jedoch, der Selbstzünder wird mit einem 9-Gang-Automatikgetriebe erhältlich sein.

Diese Getriebealternative wünschten wir uns ehrlich gesagt auch für den Benziner. Der 1.5 VTEC-TURBO ist mit 134 kW durchaus ein leistungsstarkes Aggregat, doch der reale Fahreindruck war letztlich ein anderer. Dies ist unserer Meinung nach aber ganz dem Getriebe geschuldet. Denn während die Honda Civic Limousine serienmäßig an einen Sechsgang-Handschalter gekoppelt ist, war in unserem Testwagen das stufenlose 7-Gang-CVT-Automatikgetriebe verbaut.

Die Getriebewahl sollten wirklich nur diejenigen treffen, die von Haus aus gerne entspannt unterwegs sind, die sportlich Ambitionierten unter uns werden mit dieser Getriebe-Alternative einfach nicht glücklich. Und auch wenn mir die Möglichkeit geboten ist, mittels Schaltwippen am Lenkrad selbst zu schalten, kommt hier nicht die erwartete Dynamik auf.

Zwar ist dieses CVT bei weitem nicht so nervig und schreit beim Hochdrehen nicht so extrem auf wie manch anderes Fabrikat, doch an der Tatsache, ein stufenloses Getriebe zu sein, ändert das nichts. Wirklich schade, hätten wir sehr gerne das Schaltgetriebe an Bord gehabt, kann Honda mit seinen Handschaltern doch stets punkten.CVT-Getriebe sind einfach nicht unser Fall. Zudem kostet die CVT-Automatik einen Aufpreis von 1.300 Euro, den wir uns sparen würden.

Für ein Aggregat mit 182 Pferdchen ist der Beschleunigungswert von 8,6 Sekunden und die Topspeed von 200 Stundenkilometer überraschend zurückhaltend, doch wirklich ins Staunen kamen wir bereits bei einem gefahren Tempo um bzw. über 160 km/h. Zunächst dachten wir, die Motorhaube sei nicht richtig eingerastet, so wie die Haube anfing zu flattern, doch sie war geschlossen. Daher begnügten wir uns in der Regel mit Geschwindigkeiten unter 160 km/h.

Letztlich kommt diese Fahrweise auch dem Verbrauch zu gute. Apropos, meist bewegten wir uns mit 6 ½ bis 7 ½ Litern auf hundert Kilometer. Der Verbrauch laut Hersteller liegt laut NEFZ im kombinierten Zyklus bei 5,8 Litern, der CO2-Ausstoß ist entsprechend mit 132 g/km angegeben.

Unter dem Namen „Honda SENSING“ vereint der japanische Automobilbauer zahlreiche Assistenzsysteme, die in der Topausstattung Executive sogar allesamt serienmäßig verbaut sind. In der darunter positionierten Variante Elegance ist es lediglich der Ausparkassistent und der Toter-Winkel-Warner, der nicht im Umfang enthalten ist und unverständlicherweise auch nicht gegen Aufpreis verfügbar ist. Dies gilt auch für die Einstiegsversion, die darüber hinaus auf die Einparkhilfe rundum, den Regensensor und die Rückfahrkamera verzichten muss.

Stets von Haus aus verbaut sind dagegen folgende Fahrer-Assistenten:

Der Spurhalteassistent, der nicht nur optisch und akustisch warnt sondern auch automatische Lenkeingaben vornimmt, um das Fahrzeug wieder in die Spur zu bringen. Der Aktive Spurhalteassistent (LKAS) hält das Fahrzeug dabei möglichst in der Mitte der Spur.

Das präventiveFahrerassistenzsystem erkennt andere Fahrzeuge und Fußgänger und dient dazu Zusammenstöße zu verhindern, in jedem Fall aber die Stärke des Aufpralls zu mindern.

Wirklich nicht mehr missen möchten wir die Verkehrszeichenerkennung. In Verbindung hiermit arbeitet auch der Intelligente Geschwindigkeitsbegrenzer und passt die gefahrene Geschwindigkeit automatisch an die erkannte Geschwindigkeitsbegrenzung an.

Die Intelligente Adaptive Geschwindigkeitsregelung erkennt darüber hinaus, ob ein neben Ihnen fahrendes Fahrzeug vor Ihren einscheren möchte und passt die Geschwindigkeit entsprechend an. Womit der korrekte Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug gehalten wird und Ihr Punktekonto in Flensburg verschont bleibt.

Vielfahrer werden auch die Adaptive Geschwindigkeitsregelung inkl. Stauassistent schätzen lernen.

Der Civic Fünftürer ist aktuell in acht Ausstattungslinien erhältlich, für die Honda Civic Limousine wurde das Angebot auf die Versionen „Comfort“, „Elegance“ und „Executive“ gekürzt.

An den von uns gefahrenen 1.5 VTEC gekoppelt, startet die Einstiegsvariante bei 25.590 Euro und ist mit 16-Zoll-Leichtmetallfelgen bestückt und verfügt unter anderem über eine Fahrlichtautomatik, beheizbare Vordersitze oder ein 180-Watt-Audiosystem mit acht Lautsprechern.

Basierend auf der Ausstattung „Comfort“ fährt die „Elegance“-Variante für 28.190 Euro zudem mit Honda CONNECT, der Zweizonen-Klimatisierungsautomatik, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen und dem Parksensoren vorne und hinten vor.

Die höchste Line „Executive“ durchbricht mit 990,- Euro die 30.000 Euro Marke und verwöhnt mit einer Lederausstattung, einer kabellosen Ladestation, dem Navigationssytem, beheizbaren Rücksitzen, dem Glasschiebe- und Hebedach,LED-Frontscheinwerfer, dem kompletten Honda SENSING Umfang und so einigem mehr.

Da bleibt lediglich die abnehmbare Anhängerkupplung, die Metallic-Pearl-Lackierung oder das Sport-Paket als Option zu erwähnen.

Stand: März 2018; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind; Innenraumfoto: Honda

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