// Fahrbericht / Honda Civic 2.2 i-DTEC

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Honda Civic 2.2 i-DTEC

Mit der Einführung der 8. Generation Civic stellte Honda damals zweifelsohne das futuristischste Fahrzeug im Kompaktwagensegment auf die Räder. Eigenwilliges Design traf dabei auf ein pfiffiges Innenraumkonzept. Die Erwartungen an das Nachfolgermodell waren dementsprechend hoch. Zwar nicht mehr ganz so unkonventionell aber dennoch ein einzigartiger Hingucker in seiner Klasse, lässt der Civic seine Mitbewerber gerade in punkto Flexibilität und einem nun noch üppigerem Raumangebot gekonnt hinter sich. Allerdings haben es die Verantwortlichen verpasst, dem neuen Honda Civic moderne Aggregate zur Seite zu stellen.

Vergleichen wir die 9. Generation Honda Civic mit dem Vorgänger, erhält man den Eindruck die neue Version wäre etwas „weichgespült“. Wenn die Designer auch an der keilförmigen Silhouette festhielten, so wichen die scharfen Kanten weichen Rundungen.

Dennoch ist die Optik absolut polarisierend und wenn auch vielleicht nicht mehr ganz so futuristisch, aber doch absolut modern.

Zwar vermissen wir am Heck die markant-dreieckig geformten Auspuffrohre, finden aber an der neuen schnittigen Gestaltung großen Gefallen. Wobei die sehr hoch angesetzten Rückleuchten mit einem durchgehenden roten Lichtband verbundensind.

So außergewöhnlich wie sich der Civic von außen präsentiert, so ungewöhnlich sticht auch der Innenraum hervor, der sich ebenfalls einer Überarbeitung unterzog. Der Cockpitcharakter wurde weiter verstärkt, wertigere Materialien verbaut und zudem Wert auf ein stimmigeres Gesamtbild gelegt.

Uns persönlich stößt jedoch die Verbauung der widersprüchlichen Elemente etwas negativ auf. Modernes trifft auf altertümliches, so ist beispielsweise die digitale Tachoeinheit (weiterhin über der Armatur platziert) und die drei Rundinstrumente hinter dem Lenkrad modern gehalten. Das in der Mittelkonsole platzierte Display dagegen sowie die darum platzierten Bedienelemente wirken wie aus der Vergangenheit.

An den Türen lassen zwar die deutlichen Erhebungen, die fließend in die Armaturen verlaufen, Cockpitatmosphäre aufkommen – letzten Endes stößt man sich hier jedoch immer wieder an.

Der von links nach rechts neben dem Lenkrad gewanderte Start-Stopp-Schalter ist nun besser zu bedienen. Ebenso die veränderten und neu angeordneten Tastenelemente am Lenkrad. Neu im Civic 2012/13 ist außerdem die Eco-Taste. Ist diese und somit der Sparmodus aktiviert, wechselt zudem die Farbgestaltung im Inneren von Blau auf Grün.

Trotz der neuen Sitzkonstruktion vermissen Großgewachsene eineausreichend lange Sitzfläche und in der Schulter geht leider der Seitenhalt verloren. Was uns gerade in Kombination mit dem Lederbezug gerne mal hin und her rutschen lässt.

Nehmen wir nun im Fond Platz, sitzen wir zwar mit Blick auf die Beinfreiheit ausreichend bequem, der Dachverlauf schränkt jedoch die Kopffreiheit sehr stark ein.

Deutlich geräumiger zeigt sich da der Civic beim Kofferraum. Denn dieser ist mit 477 Liter nicht nur deutlich üppiger als die der Mitbewerber sondern auch sehr flexibel. Ohne großen Aufwand ist das Gepäckabteil nicht nur auf bis zu 1.378 Liter erweiterbar sondern bietet mit dem raffinierten Faltsystem der Rücksitze auch Platz für sperrige Gegenstände oder sogar ein Fahrrad.

Dennoch kommt der Civic auch hier nicht ganz ohne Schwächen aus und so ist nicht nur die Ladekante sondern auch die Stufe sehr hoch. Letzterem hätte man aber zumindest mit einem zweiten Ladeboden Abhilfe schaffen können.

Bereits beim Vorgänger haben die Japaner einen sehr treffenden Fahrwerkskompromiss gefunden, den sie glücklicherweise trotz Modifikationen auch in die neue Civic-Generation übertragen konnten.

So gleitet das Fahrzeug einerseits komfortabel über grobe Straßenschäden und wenn das Fahrwerk die schnellen Kehren auch trotz eingreifenden VSC (VehicleStability Assist) problemlos meistert, so stieß letztlich die synthetische Lenkung leider negativ auf.
Mit Blick auf Verbrauchsreduzierung hat man sich hier für eine elektromechanische Lenkung entschieden. Die in unserem Testwagen bei flotter Kurvenfahrt sowie bei hohem Autobahntempo ein regelrecht unsicheres Gefühl vermittelte.

Waren wir dann auch noch zu einer Vollbremsung gezwungen, wurde der Civic leider instabil. Reagierte ansonsten aber auf leichten Tritt und mit ordentlich Biss, verfügte unter anderem über eine Notbremsfunktion, erweitertes 4-Kanal-ABS und einer elektronischen Bremskraftverteilung.

Auch wenn Honda bezüglich Design sehr futuristische Wege einschlägt, verzichten die Japaner bei den Motoren auf moderne Technologien wie beispielsweise Downsizing.
Statt dessen kommt auch im aktuellen Modell das bekannte, wenn auch leicht überarbeitete Portfolio zum Einsatz, darunter der 1.4 sowie der 1.8 Liter Benziner – wobei dieser auch künftig den Löwenanteil einnehmen wird – sowie der von uns gefahrene einzige Diesel.

Der 2,2 Liter i-DTEC ist dabei nicht nur das sparsamste, sondern zugleich das spritzigste Aggregat. Und so soll ihm der Sprint aus dem Stand heraus in 8,8 Sekunden gelingen. Die Höchstgeschwindigkeit knackt mit 217 km/h unerwartet locker die200er-Marke.

Die Ingenieure steigerten jedoch nicht nur die Leistung, sondern konnten andererseits den Verbrauch senken. So bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie die um zehn Pferdestärken gesteigerte Leistung von 150 PS (110 kW) stets herauskitzeln und dafür den Verbrauch etwas außer Acht lassen oder das Aggregat zurückhaltend bewegen, der Schaltpunktanzeige folgen, die Start-Stopp-Automatik in der Stadt nutzen und via aktivierter Eco-Taste das maximale Sparpotenzial ausschöpfen.

In diesem Modus wird jedoch nicht nur der Verbrauch, sondern auch die Leistung reduziert. So begnügt sich der Civic unter diesen Voraussetzungen laut Hersteller mit 4,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Trotz Zurückhaltung haben wir diesen Wert während unserer Testphase nicht ganz erreicht – die Balkenanzeige zeigt allerdings auch keinen genauen Wert an.
Das knackige Schaltgetriebe mit sechs Gängen kann auf Wunsch durch eine Fünfgang-Automatik ersetzt werden.

Sicherheits-Features wie die Front-, Seiten- und Vorhang-Airbags oder aber die 3-Punkt-Sicherheitsgurte auf allen Sitzplätzen vorne mit automatischem Spannsystem und Gurtkraftbegrenzern sowie das Kindersitz-Befestigungssystem konnte bereits die Vorgänger-Generation aufweisen.

Mit der neuen Generation des Vehicle Stability Assist (VSA), demDruckverlust-Warn-System DWS, dem verbesserten Fußgängerschutz und den optionalen Hilfen Abstandsregelung und Notbremsassistent kann Honda auch Neuheiten verbuchen.

Drei Motoren treffen auf vier Ausstattungslinien, je nach Kombination ist der spacige Civic bereits für 14.500,- Euro in der Variante S mit dem 1.4 Benziner zu haben. Entscheiden Sie sich für den 1.8 Liter in Verbindung mit der Topausstattung Executive sind es runde 25.000,- Euro. Derzeit tragen nicht nur alle Varianten den Zusatz „40 J. Edition“ sondern bieten zudem reizvolle Preisersparnisse.

Wie auch der von uns getestete Honda Civic 2.2 i-DTEC Sport der derzeit bei 23.350,- Euro startet und mit so einigem bestückt ist. So lassen sich nicht nur die Fensterheber elektrisch bedienen, sondern auch die Außenspiegel, die sich zudem elektrisch anklappen lassen und beheizbar sind. Die umfangreiche Ausstattungsliste hält zudem Features wie einen Tempomaten inkl. Geschwindigkeitsbegrenzer, ein höhen- und weitenverstellbares Lederlenkrad, das außerdem über Multifunktionstasten verfügt, und ein Licht- und Regensensor bereit.

Ein SD-Navigationssystem mit einem 6,1-Zoll-Touchscreen-Display inklusive Bluetooth-Freisprecheinrichtung bietet Honda für sehr faire 990,- Euro an. Die Einparkhilfe für hinten und vorne verlangtIhnen 690,- Euro ab.

Für 1.490,- Euro verleiht das Carbon-Design-Kit mit Frontspoilerlippen, Seiten-Schwellerverkleidungen und einem Heckdiffusor in Carbon-Optik sowie einen Dachspoiler dem Civic einen ganz besonderen Look.

Stand: Januar 2013; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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